Kampflosung des Tages: Sie sind 160 Euro reicher!

12. Januar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Wer hätte das gedacht? 2011 war das fünfwärmste Jahr seit der Aufzeichnung sämtlicher Wetterereignisse – mit Folgen: Ihre Haushaltskasse schwappt über. Der Glückshormonpegel erlebt ein neues Hoch! Viele Grüße aus der Stastikabteilung des Politbüros zur Umleitung verirrter Kometen (PUvK)..

Sie schwitzen immer noch? Kein Wunder! Allein im Dezember war es 7,3 Grad zu warm. Die Klimakatastrophe schlägt zurück, sehr zur Freude der Verbraucher, denn aus Wetterdaten und Gaspreisen errechnet das Glaskugellabor für Verwirrung menschlicher Synapsen (GLVmS) einen Freudensprung in der Kauflaune der Verbraucher.

„Es ist ein wahres Konjunkturprogramm, trotz aller Unkenrufe der letzten Monate.“ kommentiert Statistik Chef Opti Mismus die neuen Daten.

Hieß es im Juli 2011 noch in den Stuttgarter Nachrichten, der Gaspreis steigt um durchschnittlich 10,7 Prozent, hatte das Wetter Erbarmen mit den EEG-Umlage-Geplagten-Stromverbraucher. Es wurde einfach nicht kalt. Die Tomaten auf dem Balkon, auf dem ich im T-Shirt diesen Artikel verfasse, grüßen herzlich.

Auch der „Mannheimer Morgen“ schlussfolgert aus der Gemengelage der Daten, es wäre eine gute Nachricht für Verbraucher. Anhand der Daten des Deutschen Wetterdienstes sind die Heizkosten im Vergleich zu 2010 um ganze 13 Prozent gesunken. Jetzt wird auch der dritte Winterpulli bezahlbar oder wahlweise 18 Energiesparlampen. Noch aber hat mich der Versorger nicht über die gute Nachricht zur Erheiterung und Hebung der Stimmung angerufen. Aber vielleicht betrifft diese Meldung auch nicht mich, sondern einen fremden Planeten.

Auf der Glücklichkeitsskala ergeben sich plötzlich 13 Prozent weniger Kosten laut Wetterdienst und acht Prozent höhere Gaspreise – ergibt einen Glücks-Punkt-Überschuss von „5“. Die Verbraucher haben auf einmal 160 Euro mehr in der Tasche. Dem deutschen Volk stehen damit schätzungsweise so viele Milliarden mehr zur Verfügung, dass man sich um den Aufschwung keine Sorgen machen muss. Der DAX quittierte die Schlagzeile mit einem Minus bei den Einzelhandelstiteln.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn die Heizkosten sanken nach anderen Quellen um 18,5 Prozent. Geben Sie die Hoffnung für das garstig borstige Börsentier nie auf!

Die Rechnung ist eine ganz Einfache: Wenn ich den Kühlschrank öffne und frische 8 Grad (wegen der Haltbarkeitsdauer resistenter Keime auf Hühnerfleisch) mit den 20 Grad in meiner Wohnung mische, komme ich auf tropische 28 Grad Zimmertemperatur. Richtig? Ich verspüre eine Hitzewallung, drehe die Heizung ab. Die Heizkosten sinken gegen Null und die Glückspunkte-Skala bebt. Pure Statistik. Demnächst wenden wir diese Logik auch bei der Beliebtheitsskala im Politbarometer an – mit Gütesiegel der Stastikabteilung des Politbüros zur Umleitung verirrter Kometen (PUvK) . Und morgen haben wir wieder eine Überraschung für Sie! Bleiben Sie dran!


 

 

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2 Kommentare auf "Kampflosung des Tages: Sie sind 160 Euro reicher!"

  1. crunchy sagt:

    Charts sind auch Statisiken. Da war mal was mit meiner Einschätzung zur globalen Wirtschaftsentwicklung aus dem Baltic Dry. Irgendwer (?) entgegnete mir, ich solle doch auf die bullische Kurve des Harper schauen…! Meine Antwort damals: Der Harper fängt auch an zu schwächeln. Und tatsächlich: Der verbreitete Konjunkturoptimismus wich zunehmendem Pessimismus an den Börsen. Jetzt juckt mich die Gegenposition, und das obwohl (!) der BDI gerade massiv eingebrochen ist. Als Grund vermute ich, dass zu hohe Erwartungen im Vorfeld die Preise stützten. Erwartungen hinsichtlich der Verweigerung der Chinesen die neuen, riesigen Erzfrachter aus Brasilien anlanden zu lassen. Die Chinesen sind eingeknickt, wie auch der BDI. Aber, der Harper: Streckt den Finger nach oben!
    Wer in dem Umfeld kein Silber hat, sollte sein Gold dagegen eintauschen. Auch GSR 55:1 sind geradezu lachhaft.

  2. EuroTanic sagt:

    „Wenn ich den Kühlschrank öffne und frische 8 Grad (wegen der Haltbarkeitsdauer resistenter Keime auf Hühnerfleisch) mit den 20 Grad in meiner Wohnung mische, komme ich auf tropische 28 Grad Zimmertemperatur. Richtig?“
    Genau diese Logik findet man in den „ernst“ gemeinten Klima Alarmisten Berichten wie dem des IPCC wieder. Die wollen mir doch ernsthaft weissmachen, dass eine reflektierte Wärmestrahlung von 20 Grad unser Klima mit bereits vorhandenen 20 Grad Temperatur aufheizt. Womöglich auf 40 Grad? Da gibt es intelligentere Lebewesen auf meinem Duschvorhang. Leider sind viele Menschen nicht mehr in der Lage oder Willens sich ihres eigenen Verstandes u bedienen.

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