Kampf um Pfandflaschen

8. Dezember 2009 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer

Die neue Verordnung für den Umgang mit Pfandflaschen hatte auch ihr Gutes. Was früher achtlos oft in die Gegend geworfen wurde, wird heute fleißig eingesammelt und zum Automaten gebracht. Man hat den Eindruck, davon lebt inzwischen eine ganze Menge von Leuten, und das nicht aus Spaß…

Schon früh am Morgen, wenn der Autor dieser Zeilen, unter dem Sie regelmäßig leiden, verschlafen auf dem Rad zur Börse fährt, ist es meistens noch still. Wenn man genau aufpasst, sind etliche Leute schon unterwegs, um die Reste der Nacht aufzusammeln.

Mit Beuteln oder Trolleys bewaffnet, sieht man sie schon früh am Morgen – die Pfandflaschensammler. Im kleinen Park um die Ecke, beginnt die Jagd nach Pfandflaschen, setzt sich auf der Berger Straße in Richtung Innenstadt fort, quer durch den grünen Gürtel bis hin zur Börse. In der letzten Woche habe ich früh zwölf Leute gesehen, die in den Müllkörben nach Pfand suchten. Ab acht Uhr wird die Ware dann in den Supermärkten abgegeben, was auch die dortigen Verkäuferinnen bestätigen. Ein Hobby scheint es für die wenigsten zu sein, dafür eine Art von Notwendigkeit, um die Haushaltskasse aufzubessern.

Gleiches Bild bietet sich tagsüber, wenn man mit offenen Augen durch die Gegend fährt.

Mehrweg-Bierflaschen bringen 8 Cent, leere Bierkästen 1,50 Euro. Auf Mehrweg-Plastikflaschen gibt es 15 Cent, Einwegdosen und Plastikflaschen werden mit 25 Cent belegt. Das Thema ist inzwischen auch in den Internetforen angekommen.

Der Verdienst ist stark vom Wetter und der Konkurrenz abhängig. So eine Tour bringt im Winter schon mal nur 3 Euro, an normalen Tagen 8 Euro und bei schönem Wetter (sonnig und warm mit Wolken) ca. 11 Euro und bei sonnig OHNE Wolken auch mal 15 Euro.

Es lohnt sich mehr am Monatsanfang als am Monatsende zu sammeln, weil dann die Leute weniger Geld haben (und man das auch z. B. im Supermarkt merkt: kürzere Schlangen und weniger Getränke im Einkaufswagen) und auch die Sammler (vorwiegend Obdach- und Arbeitslose) weniger Geld haben, also auf die wenigen Flaschen auch noch mehr Sammler kommen.



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