Jürgen Stark: Ich bin dann mal weg!

9. September 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Man sollte gehen, wenn es am schönsten ist. Ob es in der EZB schön war, weiß ich nicht, wahrscheinlich aber ungemütlich. Das ist so, wenn man wie EZB Chefvolkswirt Jürgen Stark fast allein da steht und alte Tugenden in der Geldpolitik vertreten möchte. Man wird einfach überstimmt. Mist!

Jürgen Stark ist nicht der Erste, der diese Erfahrung machen musste. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die EZB verwandelt. Beim Vorhaben, auf stabile Preise zu achten, was meiner Meinung nach den Zentralbankern nie gelungen ist, blieb es nicht. Inzwischen stehen Anleihe-Aufkaufprogramme auf der Tagesordnung und damit die alternativlosen Regelbrüche. Jürgen Stark hat dagegen protestiert wie einst Axel Weber, der sich den Chefposten der EZB wohl aus guten Gründen hat ersparen können.

Die Zerfallserscheinungen an allen Ecken und Enden nehmen zu. Jürgen Stark gibt für seinen Rückzug persönliche Gründe an. Sein potentieller Nachfolger, Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen dürfte mit Regelverstößen weniger Sorge haben. Er kennt sich mit Bankenrettungen aus, hat er doch an den Rettungsverträgen für die Banken tatkräftig mitgewirkt. Über seine Nähe zu Banken haben sich damals nicht nur die Zeitungen gewundert. Auf jeden Fall soll der Posten erneut mit einem Deutschen besetzt werden. Schließlich ist Deutschland die größte Volkswirtschaft der bislang noch existierenden Euro-Zone. Spielt das noch eine Rolle in der EZB?

Tontauben-Fliegen

Nach allem, was man beobachten kann, bestimmen die immer zahlreicher werdenden Peripheriestaaten inzwischen die Geschicke im einst so hohen EZB-Haus. In Sachen Geldpolitik haben sie sich einen Ruf gemacht. Ich suche noch nach einem passenden Adjektiv für den Ruf. Gut ist schon besetzt. Folgerichtig tritt im Herbst der Italiener Mario Draghi die Nachfolge des Franzosen Jean Claude Trichet an. Einst stand er in Diensten von Goldman Sachs. Zufälle gibt`s…

Bekanntlich sitzen in Notenbanken Tauben und Falken. Die einen wollen Schlendrian, die anderen Solidität. Das Machtverhältnis ist schon vor dem Abgang von Jürgen Stark klar zu Gunsten der Tauben verteilt worden. Die gute EZB. So jung und schon so „taubig“. Vielleicht heißen Pressekonferenzen bald „Der Ruf der Tontauben“. Und die Märkte üben sich dann im Tontauben-Schießen. Die Falken sind längst ausgeflogen. Und dem Euro ist übel. Mir auch.

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35 Kommentare auf "Jürgen Stark: Ich bin dann mal weg!"

  1. Reiner Vogels sagt:

    Es ist ein Unding, dass die Vertreter des Staates, der der größte Geldgeber der EZB ist, im Direktorium ständig durch die Vertreter der Schuldenstaaten überstimmt werden können. Die EZB als jederzeit verfügbarer Selbstbedienungsladen für finanziell unsolide Staaten!

    Das ist so, als könnten die Gewerkschaften bei Tarifverhandlungen die Arbeitgeber überstimmen und nach eigenem Gusto die Löhne festlegen. So geht es einfach nicht.

    Wenn unsere Regierung und die Bundestagsparteien auch nur noch Restbestände von Verantwortungsgefühl, und sei es in homöopathischer Verdünnung hätten, müssten sie dieses miese Spiel beenden. Leider ist nicht damit zu rechnen.

    • Ludwig von Mises sagt:

      Sehr richtig Reiner Vogels!

      Wer die EU hauptsächlich mit 27% finanziert bestimmt welche Musik gespielt wird. Merkel kommt ihrer Pflicht dieses Land innen- wie außenpoitisch zu führen noch nicht einmal mehr ansatzweise nach. Sie ist nur noch eine antriebslose leere Hülse.

      Führungslosigkeit für so ein großes reiches Land ist brandgefährlich, wie wir aus der Geschichte wissen. Und wenn die Lawine erst mal ins Rutschen gekommen ist hält sie niemand mehr auf.

    • stonefights sagt:

      Ja, Hr. Vogels, und der ESM hat erneut diese Beschaffenheit.
      Vermutlich würde mit der deutschen Vetorechts-Forderung ala IWF/USA die Feindstaaten-Klausel aus dem Hut gezaubert werden…
      lg, stonefights

  2. rolandus sagt:

    Nachdem „Weben“ des „STARK“en Euros
    wird es zukünftig nur noch Dragh(i)konische
    Rettungspakete geben.

    und (Fips) Asmussen neu in der EZB, dann spart sich das Regierungsmuttchen ja in ihrer kurzen Zukunnft noch ein bischen Zeit.

    Vielen Dank ins Ried für den Klasse-Text
    rolandus

  3. Fnord23 sagt:

    Hallo R. Vogels,
    das Spiel wird, so denke ich, schon noch beendet werden. Zum richtigen Zeitpunkt.

    VG aus Sachsen

    PS: Da wir doch den Euro schon abgeschrieben haben:
    Mich hat gestern ein Freund angerufen. Er hat einen Mitarbeiter und dessen Verwandter arbeitet bei der Bundesdruckerei. Man hätte da angeblich was vorbereitet. Ich weiß, da kennt einer einen, der einen kennt usw…
    Aber mal ehrlich, wenn wir schon über den Abgesang auf den Euro reden. Warum nicht? Und der Beginn einer Lösung wäre das auf alle Fälle. Besser als der andere Quatsch.
    Aber irgendwas ist da los. Direkt aus einer großen Bank und aus einer Versicherung:
    Bis dato wurden die Vertriebszahlen peinlichst mit Druck kontrolliert. Bei der Bank tägl. Raport beim Chef.
    Plötzlich: keine Kontrolle mehr. Ziele schon noch da, aber Mitarbeiter werden in Ruhe gelassen. Ist auch besser, weil die Menschen gehen alle psychisch am Stock.
    Bei der Versicherung dito. Ungewöhnlich, weil unlogisch, weil es bis jetzt linear immer schlimmer wurde bzw. werden musste.

  4. auroria sagt:

    Erst Köhler, dann Weber, jetzt Stark.
    Diese Leute wissen was kommt (bzw. inzwischen passiert), dass sie in der Minderheit sind und es nicht verhindern können.
    Vlt. hat Stark gehofft, dass das Bundesverfassungsgericht das ganze stoppt und jetzt die Konsequenz gezogen.

    Was mich nur wundert ist, warum bei so einer Nachricht der Dax abschmiert?
    Der Rücktritt der an Währungsstabilitt orientierten Leute ist doch eigentlich das perfekte Kaufsignal für Gold und Silber, die bewegen sich aber kaum …

    • samy sagt:

      Hi,
      „Was mich nur wundert ist, warum bei so einer Nachricht der Dax abschmiert?
      Der Rücktritt der an Währungsstabilitt orientierten Leute ist doch eigentlich das perfekte Kaufsignal für Gold und Silber, die bewegen sich aber kaum …“

      Wer von den Ausländern (z.B. USA) will den Werte in den Händen halten, die auf Euro lauten, also deren Dividenden, Kursgewinne usw. im Vergleich zur eigenen Währung (z.B. Dollar) in seiner Kaufkraft abschmiert (Stichwort Carry Trade).
      Außerdem scheinen eh so einige mit einem Crash zu rechnen, also rein in Cash. Und, na ja, so wie der Euro fällt, da steigt Gold doch, jedenfalls in Euro 🙂

      VG

    • Ludwig von Mises sagt:

      Wenn Merkel noch einen Funken Anstand und Selbstachtung hätte würde sie es Herrn Stark gleichtun und zum Wohle diese Landes und aller Deutschen zurücktreten.

      Merkel ist fertig, ihr Finanzminister sowieso!

      • stonefights sagt:

        Welche Alternativen gibts denn ? Steinbrück ?
        Nein, nein, alles das gleiche…
        Da ist mir ein schnelleres Ende (mit Schrecken) lieber, als nochmals ein (alternativer) Schrecken (ohne Ende).
        lg, stonefights

  5. samy sagt:

    Ja, es ist irgendwie der Wurm drin. Heute kam in den Nachrichten, dass die gr. Regierung eine Liste der größten Schuldner aufgestellt hat. Man wollte 30 Mrd. an Forderungen eintreiben. Die Liste scheint aber wohl nur noch einen Wert von real um die 5 Mrd. zu haben. Einige Schuldner sind bereits im Besitz des Landes oder aber schlicht nicht mehr existent. So etwa ein Athener Kaufhaus, dass vor ca. 25 Jahren abgebrannt war. Absurd das Ganze.
    Ich denke es müsste so ein Wochenende wie dieses sein, indem Griechenland seinen Bankrott bekannt gibt.
    VG

  6. JayJay sagt:

    Weber & jetzt Stark, sagen sich auch es ist unsinnig gegen Windmühlen zu kämpfen, wie Don Quijote de la Mancha.
    Armes Europa & Deutschland
    Gold & Silber Ahoi

  7. conan sagt:

    MUahahahah es wird immer besser.

    Zuerst beschliesst das Bundesver*****gericht, dass die Euro-Hilfen alle legal waren… (Wer beruft nochmal gleich diese Typen in Ihren lächerliche roten Batman-Capes?)
    Und jetzt ersetzt der Asmussen den Stark. Nun gut ein Merkel-Vertrauter mehr in der EZB — darauf kommt’s jetzt wirklich nicht mehr an.
    Die Demokratie ist schon lang am ******. Der Euro und die EZB sowieso. Ich geh‘ und kauf mir ein bisschen Popcorn um diesem ******-System beim kollabieren zuzuschauen.
    DASS wird ein Spass 😀

    • schankobleck sagt:

      Guten Abend, ich bin Schanko Bleck, der Hausmeister. Ich bitte um die Vermeidung von Worten, die ich gerade mit ***** gekennzeichnet habe. Ich tu nur meinen Job. Sie fragen, wer ich bin? Ich stelle mich Ihnen später zu gegebener Zeit vor. Viele Grüße von Schanko Bleck – nicht Blanko Scheck! Das bitte ich zu beachten.

      • Frank Meyer sagt:

        Guten Abend, Herr Schanko Bleck. Ich bitte Sie, sich an dieser Stelle doch mal vorzustellen. Machen Sie bitte kein Geheimnis um Ihre Mission hier.
        Viele Grüße von Frank Meyer

      • conan sagt:

        Ach jetzt bitte — wenigstens das Bundes(tttüüüüüüüt)gericht hättet Ihr ja stehen lassen können 🙁

        • schankobleck sagt:

          Das Bundes-Tüüüüüüüüüt-Gericht gefällt mir gut. 🙂
          Grüße von Schanko Bleck

          • conan sagt:

            Ja — aber eigentlich müsste es ja richtig Bundesver-tüüüüüüt-ungsgericht heissen 😉

            Egal — vielen Dank für Deinen Humor Frank. Ich ziehe hier wirklich den Hut vor Dir, dass Du immer noch Deinen Humor behältst!!!

            Mir platzt angesichts der Umstände immer wieder der Kragen. Vor allem die Gleichgültigkeit der breiten Bevölkerungsschichten finde ich wirklich erschreckend.

            Gruß und macht bitte weiter wie bisher.

  8. crunchy sagt:

    Endgame!

    Herr Stark hat in einem FAZ Interview mal kurz und knapp was
    zu Währungen, Goldstandard und deren Geschichte gesagt, was
    die schwäbische Hausfrau schon lange wusste, des Angella kommt
    leider aus´m Norde und dr´ Schäuble weiß bis heute nix von de
    DEM Einhunderttausend (ausgeschreibert):

    http://www.faz.net/artikel/C31364/ungleichgewichte-auf-dem-weg-zu-einer-neuen-weltwaehrungsordnung-30329592.html

    Must read!

    • Frank Meyer sagt:

      Ich hatte vor zwei Jahren Herrn Stark einmal interviewen können. Sehr netter Mann! Ich fragte ihn ein paar Dinge, die mir so durch den Kopf gingen zum Thema Geldsystem. Er hat nicht darauf antworten wollen. Ich nehme an, in den letzten beiden Jahren ist die Hoffnung weniger geworden. Otmar Issing (sein Vorgänger) war im Sommer im Interview da schon direkter. Aber er trug da ja nicht mehr die Bürde seines Amtes. Interessant wird vielleicht sein, was Herr Stark zukünftig machen wird.

  9. crunchy sagt:

    Eins vergaß ich: Herrn Asmussen würde ich´s gönnen, die Suppe, die er uns Volk unter Schröder eingebrockt hat, auszulöffeln! Möglicherweise hat Schäuble jetzt die Sprache der Banker verstanden und kann ohne ihn re(a)gieren.
    Herrn Starks künftige Verwendung? Ist doch klar: Fragen wir mal die 76 Prozent, die aus dem Euro aussteigen wollen!

  10. samy sagt:

    Das Handelsblatt titelt:Das Vermächtnis des Jürgen Stark
    Der abgetretene EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hat für das Handelsblatt sein Vermächtnis aufgeschrieben. Wenige Stunden vor seinem Rücktritt erreichte die Redaktion sein Beitrag, den wir in Auszügen dokumentieren. …“
    Quelle:“http://www.handelsblatt.com/politik/international/das-vermaechtnis-des-juergen-stark/4595360.html“

    Das Handelsblatt ist aber in letzter Zeit am Ball, Schäuble weiß davon zu berichten 🙂

  11. Ludwig von Mises sagt:

    Der Ausverkauf deutscher Interessen nimmt an Fahrt zu. Die außenpolitische Schwäche von Merkel und Schäuble nimmt monströse Ausmaße an.

    Unsere Kanzlerin und ihr Finanzminister haben dem kleinen Möchte-Gern-Napoleon und seinen Schergen nichts mehr entgegenzusetzen außer devoter Unterwürfigkeit.

    Merkel ist die gefährlichste und inkompetenteste Fehlbesetzung, die diese Land als Bundeskanzler/in in seiner Geschichte je gesehen hat.

    Ihr Handeln ist staatszersetzend, vermögenvernichtend und kriminell.

    Warum tut niemand was gegen diese Staatsverbrecher?

  12. matt06 sagt:

    Jürgen Stark trifft die für ihn einzig logische Entscheidung und macht den „Pontius Pilatus“.Er hat keine Chance sich gegen die Goldmännchen gesteuerte Südschiene zu stellen und zieht die persönliche Notbremse…@Ludwig von Mises.Sie sagen es wie es ist,unsere Bundeskanzlerin und auch Finanzminister werden einen „Ehrenplatz“in der deutschen Geschichte erhalten!!!Bleibt zu hoffen das dieser deutschlandfeindliche „EURO“ es bald geschafft hat.L.G.Matt06

  13. samy sagt:

    Moin,

    @Ludwig von Mises + Matt06

    eben habe ich ein Interview (Handelsblatt) mit einem alten bereits pensionierten deutschen Banker gelesen, namens Ludwig Poullain.
    Er sagt “ … Ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube mehr. Wenn ich Merkel und Schäuble sehe, diese für Deutschland zwei zentralen Figuren in dieser Frage, wird mir bange. Frau Merkel ist ein Verhängnis für unser Land in dieser Zeit… Guido Westerwelle hat ja mal dieses Zitat der Dekadenz der deutschen Unterschicht geliefert. Das Zitat passte im Grundsatz, es unterstreicht nur sein fehlendes Geschichtsbewusstsein, dass er das mit dem Plebs in Verbindung brachte, und nicht mit der Elite. In Rom waren es schon die Eliten, die dekadent wurden – und heute sind es die Bankenvorstände. Und deswegen ist Besserung erstmal nicht in Sicht…
    Ich glaube mittlerweile an den Knall. Meine Lebenserfahrung spricht dagegen, dass sich vorher etwas ändert…“

    Na denn mal zu und prost!

    VG

    • holger sagt:

      Moinsen

      der Ausverkauf „deutscher“ Interessen wurde 1988-89 beschlossen, sowie generalstabsmäßig vollzogen. Bis dato. Ebenso wussten die Bescheid, die in den Finanztürmen zu FFM ihr Dasein fristen. Auch ein Stark wusste davon. Mit Einverleibung der DDR, über Artikel 23 GG, wurde der erste Sargnagel angesetzt. Was WK I und WK II noch nicht vermochten, hat ein Oggersheimer perfekt eingefädelt. Der ganze Merde-Causa Euro liegt als Grundstein, in dem Betritt der DDR zu der BRD. Es ging damals um ca. 300 Milliarden DM, so frei nach O-Ton Kohl, die die DDR „Wert“ sei. Hätte das noch der Franz Josef erlebt der 1988 mit „jungen“ 73 Jahren verstorben war, dann hätte Kohl echt Probleme bekommen.

      Kurz zu Stark… Quelle: Wikipedia
      In den Jahren 1988 bis 1992 war er Leiter des Referats Außenwirtschaft, Geld und Währung, Finanzmärkte im Bundeskanzleramt. Ab Oktober 1992 war er Leiter der Unterabteilung Nationale Währungspolitik, Kapitalmarktpolitik, Finanzplatz Deutschland, Kreditaufnahme im Bundesministerium der Finanzen. Zwischen 1993 und 1994 war Jürgen Stark als Leiter der Abteilung Internationale Währungs- und Finanzbeziehungen, Finanzbeziehungen der Europäischen Gemeinschaft im Bundesministerium der Finanzen tätig. 1995 bis 1998 war er Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen.

      Ich weiß nicht, ob den Protagonisten ihr Handeln damals bewusst war und ob sie die Folgen abzuschätzen wussten. Ich unterstelle mal, Nein, sie konnten nicht. Sie waren davon überzeugt in ihrem Sinne das Richtige zu tun. Jedenfalls ist es interessant zu sehen und zu lesen, wer an der Auflösung der DDR richtig Geld bekommen hatte. Der Euro war nicht nur ein Wunsch der Deutschen Regierung (Kohl), sondern im engeren Sinne ein Tribut an Frankreich. Wer es nicht glauben mag, braucht sich nur die Dokumente reinziehen, die über den 2+4 Vertrag im Internet dokumentiert sind. w-w-w.2plus4.de

      Davon wusste Stark. Ein Zeitzeuge. Aber nicht nur er, sondern Weber und wie sie alle heißen auch. Auch ein Köhler wusste das. Das ging ja noch alles gut, danach… Dann kamen ja bekanntlich die beiden Top Clowns Joschka Gerhard Fischer Schröder an die Macht. Installierten die Agenda 2010 usw. usw. Lohndumping etc.pp.

      Nun kam das Engel aller Nightmares und Asmussen (SPD) hat der Engel übernommen. Über ihn ist bei Wikipedia zu lesen:
      Im Jahre 1996 begann er seine Karriere im Bundesministerium der Finanzen unter dem damaligen Finanzminister Theo Waigel als Referent für internationale Finanz- und Währungspolitik. Als nach dem Regierungswechsel 1998 Oskar Lafontaine das Finanzministerium übernahm, wurde er Persönlicher Referent des neuen Staatssekretärs Heiner Flassbeck. Die Kompetenz Asmussens wurde von Flassbeck als „mittelmäßig“ eingeschätzt und Asmussen nicht für hohe Aufgaben empfohlen. Nach dem Rücktritt Oskar Lafontaines machte ihn der neue Minister Hans Eichel hingegen zum Leiter seines Ministerbüros. Nach einer kurzen Zeit als Unterabteilungsleiter in der Europaabteilung übernahm Asmussen zum 1. März 2003 die Leitung der Abteilung für Nationale und Internationale Finanzmarkt- und Währungspolitik und wurde damit mit 37 Jahren der jüngste Ministerialdirektor in der Bundesregierung.

      Man müsste doch nun einen tief roten Faden erkennen können. Die alte Garde wollte vermutlich ein anders Europa in der Finanzpolitik. Aber haben es trotzdem zugelassen, dass die jetzige BRD verramscht wurde. Nun ist die BRD verramscht. In PPP und CBL aufgelöst. Schlaglöcher pflastern ihren Weg. Kaufkraftverluste ohne Ende. Und das alles ohne Inflation. Exportüberschüsse wandern nicht zum arbeitenden Volk und nur wenige partizipieren. Während das Volk immer weiter den Gürtel enger schnallen muss, auch unter Mithilfe der roten Gewerkschaften, freuen sich die Finanz-Künstler in ihren Palästen.

      LG wie immer aus der Geschlossenen

      • wolfswurt sagt:

        Pöhl, damals Buba-Präsident, widersprach Kohl in Sachen Finanzen der Wiedervereinigung auf das heftigste.
        Das gipfelte in der Äußerung: „Kohl habe keine Ahnung von Wirtschaft“

        Der Abgang Pöhls dürfte noch in Erinnerung sein.

      • stonefights sagt:

        Asmussen war ja bereits 2007 als Verwaltungsratsmitglied der Finanzaufsicht BaFin auch für die staatliche Mittelstandsbank IKB zuständig. Diese verzockte sich bekanntlich mit Hilfe mehrerer Zwecksgesellschaften beim Handel mit US-Immobilienkrediten und musste vom Bund mit Milliarden gestützt werden.

        Ich vertraue da voll und ganz auf seine Vita der Zukunft,
        „Der Fuchs bewacht den Hühnerstall“ .-)

        Wer 7 A-Minuten einem Teil seines Hirns einer Frisch-Zellen-Kur unterwerfen will:

        youtube.com/watch?v=ht3ZFKvKkqI&feature=player_embedded

        lg, stonefights

  14. exc530 sagt:

    Kompliment, man muss garkeine Kommentare verfassen, es wird ja alles schon gesagt. Ich möchte mich mit diesen Zeilen mal für das hohe Niveau bedanken. Das ist im Netz mittlerweile ja alles andere als selbstverständlich! Artikel UND Kommentare gut! Schon ein bißchen wie im Ansichtenschlaraffenland, hihi…
    Also ernsthaft, diesem Blog erneut ein Dankeschön! Er läßt mich den Glauben an die Welt, oder weniger globalisiert, an Deutschland, nicht endgültig verlieren. Da kann ich dann sogar mit einem Blankoscheck, äh das waren ja die EZB-ler, also dem Hausmeister leben. 🙂

    Gruß Günter

  15. wolfswurt sagt:

    Issing, Stark, Pöhl, Weber – sie haben eines gemeinsam: Charakter.

    Asmussen ist die personifizierte Charakterlosigkeit.

    Zeit des Niederganges eben…

    • holger sagt:

      Einen nicht zu vergessen:

      Auch Rohwedder hatte sich zunächst der Illusion hingegeben, Ostdeutschland verfüge über ein Industrievermögen, dessen Verwertung nicht nur die Kosten der Sanierung decken, sondern dem Staatshaushalt auch einen Überschuss bescheren werde.

      w-w-w.faz.net/artikel/C30350/zum-20-todestag-von-detlev-rohwedder-schwarzer-ostermontag-30332245.html

      Tja…

      Ich mag schon gar nicht mehr mein Archiv bedienen. Aber einen sollte ich noch nennen. Auszug aus Wikipedia

      „Alfred Herrhausen (* 30. Januar 1930 in Essen; † 30. November 1989 in Bad Homburg vor der Höhe) war ein deutscher Bankmanager und Vorstandssprecher der Deutschen Bank. Er wurde durch ein Bombenattentat ermordet.“

      LG

      • wolfswurt sagt:

        Ja, auch diese beiden gehören erwähnt.

        Der Rückgang an Qualität bei Führungskräften hat sich in letzten Jahren dermaßen beschleunigt, daß von einem biologischen Kollaps ausgegangen werden muß.

  16. neuling sagt:

    Auftragsarbeiter

    Was man heute für ein Profil nachweisen muss – unfassbar!

  17. DonTrader sagt:

    Jürgen Stark hat wohl bei bei den Target-Salden der EZB nochmals nachgerechnet und festgestellt,
    das Prof. Sinn von IFO doch recht hat!

    Target-Salden?
    Target-Salden sind nichts andres als Kredite zwischen den Zentralbanken der EZB.

    Die Target-Forderungen der Bundesbank betrugen 2007 0€ (sollte annähert 0 betragen) und nun bereit über 300 Mrd. €; entspricht genau den aktuellen Verbindlichkeiten der PIGS-Zentralbanken.

    Wir haben seit 3 Jahren Eurobonds! Und wer haftet dafür wir!

    Addiert man diese Verbindlichkeiten zur bekannten Staatsverschuldung, denn die Zentralbanken gehören ja den jeweiligen Staaten, ergeben sich ganz andere Verschuldungsquoten:

    Portugal: 128 %
    Irland: 192 %
    Griechenland: 181 %
    Spanien: 65 %

    Bereits 90 % der kreditfinanzierte Geldbasis der PIGS-Zentralbanken läuft in den anderen EWU-Länder um, macht ca. 59 % des umlaufenden Zentralbankgeldes in Deutschland. Ich schaue mir gerade einen 50€-Geldschein an, ob mein „griechischer Schuldner“ diese Schuld jemals begleichen kann?

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