Joachim Goldberg: Im Teufelskreis

20. November 2011 | Kategorie: Auf die Ohren, Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Die Lage an den Finanzmärkten bleibt unübersichtlich. Wie bei einem heranziehendes Gewitter fragt man sich, ob es einen Bogen um einen macht oder abzieht. Großes Geld wird unruhig so wie Leute in Politik, Wirtschaft und Finanzindustrie. Ich habe mich mit Joachim Goldberg auf dem Frankfurter Parkett getroffen – und mit ihm über die „Krise“ geredet, vor der sich auch Otto Normalbürger beginnt zu fürchten…

Joachim Goldberg ist Börsen-Psychologe, Ex-Devisenhändler, Analyst und Blogger auf Blognition – zudem Kenner der Dinge in Sachen Finanzen in Frankfurt. Mit ihm kann man sich auch stundenlang ausgelassen über Weine unterhalten. Das nur nebenbei. Was sagt ein Analyst, der die Finanzmärkte unter psychologischen Aspekten betrachtet? Hier ein kleines Interview, aufgenommen unter der DAX-Tafel. Viel Spaß!

 

 

[audio:http://www.rottmeyer.de/wp-content/uploads/2011/11/Joachim-Goldberg.mp3|titles=Joachim Goldberg]

Blog (Blognition) von Joachim Goldberg

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9 Kommentare auf "Joachim Goldberg: Im Teufelskreis"

  1. […] Am vergangenen Donnerstag hatte ich an der Börse wieder einmal das große Vergnügen von Frank Meyer persönlich (Bankhaus Rott & Meyer) zum Thema „Im Teufelskreis“ zur derzeitigen psychischen Verfassung der Börse, aber auch zum Bordeauxwein- und zum Kunstmarkt befragt zu werden. Dabei kamen wir zu einem interessanten Schluss… Hören Sie weiteres dazu hier. […]

  2. Lotus sagt:

    Ich habe langsam die Schnauze voll von diesen angstmachenden Vorhersagen und Ausweglosigkeiten.

    Eine Vermoegensteuer ist genau das Programm was wir brauchen. Um besonders fetten Geldsaecken wie dem Management von systemrelevanten Banken und Großkonzernen mal das Geld zu entziehen, was sie uns vorher entzogen haben.

    Warum diskutieren Sie nicht darüber? Wenn niemand eine Lösung hat, was wir nun wirklich wissen und dazu keine Interwievs mehr brauchen, versuchen Sie doch selbst mal einen anderen Weg zu gehen.

    Fordern Sie und Ihre Börsen-Psychologen, -Analysten, Devisenhändlern und Bloggern von der deutschen Regierung die eigenen Staatsschulden abzubauen. Dazu habe ich noch nichts von Ihnen gelesen oder gehört. Fangen Sie endlich an, nicht die Unfähigkeiten anderer abzufragen, sondern Merkel und Co zu Vermögensabgaben der Reichen zu zwingen. Ich rede hier von den wirklich Reichen, den Millionären, Milliardären. Die gibt es überall zu hauf.

    Warum reden Sie nicht öffentlich über menschliche Logik? Wenn einem Staat Geld fehlt, muß er es von denen holen, die es haben.

    Den Bürgern interessiert es nicht, was Finanzbürokraten sagen oder schreiben. Es will endlich eine Lösung. Und diese heißt: Vermögenssteuer zum Staats-Schuldenabbau. Danach werden die Karten neu gemischt.

    Es gibt keine andere Lösung um Schäden vom Volk abzuwenden.

    • Frank Meyer sagt:

      Sehr emotional, Ihr Kommentar. Nun, Dabei ist es unmöglich, diese Schulden abzubauen. Sie können auch versuchen, einen Kometen umzulenken. Aber es wird nicht helfen. Aber das wissen Sie ja wahrscheinlich. Der Schaden ist schon angerichtet, die Zukunft verfrühstückt. Ich soll Frau Merkel zwingen? Was halten Sie eigentlich davon, einen eigenen Blog aufzumachen und es besser zu machen? Vielleicht sind Sie erfolgreicher? Kleine Frage: Was verstehen Sie unter menschlicher Logik, über die ich öffentlich reden soll? Tue ich das nicht schon? Viele Grüße!

    • FDominicus sagt:

      „Den Bürgern interessiert es nicht, was Finanzbürokraten sagen oder schreiben. Es will endlich eine Lösung. Und diese heißt: Vermögenssteuer zum Staats-Schuldenabbau. Danach werden die Karten neu gemischt.“

      Ich weiß nicht von welchen Bürgern sie sprechen, ich weiß aber ich gehöre nicht dazu und möchte noch nicht mal in die Nähe der so beschriebenen kommen.

    • pat sagt:

      >> Eine Vermoegensteuer ist genau das Programm was wir brauchen. Um besonders
      >> fetten Geldsaecken wie dem Management von systemrelevanten Banken und
      >> Großkonzernen mal das Geld zu entziehen, was sie uns vorher entzogen haben.

      Ich habe den Eindruck, die „fetten Geldsäcke“ sind für Sie eine sehr abstrakte Entität. Die richtig „fetten Geldsäcke erwischt man nicht mit einer Vermögenssteuer, diese haben ihr Vermögen in Firmen und Stiftungen untergebracht, wo die Vermögenssteuer nicht greift. Die Vermögenssteuer erwischt die „kleinen Leute“, die ihr Leben lang hart gearbeitet und gespart haben.

      Warum eine Vermögenssteuer um die Schulden zu streichen? Warum nicht ein Schuldenerlass? Die Staaten sind im wesentlichen bei den Banken verschuldet.

      Wenn Sie den Banken Geld entziehen wollen, dann heben Sie einfach ihr Geld bei der Bank ab und tauschen es in Edelmetalle. Da kann man selbst ganz praktisch aktiv werden, ohne auf den großen Wurf von anderen angewiesen zu sein.

      Just my 2¢

  3. holger sagt:

    Lotus

    —>>>Den Bürgern interessiert es nicht, was Finanzbürokraten sagen oder schreiben. Es will endlich eine Lösung. Und diese heißt: Vermögenssteuer zum Staats-Schuldenabbau. Danach werden die Karten neu gemischt.“

    Nope… da wird gar nix neu gemischt. Vor der Krise ist vor der Krise. Polemik und Neid-Debatte pur. Was wäre die Lotus-Blüte denn ohne den Reichtum? Ein Proletarier wie die Neue Heimat. Nicht mehr und nicht weniger. Reichtum muss es geben, aber das schließt ja nicht aus, dass die Lotus-Blüte genügend Wasser bekommt um in Würde leben zu können.

  4. Avantgarde sagt:

    Weiß ja nicht ob sich @Lotus noch mal meldet um einiges richtig zu stellen?!

    Den generellen Ärger und Zorn über die missliche Lage kann ich ja verstehen.
    Nur war der Adressat halt nicht so ganz richtig.

    Vermögenssteuer kann man machen – nur war deren Aufkommen nicht sonderlich hoch und der Aufwand enorm.
    Falls es der Mehrheit psychologisch helfen sollte meinetwegen.

    Umverteilung macht man anders:
    Konsumsteuern senken, direkte Steuern erhöhen, Beitragsbemessungsgrenzen erhöhen, Mindestlöhne, Steuerschlupflöcher schließen und nicht öffnen….gibt einiges.

    Oder kürzer: das Gegenteil von dem was man in den vergangenen Jahren gemacht hat. 🙂

    Das Thema Umverteilung an sich ist schon richtig.
    Nur dürfen die Schulden auf keinen Fall in der Summe zurückgehen.
    Sonst macht es ziemlich schnell BUMM.
    Der Staat kann sich nur dann teilweise entschulden wenn sich die Privaten in gleichem Maße verschulden.

    Die Lage an sich ist aber verdammt miserabel – es hilft nix.

    • FDominicus sagt:

      „Vermögenssteuer kann man machen – nur war deren Aufkommen nicht sonderlich hoch und der Aufwand enorm.
      Falls es der Mehrheit psychologisch helfen sollte meinetwegen.'“

      Stehlen kann man — nur war dessen Umsetzung nicht effizient und der Aufwand kriminell.

      Falls es den meisten helfen sollte bestohlen zu werden, dann meinetwegen

      Was ist denn eine Vermögenssteuer? Eine Substanzsteuer, und wie oft finden Sie ist es angebraucht Vermögen zu versteuern. Nach Ihrem dafürhalten offenbar jedes Jahr. Ich sehe das reichlich anders.

  5. Dreamer sagt:

    Danke für das aufschlußreiche Interview, wie immer ein Genuß zu hören!

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