Jetzt spricht wieder viel für Gold und Silber

23. März 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Manfred Gburek) Bei Gold und Silber tut sich was. Ihre Preise haben eine wahre Hängepartie hinter sich. Oder bezogen auf die Gemütsverfassung der Anleger, die in beiden Edelmetallen und in den Aktien der Branche engagiert sind: Ihre Nerven wurden arg strapaziert. Das kann zwar noch ein Weilchen so weiter gehen, aber eher im positiven Sinn, denn der größte Teil der Hängepartie und der Strapazen ist vorbei…

Was jetzt noch kommt, ist eine der Varianten, die ich Ihnen hier vor sechs Wochen beschrieben habe: Wenn man die Preiskurven glättet, entweder eine charttechnische Untertasse oder das Ende des seit dem vergangenen September anhaltenden leichten Abwärtskanals beim Gold bzw. des schon seit Anfang Mai anhaltenden deutlicheren Abwärtskanals beim Silber. Die bisherigen Erfahrungen mit der Charttechnik belegen, dass in beiden Fällen ein starker Preisausbruch nach oben folgt.

Einzig in welche Bereiche er vorstößt, lässt sich schwer abschätzen, weil dann ein größerer Wechsel der Teilnehmer an den Edelmetallmärkten zu erwarten ist, der für so manche Überraschung sorgen kann. Das heißt, Minenkonzerne, Zentralbanken, Fonds, die Schmuckindustrie, Altgoldverkäufer, private Anleger und einige weitere Gruppen sortieren sich auf der Angebots- wie auch auf der Nachfrageseite neu. Indikatoren dazu gibt es reichlich. Um nur zwei zu nennen: Spekulative Anleger haben zuletzt in größerem Umfang dem führenden börsengehandelten Goldfonds SPDR Gold Trust den Rücken zugekehrt, während Daueranleger weitgehend engagiert geblieben sind; das ist erfahrungsgemäß eine günstige Konstellation. Und die Großbank UBS hat ihre Goldpreisprognose massiv nach unten gesetzt, was – nach den bisherigen Erfahrungen mit den Vorhersagen dieser Bank zu urteilen – ebenfalls als positives Zeichen zu interpretieren ist.

Gehen wir den Dingen weiter auf den Grund. Aus den Charts von Gold und Silber ergibt sich, dass die 200-Tage-Linie zuletzt die Preiskurve von unten nach oben geschnitten hat. Das ist entsprechend den gängigen Chartregeln ein Verkaufssignal. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Im Herbst 2008 war dasselbe Phänomen zu beobachten. Wer damals zum ungünstigsten Zeitpunkt aus Gold und Silber ausgestiegen wäre, hätte anschließend auf maximal über 150 Prozent Gewinn beim Gold und sogar auf maximal über 430 Prozent Gewinn beim Silber verzichten müssen.

Wie geht es dieses Mal weiter? Dazu ist zunächst ein Blick auf die Preiskurven seit ihren Spitzen im vergangenen August (Gold) und April (Silber) hilfreich. Beide erreichten ihr anschließendes Tief bereits Ende Dezember; seitdem pendeln sie sich aus. Der Rückgang von der Spitze bis zum Tief beträgt auf Dollar-Basis beim Gold 26 Prozent, beim Silber 44 Prozent. Auf Euro-Basis gibt es nur beim Gold eine kleine Abweichung (Rückgang um 28 Prozent), während der Silberpreis auch in Euro von der Spitze bis zum Tief um 44 Prozent fiel.

Zwischenfazit: Viel spricht dafür, dass die Tiefpunkte von Ende Dezember im laufenden Zyklus nicht mehr erreicht werden, und zwar aus drei Gründen: 1. Das Dezember-Tief liegt beim Gold ziemlich genau in der Nähe des langfristigen Preistrends und beim Silber nicht weit davon entfernt. 2. Dass es am Jahresende zustande kam, spricht dafür, dass die beiden Märkte schon damals weitgehend bereinigt waren. 3. Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, hat die US-Konjunktur in den vergangenen Tagen auffallend schlechtgeredet. Die Erkenntnis daraus: Er will die Geldschleusen erneut weit öffnen; davon werden Gold und Silber profitieren… (Seite 2)

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