Januar Knock-Out und die Folgen

2. Februar 2014 | Kategorie: Gäste

von Robert Rethfeld

„They never come back“. Dieser Spruch hing Boxern an, wenn sie einen großen Kampf verloren hatten. Muhammad Ali war einer der Ersten, der es schaffte, sich einen verlorenen Weltmeistertitel zurückzuholen. Der Dow Jones Index wurde im Januar 2014 mit einem Minus von 5,3% auf die Bretter geschickt. Bedeutet dieser Januar-K.O. gleichzeitig den „Knock out“ für das Gesamtjahr? 

Oder können die Märkte – wie einstmals „The Greatest“ – am Jahresende ein grandioses Comeback feiern?

Im Falle eines positiv verlaufenen Januars im Dow Jones Index hätte eine Wahrscheinlichkeit von 83% bestanden, dass das Jahr ebenfalls positiv verläuft.  Hingegen führte ein Negativ-Wert im Januar  in nur 26 von 41 Fällen zu einem Minusjahr im Dow Jones Index. Somit beträgt die Wahrscheinlichkeit für ein Minusjahr nach einem negativen Januar 63,4%. An dieser Stelle könnte man stoppen und feststellen, dass ein negativer Januar lediglich einen kleinen Bias in Richtung Negativjahr bringt.

Doch der Niederschlag war kein laues Lüftchen. Der Aktienmarkt wurde empfindlich getroffen. Was also geschieht, wenn der Dow Jones Index ziemlich weit links im Bereich der Normalverteilung endet (gelber Kreis folgender Chart), also schwächer als minus 4 Prozent?

Seit 1927 wurden 14 solcher Ergebnisse gezählt. Seit 1900 waren es insgesamt 17.

Schaut man sich den Durchschnittsverlauf von Jahren an, in denen der Januar sehr schwach war (Schwäche größer als 4%), dann ergibt sich das folgende Muster.

Berücksichtigt wurden 16 Jahresverläufe. Der bisherige Verlauf des Jahres 2014 ist separat dargestellt. Alle 16 Jahre zusammengenommen zeigen einen Hang zum Verbleib auf der Minusseite. Genauer gesagt: Falls der Dow Jones Index im Januar 4% oder mehr verliert, beträgt das Jahresminus durchschnittlich 8%.

Nun hat es wenig Sinn, sich allein auf einen Durchschnittsverlauf zu verlassen. Man sollte einen Blick auf die Einzeljahresverläufe werfen.

Nur 3 dieser 16 Verläufe endeten im Plus: 2009, 1970 und 1968. Diese Verläufe sind etwas dicker dargestellt. Zudem haben wir sie mit Pfeilen markiert. 2009 war eines der größten Comebackjahre der Aktienmärkte nach einer tiefen Rezession. Eine solche Situation liegt aktuell nicht vor. 1968 und 1970 betrug das Jahresplus jeweils etwa 4%.

Selbst unter der optimistischen Annahme, dass die Jahre 1968 und 1970 repliziert werden könnten, wäre in diesem Jahr maximal ein einstelliges Plus für den Dow Jones Index zu erwarten. Die größere Wahrscheinlichkeit liegt auf der Negativseite: Bei tiefen Januar-Korrekturen wie aktuell beträgt die Wahrscheinlichkeit für ein Negativjahr etwa 80 Prozent.

Fazit: Im „Rumble in the Jungle“ (1974) besiegte Muhammad Ali George Foreman gegen alle Wahrscheinlichkeiten. Kann der Dow den „Ali auspacken“? Das ist zu bezweifeln. Der Januar-Knock-Out bedeutet für den Jahresverlauf des Dow Jones Index ein Negativzeichen. Ein Minusjahr 2014 wäre jetzt normal, ein schwaches Plus-Jahr könnte bei optimalen Bedingungen herauskommen. Erwerben Sie unseren Jahresausblick (mehr als 100 Seiten, mehr als 100 Charts) unter www.wellenreiter-invest.de.
Robert Rethfeld – Wellenreiter-Invest

 

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