Janet Yellens verrückter russischer „Guru“

9. April 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Wo sollte der Goldpreis stehen? In Bezug auf die Kaufkraft wurde berechnet, dass eine Feinunze Gold zwischen 800 und 1.200 Dollar je Unze stehen sollte. Es gibt dunkle Wolken über dem Finanzsystem der Welt. Gold ist die logische Absicherung…

Man kann Gold nicht für 800 Dollar kaufen, zum Teil weil so viele Menschen den Sturm sehen. Sobald der Sturm da ist, könnte man froh sein, wenn man überhaupt gekauft hat, zu jedem Preis. Aber die schockierende Nachricht ist, dass Janet Yellen zugegeben hat, dass sie eine Anhängerin des späten Yuri Pavlovovich ist.

Wer ist Juri Pavlovovich?

Nicht viele Menschen erinnern sich an ihn. Er ist der Gründer einer Wirtschaftsschule, welche ihr obskures Hoch in den 1970ern erreichte und dann in den 1980ern größtenteils in Vergessenheit geriet. Er war ein junger Mann, als die Bolschewistische Revolution Russland erschütterte. Er war gerissen genug, zu merken, woher der Wind wehte.

Er wurde unter Lenin Vorsitzender des Wirtschaftskomitees der Sowjets. Er war damals mit einer Ukrainerin, Sonja Denisovak, verheiratet, welche Volkswirtin war und später selber einflussreich wurde. Das Problem für Denisovak war, wie später herausgefunden würde, dass sie eine leidenschaftliche Verteidigerin der lokalen Sprachen war. In den 1930ern kritisierte sie Stalin offen für seine Versuche, die regionalen Kulturen und mundartlichen Sprachen zu zerstören. Ihr wurden Verbrechen gegen das Volk vorgeworfen…sie wurde nach Sibirien geschickt und man hörte danach nichts mehr von ihr. (Selbst trotz seines herausragenden Postens konnte Pavlovovich sie nicht retten.)

Das zentrale Konzept seiner Gedanken war, dass Leute das tun, was ihnen gesagt wird. Wenige Leute sind originelle Denker. Wenige sind bereit, Autorität nicht anzuerkenen. Seiner Ansicht nach ist es Aufgabe eines Herrschers, die menschlichen Handlungen in einer Weise zu lenken, die nützlich ist. Die Leute könnte dazu gebracht werden, viele unterschiedliche Dinge zu tun. Die Herausforderung für die Elite sei es, herauszufinden, welche Handlungen für die Bürger am sinnvollsten wären…und für sich selber.

„Die Politik sollte die Menschen das tun lassen, was sie tun sollten“, war ein berühmtes Zitat von ihm. „Gebt ihnen eine Flasche Wodka oder sieben Jahre im Gulag. Das wird ihre Gedanken bessern“, ein weiteres.

Leider für Pavlovovich scheint Stalin seine Gedanken während des Zweiten Weltkriegs in der Form geändert zu haben, dass er diese Ideen nicht mehr benötigte. Im Winter 1941 transferierte Stalin Pavlovovich nach Weißrussland, um dort eine Untersuchung über die Einstellung der deutschen Invasionstruppen gegenüber der sowjetischen Wirtschaft durchzuführen. Er sollte Nazis interviewen, was sich als äußerst riskant erwies. Denn er wurde als Agent enttarnt und erschossen.

Sein Werk wurde dennoch einflussreicher. Ich dachte, ich hatte davon sinngemäß etwas in der jüngsten Rede von Yellen gehört. Sie sagte sinngemäß und ein bisschen von mir ausgeschmückt bzw. meiner Phantasie zu verdanken, dass wir „als moderne Ökonomen alte Probleme mit neuer Energie und Entschlossenheit angehen müssen. Trotz allem, was man gehört hat, reagiert die Wirtschaft nicht auf unsere Maßnahmen in dem Umfang, wie wir es gehofft haben. Obwohl wir in einigen Gebieten Fortschritte machen, war der Fortschritt in anderen langsam…oder sogar negativ.“

Ich spreche von zwei Schlüssel-Gebieten. Zunächst war der Anstieg des Verbrauchervertrauens extrem niedrig. Wir wissen, dass dies gefährlich ist. Wenn die Preise nicht in einem regelmäßigen Pfad ansteigen, dann könnten die Konsumenten sich dazu entschließen, ihr Geld zu sparen, statt des auszugeben. Dies hätte ernsthafte Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Die Konsumausgaben sinken. Der Einzelhandel schwächelt. Die Einkommen fallen. Und letztlich fällt auch die Beschäftigtenzahl.

Dies ist offensichtlich keine gute Sache.“ Und wir können es deutlich verstehen, dass dies das Ergebnis davon ist, dass die Leute nicht das tun, was sie tun sollten. Diese deflationäre Tendenz verstärkt sich selbst. Wenn die Konsumausgaben und Einkommen sinken, dann kürzen die Unternehmen ihren Output noch stärker, in Antizipation niedrigerer Umsätze.

Dies wiederum senkt die Konsumausgaben weiter, was wiederum den Druck auf die Konsumentenpreise erhöht. In einigen Fällen können die Preise für Güter und Dienstleistungen sinken. Obwohl man denken könnte, dass dies einem mehr Gegenwert für sein Geld gibt, haben wir bestimmt, dass fallende Preise extrem schädlich sind für eine ordentlich funktionierende Volkswirtschaft. Deshalb müssen wir versuchen, eine Deflation auf Konsumentenpreisebene um jeden Preis zu vermeiden.“

Sie denken wahrscheinlich, dass dies nur Gerede ist… das alte Blabla. Aber das ist es nicht. Wir sind prinzipiell an menschlichen Handlungen interessiert… und daran, unsere Mitbürger so zu leiten, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen.

Jetzt arbeite ich zusammen mit meinen Kollegen bei den anderen Zentralbanken überall auf dem Planeten, und wir haben den Regierungen und den Konsumenten geholfen, die Schulden um 30 Billionen Dollar zu erhöhen. Ich bin stolz darauf, dass wir unseren Anteil an diesem neuen Schuldenanstieg haben.

Sie mögen 30 Billionen Dollar zusätzliche Schulden als Last oder Belästigung betrachten. Aber wir Volkswirte haben das ausführlich studiert. Mehr Geld – nicht basierend auf Ersparnissen, sondern von Regierungen und Banken aus dem Nichts geschaffen – erhöht die Geldmenge. Mehr Geld im Umlauf erhöht das allgemeine Preisniveau, und das wollen wir als erstes.

Sie sehen also, dass höhere Schulden und höhere Inflation gute Dinge sind. Sie sollten glücklich sein, das zu haben. Und sie sollten ihren Zentralbankern danken, dass sie das ermöglichen.

Eine weitere Sache, die wir letztens für Sie getan haben, ist, dass wir ihnen stabile Märkte gegeben haben. Ich kenne einige Leute, die diesem Punkt widersprechen. Sie werden den Crash von 1987 erwähnen, das Platzen der Internetblase und den Crash des Jahres 2008. Abe sie sollten sich daran erinnern, dass es – seit wir diesen Job erledigen – viele Jahre ohne Markt-Crash gab. Und so wie ich das sehe, je mehr Kredite im System sind, desto unwahrscheinlicher ist ein Crash.

Die Leute machen Fehler. Natürlich nicht Zentralbanker. Aber normale Menschen wie Sie. Sie machen vielleicht Fehler mit Ihren Investments, mit Ihren Geschäften, vielleicht sogar mit Ihrem Privatleben. Wir können nichts gegen Ihre privaten Probleme tun, aber im Geschäft und beim Investieren können wir Ihnen helfen, indem wir Ihnen direkt sagen, was Sie tun sollten.“ „Wenn Sie wollen, dass diese Wirtschaft wächst, dann gehen Sie raus und geben Sie Geld aus. Wenn Sie kein Geld haben, leihen Sie sich welches. Wir werden helfen, indem wir die Zinsen auf lächerlich niedriges Niveau senken… und die Aktienkurse himmelhoch steigen lassen werden.

Und wenn das nicht funktioniert, dann werden wir einen robusteren Plan in Aktion bringen. Alle Einzelhändler werden dazu gezwungen, ihre Preise pro Jahr um mindestens 2% zu erhöhen. Mindestens.

Und das wäre nur der Beginn. Um die Arbeitslosigkeit zu senken, werden alle Arbeitgeber gesetzlich dazu gezwungen werden, jeden Monat eine weitere Person einzustellen.

Und wir werden Wachstum haben – selbst über Leichen.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Janet Yellens verrückter russischer „Guru“(von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

Ein Kommentar auf "Janet Yellens verrückter russischer „Guru“"

  1. Michael sagt:

    Daher weht der Wind – Interessant. Puppenküche :).

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