Janet Yellen: Glücksfall für Goldanleger, Desaster für die Welt

22. Februar 2014 | Kategorie: Gäste

von Claus Vogt

Mit unserem Buch „Das Greenspan Dossier – wie die US-Notenbank das Weltwährungssystem gefährdet“, haben Roland Leuschel und ich uns bereits zu einer Zeit als Kritiker des zeitgenössischen Zentralbankunwesens hervorgetan, als Greenspan und Konsorten noch als vollkommen sakrosankt galten…

…und in den für die Massenverdummung konzipierten Medien stets als omnipotente und allwissende Halbgötter verehrt wurden.

Diesen Kampf setzen wir jetzt im Rahmen unseres Börsenbriefs Krisensicher Investieren mit unvermindertem Elan fort und zeigen Ihnen, wie Sie sich vor den Folgen dieser Politik schützen können.

Seit den Tagen des großen geldpolitischen Scharlatans Alan Greenspan ist die Zentralbankpropaganda zwar etwas verhaltener geworden, aber sie wird weiterhin flächendeckend gesendet und gedruckt. Echte Zentralbankkritiker kommen in der öffentlichen Diskussion fast nicht zu Wort. Wenn doch, dann werden sie mit völlig unsachlichen Mitteln mundtot gemacht.

Wer es beispielsweise wagt, Mario Draghi, die EZB und das ökonomisch schwachsinnige Konzept des Euro zu kritisieren, wird kurzerhand als Anti-Europäer verunglimpft und in die rechte Ecke gestellt. Klassisch-liberale Positionen gelten in Zeiten der Großen sozialistischen Koalition Deutschlands, die mich unwillkürlich an die Zeiten der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands erinnert, also als rechts, das heißt als anti-liberal. Wer hätte gedacht, dass es ausgerechnet in einer Demokratie dazu kommen kann, die Begriffe in ihr glattes Gegenteil zu verkehren. Um das zu erreichen, mussten die Tyrannen früherer Zeiten brutale Gewalt anwenden, Scheiterhaufen befeuern und Gulags errichten. Aus diesem Blickwinkel betrachtet scheint Fortschritt lediglich zu bedeuten, barbarische Ziele mit gewaltfreien Methoden zu erzwingen. Schöne neue Welt.

Neues Kapitel im Drama des Zentralbankunwesens

Im Drama des Zentralbankunwesens wurde mit Janet Yellen, der Nachfolgerin von Ben Bernanke auf dem Chefsessel der mächtigsten Gelddruckerbande der Welt, der US-Federal Reserve Bank (Fed), ein neues Kapitel aufgeschlagen. Yellen tritt ein schweres Erbe an, um das ich sie wahrlich nicht beneide. Ihr Vorgänger hat mit Unterstützung seiner internationalen Bandenmitglieder das wohl größte geldpolitische Experiment, den größten geldpolitischen Raubzug aller Zeiten initiiert, dem er den pompösen Namen „Quantitative Easing“ gegeben hat.

Wenn Menschen sich bewusst unverständlich ausdrücken, dann wollen sie sich damit entweder interessant machen, oder sie möchten etwas verbergen. Im Fall Bernankes war sicherlich Letzteres die Triebfeder. Er wollte mit seiner Wortwahl verschleiern, dass er lediglich die Absicht hatte, dem alten Konzept Staatsfinanzierung mit Hilfe der Gelddruckmaschine zu einer Renaissance zu verhelfen.

Nun besagen Theorie und Praxis aber, dass das Konzept Staatsfinanzierung mit Hilfe der Gelddruckmaschine keinen Wohlstand schafft, sondern Wohlstand vernichtet und extrem ungerechte Umverteilungsprozesse von unten nach oben in Gang setzt. Weil das so ist, hatte die von der Bundesbank beratene deutsche Regierung im Vorfeld der Euro-Einführung dafür gesorgt, dass diese Vorgehensweise der Europäischen Zentralbank untersagt, das heißt verboten wurde.

Warum die deutschen Verfassungsrichter jetzt nicht den Mut aufbrachten, dieses glasklare Verbot ohne Wenn und Aber zu bestätigen, und stattdessen Feigheit vor dem Feinde demonstriert haben und damit auf Zeit spielen, kann ich nicht nachvollziehen. Sie mögen zwar im Namen des Volkes urteilen, seine Interessen vertreten beziehungsweise wahren sie mit dieser Entscheidung aber nicht. Sie mögen sich mit diesem Urteil salomonisch fühlen. Für mich ist es aber ebenso wie die von der Bundesregierung zu verantwortenden Maßnahmen der „Euro-Rettung“ ein Fall von Hochverrat, also der Versuch, die verfassungsmäßige Ordnung des Staates zu zerstören… (Seite 2)

 

Seiten: 1 2

7 Kommentare auf "Janet Yellen: Glücksfall für Goldanleger, Desaster für die Welt"

  1. cubus53 sagt:

    Unser Geldsystem wird nicht wegen Frau Yellen oder Herrn Draghi scheitern, auch nicht wegen des Euro. Das System scheitert am Konstrukt, das unserem Geld zugrunde liegt. Die Leser dieser Seite sollten genug darüber wissen, und ich spare mir weitere Details.

    Man müsste ein neues Geldsystem erschaffen. So müsste die Geldmenge durch Sicherheiten wie natürliche oder vom Menschen geschaffene Ressourcen gedeckt sein. Das hätte den Nachteil, dass die riesigen Profite, die Banken heute aus dem Nichts erschaffen, wegfallen würden. Die vielen Gekkos auf dieser Welt werden dieses Geschäft aber nicht aus der Hand geben.

    Wie also kann eine Veränderung global möglich werden ? Wohl nur über den völligen Zusammenbruch des Finanzsystems. Der wird kommen, die Frage ist nur wann.

    Die Notenbanken versuchen derweil, diesen Zusammenbruch in die Zukunft zu schieben. Einerseits kann ich das nachvollziehen, denn dieser Zusammenbruch wird für uns alle sehr unangenehm werden, anderseits wird der Zusammenbruch umso schlimmer, je länger er künstlich verzögert wird.

  2. bluestar sagt:

    „Warum die deutschen Verfassungsrichter nicht den Mut aufbrachten“…
    Weil sie mittlerweile Teil dieses verkommenen Systems sind. Es soll ja noch Leute geben, die von einer funktionierenden Gewaltenteilung träumten, nun kam der Tag der Wahrheit.
    Dieser Staat hat mit freiheitlich-demokratischer Ordnung genauso viel zu tun wie die DDR mit demokratisch. Damals wurden bürgerlich-liberale und kritische Positionen von den herrschenden Bonzen und deren Medien genauso gefürchtet und diffamiert wie heute.
    Herzlich willkommen im vormundschaftlichen Überwachungsstaat Nr.2.

  3. MARKT sagt:

    „Man müsste ein neues Geldsystem erschaffen“
    Brauchen wir tatsächlich Geld?

    • cubus53 sagt:

      Hallo MARKT,
      wir werden ohne Geld nicht auskommen. Wenn ich vom Bäcker Brot haben will, werde ich nicht immer das passende Tauschobjekt parat haben, weder bezüglich der Sache noch bezüglich des Gegenwerts.

      Es darf nicht mehr möglich sein, neues Geld einfach durch neue Schulden zu erzeugen. Das Geld muss immer durch etwas „reales“ gedeckt sein. Heute kann man Geld einfach durch einen Buchungssatz erzeugen. Linke Seite : Geld, rechte Seite : Schulden.

      Selbst diese Buchung wäre erst mal in Ordnung, wenn die erzeugten Schulden irgendwann beglichen werden. Werden sie aber nicht. So stehen den Waren, die wir produzieren und ins Ausland verkaufen, nur Schulden der Käuferländer gegenüber (Ausnahmen bestätigen die Regel). Diese Schulden können aber von den Käufern nie bezahlt werden, d.h. unser Exportüberschuss zeigt lediglich an, dass wir umsonst malochen.

      Sollte sich der Zahlungsausfall der Käufer einmal bestätigen, werden diese Käufer umgehend mit neuen Rettungspaketen (= neue Schulden) versorgt. Dieser Irrsinn wird uns irgendwann um die Ohren fliegen.

  4. bluestar sagt:

    @cubus55
    „Unser Exportüberschuss zeigt lediglich an, dass wir umsonst malochen“.
    Es gibt kein wir, sondern immer Profiteure und Verlierer, auch unter den Deutschen.
    Verlierer sind alle arbeitenden Landsleute , die mit ihren vom Staat erpressten Steuern und einem um mindestens 20% zu schwachen Euro die gesamte Exportoligarchie und Finanzmogule subventionieren.
    Verdeckt versteht sich, über niemals rückzahlbare Kredite an Pleiteländer.
    Natürlich fliegt uns das als deutsche Spitzen-Steuerzahler um die Ohren, aber nicht heute und morgen, dafür gibt es Verblödung 24 Stunden, Hartz4. und Nebelkerzen in Form von Neiddebatten gegen sogenannte „Reiche“ und „Steuersünder“. Das hält die ahnungslose Masse ruhig und satt, so kann man am besten agieren.
    Die Profiteure lecken schon jetzt wieder gierig Blut mit dem Gedanken an die Ukraine.
    Neue billigste Arbeitskräfte und über EU-Kredite finanzierter Konsum sichert beste Profite für die Multis. Und natürlich gibt es noch den amerikanischen Hunger auf russlandnahe Raketenbasen. Darum, und nur darum geht es.
    Dafür werden dann eine wirtschaftskriminelle Frau mit ergaunertem Milliardenvermögen, radikalste Kräfte sowie der Mob dem dummen Deutschen Steuerzahler als demokratische Opposition gegen einen Despoten ( der 2010 in vom Westen anerkannten Wahlen direkt vom Volk gewählt wurde) unaufhörlich in den Medien verkauft. Schließlich muss für die Arbeit dieser gottähnlichen Helden der Freiheit ja in Kürze der Scheck in Milliardenhöhe ausgestellt werden.
    Aber eigentlich ist auch nichts anderes zu erwarten. In einem Land wo liberales Gedankengut mittlerweile als „Rechts“ abgestempelt wird, man sich widerstandslos von seiner Besatzungsmacht ( die weiterhin auf deutschem Boden Atomraketen lagert ) ausspionieren lässt, wo der gescheiterte Spaltpilz Euro als alternativloser Friedensgarant gehuldigt wird, demokratisch nicht legitimierte EU-Gremien und Finanz-Moloche über unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder irreparabel entscheiden, wo Ergebnisse von Volksentscheidungen in der Schweiz diffamiert werden, in einem solchen Land werden alle aufrechten Demokraten und freiheitlich-liberalen Kräfte (also eine Minderheit) die Feinde und Verfolgten von morgen sein.

    • cubus53 sagt:

      Hallo bluestar,
      sehr guter Text ! Um auf das Ausgangsthema von Herrn Vogt zurückzukommen, bringe ich wie gesagt auch Verständnis für die Führer der Notenbanken auf. Die Aussage der Notenbanken, unser Geldsystem müsse reformiert werden, käme doch einer globalen Kriegserklärung gleich. Eventuell würde China den USA den Krieg erklären und die Billionen an Dollar-Devisen nun auf diese Weise in Sachwerte umwandeln. Es hat also für uns alle auch etwas Gutes, wenn stattdessen die Gelddruckmaschine angeworfen wird. Auf diese Weise verhelfen uns die Notenbanken zu ein paar zusätzlichen Lebenstagen mit „comfort feeling“ vor dem grossen Knall.

  5. bluestar sagt:

    @cubus53
    Ja, es wird Zeit gekauft, der Knall so richtig aufgepumpt.
    Letztendlich wird der Tag der Wahrheit kommen, wahrscheinlich wenn keiner damit rechnet.
    Das Urteil nachfolgender Generationen über uns wird wohl vernichtend ausfallen.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.