Jammern hilft nicht…

26. März 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas Hoose

Unsere Welt gerät aus den Fugen. Wenn wir die drängendsten Probleme unserer Zeit lösen wollen, werden wir um drei zentrale Erkenntnisse nicht herumkommen…

“Von mir aus können wir jetzt die Welt retten. Ich bin wach, angezogen und habe auch ein paar Brote für unterwegs geschmiert”. Diesen Satz habe ich kürzlich auf einer Ansichtskarte gelesen. Was sich so spaßig anhört, das entpuppt sich bei näherem Nachdenken als eine Botschaft, die man gerade zu Ostern einmal verinnerlichen könnte.

Denn dass unsere Welt immer mehr aus den Fugen gerät, das lässt sich mittlerweile kaum noch übersehen. Rettung tut Not. Doch woher sollte sie kommen? Tatsächlich sind die aktuellen Krisenherde derart vielschichtig und komplex, wirken dabei gleichzeitig derart bedrohlich, dass man geneigt ist, am liebsten alles auszublenden.

Doch wie üblich dürfte dies die schlechteste aller Alternativen sein. Wir werden uns den Problemen schon stellen müssen. Mit ein paar geschmierten Broten wird es dabei allerdings nicht getan sein. Wenn sich in den kommenden Jahren wirklich etwas ändern soll, dann werden wir meiner persönlichen Einschätzung nach um drei zentrale Erkenntnisse nicht herumkommen.

Erstens:

Diejenigen Politiker, die jetzt mit Blick auf den islamistischen Terror angeblich um unsere Sicherheit besorgt sind, das sind die gleichen Politiker, die diesen Terror zu verantworten haben.

In einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 27. März 2003 heißt es dazu:

„Noch klarer als bisher hat CDU-Chefin Angela Merkel ihre Unterstützung für die Vereinigten Staaten und Großbritannien herausgestellt. Der Angriff auf den Irak sei eine unumgängliche Schadensbegrenzung“.

Was aus der von Angela Merkel postulierten „unumgänglichen Schadensbegrenzung“ geworden ist, das lässt sich heute im gesamten Nahen Osten begutachten: Die US- und NATO-Politik der vergangenen 20 Jahre hat unter tätiger Mithilfe der Bundesregierung die gesamte Region in Brand gesteckt. Wo nach offizieller Lesart „Demokratie, Menschenrechte und westliche Werte“ herbeigebombt wurden, da herrschen heute Krieg, Chaos, Vertreibung und unendliches Leid für Millionen Menschen.

Die beispiellose Flüchtlingsflut unserer Tage ist nichts anderes als eine direkte Folge dieser Politik.

Gleiches gilt für die Terroranschläge in Paris und Brüssel, denn ohne die westliche Unterstützung des saudi-arabischen Mörderregimes und ohne deutsche Waffenlieferungen in die Region hätte es den kometenhaften Aufstieg des Islamischen Staates nie gegeben.

Daraus folgt: Jene Gestalten, die heute mit betretener Mine in die Kameras blicken und die Opfer des islamistischen Terrors betrauern, sind die eigentlichen Urheber dieses Terrors.

Zweitens:

Die wichtigsten Medien in ganz Europa decken diese Politik. Diese Aussage ist mittlerweile so offensichtlich, dass man sich weitere Ausführungen sparen kann. Ein Blick in eine abendliche Nachrichtensendung oder in eine der allgegenwärtigen TV-Talkrunden genügt, um das Gesagte nachzuvollziehen.

Wundern muss man sich darüber nicht: Wo Journalisten die aktive Unterstützung des transatlantischen Bündnisses mit ihrer Unterschrift bestätigen müssen, da kann man keine unabhängige Berichterstattung erwarten.

Und drittens:

Die Politik des billigen Geldes und der Niedrigzinsen stößt erkennbar an ihre Grenzen. Die Notenbanken sind mit ihrem Latein am Ende. Dieser Punkt ist vielleicht der schwerwiegendste von allen, weil die Folgen eines kollabierenden Geldsystems das Leben der meisten Menschen auf dem gesamten Planeten bedroht.

Zusammengenommen haben wir es mit drei zentralen Krisenherden zu tun, deren Lösung unsere Zukunft maßgeblich entscheiden werden:

Einer verlogenen Politik, korrupten und abhängigen Medien und einem aus dem Ruder laufenden Geldsystem. Fatal ist, dass alle drei Problemfelder miteinander verknüpft sind, und sich so gegenseitig verstärken.

Eine Lösung kann es meiner Einschätzung nach nur geben, wenn diese Zusammenhänge beim Namen genannt und einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Hier kann jeder Einzelne im Rahmen seiner Möglichkeiten einen Beitrag leisten.

Die alles entscheidende Aufgabe wird jedoch darin bestehen, Geldsystemalternativen zu entwickeln, BEVOR die Probleme unbeherrschbar werden. Denn hier liegt der Kern der ganzen Misere. Es gibt hier auch einige sinnvolle Ansätze, die jedoch im Dornröschenschlaf vor sich hinschlummern.

Denken Sie etwa an Naturgeldmodelle, wie Gradido, die Schweizer Vollgeld-Initiative oder diverse Regionalgeldangebote. Kaum jemand interessiert sich hierfür. Gar nicht zu reden von einer dringend notwendigen Abschaffung der Zentralbanken. Gerade dieser Punkt erscheint vielen als Sakrileg, dabei wird das umfassende Versagen dieser Institutionen immer offensichtlicher.

Den Menschen scheint der Ernst der Lage immer noch nicht bewusst zu sein. Vermutlich ist der Leidensdruck noch nicht groß genug. Man kann nur hoffen, das sich das ändert. Denn wenn wir warten, bis uns das aktuelle Schuldgeldsystem um die Ohren fliegt, ist es zu spät: Vor unseren Augen zieht gerade eine Krise herauf, die das Potential hat, alles in den Schatten zu stellen, was derzeit vorstellbar erscheint.

Deshalb hilft es uns auch nicht weiter, wenn die aktuellen Schwierigkeiten in epischer Breite beklagt werden, wie das derzeit auf vielen Kommentarseiten im Internet geschieht. Wir brauchen Lösungen, und zwar dringend – keine Anklageschriften. In diesem Sinne wünschen wir allen unseren Lesern frohe Osterfeiertage!
Andreas Hoose – Antizyklicher Börsenbrief

 

3 Kommentare auf "Jammern hilft nicht…"

  1. Skyjumper sagt:

    „Wir brauchen Lösungen, und zwar dringend – keine Anklageschriften.“

    Das stimmt leider nicht. Die Lösungen liegen auf der Hand, es gibt derzeit nur keine Bereitschaft diese auch umzusetzen. Und eigentlich hat der Autor das auch schon selbst erkannt, denn die mangelnde Bereitschaft liegt schlicht und ergreifend daran:

    „Den Menschen scheint der Ernst der Lage immer noch nicht bewusst zu sein. Vermutlich ist der Leidensdruck noch nicht groß genug.“

    Und von daher wird man wieder und wieder und wieder die ewig gleichen Anklageschriften formulieren und veröffentlichen müssen. In der kleinen Hoffnung dass den Menschen, bzw. den Wählern, der Ernst der Situation vielleicht doch noch bewußt wird bevor uns das System implodiert. Allerdings haben auch diejenigen die diese Klageschriften verfassen durchaus unterschiedliche Auffassungen. Das zeigt sich z.B. daran, dass ich das folgende Zitat hinsichtlich der implizierten Lösungsreihenfolge kein bißchen unterstützen kann:

    „Die alles entscheidende Aufgabe wird jedoch darin bestehen, Geldsystemalternativen zu entwickeln,……“

    Nein. Die alles endscheidene Aufgabe besteht darin die verlogene Politik aus den Ämtern zu fegen, die „gutmenschen“ NGO’s, die immer noch glauben das alles was wünschenswert ist auch machbar sei, wieder einzufangen, und last not least eine Verzichtsbereitschaft zu entwickeln. Denn unser aktuelles Wohlstandsniveau ist auf Kredit gelebt.
    Erst wenn das geschafft ist besteht überhaupt eine Chance eine Alternative zum aktuellen Geldsystem einzuführen. So das dann denn überhaupt noch nötig ist. Denn so schlecht ist es gar nicht. Es wird „nur“ missbraucht.

  2. Lickneeson sagt:

    „Diejenigen Politiker, die jetzt mit Blick auf den islamistischen Terror angeblich um unsere Sicherheit besorgt sind, das sind die gleichen Politiker, die diesen Terror zu verantworten haben.“

    Sorry, aber das ist nur ein Teil der Wahrheit und trifft sicher nicht auf alle zu. Die egoistische und national ausgerichtete “ Aussenpolitik“ vor allem der USA hat sicher auf dem Planeten einige Dynamitstangen angezündet. Die peinliche Begründung von Colin Powell vor der UNO warum der Irak nun Ziel einer militärischen Intervention werde haben wohl alle noch vor Augen. Aber:

    Ein angegriffenes Land darf, soll und muss sich verteidigen dürfen. Das der Irak nicht gegen die USA loszieht versteht sich von selbst, also setzt man auf terroristische „Nadelstiche“. Wenn aber aus einer Verteidigung ein pseudoreligiöser Nihilismus wird ist mein „Verständnis“ für Terrorismus vorbei. Falls man für soetwas überhaupt Verständnis haben darf. Nein, Donald Trump hat das Verhalten schon realistisch beschrieben. “ Das sind kranke Arschlöcher…“ oder so ähnlich. Und wenn wir uns Äusserungen und Verhalten unserer sogenannten Gefährder in Deutschland anschauen, liegt der gute Donald gar nicht so falsch.

    Meiner Meinung nach ist das Hauptproblem des Nahen Ostens nicht ein Krieg mit den USA, sondern die Rolle, die sie ihrem Erzfeind mantraartig zuweisen. Die USA sind der Satan. Das kann man aus politischen oder religiösen Gründen so sehen, aber es reicht nicht um das eigene Land, die ganze Region zu entwickeln. Hass ist immer ein schlechter Ratgeber. Er macht blind und taub und selbstgerecht. Der nahe Osten verstrickt sich leider immer mehr in fanatischen Religionsstreitigkeiten auch und vor allem untereinander. Hier werden weitere Jahrzehnte sinnlos mit Massakern und Polemik verschwendet, während sich Teile der Bevölkerung abkehren, vom eigenen Land und vielleicht vom Glauben. Und das wird die Lösung sein. Die eigene Bevölkerung muss aufstehen.

    „Die wichtigsten Medien in ganz Europa decken diese Politik.“

    Naja.

    „Die Politik des billigen Geldes und der Niedrigzinsen stößt erkennbar an ihre Grenzen. Die Notenbanken sind mit ihrem Latein am Ende. Dieser Punkt ist vielleicht der schwerwiegendste von allen, weil die Folgen eines kollabierenden Geldsystems das Leben der meisten Menschen auf dem gesamten Planeten bedroht.“

    Ja, die Grenzen sind in Sichtweite. Aber sie werden erstmal weiterwurschteln, weil sie nicht wissen was sie sonst tun sollen. Das Schwerwiegendste wird sein, das keiner weiss was dann auf uns alle zukommt. Für ein kollabierendes Weltfinanzsystem gibt es sicher keinen „geeigneten “ Zeitpunkt, aber momentan wäre es mehr als ungeeignet.

    MfG

  3. FDominicus sagt:

    „Einer verlogenen Politik, korrupten und abhängigen Medien und einem aus dem Ruder laufenden Geldsystem. Fatal ist, dass alle drei Problemfelder miteinander verknüpft sind, und sich so gegenseitig verstärken.“

    Von meiner Sichtweise aus, wollen es nicht nur die Deutschen so. Eine verlogene Politik. Dem widersprechen auch nicht die Erfolge der AfD. Denn auch will das zentrale Thema nicht angehen oder zumindest mit den gleichen Mitteln wie bisher. Keine Rede davon die Zentralbanken zu entmachten sondern der tolle Vorschlag statt einer Zentralbank wieder mehrere zu haben (oder zumindest eine eigene für Deutschland). Die Empörung über die korrupten Medien läuft auf Sparflamme. Wo war denn der große Aufschrei als das Bundesverwaltungsgericht entschied, daß mit der Rundfunkabgabe pro Haushalt geht schon in Ordnung.

    Wo war der große Aufschrei als Maas die Zensur auf Facebook forderte. Und wo sind die Anmerkungen zu http://www.neuemedienmacher.de/?

    Das zentrale Problem – unser Zahlungsmittelsystem will keine der aktuellen Parteien angehen. Auch nicht die AfD, diejenigen die es wollen werden als „Spinner“ abgetan.

    Die Zentralbanken begehen auch dengleichen Fehler wie vor der Weltwirtschaftskrise. Wer kann am schnellsten abwerten? Gerade das ist ja heutzutage gar kein Problem mehr, ein paar Mrd mal eben aus dem Nichts schaffen, kann jede Zentralbank und jede macht es!

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