James Turk: „Entscheidend ist das Eigentum“

19. Oktober 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Smart Investor sprach mit dem Gründer von Goldmoney, James Turk, über das Adressenausfallrisiko von Banken, die Unterschiede zwischen „Papiergold“ und physischem Metall sowie die besten Lagermöglichkeiten für letzteres…

Smart Investor: Mr. Turk, lassen sie uns über den Kauf von physischem Gold sprechen. Was gilt es hierbei zu beachten?

Turk: Es gibt nur zwei Wege physisches Gold zu kaufen. Entweder man kauft es und lagert es selbst oder man kauft es und lagert es bei jemand anderem. Ganz offensichtlich ist das Schlüsselwort „lagern“. Es ist ein essentieller Teil des Erwerbs von physischen Metallen.

Smart Investor: Wäre es dann nicht viel einfacher „Papiergold“ zu kaufen – beispielsweise einen ETF? Dann muss ich mir schließlich keine Sorgen um die Lagerung machen…

Turk: Zunächst einmal sollte man sich fragen, weshalb will ich eigentlich Gold kaufen. Wer als professioneller Trader oder Spekulant einfach von den Bewegungen des Goldpreis profitieren will, der wird mit ETFs, Optionen, Terminkontrakten oder anderem Papiergold völlig zufrieden sein. Wer aber Gold wegen seiner einzigartigen Eigenschaften als „sicherer Hafen“ kaufen will, der muss das Gold physisch erwerben.

Es besteht ein fundamentaler Unterschied zwischen Papiergold und dem physischen Metall: ersteres ist ein reiner Finanzwert, letztes hingegen ein realer Vermögenswert. Daraus folgt, dass Papiergold ein Emittentenausfallrisiko besitzt. Sein Wert basiert auf dem Versprechen einer Person oder eines Unternehmens und hängt am Ende von der Bilanz des betreffenden ab. Im Endeffekt ist Papiergold also nur dann etwas wert, wenn der Emittent willens und in der Lage ist, sein Versprechen zu erfüllen.

Physisches Gold hingegen ist etwas völlig anderes. Als realer Vermögenswert hängt es nicht von einem Versprechen Dritter ab, sondern sein Wert liegt in ihm selbst.

Smart Investor: Der Unterschied ist einleuchtend. Wenn ich aber Gold über „GoldMoney“ kaufe, dann besitze ich es nicht – ist es damit nicht so etwas wie Papiergold?

Turk: Nein, denn entscheidend ist das Eigentum, nicht der Besitz. Um das zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen: Denken Sie beispielsweise an ein Bankkonto. Wird dort Geld deponiert, so geht das Eigentum an diesem Geld an die Bank über. Der Kontoinhaber erhält dafür einen Beweis, dass die Bank ihm die betreffende Summe schuldet. Das kann ein Sparbuch oder ein Kontoauszug sein – je nachdem um was für eine Art Konto es sich handelt.

Goldmoney hingegen funktioniert anders. Wir lagern nur die Edelmetalle für unsere Kunden. Diese mögen zwar nicht im direkten Besitz des Golds sein, es ist und bleibt aber ihr Eigentum. Um diesen Punkt zu verdeutlichen: Eine Bank kann das Geld, welches sich auf ihrem Bankkonto befindet, an eine dritte Partei verleihen. Ein solches Verhalten wäre bei Goldmoney ausgeschlossen. Auch bleibt das eingelagerte Gold der Kunden natürlich völlig unberührt, sollte Goldmoney aus irgendeinem Grund seine Geschäftstätigkeit einstellen.

Smart Investor: Um es noch einmal klarzustellen: Bei Banken besteht ein Adressenausfallrisiko, weil die Banken nicht nur im Besitz des eingezahlten Geldes sind, sondern auch der Eigentumstitel an sie übergeht. Kunden von Goldmoney hingegen geben zwar die Besitz-, nicht aber die Eigentumsrechte auf?

Turk: Genauso ist es, daher besteht bei Goldmoney kein Adressenausfallrisiko. Allerdings besteht natürlich ein Performancerisiko. Wir lagern Ihr Gold so sicher, wie wir es in unserem Kundenvertrag festlegen und auf unserer Webseite darstellen. Aber natürlich haben Sie als Kunde Ihr Gold nicht direkt vor sich liegen, was ebenfalls ein gewisses Risiko darstellt. Wir senken dieses Risiko durch unsere Prüfungsverfahren, welche die besten unserer Branche sind. Das wichtigste davon ist die zweimonatliche Bilanzprüfung, durchgeführt von zwei sachkundigen Firmen, die völlig unabhängig von GoldMoney sind.

Smart Investor: Warum sind die Bilanzprüfungen wichtig? Könnten Sie nicht einfach die Barrendaten auf Ihrer Webseite veröffentlichen?

Turk: Nun, man könnte die Daten der Goldbarren, zum Beispiel die Barrennummer, das Gewicht und den Produzentennamen veröffentlichen. Das tun wir auch. Aber diese simple Veröffentlichung von Daten auf der Webseite ist keine Bilanzprüfung – bei einer solchen ist es erforderlich, dass das Metall im Tresorraum sowie die Bücher und Daten von GoldMoney tatsächlich in Augenschein genommen werden und dass der Tresorbetreiber die Ordnungsmäßigkeit insgesamt quittiert.

Wichtiger noch ist die Tatsache, dass eine simple Veröffentlichung von Barrendaten keine Überprüfung durch Dritte ersetzen kann. Diese ist unverzichtbar. Durch die bei GoldMoney von zwei unterschiedlichen, unabhängigen Drittfirmen durchgeführten Bilanzprüfungen wird unseren Kunden vollkommene Sicherheit gegeben, dass ihr Metall wirklich dort im Tresor sicher aufgehoben ist. Kein anderer kommt uns in dieser Hinsicht gleich.

Smart Investor: Wenn ich Gold im eigenen Haus lagere, brauche ich keine Bilanzprüfung.

Turk: Das stimmt, und vielleicht ist das einer der Vorteile der Eigenlagerung. Die sofortige Verfügbarkeit ist ein weiterer Vorteil, aber man muss auch die Nachteile der Eigenlagerung bedenken.

Zum Beispiel besteht das Risiko des Diebstahls, die Kosten einer Versicherung – wenn man sie kriegen kann – sind hoch und Ihre Liquidität ist gemindert, weil Sie die Münzen selber zum Händler bringen und gegen die heimatliche Währung eintauschen müssen, was ein Aufwand bedeutet und Zeit kostet. Möglicherweise müssen Sie sogar bezahlen um den Goldanteil zu verifizieren, bevor der Händler es annimmt – dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Sie 10-Unzen-Barren oder Kilobarren verkaufen. (Seite 2)

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12 Kommentare auf "James Turk: „Entscheidend ist das Eigentum“"

  1. bizzer sagt:

    Tschuldigung, aber für mich tönt dieser Beitrag ein bisserl wie ein WerbeSpott. Isses einer oder läuft das unter Aufklärung mit Werbeelementen?

    Die Fragen sind nicht böse gemeint, denn diese Site ist top und Frank alles andere als ein Flop 🙂

    Mir wäre bloss ein recherchierter Artikel – z.B. zum Thema „Big boys planen diese Woche eine grosse EM-Drückung“ oder so lieber gewesen.

  2. Frank Meyer sagt:

    Ach nee, ich schätze James Turk sehr. Ich wollte den Beitrag der Vollständigkeit halber bringen, hat nix mit Wernung zu tun. Die meisten leser auf dem Blog machen sich ohnehin ihre eigenen Gedanken.

  3. Fnord23 sagt:

    Nu lasst doch den Frank ma ein wenig Werbung machen.

    Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich einen Teil meiner GEZ-Beiträge an RottMeyer überweisen.

    Übrigens gibts hier gute Infos für nixxxxx!!!!!!

    Da drüben hängt ein Spenden Button….schon gesehen? Geht mit Paypal ganz einfach.

    VG aus Sachsen

  4. Takuto sagt:

    Ein guter Beitrag, denn auch eine gute Werbung kann sehr sinnvoll sein. Werbung für Gold und Silber z.B.

  5. daedalus67 sagt:

    Also ich finde auch dass dies ein klasse Info ist. Ich wusste daß bisher so nicht von diesem Geschäftskonzept. Zudem man ja hier deutlich günstiger einkaufen kann. Für 100Kg Silber zahle ich heute bei pA ca. 85.900.-, bei GM ca. 74.000.-. Dass lässt sich doch sehen! Da fallen die ca. 700.- € an Lagergebühr p.a. nich wirklich ins Gewicht. Aus was ich nur nicht schlau geworden bin. Die Lagergebühr wird ja auch in EM abgerechnet. Schwindet dann mein Bestand oder überweise ich den entsprechenden Betrag in FIAT?

    • auroria sagt:

      Wenn du die richtigen Barren nimmst (Umicore Andorra Münzbarren, 6*15 + 2*5 kg), kommst du mit 82854€ hin.

      Und GM lagert die Sachen in einem Zollfreien Lager soweit ich weiss.
      Wenn du dir das Silber ausliefern lassen willst, musst du also noch die Mehrwertsteuer zahlen. Dadurch würden aus 74000 -> 79180 €.

      Gold kann man sich ausliefern lassen, bei Silber hab ich nichts bei GM gefunden, kann sein, dass man sich das gar nicht ausliefern lassen kann. Und wenn, dann wohl nur als Standartbarren, worauf nicht nur 7, sondern 19% Mwst. fällig werden.

      Und wenn der Preis kräftig steigt und du dann verkaufst, ist natürlich die Steuer dann höher.

      Ja, die Lagerkosten werden vom Bestand abgezogen.

      Unterm Strich kommen bei langfristiger Lagerung schon einiges an Kosten zusammen, vor allem bei Silber. Und es lohnt sich nur, wenn man sich das Silber nie ausliefern lassen will, sondern dann verkaufen, in was auch immer.
      Wobei hier noch interessant wäre, wie die Besteuerung aussieht, physisches Silber ist nach 1 Jahr steuerfrei.

      Als Zahlungsmittel wäre es ideal, aber ist da halt noch nicht weit genug verbreitet.

      • daedalus67 sagt:

        Auf Deine 82.854€ kommst Du nun wie??? Hier in D kaufen? Wozu 19% zahlen? Ich hab die Bude hier voll mit dem Krempel. Ich will nicht noch mehr hier haben. Ist zwar ein fetter eingemauerter Tresor, aber
        die Versicherung geht nur bis 40K.

        Ich fand das halt ne Alternative. Ich würde mir das nie ausliefern lassen wollen.

        Dort Kaufen, dort Lagern, dort Verkaufen.

        Nur so macht das einen Sinn. Wenns hart auf hart kommt hab ich genug greifbar.

        Tja als Zahlungsmittel geht es ja schon mit GM, eben nur nicht für Deutsche….grummel.

        Ich frag mich nur was passiert, wenn dann irgendwann eine überweisunng von xK€ aus Jersy auf mein deutsches Konto kommt.

        Obwohl man das dann halt Stückeln muss. Ich glaub aus dem Ausland müssen es sogar weniger als 10K sein, damit es nicht sofort gemeldet wird. Hierzulande sind es ja die berühmten 15K bei Barankäufen als Registrierungsgrenze. Aber sicher bin ich mir da gar nicht was Auslandsüberweisungen angeht…

        Abgesehen davon war das mit dem Silber nur ein Beispiel. Ich würde gerne Platin kaufen, welches nun eigentlich ein Schnapp sein sollte, da es seit der Lehmankrise unter dem Goldpreis notiert. Und das geht da ohne 19% !!

        Fragen über Fragen… 😉

        • auroria sagt:

          PA Preisliste 21.10.2011 19:45 Silbermünzen –
          15 Kilogramm Umicore Andorra Münzbarren: 12.551€ * 6
          5 Kilogramm Umicore Andorra Münzbarren: 4.258€ * 2
          = 100kg = 83.822€
          Sind nur 7% Mwst.

          PA hat auch ein Zollfreilager in der Schweiz, da kannst du dann wohl auch Platin lagern.

      • Peter_G sagt:

        Silber kann man sich auch ausliefern lassen, aber erst ab einer Palette mit 30 Standardbarren. Wäre mir eine Schuhnummer zu gross 😉
        Da sind mir die Silber ETFs der Zürcher Kantonalbank lieber. Dort kann man sich das Silber ab einer Menge von 1000 Unzen als Standardbarren ausliefern lassen.
        Aber für beide, GM und ZKB gilt natürlich: man muss darauf vertrauen, dass sie sich auch in Krisenzeiten an die Verträge halten (können). Also nichts für Verschwörungstheoretiker 😉

  6. holger sagt:

    Verdammter Mist…

    ich hab gar nix… was mach ich nur? Wohin mit dem Zeug? Und wenn die mir das nun stehlen die Diebe? O Gott o Gott o Gott. Die klauen mir das Nix. Brutal diese Welt. Nicht mal das lassen se dir.

  7. daedalus67 sagt:

    Moin,

    das Zollfreilage von PA kannst Du vergessen. Ich habe mich ja beraten lassen von PA. Dort bekommst Du nämlich keinen Lagerschein für xy.
    Und genau das ist der feine Unterschied. Bei GM ist es eine zugewiesene Lagerung. Darauf geht James Turk in seinem Artikel doch genau ein. -> „Entscheidend ist das Eigentum“.
    Bei p.a. hast Du nur ein Konto auf dem ein paar Zahlen stehen die dem gegenwert von xy EM entspricht. Du „besitzt“ dort keine physische Ware!!! Am besten nochmal den Artikel lesen, genau darum geht es ja.

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