Satirischer Jahresrückblick 2017: Worunter wir zu leiden hatten…

3. Januar 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Das war es schon? Ja! War es nicht hübsch, das Jahr 2017? Höchste Zeit für einen Rückblick, bevor es von unserer bunten Regierung abgeschaltet wird. Der zweite Teil von 2017 hätte die Leute nämlich nur verunsichern können. Ein Blick auf das, was uns morgen nicht erwartet, weil es übermorgen schon ganz anders war. Tanzen wir es ab, nachdem es uns antanzen wollte…

Hurra! Geschafft! 2017 ist endlich Geschichte und wurde irgendwann zwischen Juli und August die Toilette runtergespült, so mies war es und lustig zugleich. Der Spaß begann schon am 1.1.2017. Da knallte es draußen. Doch diesmal riefen viele alte Leute die Polizei in Sorge, der Russe könnte vor der Tür stehen. Kein Wunder bei den irren Nachrichten aus den Fake-News-Fabriken. Es wurde höchste Zeit, dass das Wahrheitsministerium gegründet wurde. Kurz nach seiner Inbetriebnahme kaufte es dann für 500 Milliarden Euro „Whats app“ und machte daraus „Whats News?“ Nicht mal die Wahrheit blieb mehr dem Zufall überlassen…

Wir, die Autoren dieses Blogs haben definitiv nichts mit dem Inhalt zu tun. Der wird uns regelmäßig von den Russen rein-gehackt. Und wir sind machtlos. Wobei wir schon beim Thema wären:

Januar 2017 startete mit dem üblichen Sturmtief aus Putins Wetterküche. „Bild“ sprach zuerst mit der „Russenpeitsche“. Temperaturen bis zu -40 Grad zwangen die EU, ein Wetter-Importverbot aus Russland zu erlassen, so wirksam wie die gesamte EU-Politik. Zur gleichen Zeit gingen die deutschen Atomkraftwerke wieder ans Netz, was dem Aktienkurs von RWE auf der gefrorenen DAX-Tafel gemütlich einheizte. E.ON ging E.OFF. Wer seine Lebensmittel warmhalten wollte, legte sie in den Kühlschrank.

Die ARD sendete ihre „Brennpunkte“ im Stundentakt – das Einzige, woran man sich geistig etwas aufwärmen könnte – wenn man Strom hatte. Wenn nicht, war es Reibungswärme. Viel wurde in dieser Zeit für höhere Temperaturen gebetet, wobei in den Kirchen das „Amen!“ durch das „Wir schaffen das!“ ersetzt wurde.

Gemäß des Befehls der Kanzlerin in der Neujahrsansprache schauten wir wieder optimistisch in die Zukunft. Wer ständig in ein gleißendes helles Licht schaut, musste sich dann auch nicht wundern, wenn er blind bleibt. Wer im harten Putin-Winter etwas Positives suchte, also etwas mit einem Pluszeichen, leckte das Pluszeichen auf einer Autobatterie an. Dem einen oder anderen soll dabei sogar ein Licht aufgegangen sein.

Nach drei Jahren wurde auch „Dieselgate“ brutalstmöglich aufgeklärt. Wie Sie schon ahnen, Putins Hackerteams hatte an der VW-Software herumgeschraubt. Der Mehrausstoß an CO2 sorgte aber letztlich dafür, dass es langsam wärmer wurde.

Vor der Bundestagswahl wuchs die Sorge, dass die Hacker die Volkskammerwahl manipulieren könnten. Der neue Kanzler der Herzen, also Martin Schulz, wurde dann im Herbst 2017, den es ja gar nicht gab, nur mit 113 statt 140 Prozent der Wählerstimmen ernannt. Als erste Amtshandlung schaffte er die Buchpreisbindung ab, dann löste er die Bundesrepublik auf und rief sich als Kaiser „Martin der Erste“ aus.

Der neueste PISA-Test im April ergab, dass 85 Prozent der Deutschen nicht zwischen Absinth und Abszess unterscheiden konnten. Aberglaube wurde als neues Schulfach eingeführt. Zur gleichen Zeit beantragte die „Zensur“ aus der Schule Asyl im neuen Wahrheitsministerium.

Im Luther-Jahr 2017 kam heraus, dass der alte Reformator 400 Jahre nach seinem Tod immer noch Mitglied der AfD in Wittenberg ist. Die Politik reagierte entsetzt und der neue Papst Jean Claude Juncker belegte ihn mit einem Bann. Das hieß, er musste den Maastricht-Vertrag auswendig lernen und täglich drei Maastricht-Kränze beten.

Astro TV wurde zum Pflichtprogramm der Analysten in den Banken. Damit hielt sich auch 2017 hartnäckig das Gerücht, Mario Draghi könne über Wasser laufen. Ein Fingernagel Draghis wurde als Reliquie in der EZB-Empfangshalle ausgestellt und geehrt.

Am Finanzmarkt war die Hölle los, denn der DAX wurde ab Mai 2017 in zwei Varianten berechnet. Zum einen nach der alten Methode und dann ganz neu: Der gefühlte DAX. Dieser stieg auf über 30.000 Punkte, woraufhin die Diäten der Politiker an diesen gefühlten DAX gekoppelt wurden. Der echte DAX hatte es dagegen etwas schwerer. Aber darüber zu sprechen, stand unter Strafe.

Auf der Suche nach jungen Zuschauern wurde aus der ollen „Tagesschau“ die „Morgenschau“ und das „Morgenmagazin“ zum „Übermorgen-Magazin“ – damit Sie heute schon wissen, was morgen nicht passieren wird. „Nichts dem Zufall überlassen!“ Damit starten ARD und ZDF ihre bundesweite Werbekampagne, bevor sie im Herbst 2017, den es gar nicht gab, endlich fusionierten. Der GEZ-Beitrag verdoppelte sich. Wer wirklich wissen wollte, was die Zukunft bringt, der schaute die alten Ausgaben der Aktuellen Kamera aus den Jahren 1970 – 1989 an.

Ronald Pofalla wurde neuer Bahn-Chef. Die Bahn fuhr dadurch noch tiefer in die Grube. Deshalb wurde Stuttgart21 um 100 Meter tiefer gelegt und in „Stuttgart28“ umbenannt. Eröffnung: 2128. Das gesamte Streckennetz soll bis dahin unterirdisch verlegt werden bzw. der aktuellen Qualität der Bahn angepasst werden, verkündete Pofalla, der ohne die Bahn an die Börse ging.

Bahnfahren wurde 2017 zudem als olympische Disziplin aufgenommen und auch ins Diät-Programm der Weight Watchers. Vor allem in den Regionalzügen kann man gar nicht so viel essen, wie man auf den Bordtoiletten kotzen muss, hieß es.

Die aktuelle Zeit wurde 2017 endlich dem Fahrplan der Bahn und dessen Verzögerungen angepasst. Wie spät ist es gerade? 16:32 Uhr plus die Verzögerung im Betriebsablauf – also dunkel.

Der Berliner Flughafen BER wird nun doch erst 2035 eröffnet und nahezu 100 Milliarden D-Mark kosten, denn auch dieser wird bis dahin unterirdisch gebaut. 2017 wurde er schon mal als der umweltfreundlichste und leiseste Flughafen der Welt Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

Was sonst noch passierte…

Die Türkei trat dem Euro bei. Nein, der Euro trat der Türkei. Experten streiten noch…

Drohnenunfälle erreichten Rekordniveau. Die älteren Leute hofften auf Helikoptergeld, das auf diese Weise verteilt werden kann.

Die Nachrichten, oder das, was davon noch übrig ist, gibt es jetzt auch auf Bestellung per Drohne. Ein Paket von Spiegel-Exemplaren erschlug auf Usedom ein frisch verliebtes Hundepärchen.

Die EZB klassifizierte Gold als radioaktiv. Die Asse reichte als Endlager nicht mehr aus.

Die neue und alte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen machte erfolgreich ihren Waffenschein.

Frankreich wählte den Beaujolais als neuen Präsidenten.

Fake News gelten seit dem 1.7.2017 als Terrorismus

„Wann wird es endlich wieder Sommer“ von Rudi Carell feat. Jörg Kachelmann stand das ganze Jahr über auf Platz 1 in der Hitparade.

Mittel zur Stärkung der politischen Abwehrkräfte waren 2017 erstmals rezeptfrei in den Apotheken zu kaufen. Mit einem Rabatt von 100 Prozent und blieben trotzdem Ladenhüter.

Eine Frage allerdings blieb auch 2017 unbeantwortet – die nach der sprachlichen Zulässigkeit. Wir fragten uns schon lange: Wenn der „Negerkuss“ und das „Zigeunerschnitzel“ in der Kategorie „Entartete Worte“ zu finden sind, warum gibt es eigentlich noch einen „Führerschein“?

Die beste Nachricht zum Schluss: Die Flüchtlingskrise, wenn es eine gegeben hat, löste sich in Luft auf, denn 80 Millionen Deutsche verließen 2017 das Land nach Mallorca. Sollen die anderen doch unter Putins Wetter leiden.

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4 Kommentare auf "Satirischer Jahresrückblick 2017: Worunter wir zu leiden hatten…"

  1. seppl sagt:

    Wie kriege ich jetzt bloß das Schmunzeln wieder aus meinem Gesicht?

  2. cubus53 sagt:

    Die PISA-Studien sind Untersuchungen zu schulischen Kenntnissen und Fähigkeiten 15-jähriger. Im März 2017 wurde erwägt, diese Studien auf das Messen von Leistungen von Politikern auszuweiten. Allerdings wurde das vom Deutschen Bundestag einstimmig abgelehnt. Es sei nicht nötig, politische Eliten zu messen, denn der Nachweis der Befähigung sei bereits durch den Besitz eines Parteibuchs ausreichend nachgewiesen.

  3. stonefights sagt:

    „„Zigeunerschnitzel“ in der Kategorie „Entartete Worte“ zu finden sind, warum gibt es eigentlich noch einen „Führerschein“?“ ==> That made my day !
    Danke für den ersten herzhaften Lacher aus deiner Feder !
    Ein gutes neues Jahr mit vielen weiteren Lachhaften Entwicklungen, natürlich Ersteres zwangloser als die Haft selber. Also bitte wie immer, nicht jedes Wort auf die Goldwaage – ups, Entschuldigung, verboten in 2017 – äh (Hust, Räusper…), ich meinte, nicht jede Fälschung gegen Neuigkeiten abwägen.
    Gelbes Teufelszeugs war, ist und wird immer schwerer wiegen als der (Informations-)Wert auf Papier, solange man nicht in die in 2017 auf den Mond verlagerte Guantanamo Bucht versetzt wird, um das Gegenteil gelehrt zu bekommen.
    (P.S. Sean Connery alias Ministerialdirektor 007 als „Oberaufseher“ für alle gelben Stinkefinger – versteht sich. Das Wort „Wachpersonal“ wurde nämlich auch abgeschafft, da es zu eng in Verbindung mit dem ebenfalls in 2017 ersetzten Wort „Personalausweis“ durch „Völkerausweis“ stand, eine Notwendigkeit nach der von der neu gegründeten „Völkerpartei“ in 2017 durchgeführten Demos „Der Achte Tag“) 🙂
    LG, stonefights

  4. DonSarkasmo sagt:

    Natürlich können die Deutschen „Absinth“ und „Abszess“ nicht mehr unterscheiden. Aus beiden kommt es Grün heraus und „Grün“ wird in Deutschland Gott-sei-Dank allmählich zum absolut verdienten „No-Go“. Wofür genau hat jetzt Pfuschi von den Laien einen Waffenschein erhalten ? Für Ihren Goldhelm von Goldtaft ? Luther war nie bei der AfD, das ist grundfalsch. Im Gegenteil war ihm der Begriff „AfD“, Ablasshandel für Deutsche, immer verhaßt. Die entarteten Worte „Negerkuss“ und „Zigeunerschnitzel“ konnten ohne weiteres durch die wesentlich vereinfachten Begriffe „Maximalpigmentierte Schaumzuckerwaffel“ und „Rotationseuropäerschnitzel“ ersetzt werden. Und wer bitte braucht einen Putin, so lange man einen Weihnachtstruthahn hat ? Und damit eines mal klar ist: Im Gegensatz zu 500-Euro-Scheinen kann man Gold nicht essen. BASTA !!!!!!

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