Jahresrückblick 2016: Morgen schon wissen, was gestern passierte!

23. Oktober 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Wir haben es eilig! In wenigen Wochen beginnt das neue Jahr und wird genauso schnell wieder vorbei sein. Deshalb senden wir bereits heute unseren ultimativen Jahresrückblick für 2016. Sie meinen, das sei irre? Wir fragen Sie, was ist nicht irre…?

Und so begab es sich, dass 2016 schon im Herbst 2015 begann. Die Schwerkraft war überwunden, der Leichtsinn bahnte sich den Weg. Wir wissen nicht, warum sich die Erde schneller drehte. Wahrscheinlich hatte sie Angst.

2016 wurde viel heißer als gedacht, womit nicht das Wetter gemeint war. Nachdem sich Frau Merkel selbst das Vertrauen ausgesprochen hatte, trat sie zurück. Nichts blieb wie es war. Die Wende der Wende begann.

Die Öffentlichkeit war schockiert, zumindest offiziell. Nach gefühlten 40 Jahren ihrer Kanzlerschaft machte sich Orientierungslosigkeit breit. Übergangs-Kanzler Wolfgang Schäuble konnte diese in seiner Weihnachtsansprache 2015 nicht gänzlich ausräumen. Seine Rede war mit arabischen Untertiteln versehen. Ich wusste nicht, wovon diese kündeten, also beschloss ich einen Arabischkurs in der Volkshochschule zu belegen. Schließlich war es Zeit, sich zu integrieren. Wartezeit: 18 Jahre – wie in der DDR, bis man einen Trabant geliefert bekam. Wissenschaftler stellten fest, die DDR war nie untergegangen. Sie hieß plötzlich nur anders.

Weihnachten, mal ganz anders

Der Nachbarin standen am früheren Heilig Abend Tränen im Gesicht. Ihr Mann hatte ihr eine Burka geschenkt. Sie hofft irrigerweise, künftig kostenlos den Zug benutzen zu können.

Auch ich weinte. Kollege Rott hatte sinnlos aber großzügig Gewürze der Welt ins Weihnachtsessen gemischt. Auch wenn er es gut meinte – es war wirklich nicht gut. Dafür hasse ich ihn auch morgen noch, wenn es ein Morgen geben sollte.

Die Reste entsorgte ich bei einem anderen Nachbarn. Er war dankbar und arbeitslos geworden, weil er seine Klappe zur Flüchtlingspolitik nicht halten konnte. Pech, wenn man zwischen privater und offizieller Meinung nicht unterscheiden kann. Der Vorteil eines Ossis, dachte ich, Scheren im Kopf zu benutzen – und nicht nur im Garten.

Am 1.1.2016 wurde aus der Tagesschau wieder die „Aktuelle Kamera“. Sudel-Ede, Pardon, Karl Eduard von Schnitzler begrüßte die Zuschauer aus dem Jenseits.

Bundestagswahl und Hochprozentiges

Am 1. April 2016 wurde dann Sigmar Gabriel zum neuen Kanzler gewählt. In seiner Amtseinführung versprach er feierlich, den Nutzen des Volkes zu mehren. Wie er seinen Nutzen mehren wollte, verriet er indes nicht.

Hier noch die Ergebnisse der Bundestagswahl vom März 2016: Die SPD ging mit 108 % der Stimmen als Sieger hervor, dicht gefolgt von den Grünen mit 107%. Abgeschlagen dagegen die CDU mit nur 98 %. FDP und AFD scheiterten an der 90%-Hürde. Wahlbeteiligung: 234 Prozent. Man war sich nicht einig, wo das Komma stehen sollte.

Unterdessen feierte man den fünfmillionsten Facharbeiter, der den Weg nach Deutschland über Weißrussland gefunden hatte. Das BIP wuchs 2016 um 108 Prozent. Ähnliche Wachstumsraten konnte damals nur die DDR vorweisen.

Im Juli heiratete Mario Draghi Angela Merkel. Die Feierlichkeiten zogen sich über fünf Wochen und jagten den DAX auf ein neues Allzeithoch. Den Grund dafür sahen Experten auch in der Absenkung des Mindestlohns auf 0,50 € pro Tag. Die 50.000 Punkte kamen in greifbare Nähe. Diese wären alternativlos, hieß es aus der Euro-Bank, dem Zusammenschluss aller deutschen Banken. CEO Georg Funke, früher bei Hypo Real Estate sagte: „Ja, wir schaffen das!“ Dabei hatte der DAX das längst geschafft. Er wusste es nur noch nicht.



„Knast AG“ frisch an der Börse

Unternehmenspapiere aus dem Sicherheitsbereich waren besonders gefragt. Die „Knast AG“ war beim Börsengang im August 2016 überzeichnet, verzehnfachte sich binnen drei Minuten und wurde kurzerhand in den deutschen Leidindex DAX aufgenommen. Vorstandschef Heiko Maas verwies auf die Wachstumsstory des Unternehmens, da unüberlegte Facebook-Kommentare zu drakonischen Strafen führten.

Die Knast AG meldete täglich Neuaufträge für Neubauten, da Hotels, Kasernen, Bahnhöfe, Krankenhäuser und die ARD-Sendeanstalten mit Fachkräften schon bewohnt waren. Goldman Sachs stufte die Knast-Aktie mit einem „strong buy forever“ ein. Kursziel Dausend!

Übrigens, Facebook wurde im Sommer 2016 von NSA und BND übernommen. Nichts soll künftig dem Zufall überlassen bleiben im ständigen Kampf für eine bessere Welt und die Eisbären, hieß es in einer offiziellen Mitteilung – und das leidige Problem des Spionierens unter Freunden wäre aus der Welt, sagte die UN-Vorsitzende Angela Merkel in einem ersten Statement.

Wirtschaftsministerin Claudia Roth empfahl alle Aktien zum Kauf und twittere „Welcome“ in allen Sprachen über ihren Account.

Alle Bemühungen der alten DDR-Staatsregierung, das Wort „Weihnachten“ aus dem Sprachgebrauch zu streichen, fand erst 2016 ihre Umsetzung. Diesmal twitterte Erich Honecker aus dem Jenseits ein „Vorwärts immer!“ Und sozialistische Grüße.

…und das Wetter

Im Herbst 2015 gab es noch viele Leute mit einer gewissen Angst, auch „German Angst“ genannt. Das war natürlich wie immer völlig übertrieben, denn 2016 brachte auch die Wende im Klimawandel. Für Ihre Bemühungen erhielt Angela Merkel den Umwelt-Nobelpreis und der Papst sprach die frühere Pfarrerstochter selig und heilig. Jede Straße wurde daraufhin nach ihr umbenannt. In meinem Garten in der Merkel-Straße wachsen jetzt Palmen. Eine Eisbären-Frau schwimmt in meinem nicht vorhandenen Pool herum, die ich regelmäßig mit Eiswürfeln füttere. Sehr niedlich, die Kleine, die ich Angela rufe.

Der wegen der trockenen Witterung vollends ausgetrocknete Rhein macht eine Flucht in Richtung Frankreich jetzt einfacher – wäre da nicht die neue Mauer, die Frankreichs Präsidentin Le Pen im Sommer 2016 im Parlament alternativlos durchgesetzt hat. Die Slowakei nimmt jetzt auch Deutsche auf. Aus dem „Morgen-Journal“ ruft es: Jeder könne dieses Land verlassen, wem es nicht passt.

Im Herbst 2016 wurde der „Spiegel“, das ehemalige Nachrichtenmagazin zu Grabe getragen, nachdem er schrieb, nicht nur die WM 2006 war gekauft, sondern auch die Bundesregierung. Dann begann schon 2017 oder 2018. Wahrhaft glückliche Jahre. Guten Rutsch! Egal wohin….

 

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12 Kommentare auf "Jahresrückblick 2016: Morgen schon wissen, was gestern passierte!"

  1. waltomax sagt:

    Sarkasmus und Zynismus sind ja angeblich ein Ausdruck von Machtlosigkeit. Allerdings geht es unsereinem auch nicht besser. Denn der Ast, den auch ich auf dem Baum des Systems besetze, ist gepolstert. Und mit der Säge, um diesen im Dienste der Wahrheit abzusägen, habe auch ich bisher nur „gefährlich“ herumgefuchtelt…

    Daher bin ich dem Autor für die Skepsis dankbar, die er bei seinen Börsen-Kommentaren merklich ausstrahlt. Die jüngste Aussage eines seiner Kollegen, der DAX werde auf 18 000 Punkte steigen, richtete sich wohl an zwei Rezipienten. An diejenigen, die das so hören wollten und an die, welche darüber vor Lachen platzten.

    Bei aller gebotenen Pflicht zur Aufklärung muss man sich auf keinen Fall selber morden. Denn wer da Ohren hat, der höre…

  2. JayJay sagt:

    Also ich muss sagen, das war mal ein super Jahresrückblick. Mal sehen ob die am Ende anno 2015, wieder im Staats-TV sowie bei den halbprivaten TV Anstalten gesendeten Rückblicke dagegen halten können.

    Weiter so und guten Rutsch nach 2017 oder 2018, wie auch immer. 🙂

    Gold & Silber Ahoi

  3. bluestar sagt:

    GRANDIOS !!!
    Vielleicht noch kleine Ergänzung ?
    1. Ehemalige deutsche Wählerinnen von Angela Merkel haben die Burka-Bewegung
    gegründet, denn diese Damen wussten schon immer was alternativlos ist. Auch die
    Bewegung Zweit oder Drittfrau feiert neue Mitgliederrekorde.
    2. Einige Nutzer dieser Seite bereiten sich auf eine Übersiedlung nach Frankreich vor
    3. Von Bild und anderen Medien wird die Scharia als fortschrittlich und gerecht eingestuft
    4. Bargeldbesitzer werden als potentielle Bedrohung mit Hang zum Terrorismus eingestuft
    5. Nach dem blutigen Anschlag auf dem HBF werden Überwachung, Kontrolle und
    Polizeigesetze unter Jubel der Deutschen verschärft um die Sicherheit zu verbessern.
    Demonstrationen sind grundsätzlich unter Gefängnisstrafe verboten.
    6. Der Musterstaat der Demokratie -die Ukraine- erhält auf Anweisung aus Washington
    von Deutschland einen Kredit von 10 Mrd.
    7. Das Rentenalter wird auf 72 Jahre hochgesetzt, dafür erhalten Beamte und Berufspolitiker
    bereits mit 55 Jahren aufgrund ihrer starken Belastung eine Pension in Höhe von 100%
    ihrer letzten Bruttobezüge.
    8. Ein paar Deutsche fragen sich, warum sie nicht 2015 aus Protest gegen die Anfänge dieser
    Entwicklung auf die Straße gegangen sind, da waren Demos ja noch erlaubt.

  4. FDominicus sagt:

    Hätte Ihnen solche Gehässigkeiten (fast) gar nicht zugetraut 😉

  5. bluestar sagt:

    GRANDIOS !!!
    Was sonst noch passierte ?
    1. Bargeldbesitzer werden stigmatisiert
    2. AfD wurde als rechtsradikale Partei verboten
    3. Rentenalter wurde auf 70 heraufgesetzt
    4. Deutschland überweist weitere Milliarden ins Musterland der Demokratie-Ukraine
    5. Die Burka-Bewegung deutscher Frauen wächst
    6. Nach dem blutigen Anschlag auf dem HBF wird Überwachung und Kontrolle verschärft
    7. Aus Sicherheitsgründen sind Demos generell verboten
    8. Einige wandern nach Frankreich aus
    9. Die Scharia hat durchaus demokratische Züge, schreibt Bild
    10. Einige bereuen es, 2015 nicht aus Protest gegen den absehbaren Wahnsinn auf die Straße
    gegangen zu sein

  6. Ernst Jünger sagt:

    Hallo Herr Meyer,

    man muss sich schon Mühe geben, damit die Satire, die man heute schreibt, nicht schon morgen von der Realität eingeholt wird.

    Selbst Bertolt Brechts Gedicht (Zitat: „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“) scheint momentan Wirklichkeit zu werden.

    Die 60 guten Bürger von Berkenthin in Schleswig-Holstein, quasi bei mir um die Ecke, bekommen, Holter die Polter, 1500 illegale Einwanderer vor die Tür.

    Bei einer Rate von 25 Flüchtlingen auf einen Einwohner wird die Integration, also der von Berkenthin in das Camp, bestimmt super funktionieren. Die paar Dorfbewohner fallen schließlich gar nicht auf, kein Grund zur Sorge also.

    Vielleicht ist das ja das Modell der Zukunft für den Rest des Landes, als Folge des Vertrauensverlustes der Regierung also.

  7. waltomax sagt:

    Auf elektronischen Grabsteinen wird in Zukunft der jeweils letzte Kontostand der Verstorbenen angegeben. Wer dabei am meisten aufzuweisen hat, dessen Leben hat die größte Rendite erbracht. Und in der Aussegnungshalle wird der DAX auf einer riesigen Tafel mit über 18 000 Punkten angezeigt werden. Zur Freude aller Toten.

  8. Tim sagt:

    Hallo Herr Meyer,

    da hat Frau Merkel, wohl auch Ihren Jahresrückblick 2016 gelesen und auch gleich Maßnahmen ergriffen…. Sie hat es wohl auch sehr eilig, bis sie abgewählt wird zum Jahresende :-)!
    http://www.epochtimes.de/politik/europa/merkels-neuer-plan-fluechtlinge-direkt-in-nahost-abholen-a1278599.html

  9. paulepanter sagt:

    Danke für den toll geschriebenen Jahresrückblick. Vor ein paar Jahren hätte ich noch darüber gelacht. Heute nicht mehr, ist mir zu realistisch.
    Und jeden Morgen wache ich wieder in diesem Albtraumland auf.

  10. Hallo!

    Super Jahresrückblick. Habe beim Lesen immer wieder schmunzeln müssen. Besonders das Mario Draghi Angela Merkel heiratet, fand ich sehr gut 🙂 Bin mal gespannt was davon wirklich im kommenden Jahr eintrifft. Es scheint in der heutigen Zeit ist nichts mehr unmöglich.

    Gruß Klaus-Dieter

  11. perpetum mobile sagt:

    Lieber Herr Meyer, danke für ihren frühen Jahresrückblick. Aus nachvollziehbaren Gründen kann dieser nur unvollständig sein. Meine Glaskugel prognostiziert für 2016 sowohl die Verleihung des Friedensnobelpreises (endlich!) als auch des Nobelpreises für Physik an Frau Dr. Merkel. Den Friedensnobelpreis bekommt sie für die Schaffung eines einheitlichen Lebensstandards und Rentensystem von Bangladesch bis Norwegen in Rekordzeit. Wie war das möglich? Ganz einfach, Frau Merkel hatte 2015 das Perpetum mobile erfunden, damit kann alles vollfinanziert werden und der Physiknobelpreis war eine Selbstfolge. Die wissenschaftliche Arbeit der Frau Merkel ist auf der ganzen Welt 2016 Bestseller unter dem Titel „Ich liebe euch doch alle, wir schaffen das, alles, unbegrenzt, grenzenlos – wie man mit einem Sack Reis 100 Menschen oder bei Bedarf auch 100 Millionen Menschen satt bekommt.“. Alle Physiker der Welt sind immer noch in Schockstarre, wie Frau Merkel plötzlich Problemstellungen mit mehreren unbekannten Variablen lösen konnte , einfach aus dem Ärmel geschüttelt mit aba kadabra, sim salabim, wir schaffen das, dreimal schwarzer Kater. Meine Glaskugel ist auf dem Boden zersprungen, gleich kommen wieder meine täglichen Zweifel. Frau Merkels Auftreten hat nichts mit der klaren Logik des Denkens eines Physikers zu tun. Ist das Erstellen von Horoskopen heute ein Teilbereich der Physik? Mich erinnert das “ Wir schaffen das“ irgendwie an das in beginnender Demenz und Agonie gesprochene “ Ich liebe euch doch alle“ des Herrn Mielke in der Volkskammer im Herbst 1989.

  12. samy sagt:

    Der Regierungskalender für‘ s neue Jahr 🙂
    http://www.der-postillon.com/2015/12/groe-koalition-veroffentlicht.html.
    Ich hoffe die Erlöse kommen einem guten Regierungszweck zugute …

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