Ist „Eurokrise“ politisch noch korrekt?

24. Oktober 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

1,38… Der gute Euro… Selten war er inmitten dieser „Eurokrise“ so teurer wie heute. Eurokrise? Das Wort gehört doch verboten! Wann kommt die Intervention?

„Retten“ kann gefährlich sein bzw. zuviel des Guten. Binnen zwei Jahren ist der Euro gegenüber dem US-Dollar um 20 Prozent gestiegen. Der Euro war doch gar nicht in einer Krise. Die Banken waren es, wenn ihre Forderungen ausgefallen wären. Für einen Euro bekommt man heute 1,38 Teile der amerikanischen Verrechnungseinheit. Vielleicht bald 1,41 oder 1,50 Teile?

Brauche ich diese Verrechnungseinheit überhaupt? Die Zahl sagt nichts. Sie ist nur ein Vergleich von buntem gegenüber grünem Konfetti. Aber dieses Konfetti scheint aber wichtig zu sein, solange Konfetti als Währung gilt. Es ist in etwa so, als ob ich behaupte, mein Schreibtisch wäre ein Auto und die Mehrheit der Leute glaubt es. Noch ist der US-Dollar Weltmaßstab im Reigen der Währungen.

dollarindex2

Unsere Währungen sind Verrechnungseinheiten mit einem Preis, aber ohne wirklichen Wert. Es ist nur die Interpretation von einem Nichts.

Wie billig wäre doch gerade ein Urlaub in den USA. Wenn man die Einlasskontrolle passieren konnte. Selbst die Nonnen sind heute verdächtig im „Land of the Free“. Nach diesem Satz sollte ich mit die sechs Stunden über den Atlantik sparen. Die NSA weiß alles – selbst die Kommunikationsdaten unserer Kanzerlin.

Da nichts unendlich ist, vermute ich, der Euro ist eine mehr oder weniger lang währende Übergangslösung von der D-Mark zu… na was wohl? Haben Sie eine Idee? Das kann 50 Jahre dauern. Oder 100, wenn es die Politik will.

Eurokrise?

Wie oft habe ich unter diesem Begriff gelitten. Die „Eurokrise“ war die Voraussetzung, um private Schulden mit öffentlichen Versicherungen und Zahlungen für den Notfall auszustatten. Zum Glück versteht das niemand. Nun wird umgebaut.

eurokrise1

Der Dollar-Index hängt charttechnisch zwischen Baum und Borke bzw. über der Kloschüssel. Und er läuft Gefahr, dass er runter gespült wird. Die Amerikaner würden sich offiziell nicht darüber freuen – heimlich schon. Im Abwerten gegenüber den Sach-Dingen verstehen sie ihr Geschäft. Wie wir wissen, bzw. es wurde uns eingebläut, sind schwache Währungen gute Währungen. Es ist ein heiteres Spiel im Kampf um die schwächste Währung, wo es am Ende nur Verlierer gibt. Japan ist schon weit gekommen. Nur wir Europäer haben jetzt die 1,38… (Seite 2)

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3 Kommentare auf "Ist „Eurokrise“ politisch noch korrekt?"

  1. stephan sagt:

    „Man kann den Euro auch nach oben ziehen lassen – um eine Lösung in Euroland herbei zu führen. Ich vermute, Sie wissen, was ich meine…“

    Ein interessanter Gedanke, der sich bei den derzeiigen Kurssteigerungen aufdrängt. Der erste Angriff auf den Euro mittels angelsächsischer Ratingagenturen etc. in den Jahren 2008 ff. war zwar heftig, aber letztlich nicht erfolgreich. Im Moment könnte man den Eindruck gewinnen, dass es nun andersherum – nämlich mit einem steigenden (hohen) Eurokurs – versucht wird. Den halten nämlich viele EU-Länder (auch) nicht lange aus. Einzige Ausnahme ist eigentlich Deutschland.

    Allerdings bewegt sich der Euro gegen den US-Dollar derzeit – losgelöst von allen anderen Überlegungen – in einer normalen charttechnische angelegten Bandbreite. Schaun mer mal, was passiert, wenn er den seit 2008 bestehenden Abwärtstrend bei ca. 1,40 Euro angreift bzw. sogar überwindet. Das könnte schon in Kürze passieren und würde weiteren Kurssteigerungen Raum eröffnen. Was wiederum (besonders) schmerzhaft für alle EU-Länder, allerdings weniger für Deutschland wäre.

  2. bluestar sagt:

    Solange die Mehrheit glaubt:
    1. Die Exportwirtschaft nutzt allen Deutschen
    2. Das Konfetti-Zwangsgeld hat einen Wert
    3. Der Euro ist wichtig für den Frieden
    4. Die USA sind eine freiheitsliebende Demokratie und achten Menschenrechte
    5. Die Eurokrise haben die bösen Märkte ausgelöst
    6. Der Staat wird sich schon um alles kümmern und Mutti sorgt dafür, dass alles
    gut bleibt oder wird
    ist doch alles in Ordnung und die Herrschenden müssen nichts befürchten.
    Es soll sogar Menschen geben, die glauben eine große Koalition ist gut für Deutschland
    und die im Bundestag sitzenden Blockparteien sind die Seele der Demokratie.
    Ist es nicht unglaublich ab was Menschen glauben können ?

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