Ist der US-Aktienmarkt überbewertet?

12. Februar 2014 | Kategorie: Gäste

von Robert Rethfeld

Wenn man eine solche Frage stellt, muss man entscheiden, welchen Bewertungsmaßstab man anlegt. Die Gewinne sind sicherlich ein guter Indikator. Auch den Buchwert kann gelten…

Und wenn die Bewertung der Aktienmärkte deutlich schneller steigt als das BIP eines Landes, muss es dann nicht zu Korrekturen an den Märkten kommen? Zudem müsste ein Markt korrigieren, wenn die Distanz zu einem wichtigen gleitenden Durchschnitt ungeahnte Höhen erreicht. Maßstäbe gibt es zur Genüge. Was sagen sie uns derzeit?

Der 4-Jahres-GD (1.000 Handelstage) ist ein wichtiger gleitender Langfristdurchschnitt. Nachfolgend ist die Distanz des Dow Jones Index zu seinem 4-Jahres-GD dargestellt (roter Doppelpfeil folgender Chart).

 

Die Distanz wirkt groß. Anfang Januar 2014 waren es 4.000 Punkte. Der Dow lag 30 Prozent über seinem 4-Jahres-GD. Doch wieviel sind die 30 Prozent im historischen Maßstab wert? Dies zeigt der nächste Chart.

 

Historisch traten Extrema im Bereich 40-Prozent-Plus auf. So entfernte sich der Dow Jones Index im Jahr 1987 knapp 70 Prozent von seinem 4-Jahres-GD, bevor es zum Crash kam. Im Sommer 1929 betrug diese Entfernung 82 Prozent (siehe Pfeil obiger Chart). Dies könnte einen Höchstwert für die Ewigkeit darstellen – obwohl, man sollte mit solchen Aussagen vorsichtig sein. Mit einem Abstand von 30% zum 4-Jahres-GD liegt derzeit zwar ein erhöhter Wert, aber kein historisches Extrem vor.

Mit Hilfe des Shiller KGV wird der Kurs des S&P 500 in Relation zum Durchschnitts-Kurs-Gewinn-Verhältnis der vergangenen 10 Jahre gesetzt.

Das Shiller-KGV befindet sich bei 26,4. Diese Kennziffer liegt oberhalb des „Normal“-Korridors, aber unterhalb der Bewertungen von 1929 und der Jahre 1998 bis 2007.

 

Der Verlauf der Bewertungskennziffer “Tobin’s Q” unterscheidet sich kaum vom Shiller-KGV. Auch hier wurde der Korridor nach oben verlassen. Die Überbewertung des Jahres 2000 wurde bisher nicht erreicht. „Tobins Quotient“ ist benannt nach James Tobin, Träger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1981, der diese Kennzahl ab 1968 propagierte. Ein gebräuchliches deutsches Synonym ist Marktwert-Buchwert-Verhältnis… (Seite 2)

 

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