Inkompetente Ökonomen

21. August 2012 | Kategorie: Gäste, Kommentare

(von Bill Bonner) Wann genau sind Ökonomen zu Scharlatanen geworden? Wahrscheinlich in der frühen Mitte des 20. Jahrhunderts. Das war als sie aufhörten zuzuhören und anfingen zu kommandieren. Statt zu versuchen zu verstehen, wie Wirtschaft funktioniert fingen sie an, ihr zu sagen was sie zu tun hat. Und jetzt sind nahezu alle Ökonomen Marktschreier und Abzocker…

Sie geben vor etwas zu wissen, von dem sie gar nichts verstehen. Und sie geben vor etwas zu können, zu was sie nicht im Stande sind. Sie mischen sich ein. Sie interferieren. Sie äußern präzise Schätzungen und Prognosen. Sie fällen pompöse Urteile.

Sie klingen fast, als wüssten Sie was sie tun.

Erst jüngst hat das The Atlantic“ Magazin bewiesen, dass es von Schwachköpfen geführt wird. Sie brachten ein Foto von Ben Bernanke auf das Cover mit dem Titel: Der Held“. Die Bildunterschrift lautete: Ben Bernake hat die Weltwirtschaft gerettet.“

Oh wirklich? Wie hat er das angestellt? Machen Sie sich nicht die Mühe nachzufragen.

Keiner weiß was mit der Weltwirtschaft falsch lief… Ob sie nun wurde… oder wie sie gerettet wurde… am allerwenigsten die Redakteure des The Atlantic“.

Ganz gewiss weiß es Ben Bernanke nicht. Die größte Kredit- und Immobilienblase aller Zeiten explodierte an seiner Armbanduhr…  jeder konnte es sehen kommen. Jeder, außer Ben Bernake. Und wie könnte er jemals eine Situation retten“, die er weder kommen sah noch verstand?

Ich habe keinen Schimmer…

Das Geld fließt weiter

Jeder wird irgendwann mal das Spiel spielen. Und das Spiel geht vor allem darum, das Spiel am Laufen zu halten… den Fluss des Geldes fließend zu halten, mit anderen Worten, von den Menschen die es machen zu den Menschen, die das System kontrollieren. Ökonomen sind nur nützliche Idioten“. Sie behaupten Dinge zu wissen, die sie gar nicht wissen können… und behaupten zu Dingen im Stande zu sein, die sie nicht können. Und sie sind nützlich…. Weil sie das Geld fließen lassen wollen!

Wie lässt man das Geld weiter in spanische Banken fließen…dessen Gläubiger zufällig große Banken in Frankreich und Deutschland sind? Man hängt Bedingungen daran… mit anderen Worten, man nimmt Spanien das Versprechen ab, dass sie das Geld nicht verschwenden. Dann fließt das Geld…das Spiel geht weiter…bis zur nächsten Explosion.
 
Aber warten Sie… wenn man den Geldfluss stoppt… explodiert das ganze Ding dann nicht direkt? Darauf können Sie wetten! Exakt was passieren sollte… und die meisten Menschen wären besser dran. Forderungsausfälle könnten abgeschrieben werden. Schlecht verwaltete Unternehmen könnten Pleite gehen. Dann könnten ehrliche Menschen die Scherben aufsammeln und zurück an die Arbeit gehen.
 
Offensichtlich wäre das nicht jedermanns Geschmack – vor allem nicht derer, die am Ende des Geldflusses sitzen. Sie wollen das Spiel so lange wie möglich am Laufen halten. Also spielen sie das Spiel…einige sollen Ausgaben kürzen – also kürzen sie sie. Andere sollen wachsen“ – also tun sie alles um zu wachsen“.
 
Und so fließt das Geld weiter…

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9 Kommentare auf "Inkompetente Ökonomen"

  1. Austrian sagt:

    Hallo, Bill Bonner hat mit Sicherheit gesagt….“exploded on his watch“. Das bedeutet ….“ explodierte auf seiner Wache“.
    Aber ich finde Armbanduhr gar nicht schlecht…. :-))

  2. EuroTanic sagt:

    Dabei fällt mir gleich ein Zitat ein: „Ökonomen sind wie Eunuchen. Sie wissen wie man es macht.“ LOL

  3. Futur sagt:

    Nicht nur das BIP, sondern auch Bilanzen und Statistiken können per Definition in einer dynamischen, komplexen Wirklichkeit nicht stimmen. Die empirischen, mathematischen und induktiven Theorien sind (eingeschränkt) zweckmäßig bei stabilen Verhältnissen, versagen aber Instabilitäten. Da muss die deduktive Methode mit Nachprüfung (Falsifikation) angewandt werden, da durch die (ständige) Hinterfragung ein Bezug zur instabilen Wirklichkeit erhalten bleibt.

    Die mithilfe der deduktivenMethode erstellten Hypothesen, die immer Allgemeine Aussagen auf den besonderen Fall beziehen (Induktion umgekehrt), sollten nachprüfbar sein. Diese Nachprüfbarkeit ist bei den induktiven Theorien nicht möglich, deshalb ist ein Versagen schon vorprogrammiert. (Induktive Theorien können auch in einer stabilen Wirklichkeit versagen: Phänomen „Schwarzer Schwan“).

    Davon abgesehen, sind induktive Theorien immer geschlossen, d.h. sie müssen bei abweichenden Ergebnissen verworfen werden, während alle die mithilfe der deduktiven Methode konstruierten Theorien offen sind. Die Allgemeinen Aussagen können leicht an eine sich ändernde Wirklichkeit angepasst werden, ohne die bis dahin erstellten Ergebnisse verwerfen zu müssen.

    Viele Grüße
    Futur

  4. 4fairconomy sagt:

    – Wie können Ökonomen die Frage und Problematik, warum ein exponentielles Wachstum Voraussetzung ist für wirtschaftliche Stabilität, dermassen stiefmütterlich behandeln? Stattdessen werden Modelle geschaffen, welche zeigen sollen, dass exponentielles Wachstum (ewig?) möglich sein soll, dass exponentielles Wachstum mit immer mehr Wohlstand verbunden ist usw.

    – Wie können Ökonomen (z.B. Robert M. Solow) in ihren Annahmen davon ausgehen, dass Sparquote = Investitionen? Ein Modell welches eine solche Annahme trifft, führt von Vornherein in die Irre und ist das Papier nicht wert…

    – Warum konnten und können die meisten Ökonomen nicht erkennen, dass unser Geldsystem wie ein Schneeballsystem funktioniert, in dem der Geldzufluss exponentiell immer weiter wachsen muss, damit die ebenfalls exponentiell wachsenden Verpflichtungen und Verbindlichkeiten finanzierbar bleiben und das ganze System nicht wie ein Schneeballsystem bzw. Kreditkartenhaus zusammenkracht?

    usw.

    • Futur sagt:

      Das frage ich mich auch schon seit sehr langer Zeit. Kritische Wirtschaftswissenschaftler werden suspendiert:
      http://www.theintelligence.de/index.php/wirtschaft/finanzen/3959-franz-hoermann-von-der-uni-suspendiert.html

      Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, z.B. mit Wissenschaftstheoretikern, findet nicht statt, so dass eine Weiterentwicklung der Ökonomie unmöglich ist.

      Während alle anderen wissenschaftlichen Disziplinen sich der dynamischen Realität stellen, werden bei den Wirtschaftswissenschaftlern völlig veraltete Modelle und Paradigmen gelehrt.
      Aber der Pfarrer kann ja auch die besten Ehetipps geben!

      Viele Grüße
      Futur

      • 4fairconomy sagt:

        „Während alle anderen wissenschaftlichen Disziplinen sich der dynamischen Realität stellen…“

        Also, jedenfalls in der Medizin – mein Fachgebiet – ist dies nicht der Fall. Alles ist suspekt wenn nicht gar Heresie, was nicht in einem Weltbild der klassischen Physik passt. Da wird ebenfalls heftig an veralteten Paradigmen festgehalten. Wobei noch big Money mit im Spiel ist. Z.B. wurden und werden vielversprechende Therapiemöglichkeiten mit hochenergetischen Radiofrequenzen völlig ignoriert oder verfolgt. Das eindrücklichste Beispiel ist die Geschichte von Royal Rife, z.B. zusammengefasst hier:

        http://www.wanttoknow.info/cancercuresroyalrife

        oder das Standardwerk zu dieser Geschichte:

        http://www.amazon.de/The-Cancer-Cure-That-Worked/dp/0982513860/ref=sr_1_6?ie=UTF8&qid=1345573369&sr=8-6

        Leider gibt es in der Medizin viele ähnliche, zwar nicht ganz so spektakuläre Geschichten.

        Wirtschaftswissenschaft und Medizinwissenschaft, welche sich bei näherem Hinschauen als dogmatische Religionen und Machtsysteme entpuppen, sind verantwortlich für unendlich viel Leid auf diesem Planeten, auch wenn der medizinische Fortschritt natürlich nicht geleugnet werden kann. Aber dieser könnte noch viel bedeutender sein mit in vielen Fällen effektiveren, harmloseren und günstigeren Therapien.

        • Futur sagt:

          @4fairconomy

          Gerade die Medizinische Forschung ist Paradebeispiel für die Anwendung der deduktiven Methode.
          Die Evidenzbasierte Medizin begründet mit randomisiert kontrollierten Doppelblindstudien neue Therapiemaßnahmen bei komplexen Erkrankungen (z.B. Krebs, Adipositas, Neurodermitis,..).

          Komplexität bedeutet, dass ein nichtlinearer Körper extrem unterschiedlich auf verschiedene Therapiemaßnahmen reagiert. Da die Erkrankung selber, wie z.B. bei Krebs aus unterschiedlichen Ursachen entstanden ist und sich deshalb auch extrem unterschiedlich weiterentwickelt, ist es sehr schwer, die Wirkungsweise der Therapie zu beweisen.

          Da hilft nur die deduktive Methode mit Nachprüfung (Falsifikation):

          1 Medikament A wirkt bei Erkrankung B & 0 Medikament A (Placebo) wirkt bei Erkrankung B (Falsifikation)

          Die klassische Anordnung bei Doppelblindstudien. Kann auch bei linearen Erkrankungen (Husten, Schnupfen, Heiserkeit) angewendet werden.

          Sie haben auf jeden Fall recht, dass viele sinnvolle Therapiemaßnahmen nur deswegen nicht durchgeführt werden,
          weil sie nicht genug Gewinn abwerfen, oder auch einer Branche schaden würden. Ich persönlich glaube, dass jede medizinische Innovation wissenschaftlich falsifiziert werden sollte.

          • Futur sagt:

            Meine lieben Ökonomen,

            seit Jahrzehnten interessiere ich mich nur für die Wissenschaftstheorie von Karl Popper.
            Morgens, Mittags, Abends, Nachts.
            Das werden Sie kennen.

            Falls Sie wirklich wünschen, eine funktionierende, zweckmäßige ökonomische Theorie für Zukunft zu finden, dann müssen Sie sich auch mit der Wissenschaftstheorie von Popper auseinandersetzen.
            Diese beschreibt, mit welcher Methode wissenschaftliche Erkenntnisse in einer instabilen, dynamischen Wirklichkeit erstellt werden können. Popper stellt sich ausdrücklich gegen die induktive, empirische Methode, allerdings ist ein Bezug zur Wirklichkeit notwendig.

            Die Mathematik ist eine deduktive Methode, aber nicht falsifizierbar! Die empirische Methode muss in einer instabilen Wirklichkeit versagen, da sie sich per Definition auf die Vergangenheit bezieht.
            Übrig bleibt als deduktive Methode die Formale Logik verbunden mit der empirischen Nachprüfung (Falsifikation).

            Es gibt unendlich viele Wahrheiten, aber es gibt nur eine über sie!
            Zur Wahrheit gehört selbstverständlich auch der globale Wettbewerb, etc…
            Es wäre für alle sinnvoll, wenn eine adäquate ökonomische Theorie für die dynamische instabile Lebenswirklichkeit
            gefunden wird.

            Ihre Konkurrenz, die führenden Politiker und leider auch die Hochfinanz sind da schon weiter!

            Viele Grüße
            Futur

  5. katzbuckel sagt:

    „Ich habe keine Ahnung. Dies jedoch auf einem sehr hohen Niveau!“

    Diese Sentenz (so sie eine ist) müßte man Mr. Bernanke in den Mund legen. Und nicht nur ihm.

    Diejenige welche „auf niedrigstem Level nichts wissen“, glauben derweil weiter an die ehernen Marktgesetze.

    1.Die Überproduktion an Waren und Dienstleistungen, die keiner abnimmt, wird der Markt aufs rechte Maß zurückstutzen.

    2. Kapital, das auf Renditen setzt, die realwirtschaftlich nicht darstellbar sind, fällt der Entwertung anheim. Denn das ist das Geld, das keiner will oder brauchen kann. Egal wie es verpackt ist.

    Bei eingetretender Marktsättigung keine Kreditnachfrage, ohne Kreditnachfrage keine Renditen, keine Steueraufkommen und neuen Arbeitspätze.

    Die Maschine, die ich heute auf Kredit kaufe, um damit Waren zu produzieren, die morgen keiner kauft, werde ich übermorgen abschreiben müssen. Und dann ist immer Ende der Fahnenstange.

    Auch dann, wenn die Kredite billig waren, auch weil der Staat diese gewährt. Ich werde sie nicht bedienen können.

    Aber man soll ja dem eigenen gesunden Menschen- und Wirtschaftsvertsnad nicht trauen. Ergo: Wo lassen Sie keine Ahnung haben?

    Ich favorisiere da Hernn Kondtratieff. Der rät in einem nach ihm benannten Winter zu neuen Basis-Innovationen und nicht zu Krediten, um damit in Anachronismen zu investieren.

    Risikokapital ist gefragt.

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