Indien (von Bill Bonner)

12. September 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Ich selbst bin noch nie in Indien gewesen. Auch bin ich noch nie in einem Autos der indischen Marke „Tata“ gefahren. Vielleicht ist es besser so. Freunde, die von diesem Subkontinent zurückgekehrt sind, berichten, dass es eine wilde und verwirrende Gegend ist…

So berichtete ein Freund dieses: „Wenn man sein Hotel verlässt, dann sind der Anblick und die Geräusche oft so überwältigend, man wird davon fast überwältigt. Und wenn man zurückkommt, dann ist man so erschöpft, man möchte nicht wieder rausgehen. Ich habe Leute getroffen, die haben die Ruhe und den Komfort der Lounge und der Bar nie verlassen.“

Dennoch sind es genau diese Gegenden, in denen Unternehmen boomen und in denen Vermögen geschaffen werden. Und Indien boomt. Alle Berichte weisen darauf hin. Die indische Wirtschaft ist in den letzten 15 Jahren um 6% pro Jahr gewachsen. Und sie scheint noch an Geschwindigkeit zuzulegen. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts hat seit der Jahrtausendwende in mehreren Jahren mehr als 8% im Jahr betragen.

Wie ist es dazu gekommen? Ich will an dieser Stelle keine Meinung wagen. Ich stelle einfach nur fest, dass viele der Beobachter den neuen Boom Reformen zuschreiben, die die schlimmsten Beschränkungen der „license raj“ – wie das schmerzhafte System der Regierungserlasse und Regulierungen genannt wurde – aufgehoben hat. Ich muss zugeben, dass ich über die indische Geschichte nicht viel weiß. Und das Wenige, was ich weiß, erreichte mich fast vollständig als eine mündlich überlieferte Geschichtestunde durch Mahatma Gandhis Enkel, einem Leser meines Newsletter, der sich in Massachusetts zur Ruhe gesetzt hat und gelegentlich mit mir korrespondiert.

So weit ich es verstehe wurde Indien, genauso wie viele britische Kolonien nach der Unabhängigkeit, mit einer gewaltigen Verwaltungsbürokratie zurückgelassen, um ein neues Leben anzufangen. Die Inder haben dann enthusiastisch dieser Bürokratie noch einiges hinzugefügt. Dummerweise fühlten sich die neuen indischen Herrscher zudem von den neuen fortschrittlichen Wirtschaftstheorien der Zeit angezogen – und zwar zu allen: Fabianismus, Marxismus, Sozialismus, Nationalismus und Keynesianismus.

Anstatt die eine oder die andere auszuwählen, haben sie von allen ein bisschen genommen und einen Mist auf den anderen gestapelt, das alles mit ein bisschen ethnischem Aroma gewürzt und großzügig linguistischen Chauvinismus hinzugefügt und das ganze mit kleinen regionalen Machspielchen abgerundet. Dann haben sie dieses würzige Curry in der Hitze gären lassen. Ist es da noch ein Wunder, dass am Ende ein ranziger Schlammassel dabei herauskam?… (Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , ,

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.