In den USA steigt die Zahl der Armen

9. November 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

Ich persönlich war nie ein besonders großer Freund der Demokratie. Warum sollte mir eine Gruppe von Fremden sagen, was ich tun soll? Aber es gibt einige Dinge, welche eine Demokratie entscheiden kann…

Zum Beispiel kann demokratisch bestimmt werden, welche Farben auf der Nationalflagge sind. Oder die Nationalhymne wird demokratisch bestimmt. Oder es wird auf diese Weise ermittelt, wer das Land bei der Wahl der Miss Universum vertreten wird.

Ansonsten brauchen wir keine Demokratie. Es wäre besser, wenn die Leute selbst entscheiden, wie sie ihre Leben organisieren. Aber wenn ich das sage, bringt es nichts. Den Leuten ist das egal. Und sie wollen auch jemanden, der ihnen sagt, wie sie ihre Leben organisieren können.

Das Problem mit den griechischen Schulden sollte eine private Sache sein. Zwischen Gläubigern und Schuldner. Die können das unter sich ausmachen. Das war immer so. Aber wenn man versucht, die Gläubiger herauszuhauen,…indem man die Steuerzahler zahlen lässt…dann sollte man diese zumindest darüber abstimmen lassen!

Zu den USA. Bloomberg berichtet, dass die Zahl der wirklich armen Leute steigt:

Die Zahl der Amerikaner, die in den ärmsten Stadtteilen leben, ist im letzten Jahrzehnt überdurchschnittlich gestiegen, was den Fortschritt der 1990er ausgelöscht hat. Die ärmsten Gegenden wachsen mehr als zwei Mal so schnell in Vororten als in Städten.

Zumindest 2,2 Mio. Amerikaner mehr leben seit dem Jahr 2000 in Nachbarschaften, wo die Armutsquote 40% oder höher ist, ein Anstieg um 33%.

Die entsprechende Studie, welche offizielle Zahlen berücksichtigt, zeigt, wie stark die USA mit ihren Bemühungen zum Kampf gegen die Armut in einem Jahrzehnt der Rezessionen zurückgefallen sind. Der Mittlere Westen und der Süden wurden am härtesten getroffen, da dort viele Arbeitsplätze in der Industrie weggefallen sind und die Immobilienblase geplatzt ist.

Wenn die Leute in sehr armen Stadtteilen konzentriert sind, dann haben sie zusätzliche Probleme, durch schlechte Schulen und weniger Arbeitsplatzangebote und schlechteren Gesundheitszustand. Die Analyse zeigt, dass die Zahl der Menschen, die in den USA in Armut leben, auf den höchsten Stand seit Beginn der diesbezüglichen Aufzeichnungen vor 52 Jahren gestiegen ist.

Die Einkommen der US-Haushalte fielen 2010 auf ihr niedrigsten Niveau seit mehr als einem Jahrzehnt.

Eins der interessanten Dinge, die diese Studie noch zeigt, ist dies: Armut ist in den USA nicht mehr ein innerstädtisches Problem. Armut gibt es jetzt auch in den Vororten. Vor ein paar Jahren noch konnte man der Armut entkommen, wenn man in einen schönen Vorort zog. Jetzt muss man auch aus den Vororten der Armut entkommen.



Quelle: Kapitalschutz Akte
In den USA steigt die Zahl der Armen (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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Ein Kommentar auf "In den USA steigt die Zahl der Armen"

  1. Dreamer sagt:

    The American Way of Life: Vom Millionär zum Obdachlosen

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