Imperien lieben Kriege

21. März 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Heute beginnen wir hier im Tagebuch mit der US-Regierung, die – direkt oder indirekt – etwa die Hälfte der US-Wirtschaft kontrolliert. Es war nie beabsichtigt, dass die Regierung je so groß, so mächtig und so aufdringlich wird. Das Ganze hat kaum bzw. überhaupt nichts mehr mit der Blaupause der Verfassung zu tun.

Und in dem Kontext ist auch klar, dass Wahlen viel unwichtiger sind als viele denken.

Der große italienische Ökonom Vilfredo Pareto erklärte, dass es letztlich unbeachtlich ist, wer gerade an der Regierung ist. Im Laufe der Zeit wird sie von schlauen Insidern und Gaunern übernommen, die er „Füchse“ nannte. Es gibt immer einige intelligente Menschen, die die Regierung manipulieren, kontrollieren, untergraben und ihre Polizeigewalt nutzen können. Regierungen behaupten ja, dass sie ein Monopol auf den Einsatz von Gewalt haben. Letztlich geht es darum, dass die Füchse das bekommen, was sie haben wollen.

Was wollen diese Füchse? Geld. Macht. Status. Das Übliche. Das Ganze ist auch nicht wirklich „geheim“. Und auch nicht unheimlich oder überraschend. Und man braucht nicht an Verschwörungen zu glauben, um es zu verstehen. Die Subversion findet ganz offen und offiziell statt. Aber weil es so anders ist als das Übliche, nach dem wir suchen, sehen wir es nicht einmal.

Aber es ist wirklich ganz einfach. Sie, liebe Leser, nutzen Ihre Zeit, um Geld verdienen. Die Füchse nutzen auch ihre Zeit. Ihnen geht es einzig darum, wie man uns am Besten unser hart erarbeitetes Geld abnimmt. Sei es durch Besteuerung, Gesetzgebung, Regulierung oder ein geniales Schein-Geld-System.

Die meisten Nachrichten, die man so liest, konzentrieren sich auf diverse Streitereien innerhalb von Deep State. Dabei geht es immer nur um die Frage, wer uns letztlich am meisten Geld abnehmen und das dann auch behalten darf.

Die Wahlen verschieben insofern nur den Fokus von einer Crony-Industrie zur anderen. Die Gesichter ändern sich. Budgets werden leicht angepasst. Aber das Hauptziel der Insider bleibt: die Macht und das Geld in ihre Richtung zu lenken.

In den Schlagzeilen mag zwar über einen Sieg der Rechten oder eine Niederlage der Linken berichtet werden. Aber hinter den Kulissen ist der wahre Gewinner immer derselbe:

…nämlich Deep State.

Das ist der Grund, warum Präsident Obama und Präsident George W. Bush zwar sehr unterschiedliche Persönlichkeiten mit sehr unterschiedlichen Ideen waren. Aber unter dem Strich haben sie in den letzten 16 Jahren die gleichen großen Programme verfolgt: Krieg im Ausland und die Ausweitung sozialer Wohltaten zu Hause.

Es ist bestimmt kein Zufall, dass uns das Begriffspaar „Krieg und Anwartschaften“ irgendwie vertraut ist. „Brot und Spiele“ war ja schon vor 2000 Jahren ein Begriff.

Nicht viel hat sich seither verändert. Rom war damals ein Imperium. Die USA sind aktuell noch ein Imperium.

Verstrickungen mit dem Ausland vermeiden, das war der Rat des Gründungsvaters George Washington. Aber ein Jahrhundert später war der Rat vergessen. Und heute gibt es kaum eine fremde Macht irgendwo auf der Welt – egal wie unbedeutend – mit dem die USA sich nicht „verstricken“ will.

„America First“

Es gibt Muster in der Geschichte, wie sie auch für jedes individuelle Leben gelten. Menschen werden geboren. Sie wachsen auf. Sie machen Fehler. Und dann sterben sie. So wächst auch eine Nation. Und je nach Möglichkeit – mit genügend „Feuerkraft“- wird aus der Nation ein Imperium. Nicht nur eine Nation unter Gleichen, sondern primus inter pares.

So wird man eben „America first“.

Amerika als Imperium

Amerika schlug den Weg hin zu einem Imperium in der Zeit ein, als das US-BIP zum weltweit größten wurde. Das war in den 1890er-Jahren der Fall. Imperien schlagen allerdings ihre eigenen Wege ein, welche weder von den Wählern noch von den gewählten Führern bestimmt werden. Die Leute wollen nicht unbedingt ein Imperium haben. Die meisten Amerikaner glauben selbst heute noch, dass sie in einer Republik leben, die von der Verfassung bestimmt wird.

Imperien erfordern imperiales Denken. Die Leute denken, dass man zu Hause „Krieg“ gegen Kriminalität, Drogen und Armut führen sollte. Und in Übersee dringen sie in Vietnam ein … Grenada … Afghanistan … Irak … und so weiter ein.

Verstecktes Motiv

Die Kriege werden im herkömmlichen Sinne selten „gewonnen“. Es ist fast unmöglich, sie zu gewinnen, weil die Kriegsziele oft unklar oder einfach unerreichbar sind.

Schauen wir kurz auf den Krieg gegen die Drogen. Je mehr die Feds versuchen, Drogen zu stoppen, desto höher werden die Gewinnspannen für die Händler. Das lockt noch mehr Dealer an und führt unter dem Strich zu mehr Drogen. Und im Krieg gegen den Terror ist es unwahrscheinlich, dass der Sieg auch nur im Ansatz möglich ist. Terror ist eine Taktik, kein Feind. Er wird nicht verschwinden. Aber so sinnlos wie diese Kriege auch erscheinen, es gibt ein verstecktes Motiv für sie. Kriege sind rentabel – für Deep State und seine Kriegsindustrie.

Die Kriege sind eine Rechtfertigung für die Verlagerung von Reichtum aus der Realwirtschaft in die Kriegswirtschaft. Und es erfolgt eine Verlagerung weg von Leuten, die sich in Win-Win-Transaktionen engagieren. Diese Leute betreiben Handel mit Waren und Dienstleistungen, um unser aller Leben zu verbessern. Und am Ende läuft die Verlagerung hin zur Win-Lose-Wirtschaft mit Waffen, Gefängnissen und künstlichen Beinen.

Imperien lieben Kriege.

Aber Amerikas Kriege im Ausland – wie so vieles andere in unserem derzeitigen Währungsregime – sind gefälscht und falsch. Es geht keine wirkliche Gefahr vom Feind aus. Keiner von den Feinden Amerikas aus dem vergangenen halben Jahrhundert war in der Lage, in die USA einzudringen, unser Geld zu stehlen, unsere Frauen zu vergewaltigen oder unsere Armeen zu besiegen. Diese gefälschten Kriege waren einfach eine Möglichkeit, Geld zu transferieren. Und zwar von den Leuten, die es hart verdienen, hin zu den Füchsen im Kriegssektor bzw. im Pentagon.

Tödlicher Schlag

Wie Finanzblasen und Liebesaffären sind Imperien aber instabil. Normalerweise dehnt sich ein Reich aus, bis es entweder besiegt oder bankrott ist – oft beides. Je mehr die Wirtschaft im Kriegsmodus verharrt, desto weniger Ressourcen verbleiben, um wahren Reichtum zu produzieren. Das Wachstum verlangsamt sich. Die Schulden steigen. Schließlich implodieren die Schulden … und dem Imperium geht die Luft aus.

Alternativ oder oft parallel gilt: je weiter sich das Imperium von seiner Heimat entfernt einmischt, umso mehr Feinde schafft es sich. Irgendwann ist es „überdehnt“ und bereit für seine wohlverdiente Strafe. In der Regel ist das ein tödlicher Schlag durch das kommende Imperium. Aber das amerikanische Imperium hat einen eigenartigen, einzigartigen Fehler; das ist wie ein Untergangsbazillus, der unwiderruflich in der DNA steckt…
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

Ein Kommentar auf "Imperien lieben Kriege"

  1. Diederich Heßling sagt:

    Wahlen sind nicht nur viel unwichtiger sind als viele denken, Wahlen sind Volksverdummung per se.
    Würden sie nämlich für das Volk = die Masse etwas Positives bewirken, dann wären sie längst illegal und verboten. Wahlen sind nur das i-Tüpfelchen auf dem Panem et Circensis. Wer wählen geht ist zu dumm zum denken.

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