Imperialer Selbstmord

20. Juli 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

„We always take my car cause it’s never been beat. And we ain’t missed yet with the girls we meet.“– The Beach Boys. Ich bin inzwischen wieder in Paris… sitze in einem Caf und höre mir die „Beach Boys“ an. Dabei denke ich über den Abstieg des amerikanischen Imperiums nach…

In den 1960ern rühmten die Beach Boys ein Land, welches jung, optimistisch und strotzend vor Energie war…es war ein Gewinnerland. Jetzt sehen wir, dass das Leben in den USA immer mehr von Verzweiflung, Desillusionierung und dem unwiderstehlichen Impuls, imperialen Selbstmord zu begehen, geprägt ist. Der Wirtschaft geht es nicht gut. Für das Militär wird viel Geld ausgegeben, das ist eine Belastung. Die privaten Haushalte sind zum Teil korrupt, bankrott und abhängig. Selbst die Kirchen singen jetzt dem Caesar Hallelujah.

Was ist „imperialer Selbstmord“? Das ist das, was Imperien tun. Wenn kein anderes Imperium entsteht, um ein Imperium abzulösen….dann töten die sich selber. China wird die USA letztlich vielleicht militärisch besiegen. Aber das ist weit in der Zukunft. Die USA können nicht warten. Da sind die Zombies losgelassen worden.

Und zu Hause in den USA (ich bin ja Amerikaner) debattiert der Kongress über eine Erhöhung der „Schuldenobergrenze“, als ob das einen Unterschied machen würde. Diese Obergrenze ist seit der ersten Einführung einer Obergrenze vor 94 Jahren 93 Mal eröht worden. Wie groß ist da wohl die Wahrscheinlichkeit, dass die Obergrenze dieses Mal halten wird?

Ich wette eher darauf: Es wird weitergehen mit dem Schuldenmachen und Geldausgeben, bis die Nation Pleite ist.

Die US-Wirtschaft war eine Erfolgsgeschichte der freien Märkte, für 100 Jahre. Vom Ende des amerikanischen Bürgerkriegs bis zum Ende des Vietnamkriegs. Die USA waren eine reiche Nation, schnell wachsend, am innovativsten auf der Welt, am wettbewerbfähigsten, und am meisten bewundert. Aber dann ersetzte Richard Nixon im Jahr 1971 den mehr oder weniger soliden Dollar – der teilweise durch Gold gedeckt war – durch einen puren Papierdollar. Der war durch nichts mehr gedeckt, als durch die guten Absichten der Beamten der Regierung.

Was mit dem Geld passierte, passierte auch mit der gesamten Nation. Mein Freund und Kollege Byron King meint dazu:

„Das Problem mit den USA ist, dass es in den letzten 40 oder 50 Jahren zu viel freies Geld gibt…“

Es sind in den USA mittlerweile drei Generationen aufgewachsen, welche in Bezug auf unser Geld noch nicht einmal mehr grundlegende Bildung erhalten haben. Stattdessen wurden ihre Ansichten durch „Econimics 101“ an den Universitäten vergiftet. „Elastische Währung“ – ein Produkt der Fed.

Meiner Ansicht nach sind die Medien und die politische Klasse keineswegs klüger als die Menschen, die übers Land gehen. Die Geldpolitik der USA basiert derzeit auf dem „freien“ Geld der Fed….Defizite spielen keine Rolle.

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Imperialer Selbstmord (von Bill Bonner)
weitere Informationen: Investor Verlag

Print Friendly, PDF & Email

 

Schlagworte: , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.