Immobilien als Klumpenrisiko

7. August 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Fallende Zinsen verführen dazu, mehr Schulden für immer teurere Immobilien aufzunehmen. Die Höhe der Baukredite steht nun mit 1,23 Billionen Euro auf einem neuen Rekord. Kein Wunder…

… wenn die Zinsen von damals 4,5 Prozent auf nun ein Prozent gefallen sind. Danke, liebe EZB! Die nächste Immobilienblase kommt bestimmt. Zudem ist Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch nicht teuer, sagen Experten.

Die Bauaufträge stiegen im Mai um 31 Prozent gegenüber über dem Vorjahr. Der Wohnungsmarkt läuft heiß und kann noch heißer werden. Die Deutsche Bank erwartet 2016 sechs Prozent höhere Preise, in Metropolen etwas mehr. Dabei steigen die Preise schneller als die Einkommen. Was aber, wenn die Blase platzen sollte? Dann ist das Geld ja nicht weg, es hat nur ein anderer.

Mit einer Immobilie als Geldanlage haben sich neben einem Kredit auch ein Klumpenrisiko eingefangen. Es schreit ständig nach Geld. Und eigentlich sind Immobilien Verbrauchsgegenstände. Wenn es unbedingt etwas Immobiles sein muss, es gibt auch Aktien. Im Immobilienindex DIMAX versammeln sich alle börsennotierten Immobilienaktien. Er stieg dieses Jahr um 18 Prozent und um 165 Prozent binnen fünf Jahren. Diese Papiere kann man schneller verkaufen als ein Haus. (Quelle: Finanzen.net)

dimax

Das Dumme an Krediten ist, man schleppt sie wie einen Klotz am Bein mit sich und ist zudem auch noch immobil. Wer weiß, wie sich die Nachbarschaft künftig verändert? Wer weiß, was das Geld in zehn Jahren kostet, wenn die Zinsbindung ausläuft? Behält man die Arbeit? Bleibt man gesund? Reicht das Geld? Hält die Ehe? Hierzulande wird jede dritte Ehe im Schnitt nach 15 Jahren geschieden. Die Frau ist dann ja nicht weg, sie hat nur ein anderer.

Ist der Kredit irgendwann beglichen, hat man die Immobilie eigentlich zweimal bezahlt. Im Verkaufsfall bekommt man aber nur den Verkehrswert. Und wenn es schiefgeht, ist das Haus auch nicht weg. Drin wohnt dann nur jemand anders. Würden Sie Aktien oder Gold auf Kredit kaufen? Bei Immobilien ist das ja was ganz anderes. Auch hier gilt: Nicht jede verpasste Chance ist ein Verlust.
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

 

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2 Kommentare auf "Immobilien als Klumpenrisiko"

  1. Schubidu sagt:

    Die Frau ist dann ja nicht weg, sie hat nur ein anderer. Gröhl. Deshalb liebe ich diese Seite.

  2. AblaBix sagt:

    Also ich habe im Jahre 2008 und 2010 Zinshäuser gekauft die jedes Jahr rund 10-12% im Wert pro Jahr gestiegen sind, die Rendite lag und liegt bei beiden bei rund 7%, abzüglich der Erhaltungsaufwendungen (Malerarbeiten, Heizung ect.) komme ich da auf eine reale Rendite von konstanten 17% JEDES Jahr und ich kann sämtliche Aufwendungen und Zinsen auch noch zu 100% von der Steuer absetzen, 2018 und 2020 kann ich diese Häuser komplett steuerfrei verkaufen, sorry…aber da kommen Fonds und Aktien nichtmal annähernd ran !

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