Immer schön immobil! Wie viel Häuschen darf`s denn sein?

15. Mai 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Machen Sie auch die Erfahrung, dass inzwischen so viele Leute im Bekanntenkreis vom Kauf eines Häuschens oder einer eigenen Wohnung schwärmen? Da die Zinsen so verlockend sind, schreiten viele jetzt zur Tat. Der Übermut ist groß wie heute auch die Sorge um das Ersparte…

Nichts ist mehr sicher! Bis auf den eigenen Herd. Der ist bekanntlich Gold wert – vorausgesetzt man kann kochen und ist handwerklich etwas begabt. Die Zeiten ändern sich. Inzwischen bekommt man Immobilienkredite hinterher geworfen. Woher sie kommen, spielt keine Rolle. Hauptsache billig. Diese Zeiten sind ein Paradies für Schnäppchenjäger. Ich weiß nicht, was die Jäger jagen, aber Schnäppchen sind es bei der Preisentwicklung der letzten Jahre eher nicht mehr. Dass die Falle später wie eine Mausefalle zuschnappen könnte, gilt landläufig als ausgeschlossen. Warten wir`s ab. Boomzeiten im Immobilienmarkt betreffen vor allem Hotspots wie Frankfurt, Köln, München und Hamburg. Meist sind Übertreibungen auf Sand gebaut. Aber das ist ein Kapitel aus der Zukunft und wird erst noch geschrieben.

Immobilien sind angenehm. Ihre Preise werden nicht täglich an der Börse aufgerufen. Den meisten entging so, dass Beton und das drum herum in den letzten Jahren deutlich teurer geworden ist. In Spanien und in den USA haben damals auch künstlich niedrigen Zinsen die Leute verrückt und zu vermeintlichen Eigentümern gemacht. Über die Konsequenzen könnte man informiert sein, aber…

Manche möchten wirklich nur eine sichere Geldanlage und ihre Euros tauschen in… Man weiß ja nie. Diese Inflation, diese Zinsen, diese Nachbarn! Wie oft habe ich in den letzten Wochen gehört, man finanziert etwas als Geldanlage. Ha! Wer Kredite für die eigenen vier Wände aufnimmt, kann unmöglich von einer Geldanlage reden. Von daher scheint sich auch die Zahl der Dummköpfe der Preisentwicklung von Häusern und Wohnungen angepasst zu haben.

Für jemanden, der genügend Guthaben auf der hohen Kante hat und für einen Teil davon eine Immobilien kaufen möchte, mag das vielleicht sinnvoll sein. Doch wer hat schon locker eine viertel Million Euro überflüssig? Wahrscheinlich ist das die Minderheit. Milliarden Euro an neuen Schulden werden für den Erwerb von Betongold aufgenommen. Die Bank erfindet diese, zahlt sie aus und bekommt im Ernstfall das Häuschen. Nettes Geschäft. Noch nie war ich in den letzten Monaten auf so viele Einweihungspartys eingeladen, auf denen ich als stinknormaler Mieter manches leckeres Kanapee und sanft-mitleidige Ratschläge genießen durfte.

Sie wollen weg? Vergessen Sie`s!

Schulden sind eine seltsame Sache. Man spürt sie erst, wenn es schwer wird, diese zu bedienen. Sie schränken den Bewegungsspielraum ein und auch die Freiheit. „Für was mache ich das?“ – eine oft gehörte Frage von Leuten, die sich übernommen haben, nachdem Fingerfood schon lange vertilgt war und das Konto wegen zu vieler Abbuchungen für den Unterhalt seiner Immobilie nie Guthaben ausweisen konnte. „Ich tu`s für die Kinder!“ Tschuldigung! Das war gut gemeint, aber nicht gut. Das passiert schon mal im Rausch von Blödsinn, freundlicher Kalkulationen und großer Wünsche. Einige unserer kleinen Farmen in der Umgebung, hochgezogen in den letzten Jahren, suchen schon heute wieder einen würdigen Nachfolger. Das Haus ist weg, die Schulden sind aber geblieben. Mist! Erst im Falle der Fälle werden Schulden spürbar und wirken dann zerstörerisch.

Freiwillig sich angelegte Schuldenketten sind im ungünstigsten Fall lebenslang bindend und schwer wie ein Betonklotz – vor allem dann, wenn sich die Zeiten ändern. Und das werden sie. Von daher ist es nicht nur heiter, wenn mit Begriffen wie „Eigentümer“ oder „Geldanlage“ hantiert wird. Eigentümer ist meistens die Bank. Bei allem finanziellen Irrsinn kann es heute schon mal vorkommen, dass Borgen mit Guthaben verwechselt werden. Im Zinsrausch der Märkte greift man gerne zu. Ein Massensyndrom…

Oh, die Inflation!

Immobilien sind eine sichere Sache, vor allem in inflationären Zeiten. Das hört man oft. Nehmen wir an, die gefühlte Inflation von derzeit 5,5 Prozent wäre die reale Teuerungsrate. In solchen Zeiten zahlt sich so ein Betonklotz mit Solaranlage zur Erzeugung von politisch und ökologisch korrektem Sonnenstrom fast von selbst ab. Notfalls kann man die Immobilie ja immer wieder verkaufen. Oder vermieten. Auch an Mietnomaden. Wenn Not herrscht, werden das wohl viele tun.

Eine Erfahrung fehlt noch: Das Handeln mit Immobilien. Nicht dass man heute als Otto-Normal-Hauskreditbesitzer mit Häusern handeln möchte. Das kommt noch – wie vor wenigen Jahren in London oder in den USA. Die niedrigen Zinsen befeuern den Markt ganz automatisch und treibt neue Esel auf die Tanzfläche. Man muss nur der Erste sein, der das Parkett in so einem Fall verlassen hat. Von Greenspan lernen heißt in den USA heute siechen lernen, Pardon, siegen lernen – nur ist das Schlachtfeld etwas anders geworden…

Falsche Anreize

Die Zinsen sind verlockend niedrig. Wer heute monatlich 700 Euro für die Miete ausgibt, ist ein Depp. Dafür kann man etwas Neues finanzieren, ganz ohne Eigenkapital versteht sich. Beispiel gefällig? Laut einem Schnellrechner und einem Zinssatz von eleganten vier Prozent, einer jährlichen Tilgungsrate von einem Prozent kann man sich rechnerisch ein Darlehen von 168.000 Euro holen. Sicherheitsaufschlag, Makler, Notar – und Grundbuchkosten und die Grunderwerbssteuer in Höhe von rund 21.000 Euro sind dabei abzuziehen. Man kann sich also auf die Suche nach einem Objekt für maximal 147.000 Euro machen. Super!(QuelleInterhyp)

Bei monatlichen gar 1.000 Euro sind auch Objekte für 210.000 Euro finanzierbar. Nach etlichen Monaten der Plackerei kann man dann seinen Freunden stolz sagen, man wäre ein „Eigentümer“ wie 44 Prozent der Deutschen – und dazu eine stolze Einweihungsfeier schmeißen, über die man noch lange reden wird.

Vielleicht ist es nur eine grobe Rechnung, jedoch ist es schon erstaunlich, wieviel man heute Kredit bekommt, um glücklich zu werden. Da man schwer zwischen Bergen aus Geldscheinen von 147.000 und 210.000 Euro unterscheiden vermag, wählt man vielleicht sogar den größeren Berg – bei den heutigen Schnäppchen am Zinsmarkt. Wenn schon, denn schon! (Quelle: Interhyp)

Dumm ist es dann, wenn es auf der Einnahmeseite zu Veränderungen und Schwierigkeiten kommt. Arbeitslosigkeit, Zeitarbeit irgendwo in dieser hübschen Republik oder andere prekäre Arbeitsverhältnisse sind im Glück des jungen Bauherren selten berücksichtigt. Scheidung, Krankheit oder andere Dinge bleiben im Rausch, sich eine Schuldenkette für die nächsten Jahrzehnte umzulegen unkalkulierbar. Die EU-Regierung hat sicherlich auch noch ein paar nette Überraschungen im Namen von Umwelt und Lobbyverbänden auf Lager. Mit diversen Auflagen, zahlbar von Hausbesitzern, kann sogar der eine oder andere Zwangs-Aufschwung im Baugewerbe zur Freude der Statistik befeuert werden.

Immobilien werden auch als Betongold bezeichnet. Schade, dass Gold nicht „rostet“. Immobilien tun das schon. Monetär gesehen, ist eine Immobilie ein Verbrauchsgegenstand und verursacht Folgekosten. Auch die Abgabenlast bzw. die Nebenkosten sind in den letzten Jahren schneller gestiegen als die Erfahrung, damit umzugehen. Viele Gemeinden haben begonnen, in ihrer finanziellen Not, auch noch die Grundsteuer zu erhöhen. Früher gab es mal Zwangshypotheken. Ach, das war früher. Heute heißen sie anders, kosten aber ebenso viel. Die restlichen Kosten… Sie wissen schon. Böse Zungen behaupten ja, sie kaufen erst eine Immobilie, wenn sie die heutigen Hasardeure mit zu wenig Eigenkapital und zu großen Wünschen auf den Markt bringen – nicht dann, wenn sie das wollen, sondern dann, wenn sie das müssen. Wer weiß?

Und während der Schnittlauch gedeiht, die Rosen blühen und der Rasen nach dem Rasenmäher schreit, darf man sich  gesonnt zurück lehnen und sich an den alten Spruch erinnern, dass Eigentum verpflichtet – oft bis ans Lebensende. Ach, es ist so herrlich, so schön zu wohnen – so schön immobil. Viel Glück! Willkommen als Eigentümer im Schuldenland.


 

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21 Kommentare auf "Immer schön immobil! Wie viel Häuschen darf`s denn sein?"

  1. beccon sagt:

    Wie sagt man: Die Immobilie ist die einzige Anlageklasse, die ihren Hauptnachteil im Namen trägt…

  2. stonefights sagt:

    Ein Bekannter (Matthäus) 😉 meinte folgendes dazu:

    15 Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind!
    16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?

    24 Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute.
    25 Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet.
    26 Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute.
    27 Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, da stürzte es ein, und sein Einsturz war gewaltig.

    LG von einem, der den letzten Sand gerade wegschaufelt
    🙂 🙂 🙂

  3. gilga sagt:

    Schön geschrieben Frank und Recht hast Du zudem auch.

    Ich hoffe allerdings die Aussage zu „was ist finanzierbar“ war gewohnt ironisch gemeint… 😉

    Wie heißt es so schön am Ende der Grafik „Bei dieser Finanzierungsvariante würde die Restschuld nach Ablauf der 20jährigen Sollzinsbindung 116.651,52€ betragen“. Halleluja. Für 147.000€ gekauft und über 20 Jahre 168.000€ reingeworfen und immer noch 116.000 Schulden: macht selbst wenn man dann abbezahlt 284.000€; aua. (und da sind noch keine Reparaturen etc. dabei).

    Das ist es immer was ich an der manchmal einseitigen Darstellung „die Inflation frisst das gesparte auf“ kritisiere. Noch sind die Kreditzinsen für den Normalverbraucher und insb. in solchen „Vollfinanzierungszenarien“ höher als die Teuerung (sieht man von Immopreisen in München etc. ab): 3,5-4,5% vs. 2-3%. Die reine Kalkulation Zinsen vs. Teuerung zieht hier nicht, da eben Kreditzinsen eine Rolle spielen.

    Ein Haus mag für den ein oder anderen durchaus eine geeignete Kapitalanlage darstellen und ggf. auch Spass machen bzw. auch eine Bereicherung des eigenen Lebens darstellen; kommt eben drauf an wie man dazu steht. Andere fahren gern leistungsstarke deutsche Autos, bereisen die Welt u.ä. Ich denke es ist vermessen den Menschen diese Ziele vorschreiben zu wollen.

    Nur realistisch sind die Hoffnungen/Kalkulationen eben besonders im Fall der Immos nicht wirklich. In Gelddingen ist der Bildungsstand eben leider nicht unbedingt perfekt… Ein paar Dinge sollte man nicht vergessen:
    – man baut/kauft nicht (nur) für sich sondern auch für Andere => So ein Haus muss auch in 20 Jahren noch verkäuflich sein (Stichwort: Überalterung) => objektive, generelle Kriterien nicht die eigenen subjektiven spielen eine große Rolle!
    – ordentlich Eigenkapital mitbringen (min. 25%, gut sind 40+)
    – sauber Kalkulation der aktuellen und zukünftigen Kosten (nicht nur einmalige sondern auch sich ändernde Lebenshaltungskosten/Nebenkosten sowie Einplanung von Rücklagen für Reparaturen etc.)
    – saubere Kalkulation der möglichen Kreditrate: auch bei 25% niedrigerem Einkommen muss die Rate noch bis zum Schluss finanzierbar sein
    – Rücklagen: Man sollte schon in der Lage sein den eigenen Lebenstil (inkl. Ersatz von langlebigen Gütern; klass. Bsp. Waschmaschine) über ca. 1 Jahr (siehe 2008/2009) bei verringertem Einkommen beibehalten und alle Raten bedienen zu können; spielt auch beim Verkauf (kann sich eben auch mal ein paar Jahre hinziehen) eine große Rolle
    – Einplanung langfristig absehbarer Entwicklungen die die finanzielle Situation ändern werden (z.B. Studium der Kinder oder ggf. eigene nachlassende Leistungsfähigkeit im Beruf, …)
    – die Immo sollte man in 10 Jahren in Volltilgung(!) unter den oben genannten Kriterien zu 100% abzahlen können und dennoch einen 15 Jahre Vertrag abschließen (und ggf. auch langsamer Tilgen wenn es finanziell halbwegs sinnvoll ist)

    Und nun sollten die ganzen Häuslebauer und Eigentumswohnungskäufer die diese Kriterien erfüllen mal die Hände heben…

    Ich denke unter diesen Bedingungen ist eine Kreditfinanzierung ok (einen Teil der Rücklagen kann man ja auch in EMs halten ;-)), da gegenüber einer Miete ein (wenn auch zumeist sehr viel geringer als erwartet) Vorteil besteht und man (insofern die eigene Veranlagung was Hobbys etc. betrifft so ausgerichtet ist) man ggf. auch ein Stück Lebensqualität gewinnen kann.

  4. Fnord23 sagt:

    Guten Morgen liebe Leute,

    klingt ein wenig nach Immo-bashing? Etwas Einseitig die Betrachtungsweise.

    Ich hab es schon mehrfach geschrieben: Es gibt die, die auf 400qm in eine Neubausiedlung bauen. Es gibt die, die ein Bestandsgebäude mit 3000qm Grundstück stadtnah ausbauen. Es gibt die Vollfanzierer und die 10%er.
    Es gibt die, die das tun, weil die Freunde es tun (Gruppenzwang). Oder die, die sich BEWUßT, nach Betrachtung aller Risiken, dafür entscheiden.
    Es wird die geben, die irgendwann mal zur Bank gehen und erklären, dass sie den Kapitaldienst nicht zahlen. Weil das „Geld“ eh nicht da war und somit auch keiner einen Verlust hat. Über die Zinsen kann man reden, aber die Tilgung….

    Dann gibt es noch die, die unbedingt Vermieter sein wollen…
    Dann gibt es die, die unbedingt Sachwertaktien besitzen wollen…
    Dann gibt es die, die unbedingt EM-bsitzer sein wollen…

    Und dann gibt es die, die jetzt mit einem Kaffee in der Hand übers Grundstück schlendern und sich erst mal ein frisches Frühstücksei besorgen….

    Jeder wie er denkt, dass er glücklich ist. Und zwar jetzt, heute und hier. Was weiß ich, was in 10 jJahren ist.

    Das warten auf den Crash kann verdammt lang werden. Soll ich deshab mein Leben anhalten?

    VG aus dem Erzgebirge

  5. mister flax sagt:

    @Fnord23:

    Genau das ist das „Problem“. Das warten auf den Crash dauert schon einige Zeit und kann noch viele weitere Jahre dauern. Wer darauf wartet und sich entsprechend viel damit auseinander setzt verliert definitiv an Lebensqualität. Sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und seine eigenen Maßnahmen diesbzgl zu ergreifen ist sicherlich richtig und notwendig. Aber das sollte es dann auch gewesen sein. Wenn es kommt, dann kommt es. Wie es kommen wird weiß keiner. Weshalb also verrückt machen… Habe das Thema Immobilienerwerb mittlerweile auch gekippt. Es ist zwar frustrierend ein Vermögen an Miete in einer der o.g. Städte zu zahlen, aber ich möchte auch nicht für eine 4 Zimmerwohnung über 400TSD Euro bezahlen. Geht es noch???

    VG
    mister flax

    • stonefights sagt:

      vielleicht passend für euch:

      Genieße jeden Tag!
      Sorge dich nicht,
      was kommen könnte,
      sonst zahlst du
      im Voraus Zinsen
      für Schulden,
      die du vielleicht
      niemals
      machen wirst.

      lg, stonefights

  6. wolfswurt sagt:

    In meinem Bekanntenkreis gibt es zwei Handwerksmeister die für ihre Altersfürsorge sich mehrere Immobilien zugelgt haben.
    Heute sind sie in Rente und die Einnahmen decken nicht die Kosten.
    Händeringend versuchen sie die Immos zu verkaufen. Der Verkaufserlös deckt noch nicht einmal die Restschuld.

    Eine Bekannte kam aus der Bank nach einem Gespräch mit dem Filialleiter wegen einer Aufstockung der Hypothek. Ihre Worte auf meine Frage nach dem Ergebnis: „Kannst Du mal sehen, ich bin Kreditwürdig. War kein Problem die 30.000 zu bekommen.“

    Das war 2005.
    Später mußte sie Verkaufen. Die Kosten waren zu hoch.

    Das ist das Ergebnis, wenn 90% der Bevölkerung die Prozentrechnung nicht begreifen.

    Nur die Mieter sind da keinen Deut gescheiter, sind in der Miete doch die gleichen Kosten.
    Ob ich 40 Jahre den Zins in der Miete bezahle oder als Hypothekennehmer an die Bank bleibt egeal.

    Beide sind dumm!

  7. notme sagt:

    Der Mieter lebt in der sozialistischen Mieterrepublik in der Tat entspannter. Jedoch sollte sich jeder überlegen warum ein Vermieter vermietet. In der Regel geschieht dies nicht aus Nächstenliebe. Die genannten Kosten (Zinsen, Instandhaltung, Grundsteuer etc) werden vom Mieter natürlich auch getragen. Wenn auch selten sichtbar (bei der Grundsteuer) so sind die Kosten doch in die Miete einkalkuliert. Diese Kalkulation geht mal auf und mal nicht. Aber das ist das Risiko eines jeden Investors. Aber das der Mieter billiger lebt ist ein Trugschluss.
    Billiger geht nur zu Lasten der Substanz.
    Und das spricht nicht gegen die selbstgenutzte eigene Immobilie. Die aufgeführten Risiken sind sicher real und zu bedenken aber kein Argument gegen den Erwerb von Eigentum. Keinesfalls darf die Tilgung mit der Miete verglichen werden, lediglich die Zinsen stellen Kosten dar. Möglichweise ist zusätzlich der Teil der Tilgung abzuschreiben der als Wertverlust anfällt. Aber nie die gesamte Tilgung. Jeder sollte sich überlegen ob und wieviel er spart. Und bei niedrigen Zinsen ist das Sparen momentan nicht sonderlich attraktiv. Ob man mit Säcken voller Goldmünzen unter dem Bett auf den finalen Crash warten will sei auch dahin gestellt. Besser als ein Rate in eine „kapitalbildende“ Versicherung (fragt sich wessen Kapital) ist eine selbstgenutzte Immobilie allemal.

    • MARKT sagt:

      Ein Blick in unser GG läßt könnte Spekulationen aufkommen lassen. Aber auch da ist vieles davon abhängig ob man treuer politisch korrekter Staatsbürger ist, oder er Verschwörungstheoretiker wie ich.
      http://dejure.org/gesetze/GG/15.html

      Da sind selbst mimir, ein paar Säcke Goldmünzen unter dem Bett lieber als das allseits beliebte Betongold.

      Die kann ich nämlich mitnehmen oder an einem anderen Ort lagern. Aber eines sollten alle im Hinterkopf haben: Satt wird man weder von dem einen noch vom anderen.

      Also haut Euer verschmähtes Papiergeld nicht zu früh raus. Denn das Warten auf den Systemcrash dürfte noch mindestens 5 Jahre dauern. Der ein oder andere wird sich noch wundern wie viel Immobilie oder auch EM er für das vielgeschmähte Fiat-Money , insbesondere wenn er es in U$ Cash besitzt, kaufen wird können.

  8. Thomas71 sagt:

    Hallo Frank,

    schön geschrieben, aber eine Kleinigkeit hast Du übersehen.
    Wenn Du in Rente gehst, könnte Dir eventuell das nötige Kleingeld fehlen, die Miete aufzubringen. Solltest Du Sparen und Miete zahlen vorziehen, liegt erstens eine Doppelbelastung vor und Zweitens raubt Dich die Inflation aus.

    Die Frage ist, ob Du mit der Rente auskommst? Ich denke nicht!

    Daher stellt sich die Frage, was man tun kann, um den Einschnitt durch die Rente abzufedern?

    Gruss,
    Thomas71

  9. DCWorld sagt:

    @Frank – Ein wirklich schöner Artikel.

    Auch in unserem Umfeld sind schon fast alle Freunde & Bekannte Häuselbesitzer. Und wenn man Kinder hat, dann muss man sich ein Haus kaufen so die gängige Meinung. Die Kleinen könnten dann schön auf der Terasse spielen. Da wird einem warm ums Herz.

    Auf der anderen Seite ist es so, keiner hat seine Immobilie bezahlt. Ich kenne niemanden, der wirklich den Kredit vollständig zurück gezahlt hat. Einge haben geerbt, das gilt nicht. Andere nennen sich zwar Immobilienbesitzer (auch fälschlicherweise Eigentümer genannt) doch das trifft es nicht ganz. Sie haben sich mit dem Geld der Bank in ein schönes Haus gesetzt. Erst wenn es vollständig bezahlt ist, ist es Zeit sich zu freuen. Vorher nicht.

    Die Meisten erliegen beim Immbilienkauf dem gleichen Denkfehler:
    http://www.start-trading.de/blog/2012/03/09/ein-denkfehler-beim-immobilienkauf/

    Dabei wiederholen sie nur das, was Ihnen der Bankberater gesagt hat. „Für sich selbt zahlen“, „eigene vier Wände“, „im alter keine Miete“ oder „niedrige Zinsen“ sind die immergleichen Argumente.

    Wer heute keine Immobilie kauft ist in deren Augen ein Depp, wie du es auch geschrieben hast. Abgrechent wird aber erst am Ende der Laufzeit. Warten wir es ab.

  10. FDominicus sagt:

    Die Immobilienbesitzer werden diejenigen sein, an die der Staat nach dem Ende der Party herantritt. Weglaufen ist nicht, also ideale Beute für die Delebets. Die Fnanzierungsrechnungen kann man nur „gräulich“ nennen… Wie schon einer Schrieb in 20 Jahren male ben den Kaufpreis verdoppel ohne auch nur eine Reparatur bezahlt zu haben, dazu noch alle so laufenden Kosten. Das läppert sich ganz schön zusammen. Ich weiß in bestimmen Ländern (NRW ganz vorn) kann man als solventer Mieter Grandioses zu einem kleinen Preis mieten. Das wird sicher noch besser wenn dann der Exodus aus dem schönen Grün/Roten Schuldenparadies so weitergeht.

    Ob wie es DCWorld formuliert am Ende abgerechnet wird, muß man abwarten. Denkbar die Abrechnung erfolgt früher ;-(

  11. Chris sagt:

    Hallo

    Ob eine Immobilie sich rechnet, kommt auf die Zeit und den Ort an und ist nicht kalkulierbar.

    Die Generation meiner Eltern hatte Glück. Sie hatten niedrige langfristige Finanzierungen abgeschlossen und es folgte eine lange Phase hoher Inflation mit starken Lohnzuwächsen (10 bis 12 %). So waren sie bereits nach 20 Jahren schuldenfrei und die ersten Pkws wurden im Anschluß gekauft. Alle hatten sehr früh, also spätestens mit Anfang 20 mit viel Eigenleistung begonnen. Mitte 40 hatten sie es geschafft. Nicht zu verachten waren auch die Nutzgärten hinter den Häusern. Obst, Gemüse und Blumen wurden kaum gekauft. Alles war frisch und von bester Qualität. Viele hatten auch Hühner. Das sparte Zeit und Geld. Zum Kochen ging ich einfach in den Garten oder in den Vorratsraum. Bis auf Fleisch und Fisch wurde fast nichts hinzugekauft, da der Restbedarf getauscht wurde.

    Hier im Vordertaunus kann ich auch die Vorteile einer abbezahlten Immobilie täglich beobachten. Die alten pflegebedürftigen Besitzer werden mit großer Liebe von den polnischen Betreuerinnen gepflegt. Es bleibt ihnen eine staatliche Siechenanstalt erspart. Für 1000 EUR plus 200 EUR Sozialbeiträge gibt es eine Betreuung rund um die Uhr. Dafür reicht die Rente und Pflegeversicherung gerade noch. Unsere Nachbarin obgleich halbseitig gelähmt, lädt ihre Freunde zum Kartenspiel bei selbstgebackenem Kuchen wöchentlich ein. Die Polinnen bewohnen den Teil des Hauses, der früher von den Kindern genutzt wurde. Ein pflegegerechter Umbau ist schnell erledigt. Die Kinder wohnen in der Nähe und organisieren die Hilfen. Am Ende bleibt meist das Haus in Familienbesitz, es wird renoviert und die Enkelkinder ziehen ein. Nun ob wir auch noch diesen Luxus genießen können?
    Ein weiteres Beispiel: Meine Cousine hatte bedingt durch ihren Umzug auf examinierte Pflegerin umgeschult. Die meisten Altersheime sind der Horror, sie ertrug ihre Arbeit dort nicht länger. Die Mehrzahl der Bewohner werden mit Medikamenten ruhig gestellt oder fixiert. Außerdem werden sie ungenügend mit Essen und Trinken versorgt, was zu Demenz-Erscheinungen führt. Und wer landet dort besonders häufig, nun es sind die Mieter. Meine Cousine hat sich selbstständig gemacht und betreut reiche Villenbesitzer, die es sich leisten können, mehrere Betreuungspersonen rund um die Uhr zu bezahlen. Hier gehören Vorlesen, gepflegte Unterhaltung und Theaterbesuche zum Standard. Auch die Großfamilien sind merkwürdiger Weise intakt. Am Wochenende ziehen vorübergehend die Enkel oder die Kinder ein, dann hat sie frei, außerdem jede zweite Woche.

    Gut finde ich auch das Modell zwecks Immobilienerwerb, das in vielen europäischen Staaten praktiziert wird, man baut in Etappen, immer nur so weit wie Eigenkapital und Manpower reichen.

    Vielleicht kostet die eingefrorene Miete später nur ein Mittagessen, vielleicht werden aber auch wieder einzelne Zimmer oder Schlafplätze angemietet. Wir wissen es nicht.

    Grüße

    Chris

    • lachmoeve sagt:

      Genau richtig!
      Die Zeit ist ja auch nicht stehengeblieben. Und in den späten 60ern und frühen 70ern haben viele meiner Bekannten auf Familiengrundstück gebaut, jede Menge Eigenarbeit ins Häusle gesteckt und mit relativ kleinen Kosten relativ große Immos gebaut. Und wer clever war, hat gleich nach absehbarer Abzahlung weitergemacht (da war vielleicht noch ein Grundstück vom onkel, das nach Bebauung rief?) und so steuerlich auch ein nettes Sümmchen in das zweithaus gesteckt… 🙂
      Aber die „goldenen“- wenn auch schwer erschufteten- Zeiten sind vorbei!
      Grundstücke sind teuer, Löhne unzuverlässig, Kinder wollen sowieso nix wie weg, und kaum einer der neuen Bauherren verbringt seine 50 Std. die Woche auf der BAustelle und spart am Urlaub, Auto oder sonstigen Details…
      Wer sich damals was traute hat heute ein sicheres Bleiben…falls nicht irgendwas dann doch schief ging (Scheidung, Unfall, was auch immer!)
      Aber, heute ist heute und wir denken und agieren nicht mehr wie in den 70ern! Heute bauen ist Risiko; es sei denn, man muss sich um das bischen „Kleingeld“ keine Sorgen machen….
      Aber wer kann das schon von sich behaupten?

  12. Jochen sagt:

    Es kommt immer darauf an.

    Wie ist das Preisniveau, wo liegen die Zinsen, ist es vorstellbar, den Heimatort zu verlassen, wie sicher ist mein Job etc.

    Wir haben uns mit 27 Jahren die erste ETW zugelegt und hatten das große Glück, perfekt und seriös beraten zu werden. Der uns beratende und auf eigene Rechnung arbeitende Vermittler war lange Jahre für den Beamtenbund tätig und hat die Ablösung von einem 5- und 10-jährigen Darlehen mit zuteilungsreifen Bausparverträgen eingefädelt.

    Keine Bank hätte uns darauf aufmerksam gemacht, dass man z. Bsp.durch gezielte Sonderzahlungen die Zuteilung von Bausparverträgen genau steuern kann (unter 5 Jahren !). Die Finanzierung unter Einbeziehung von vermögenswirksamen Leistungen, Eigenheimzulage und Steuererstattungen
    war kinderleicht, die Belastung nie größer als eine vergleichbare Mietwohnung.

    Wir hätten das niemals gemacht, wenn wir uns nicht ausgerechnet hätten,dass auch bei starken Gehaltseinbußen die Finanzierung gesichert ist.

    Wir hatten das große Glück, die erste Wohnung mit immensem Gewinn verkaufen zu können, beim nächsten Objekt, dass wir im Jahr 2000
    als Neubau erworben haben,konnten wir nochmals 40.000 DM Zulage mitnehmen. Wir wohnen seit Jahren schuldenfrei in einer der besten Lagen Wuppertals und haben es nie bereut, so verfahren zu haben.

    Ich hätte nie gedacht, dass wir hier Quadratmeterpreise für ETW’s
    in der Größenordnung von 2600 € sehen,mittlerweile trauen sich sogar Düsseldorfer ‚Entwickler‘ hierin, die mit 3000 €/qm hausieren.

    Die Zeiten sind sehr merkwürdig.

  13. FDominicus sagt:

    „Die Zeiten sind sehr merkwürdig.“

    Man kann auch sagen die Zeiten in den 50 ern waren merkwürdig. Trotz Fiat-Geld ging es aufwärts aber wie wir sehen können: „Alles Strohfeuer, heiß und brutal aber schnell abgebrannt“ So stehen wir heute da „abgebrannt“. Deutschland eine wandelnde Leiche, das Leichentuch: „Gespenstisches Fiat-Geld“ frei verteilt und gegeben von der Zombieanstalt EZB…

  14. DoktorDip sagt:

    Das Wichtigste bei der Immobilie übersehen hier viele – die Haftung.
    Bin ich ernsthafter Investor mit mehreren Wohneinheiten, so gründe ich eine GmbH und begrenze damit die Haftung.
    Bin ich ein Schaf, so hafte ich als natürliche Person mit meinem kompletten Vermögen.
    Sobald man mit etwas Geld wirtschaftend herumhantiert, sofort GmbH gründen – gibt genügend Beispiele, wie man sich mittels Haftungsfragen (GbR, eingetragener Kaufmann etc.) runinieren kann.

  15. Fnord23 sagt:

    Guten Morgen in die Runde,

    was ich auch noch anmerken möchte:

    Für uns war das auch eine Entscheidung der Lebensqualität. Die Kinder z. B. sind im ganzen Dorf unterwegs (wir kommen aus der Stadt). Der Wald fängt hinterm Haus an.

    Im Moment ist es so, dass man hier mit Kindern keinen annehmbaren Wohnraum bekommt. Im Hinblick auf Größe und Lage.(die Miete mal außen vor)

    Klar ging es auch bei uns nicht ohne Kredit. Das Risiko wurde durch einen glücklichen Umstand reduziert. Die Bank kann im Fall der Fälle mit der Immo nichts anfangen. Das weiß die aber noch nicht.

    Uns ging es bei der Entscheidung um:

    Lebensqualität vs. Finanzierungsrisiken vs. staatl. Repressalien

    Aber: Alles was vom Staat so kommen kann, trifft jeden der in diesem Land wohnt! Ob nun im EFH oder zur Miete. Egal.

    Unter dem Anlagegesichtspunkt stehe ich mit allen anderen Investments, ich sehe das Haus nicht aus dem harten Renditeblickwinkel, auch unter staatlicher Beobachtung. Außer im Moment mit EM physisch. Aber was weiß ich was passiert, wenn ich das Zeug mal los werden will oder muß.

    VG ins Land

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