IMF und das Wirtschaftsplanspiel

13. Dezember 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bankhaus Rott) Der Internationale Währungsfonds entdeckt sein Herz für Kapitalkontrollen…

In einem aktuellen Schrieb des IWF finden sich zahlreiche deutliche Hinweise auf kommende Kapitalkontrollen. Wie gewohnt erfolgt auch das Verbot, das eigene Geld in ein anderes Land zu überweisen, nur zu Ihrem Besten …

Hier eine Stelle aus dem Text:

Rapid capital inflow surges or disruptive outflows can create policy challenges. Appropriate policy responses comprise a range of measures, and involve both countries that are recipients of capital flows and those from which flows originate. For countries that have to manage the macroeconomic and financial stability risks associated with inflow surges or disruptive outflows, a key role needs to be played by macroeconomic policies, including monetary, fiscal, and exchange rate management, as well as by sound financial supervision and regulation and strong institutions. In certain circumstances, capital flow management measures can be useful. They should not, however, substitute for warranted macroeconomic adjustment.

„Capital Flow Management“ – Orwell lebt. Ein Aursreiseverbot fällt somit vermutlich nicht mehr unter Freiheitsberaubung sondern unter „Departure-Management“. Keine Sorge, liebe Bürger. Wir entmündigen Sie wirklich nur, wenn wir es für richtig halten. Ob angesichts derart deutlicher Hinweise nicht eine wachsende Anzahl Menschen sagt „Nix wie weg mit der Kohle“?

Es ist schon ganz schön rettungskraftzersetztend, wenn ein Spanier sein Geld nicht bei einer heimischen Bank liegen lassen will. Warum sind die Leute bloß so nervös, wenn eine Bank in einem einzigen Jahr mehr als das Fünffache ihres Eigenkapitals verbrennt? Sehen Sie, wir können Ihnen leider nur Marktgehälter zahlen, aber Sie müssen das, was Sie verdienen dann einer Horde Deppen bereitstellen. Toll. Man stelle sich vor, wie eine solche Politik auf dem Automarkt aussähe. Klar, die Karre hat keinen Motor, ist ausgebrannt und fährt nicht, aber er kommt aus Ihrer Heimat, also kaufen Sie den! Aber bis zu einer Ausweitung der Einfuhrzölle für ausländische Waren dauert es sicher auch nicht mehr lange.


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2 Kommentare auf "IMF und das Wirtschaftsplanspiel"

  1. Lickneeson sagt:

    IWF – Diese Kürzel haben ja schon in vergangenen Dekaden einigen ruinösen Entwicklungsländern schlaflose Nächte und arge Magenschmerzen bereitet, um es milde auszudrücken.Wenn dir die globale Geldpolizei in die Bücher lugt erteilt sie Befehle und keine Ratschläge.Ob diesem Sytem das Motiv der „schwäbischen Hausfrau“ zugrunde liegt ist nicht bekannt.Schon erstaunlich, das sich niemand(lautstark) über die Anteilnahme des IWF in Bezug auf Europa beschwert.Sicher ist aber, das Europa auf dem finanziellen Level eines Entwicklungslandes angekommen ist.

    Glück auf!

  2. Lickneeson sagt:

    Grossartig.IMF-IWF-WMF.Da habe ich mich also als Blindschleiche geoutet.

    Na mein Kommentar stimmt, passt nur nicht zum Feature….grrrr.

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