Im Trüben fischen

18. September 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Es heißt, die Anleger schöpfen wieder Hoffnung. In welchem trüben Tümpel schöpfen sie nur? Wie wäre es hiermit? Die wirtschaftlichen Aussichten bleiben positiv, obwohl die Tendenz nach unten weist. Ein Minus-Wachstum ist auch ein Wachstum…

Das mit den Statistiken und deren Auslegung rührt vielleicht daher, wenn Experten die Minuszeichen miteinander multiplizieren. Oder wühlen die Anleger im Tümpel von Staats- und Bankbilanzen, auf dem Sahnehäubchen und Irrlichter schwimmen?

Klar ist aber, dass auch in dieser Woche Griechenland wieder insolvent, aber liquide ist. Bitte? Es gibt zwar kein tragfähiges Geschäftsmodell, dafür aber genügend Geldschläuche. Wenn man ihnen sämtliche Schulden erlassen würde, brauchten sie morgen schon wieder Geld. Doch erklären Sie das mal Politikern. Einige haben das aber erkannt. So kämpfen Reste der FDP damit ihren derzeit letzten Wahlkampf in Berlin, indem sie auf diese Tatsache hinweisen. Ob es helfen wird? Splitterparteien wie die FDP heißen wohl deshalb so, weil sie von Granaten regiert werden. Letztlich stellt sich die Frage, wer in Sachen Griechenland wirklich am längeren Hebel sitzt. Die Griechen selbst? Scheitern ist weiterhin keine politische Option, wenn man versucht, Zahnpasta zurück in die Tube zu drücken. Gescheitert wird heute gemeinsam – mit lautem Hurra!

Zumindest auf die EZB ist Verlass. Nachdem dort die europäische Südschiene die Geschicke mehrheitlich übernommen hat, dürfen Banken demnächst mit geringeren Zinsen rechnen und wir mit dem Anwerfen der Gelddruckmaschinen hinter schalldichten Türen. Geübt wird schon mal mit dem Aufkauf von faulen Papieren. Darauf einen Asmussen. Prost!

Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

 

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5 Kommentare auf "Im Trüben fischen"

  1. EXE sagt:

    Hoffnung ja kann man das schöpfen oder fördern nicht schlecht.
    Schöpfen die Griechen auch neue Hoffnung endlich, denn Euro los zu werden?
    Vielleicht hat Herr Geithner des Rätsels Lösung verraten.
    Mehr ist halt einfach mehr besser.
    Derivate Mafia sei dank darf der DAX Anleger etwas auf Atmen mal sehn wie lange es hält.
    Man wird es sicher schnell sehen wenn der Gold (die Blase) weiter steigt.

  2. rolandus sagt:

    Klatsch Klatsch….FDP nur noch 1% zum Sonneborn !!!! Man kann es auch so sehen: Eine Partei löst sich sprudelnd auf wie eine bittere Brausetablette …bald ist der Blick wieder frei bis auf den Grund nach dem Geblubber.-)

    Schön Gruß ins Ried (und an die Redaktion der LN)
    rolandus

  3. waasy sagt:

    Dieser Pleitegeier ist:
    Bundesadler und A 400 M zugleich.

    (Nur lachen sich die Russen über uns kaputt das wir kein eigenes Transportflugzeug haben !)
    Und für diese Nationale Sache ist kein Geld da,
    dabei käme es auch nicht mehr auf das Bisschen mehr an !

    Mercedes baute den Silber-pfeil und die ezb ?
    Den A 400 M economic zentral/change bail-out ?

    Grüße aus Norden ein Meaple Leaf kostet jetzt 274 Nok
    ganz schön teuer für diese Währung !

  4. conan sagt:

    Nun ja — die FDP, scheint sich in Ihren Kommentaren zwar nun der Realität anzupassen — ich denke allerdings das liegt vielmehr daran, dass Sie das als einzige Chance gesehen hat noch die 5% zu knacken. NICHT weil Sie nun plötzlich die Zusammenhänge verstanden hätte und nun plötzlich eine andere Position eingenommen hätte (Herr Schäffler ist halt leider nicht die FDP).

    .. Naja — wie immer halt. Ich wende mich wieder meinem Popcorn zu (bin fast am Platzen).

    Gruß

    Conan

  5. Takuto sagt:

    Die Begünstigten der FDP – Hoteliers, Bankster und Konzernbosse – sind zusammen halt nicht mehr als 1,8%. Die Piratenpartei sind die neuen Liberalen, die Ablöse scheint perfekt.

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