Hyperdepressive Superinflation?

1. Dezember 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

Glosse von Frank Meyer

Das erste Türchen am Morgen bei mir war die Kühlschranktür. Nach diesem wilden Geballere am Markt brauchte ich einen Schluck Liquidität. Die große Flut hat sich eine Schneise durch die Märkte geschlagen und die Bären unter Wasser gedrückt. Was kommt eigentlich nach einer Flut? Eine Dürre? Noch mehr Wasser, pardon, Liquidität?

Dax gut, Dow gut – alles gut? Wie vermutet war das Bankensystem ausgetrocknet. Und wenn sich Banken untereinander misstrauen, warum sollte ich den Banken vertrauen? Wissen doch viele, dass toxischer Müll jenseits der Bilanzen das Vertrauen der Banken untereinander vergiftet hat. Das Signal der Notenbanken schafft eine Atempause, aber kein Mehr an Vertrauen. Die Botschaft war klar: Wir lassen niemanden untergehen. Vermutlich stehen die mit Löschwasser gefüllten Feuerwehrwagen längst bereit.

Und die Behauptung von Analysten, man unterstütze damit die Konjunktur ist eine der üblichen Nebelkerzen und Hoffnungszitate aus dem Lehrbuch.

Wenn es Abend wurde im Euroland, schickten Banken ihre Gelder zur EZB und ließen sie dort übernachten. Die sogenannten Übernacht-Einlagen hatten die Marke von 300 Milliarden Euro fest im Blick. Erinnerungen an die Gebrüder Lehman sind wach. Dabei ist Lehman überall. Per 30. November haben sich bei der EZB 304,4 Milliarden Euro schlafen, das höchste Niveau in diesem Jahr. Verzinst werden die Schlafgäste mit einem halben Prozent.

Spekuliere nie gegen Notenbanken war die zweite Botschaft an die Märkte. Es zeigt sich, dass ein einziger Schuss aus der EZB mehr vermag, als monatelanges Verhandeln von Politik in Europa. Kein Wunder, dass man die Waffen der EZB unter politische Kontrolle bringen möchte. Portugals Ministerpräsident Pedro Passos Coelho fordert eine stärkere Rolle der EZB bei der Bekämpfung der Euro-Staatsschuldenkrise. Sie müsse „entschlossener“ vorgehen, sagte er. An seiner Stelle würde ich das auch fordern. (Seite 2)

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3 Kommentare auf "Hyperdepressive Superinflation?"

  1. mfabian sagt:

    Warum nicht gleich seine Ersparnisse in Euro in Sicherheit bringen?
    Physisch natürlich!

    http://qpress.de/2011/11/16/flucht-in-den-euro-geheimtipp-zur-geldanlage/

    Eine sarkastische aber gar nicht mal so unlogische Glose.

  2. […] viaHyperdepressive Superinflation? » Rott & Meyer. Share| Dezember 1, 2011 at 7:22 pm by admin Category: Anleihen, Bankenzusammenbruch, EU-Wahnsinn, Europa […]

  3. holger sagt:

    Ahhh…

    der Herr Meyer in bester Laune. 😀 Oha… mein Punsch… die Leber… das Zwerchfell… egal, die Frisur sitzt.

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