Hüten Sie sich vor der Geldillusion!

18. August 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Manfred Gburek) „Die Preise von Gold, Silber und den anderen Edelmetallen werden umso kräftiger in die Höhe schießen, je länger die bald einjährige Seitwärtsbewegung anhält.“ Das ist ein Zitat aus der Vorwoche, jetzt ohne den widersprüchlichen Zusatz „schon in Kürze“. Ich bitte Sie, diesen technisch bedingten Lapsus zu entschuldigen, und möchte die Aussage, wie sie hier steht, nochmals bekräftigen…

Oder charttechnisch formuliert: Die Preise der Edelmetalle bewegen sich auf dem Boden einer lang gestreckten Untertasse. Der Ausbruch aus so einer Formation nach oben gerät erfahrungsgemäß besonders heftig.

Dem könnten allerdings nicht nur Charttechniker entgegnen: Und was ist, wenn der Ausbruch nach unten statt nach oben erfolgt? So etwas kommt ja hin und wieder vor, etwa wenn ein Unternehmen überraschend schlechte Zahlen veröffentlicht und die Aktionäre panikartig Aktien verkaufen, wenn also die fundamentalen Daten schlechter als erwartet ausfallen. Auf Gold, Silber & Co. bezogen, würde das bedeuten, dass es sich aus fundamentaler Sicht um Waren handelt, die plötzlich niemand mehr haben will, weil das sogenannte Papiergeld (heute: elektronisches Geld) quasi über Nacht zu einem Hort der Stabilität geworden sei und weil hohe Schulden als Abbild des Papiergeldes mit einem Schlag der Vergangenheit angehörten. Wer daran glaubt, ist nicht mehr zu retten.

Man kann das Ganze auch so betrachten: Die Zentralbanken der Welt schöpfen wie von Sinnen unbegrenzt Geld aus dem Nichts, weshalb es auch „fiat money“ heißt (lateinisch-englisch: es werde Geld). Damit nimmt dessen Wert im Vergleich zu nur begrenzt vorhandenen Edelmetallen, Rohstoffen, Immobilien, Ackerland, Kunstwerken, Antiquitäten, Benzin, Nahrungsmitteln usw. immer mehr ab. Der Vorgang vollzieht sich zwar mit Unterbrechungen, kurz- bis mittelfristigen Rückschlägen und in Schüben, aber der Trend bleibt bestehen. Oder umgekehrt: Der Wert der Edelmetalle, Rohstoffe usw. nimmt im Vergleich zum Wert des Geldes zu. Dieser Vorgang ist nicht mehr aufzuhalten, da kann parallel zur Geldschöpfung auch noch so viel Geld durch Abschreibungen in den Bankbilanzen und anderswo vernichtet werden.

Fatal daran ist, dass die meisten Menschen jetzt, im Jahr fünf der Finanz- und Wirtschaftskrise, immer noch der Geldillusion unterliegen. Darunter versteht man, grob formuliert, den Glauben an das Geld als Wert, als Tauschmittel und als Messlatte. Das zeigt sich ja darin, dass die Menschheit gewohnt ist, alle Sachwerte, Gebrauchs- und Verbrauchsgüter in Euro, Dollar, Schweizer Franken oder irgendeiner anderen Währung zu messen. Dieser Glaube hält sich sogar noch in Zeiten mit hohen Inflationsraten, wie während der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts, und endet meistens schlagartig, wie zur Zeit der Hyperinflation in Deutschland 1923, zuletzt in Argentinien, Simbabwe u.a.

Damit drängt sich die Frage auf: Was passiert eigentlich, wenn die Geldillusion in der globalisierten, international verflochtenen Wirtschaft vor dem Hintergrund riesiger Schuldenberge der führenden Länder auf einmal aus dem Bewusstsein breiter Bevölkerungsschichten verschwindet? Die naheliegende Antwort: Panik bricht aus, und die Menschen beginnen alles zu horten, was ihnen einen Wert verspricht. (Seite 2)

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