Hurra! Deutsche Bank zahlungsfähig!

8. Februar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Das habe ich noch nie erlebt, dass eine Bank auf ihre Zahlungsfähigkeit hingewiesen hat. Nachdem die Aktie jetzt unter das „Lehman-Niveau“ gefallen ist, gibt es endlich gute Nachrichten! Deutsche Bank zahlungsfähig!

Ich weiß gar nicht, warum man zu so später Stunde noch eine Pressemitteilung herausgibt. Ein Kuriosum? Zumindest habe ich so etwas noch nicht erlebt…

Die Deutsche Bank hat heute aktualisierte Informationen über ihre Zahlungskapazität für die Zinskupons auf Additional Tier 1 (AT1)-Wertpapiere auf der Grundlage vorläufiger und nicht testierter Zahlen veröffentlicht.
Die geschätzte Zahlungskapazität im Jahr 2016 beträgt rund 1 Mrd Euro. Dies reicht aus, um die AT1-Zinskupons von rund 0,35 Mrd Euro am 30. April 2016 zu bedienen.

Die geschätzte pro-forma Zahlungskapazität 2017 wird rund 4,3 Mrd Euro ohne Berücksichtigung des operativen Ergebnisses 2016 betragen. Dies beruht unter anderem auf einem erwarteten positiven Effekt von rund 1,6 Mrd Euro durch den Abschluss des Verkaufs der 19,99% Beteiligung an der Hua Xia Bank und weiteren HGB 340e/g Reserven von rund 1,9 Mrd Euro, die zur Verfügung stehen, um gegebenenfalls zukünftig auftretende Verluste zu kompensieren.

Die endgültige AT1-Zinszahlungskapazität wird von den operativen Ergebnissen des Jahres 2016 gemäß HGB-Abschluss und der Entwicklung anderer Reserven abhängen. (Quelle: Deutsche Bank)

Puhhh…. Na, da bin ich aber beruhigt und kann gut schlafen, selbst mit einem Kursminus von zehn Prozent am Montag.

dtbank3

Morgen ist ein neuer Tag, mit neuen Chancen und „Herausforderungen“, welche man früher noch „Problem“ nannte.

Die Kreditmärkte sind weniger beruhigt als ich, wobei ich Sie gerade anlüge, denn wenn die Deutsche Bank…. Nein, nicht doch… Der „ Focus“ spielt marktschreierisch ein „wenn“ durch. Der Chart der Kreditausfallversicherungen zeigt beständig nach oben, im Gegensatz zum Chart der Aktie der Deutschen Bank.

Man kann das auf den Kopf stellen, es wird nicht besser. Aber Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Hat man am Kreditmarkt ein gewisses Unbehagen, dass die Bank ihren Forderungen nicht nachkommen könnte? Unsinn! Dass sich herumsprechen könnte, beim einstigen „Branchenprimus“ ist es eng? Ach was!

Innerhalb von zwei Minuten des Lesens des Textes sind sämtliche Irritationen verflogen.

Man mag sich ja gar nicht ausrechnen, was passiert wäre, wenn diese Mitteilung zu so später Stunde nicht gekommen wäre. Man weiß zudem, die Deutsche Bank ist ein Politikum und im Falle des Not-Falls sehr, sehr, sehr, sehr… ja, sehr sehr teuer und alternativlos. Aber jetzt ist ja alles gut. Hoffentlich!

 

17 Kommentare auf "Hurra! Deutsche Bank zahlungsfähig!"

  1. DB sagt:

    Bitte lieber Frank Meyer,
    so richtig habe ich es nicht kapiert. Ist sie oder ist sie nicht???? oder ist es erstmal nur Ihre Interpretation ?

  2. Avantgarde sagt:

    Na dann hoffen wir mal, daß die große Vorsitzende nicht vor die Kameras treten muß.
    Dann würde es für den Steuerzahler mal wieder richtig teuer.
    Wir schaffen das….
    🙂

  3. Michael sagt:

    Ganz was Neues. Die Deutsche Bank und zahlungsfähig, man glaubts kaum.

  4. Argonautiker sagt:

    Würde mich nicht wundern, wenn man nicht versuchen sollte, das irgendwie zu sozialisieren.

    Gab es vielleicht in der letzten Zeit ein paar neue Regeln, die das ermöglichen könnten? Wenn nicht, macht nichts, was nicht ist, kann ja noch werden.

    • Insasse sagt:

      @Argonautiker: „Verluste sozialisieren“ müsste nicht nur das – fortlaufende – Unwort des Jahres und Jahrzehnts werden, sondern hat gute Chancen auf das Unwort des 21. Jahrhunderts! Irgendwie hat es ja auch was Kuscheliges, wenn Eigenverantwortung und damit Haftung frei nach dem Motto „Alle für einen“ entpersonalisiert werden. In so ’ner Haftungsgemeinschaft lebt sichs doch gleich viel „beruhigter“…Jedenfalls für die Versager-Vorstände. 😉

  5. nursongedanke sagt:

    … da ist schlicht und einfach Feuer unterm Dach. Punkt.
    Dazu Egon von Greyerz in einem kürzlichen Interview auf KWN (sinngemäß): er scherze, die Deutsche Bank habe schon den richtigen Namen – weil sie nämlich bald dem deutschen Staat gehöre …

    • toter_esel sagt:

      Wenn die dt.Bank pleite GINGE, offiziell, gäbe es Domino vom Feinsten. Die Kontrahenten der Derivate wären gezwungen, die bail-in-Gesetze anzuwenden, d.h. ALLE Kundeneinlagen, egal, bei welcher europ. Bank oder Sparkasse wären wegen der Vernetzung der Institute weg. Aber die deutsche Punk geht nicht bankrott. Vorher können Coco-Bonds in Eigenkapital umgewandelt werden. Oder man macht´s wie Lehman 2007: Repo 105. Hierbei werden Assets an Scheinfirmen verkauft für 105% und zurückgekauft. War damals legal.

      Oder die EZB hilft. Oder Mutti verbürgt sich wieder persönlich… Alles ist also gut.

      Es sei denn, gaaaanzz Reiche wie BlackRock oder Rothschild halten den Zeitpunkt und Auslöser für angemessen, den längst überfälligen Reset einzuleiten.

  6. toter_esel sagt:

    Ein Banker liegt im Krankenhaus mit einer Lüngenentzündung. „Na, wie sieht´s aus?“
    Die Krankenschwester schaut mit einem ernsten Blick auf das Fieberthermometer. „40,8“.

    „Ok, bei 42 verkaufen Sie!“

  7. JayJay sagt:

    So ist es, wenn es Hart auf Hart kommt, wird die deutsche Bank schon alternativlos mit deutschen Steuergeld gerettet. Den scheitert die deutsche Bank, scheitert Europa und der Euro sowieso ist das eine Sache von Krieg und Frieden.

    Wir schaffen das. 😉

  8. cubus53 sagt:

    Keine Bank (Ausnahmen bestätigen die Regel?) wäre in der Lage, alle Kundeneinlagen in Bar auszuzahlen. Denn diese Einlagen sind zu über 90% rein virtueller Natur. Insofern ist die Aussage des Chefs der Deutschen Bank Volksverdummung.

    Sollte da etwas in die Hose gehen, Frau Merkel wird es schon richten und den Schaden wie in 2008 einfach auf das Konto „Staatsverschuldung“ umbuchen.

  9. Ernst Jünger sagt:

    Hallo Herr Meyer,

    also schaut man auf die Website der Deutschen Bank, hat man schon den Eindruck, dass die Risiken ernst genommen werden. Ich zitiere:

    Meine 10 Prognosen für das Jahr 2016

    Stabileres Wirtschaftswachstum, Überraschungspotenzial bei Aktien (!!!!!), Anleiherenditen weiter im Keller: Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, über die maßgeblichen Trends, Herausforderungen und Chancen des aktuellen Anlagejahres.“

    Mal im Ernst: Wer kennt noch den Sketch von Monty Phyton, wo der Kapitän während des Fluges eine Durchsage durchs Mikro macht: “ Hier spricht Ihr Kapitän. Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung.“

  10. Hobbyexperte sagt:

    Na sowas, das passten mir eigendlich grade gar nicht so recht.
    Wollte ich doch schon bei der DB ein Konto eröffnen.

    Ich frage mich nun welche Bank ist denn noch einigermassen sicher?
    Die grösseren Banken scheinen alle nicht mehr das zu sein was sie einst waren.
    Ob die Sparkassen noch sinnvoll sind?

  11. UV sagt:

    ich weiss nicht, aber ich glaube, die haben sich einfach selbst geshortet und geben dann eine positive Information, die allerdings bei den Anlegern nur negativ ankommen kann.

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