Hollande in Not. Und nicht nur dort…

5. April 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Gleichzeitig setzt sich aber auch der Niedergang von Europas zweitgrößter und inzwischen mit 1,83 Billionen Euro (+116,9 Mrd. Euro p. a.) verschuldeten Volkswirtschaft – Frankreich – weiter fort (siehe Chart). Dass die Arbeitslosigkeit dort nunmehr den 22. Monat in Folge anstieg und mit insgesamt 4,998 Mio. Arbeitslosen den höchsten Stand seit Datenerhebungsbeginn 1996 erreichte, und der Haushalt des „neuen kranken Manns“ (Ex-Weltbankpräsident Zoellick) immer tiefer ins Defizit rutscht, sind absolut besorgniserregende Nachrichten für die Eurozone.

Zwar melden die auf „deficit spending“ setzenden USA derzeit meist (noch) positive Konjunkturdaten, doch muss bei den bekannt flexiblen Statistiken und einer nunmehr erreichten Gesamtverschuldung von 106% zum BIP die Frage nach Schein und Sein dringender den je gestellt werden. Schließlich deuten sich weder bei der echten Arbeitslosigkeit noch bei den Armutszahlen irgendwelche Besserungen an! Und, obwohl sich die US-Regierung durch die Einigung im US-Haushaltsstreit ihre Finanzierung bis zum Ende dieses Fiskaljahres gesichert hat, ist nicht ansatzweise zu erkennen, wie lange die Billionendefizite noch scheinbar folgenlos von der Fed finanziert werden können.

Obwohl nicht im Fokus der Berichterstattung stehend, gewinnt der weltweite Währungskrieg allen G20-Gipfelbekundungen zum Trotz weiter an Schärfe. So findet beispielsweise Südkorea an der Geldflut Japans nun auch offiziell keinen Gefallen mehr und kündigte geeignete Gegenmaßnahmen an, während die BRICS-Staaten in Durban äußerten, ihren auf 282 Mrd. USD geschätzten Handel untereinander verstärkt ohne (!) den US-Dollar abwickeln zu wollen. „Unser Ziel ist es, die überholte internationale Finanzarchitektur zu verändern“, ließ Russlands Vertreter Margalow alle wissen und bestätigte damit den zunehmenden Vertrauensverlust in die (noch) Weltreservewährung.

Angesichts der sich verschärfenden Turbulenzen im weltweiten Finanzsystem erinnert der ungebrochene Optimismus der Aktienanleger, der den DAX zwischenzeitlich sogar über 8.000 Punkte trieb, sehr an die Rekordjagd der Märkte nach dem offensichtlichen Platzen der amerikanischen Immobilienblase, die die Märkte allerdings erst ein Jahr später kollabieren ließ. Wir halten wie OECD-Chef-Ökonom Padoen („… die Börsenkurse sind komplett aus den Fugen geraten.“) das Risiko auf diesen Niveaus für extrem hoch und sind davon überzeugt, dass vor allem die Edelmetalle über kurz oder lang von einem einsetzenden Vertrauensverlust in Gelddruckprogramme und Rettungsakrobatik profitieren werden.

© Volker Schnabel, Mack & Weise – Homepage Mack & Weise


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