Historischer Rückblick auf Regierungen

25. Dezember 2012 | Kategorie: Gäste, Kommentare, RottMeyer
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(von Bill Bonner) Ich möchte auf das Thema “historischer Rückblick zum Thema Regierungen” zurückkommen. Schon in der Steinzeit hatten Stämme oder Clans wahrscheinlich “Häuptlinge”. Das waren vielleicht wenig mehr als physisch Starke… oder vielleicht respektierte Ältere. Im Laufe der Jahrtausende gab es wahrscheinlich so viele verschiedene Beispiele für “Regierungen”, wie es Stämme gab…

Einige wählten ihre Anführer. Bei einigen mögen diese zufällig ausgewählt worden sein, nach allem was wir wissen. Bei einigen wurden Entscheidungen durch Konsensentscheidungen getroffen. Und einige hatten wahrscheinlich überhaupt keine identifizierbaren Anführer. Aber es scheint charakteristisch zu sein für die Menschheit, dass einige Leute immer die Befehlsgewalt haben wollen….und viele Leute wollen jemanden, der ihnen vorsteht.

Da gab es wahrscheinlich auch einen Vorteil, wenn man einen Anführer hatte. Die Jagd zum Beispiel war oft eine kollektive Unternehmung. Es gab auch Gruppen-Entscheidungen, welche getroffen worden mussten…zum Beispiel darüber, wie die Nahrung verteilt wurde…das würde das Überleben der gesamten Gruppe betreffen.

Und wenn eine Gruppe von einer anderen angegriffen wurde, dann konnte ein starker, fähiger Anführer den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.

Ich denke, dass Leute heutzutage diese Anführer/Untertanen-Rollen übernehmen, weil sie von der Evolution dazu programmiert worden sind. Diejenigen, die das nicht können oder wollen…nun, die sind wahrscheinlich vor mehreren Jahrtausenden ausgestorben.

Wir müssen gar nicht bis zur letzten Eiszeit zurückgehen, um zu sehen, was in kleinen politischen Einheiten passiert. Das können wir auch heute sehen. Denn diese Einheiten sind überall um uns herum. Jede Kirche hat ihren Pfarrgemeinderat. Jede Gemeinschaft hat eine Form von Regierung. Jedes Unternehmen….jede Gruppe, jeder Club, jeder Ort, wo Leute zusammenkommen, scheint Regeln zu entwickeln, und Beziehungen, welche mit Macht zu tun zu haben. Anführer entstehen. Informelle Gruppen beugen sich normalerweise starken Persönlichkeiten. Gerichte versuchen das zu kontrollieren. Familien widerstehen dem. Dinner Parties versuchen das zu vermeiden.

Aber so ist das nun einmal. Einige Menschen wollen dominieren. Andere wollen dominiert werden. Das Problem ist – da gibt es normalerweise mehr als eine Person oder eine Gruppe, welche zum dominierenden Teil gehören möchte. Das führt zu Konflikten. Verrat. Mord. Rivalitäten. Und Wahlen.

Aber ich möchte nicht vorgreifen. Ich spreche noch über die Ursprünge von Regierungen und versuche zu erraten, wie das wohl war. Im kleinen Maßstab, so meine Schlussfolgerung, war die Form von Regierungen extrem variabel…und deren Zuständigkeitsbereich extrem begrenzt.

Wie viel Regierung kann man auch schon in einer kleinen Gruppe erhalten? Nicht viel. Wer die Macht hat, kann dann die Leute herumkommandieren, aber nicht allzu viel. Und es steht immer ein Konkurrent bereit, der den aktuellen Boss stürzen möchte, wenn dieser die Unterstützung der Untergebenen verlieren sollte.

Auf der Ebene von Stämmen stelle ich mir vor, dass der stärkste, mutigste Krieger dazu fähig gewesen sein könnte, sich selbst als regierende Autorität einzusetzen. Aber er konnte erstochen werden, wenn er schlief…oder sogar mit einem Pfeil erschossen werden, in einem Jagd-“Unfall”. Selbst unter den besten Umständen würde seine Regierungszeit nicht länger andauern als seine eigene körperliche Stärke.

In einer kleinen Stadt arbeitet eine Regierung tolerabel gut. Es gibt keine große Distanz zwischen den Regierungen und den Regierten. Die Letzteren wissen, wo die Erstgenannten wohnen….und wie sie leben….und wie wenig Unterschiede es zwischen ihnen gibt. Wenn die Regierungen es übertreiben, dann werden sie wahrscheinlich bei den nächsten Wahlen geschlagen…oder mitten auf der Straße.

Aber je größer der Maßstab wird…je mehr die Distanz zwischen Regierenden und Regierten wächst….und je stärker die Institutionen wachsen und älter werden…desto mehr wird die Regierung eine große Sache. Formaler. Machtvoller. Sie kann über immer mehr Punkte bestimmen.

Die erste langfristige Regierung im großem Umfang, von der wir wissen, war die in Ägypten. Nach der Vereinigung der oberen und unteren Königreiche um das Jahr 3.150 vor Christus begann die dynastische Periode. Die hielt mehr als zwei Jahrtausende, im Grunde endete sie nicht, bis die Römer im Jahr 30 v. Chr. Ägypten eroberten.

Wir wissen nicht genau, wie die Regierung dort arbeitete in diesen vielen Jahrhunderten, aber wir wissen, dass es eine Theorie zur Regierung gab damals. Damals wurde es überhaupt nicht für eine Theorie gehalten, sondern ein Faktum. Dieses lautete: Der Herrscher war göttlich. Ein Gott. (Seite 2)

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