Hin zu Inflation, Depression und Revolution

29. Januar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bill Bonner) Eine weitere Einschätzung von mir: Diese „Große Korrektur“ wird zum Ende des auf dem Dollar basierenden Währungssystems (Beginn 1971) führen. Keine Papierwährung hat jemals einen kompletten Schuldenzyklus überlebt. Der Dollar wird nicht die erste Papierwährung sein, die das tut…

Das Entschulden wird die Preise niedrig lassen, während Umsätze und Gewinne fallen. Im Laufe der „Großen Korrektur“ werden Aktienkurse und Immobilienpreise fallen. Der Boden könnte erreicht sein, wenn man mit US-Aktien eine Dividendenrendite von 5% erzielt – ungefähr dem Doppelten des heutigen Wertes. Das bedeutet, dass bei gleichen Dividenden die Aktienkurse bei der Hälfte des heutigen Wertes stehen werten.

Die schwache Wirtschaftslage kombiniert mit periodischen Liquiditäts-Krisen (wie wir es gerade in Europa sehen) wird die Investoren in die vermeintliche Sicherheit von US-Staatsanleihen treiben. Das wird der US-Regierung ermöglichen, ihre Ausgaben zu niedrigen Zinsen zu finanzieren – trotz riesiger Defizite. Das wird die Fed auch überzeugen, dass sie riesige Summen an Cash ins System pumpen kann, ohne Angst vor einer Inflation. Das werden sie auch tun…

Der Goldpreis mag in der frühen Entschuldungs-Phase fallen. Dann wird er steigen, wenn die späte Phase beginnt. Das wird dann sein, wenn die Fed mit Hochdruck Geld drucken wird. Feinsinnige Investoren – darunter ausländische Zentralbanken – werden vorsichtig sein. Sie werden Gold kaufen.

Der Goldpreis wird steigen. Der Dow Jones wird fallen. Die werden sich beide bei vielleicht 5.000 treffen.

Außerdem schätze ich, dass die entwickelten Volkswirtschaften es sehr schwer finden werden, weiter zu wachsen. Zunächst einmal wegen der Schuldenlast. Dann deshalb, weil ein Großteil ihres Kapitals in unproduktiven Zombie-Industrien „investiert“ ist. Und dann, weil ihre Bevölkerungszahlen stagnieren.

Da die entwickelten Volkswirtschaften also nicht mehr stark wachsen können…und da sie bis zum Kinn in Schulden stecken…können sie nicht die Versprechen erfüllen, die sie ihren Bürgern gemacht haben. Das große Abkommen des modernen Wohlfahrtsstaates wird mehr und mehr wie ein schlechtes Geschäft aussehen. Junge, arbeitslose Männer werden zunehmend die Nase voll haben. Sie werden nach radikalen Lösungen suchen…und nach radikalen Anführern, mit einfachen Antworten.

Die Regierungen werden mit Repression antworten. Sie werden nicht friedlich reagieren. Stattdessen werden sie – wie das „Ancien Regime“ ihre Zombies und deren Bezüge verteidigen. So wird zum Beispiel die Verteidigungsindustrie versuchen – wahrscheinlich erfolgreich – die Wut der Bürger gegen imaginäre Feinde im Ausland zu richten…und damit gleichzeitig ihre eigene Macht und ihren eigenen Reichtum erhöhen…

Die reale Volkswirtschaft hingegen wird schwächer. Eine Revolution wird beginnen…wahrscheinlich zeitgleich mit Hyperinflation. Am Ende wird die Mittelklasse Pleite sein (die Armen sind es bereits jetzt), und das Land ruiniert.

Das beschreibt es ziemlich genau. Noch Fragen?


Quelle: Kapitalschutz Akte
Hin zu Inflation, Depression und Revolution (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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