Hillary rettet den Kapitalismus

5. August 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Was würde die Welt nur ohne all die wohlmeinenden, ernsthaften und intelligenten Staatsdiener wie Hillary Clinton tun? Ich weiß es nicht. Aber ich würde es gerne herausfinden! Bevor ich jedoch dazu komme, noch ein kurzer Blick in die Märkte…

Die Shanghai Aktien gehen auf einen weiteren Tauchgang. Erst kürzlich verzeichneten sie den größten Tagesverlust seit 2007. Unterdessen ist auch der Dow weiter gefallen. Gold rutschte unter 1.100 Dollar pro Unze und auch Öl erreichte ein weiteres Tief von 46,68 Dollar pro Barrel. Die Welt fällt also weiterhin auseinander.

Leichtes Geld…harte Zeiten

Was geht da vor sich? Wie bereits erklärt, sorgen die billigen Kredite der Fed für harte Zeiten. Sie führen zu Überkonsum… und Überproduktion… und nun zu einer großen Pleite. Genau das, was man erwarten sollte. Und was man als nächstes erwarten könnte, sind weitere Crashs, Entgleisungen und Pleiten an den globalen Märkten. Vielleicht explodiert es zu einer Konsumentenpreisinflation. Aber das könnte noch weit in der Zukunft liegen.

Zurück zu Hillary… Ich halte meine politische Berichterstattung ausgeglichen. Auf der republikanischen Seite gibt es eine ungewöhnlich vielfältige Auswahl von Trotteln und Gaunern. Und auf der demokratischen Seite steht die erwähnte Mrs. Clinton. Ich weiß nicht, was wir ohne sie machen würden. Ich meine, wie sollten wir denn, zum Beispiel wissen, wie lange wir an unseren Investments festhalten sollen, ohne dass sie es uns sagt? Sie scheint zu glauben, dass die heutigen Durchschnittszeiten, in denen an Investments festgehalten wird, zu kurz sind.

Das bewirkt einen Kurzzeit-Wahn, den sie „quartalsmäßigen Kapitalismus“ nennt. CNBC berichtet sinngemäß: Um die Anreize zu verschieben, hat Clinton angekündigt, die Kapitalertragssteuern für Investments, die für einen zu kurzen Zeitraum gehalten werden, zu erhöhen. Die Steuer auf Investmenterträge bei Investments unter 2 Jahren Laufzeit würden sich von ihren derzeitigen 20% nahezu verdoppeln.

Und die Steuersätze für die Spitzensteuerklasse sollen in eine Staffelung gesetzt werden, mit dem Anreiz für die Menschen, längerfristige Investments zu halten. Einige Liberale waren enttäuscht. „Daran zu arbeiten, die Kurzzeitigkeit an der Wall Street zu beenden, wird definitiv Familien auf eine wichtige Weise helfen.“, sagte Democracy for America – Geschäftsführer Charles Chamberlain.

„Doch das sollten wir klarstellen: die Demokratische Partei will keinen, und das amerikanische Volk braucht keinen weiteren demokratischen Präsidenten, der durch die unstillbare Gier der Wall Street schleicht.“ Wie soll „daran arbeiten, die Kurzzeitigkeit zu beenden“ arbeitenden Familien helfen?

Wie viele Monate Haltedauer wären denn für die demokratische Spitzenkandidatin akzeptabel?

Wieso sollte irgendjemand auch nur daran denken, dass Mrs. Clinton – die noch niemals einen ehrlichen Job im privaten Sektor gehabt hat – auch nur irgendeine Ahnung davon hätte, wie man den Kapitalismus rettet…oder wie lange ein Investment gehalten werden sollte?

Die Fragen bringen mich zum keuchen und zum schwitzen… und zum Bedürfnis nach einem Drink.




Was den Kapitalismus wirklich tötet

von Bill Bonner

Vancouver, Kanada – Die Frage, die mich zuletzt umtrieb war, wie man auch nur annehmen kann, dass eine Hillary Clinton weiß, wie man den Kapitalismus rettet…

Ein entlarvter Cronie

Alles, was Mr. Clinton über Kapitalismus weiß, ist das was ihr die Cronies erzählen, während sie ihr Bargeld zustecken. Die Wall Street ist ein finanzieller Großspender in ihrer Kampagne. Sie wissen, dass sie zu kaufen ist. Und Hillary wird sie nicht enttäuschen. Zu Gunsten der demokratischen Massen muss Hillary immer noch Effekthascherei betreiben. Doch sie steht ganz klar auf der Seite der Cronies und Zombies. Und beide hassen den Kapitalismus.

Warum? Weil der Kapitalismus ein Zombiekiller ist.

Kapitalismus ist kein Wohlstandsverteilungssystem, wie der angebotsorientierte Ökonom und Technologie-Utopie Guru George Gilder, in seinem neuesten Buch ‚Knowledge and Power’ (Wissen ist Macht), klargestellt hat. Es ist ein Informationssystem… ein Wissenssystem…in dem Unternehmensgründer Risiken eingehen und herausfinden müssen, was funktioniert und was nicht. Sie lernen, wie man die Dinge verbessern kann… wie man alte Zombie-Unternehmen aus dem Geschäft drängt.

Sie lernen auch herauszufinden, wie man die Kosten senkt und die Qualität steigert… indem man die Cronies hinausdrängen und die Zombies zum arbeiten zwingt. Sie kommen hinter das Wissen, dass uns vermögender macht. Natürlich versuchen da die Cronies und die Zombies den Kapitalismus aus dem Geschäft zu werfen. Üblicherweise behaupten ihre Kandidaten dann, den Kapitalismus „aufzubessern“ oder vor sich selbst zu „retten“. Was sie wirklich tun ist, die Cronie-Lobbyisten und Zombie-Wähler vor dem echten Kapitalismus zu retten.

Was den Kapitalismus wirklich tötet
Nun greift Hillary den Stier bei den Hörnern… und steckt sich das Messer zwischen die Zähne. Sie ist eine Kandidatin, die Dinge in die Hand nehmen kann und das möchte sie uns wissen lassen. Neben ihrem Versprechen, den Kapitalismus zu retten, ist nun das Klima des Planeten Erde der Kern ihrer Aufmerksamkeit. Sie hat vor, es zu verbessern durch eine Verringerung des CO2-Ausstoßes. Durch Zwang, selbstverständlich.

Vermutlich wird sie nächste Woche dann den Tod selbst bezwingen.

An den Märkten schienen sich die Dinge nach längerer Zeit wieder aufwärts zu bewegen. Doch ob nun die Erholung weiter geht oder alles zusammenbricht, ich werde abwarten, um es herauszufinden. Im Gegensatz bin ich Gott hörig und auch den Märkten und bin nicht ihr Herr und Meister. Wie bereits berichtet, will Hillary auch Investoren bestrafen, die nicht lange genug an ihren Investments festhalten. Dabei hat sie jedoch nie erwähnt, dass Eindringlinge, wie sie, das Problem der „Kurzzeitigkeit“ in den Aktienmärkten großteilig mitbewirkt haben. In einer freien Wirtschaft entscheiden die Menschen selbst, wie lange sie ihre Aktien halten, je nachdem, wie es zu ihnen passt. Einige investieren über Generationen hinweg. Andere scheiden sehr schnell aus. Manche sind Händler, die nach dem Profit aus den kurzzeitigen Bewegungen an den Aktienmärkten suchen.

Der Ökonom Knut Wicksell erklärte, dass wenn man die Zinssätze unter ihre natürliche Rate – das Niveau, das von den Kapitalrenditen festgelegt wird – senkt, es Wettbewerbsverzerrungen gibt.

Die Menschen können einfach so viel leihen, wie sie wollen, zu niedrigsten Zinssätzen und es in alles Mögliche stecken, das höhere Erträge bringt. Sie können also der harten Arbeit der Vermögensbildung und neue Geschäfte zu erlernen ausweichen. Langzeit-Vermögensbildung und Langzeitprojekte weichen also der Art von „Kurzzeitigkeit“, die Hillary so eifrig zu bekämpfen scheint.
Quelle: Kapitalschutz Akte
Hillary rettet den Kapitalismus (von Bill Bonner)
Was den Kapitalismus wirklich tötet (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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2 Kommentare auf "Hillary rettet den Kapitalismus"

  1. Sebastian sagt:

    So lange sie den Kapitalismus rettet, ist ja alles ganz toll in Butter!
    Die Welt kann ruhig untergehen wenn sie Präsidentin der Unschönen Staaten von Amerika wird, die runzlige Rosine.

    • bluestar sagt:

      Ist sie schlechter wie Mutti ? Bei ähnlichen Grundeigenschaften meiner Meinung nach nicht wirklich und Mutti darf aufgrund von aktuellen Umfragewerten unter ihren schutzhaftbefohlenen Kindern sogar von einer absoluten Mehrheit träumen.
      “ gibt es eine ungewöhnlich vielfältige Auswahl von Trotteln und Gaunern.“ Auffällig die Parallelen, zumindest auf diesem Gebiet scheint die EU wohl auf Augenhöhe mit dem Imperium zu sein und der Kapitalismus wird auch hier abgeschafft, allerdings nur für die Risiken der Oligarchen. Komisch nur, dass solche Leute auch noch gewählt werden. Könnte das etwa an der Kopfleistung der Völker liegen ?

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