Herzlichen Glückwunsch, liebe Abschlussklasse: Ihr Trottel!

21. Mai 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Letztes Jahr um diese Zeit habe ich darauf gewartet, dass das Telefon klingelt. Wer nicht anrief, waren die Tausenden von Universitäten, die jemand suchen, der die jährliche Festtagsrede zur Abschlussfeier hält. Jedes Jahr bereite ich eine angemessene Gratulationsrede vor…

Und jedes Jahr, mit der einstimmigen Übereinkunft der amerikanischen Institutionen für höhere Bildung, halte ich sie nicht. Mit sechs Kindern, die alle zum College gegangen sind, habe ich mehr als genug solcher Reden gehört. Fast immer sind sie stumpfsinnig, peinlich, ernst und trivial.

An der Universität von Virginia war es ein TV-Nachrichtensprecher. Am St. John’s College war es der sozialistische Philosoph Cornel West. An andere kann ich mich nicht mehr erinnern – höchstwahrscheinlich weil auch sie nichts zu sagen hatten, dass es sich zu merken lohnte.

Abschlussklasse 2015: die höchst verschuldete in der Geschichte

Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass ich einmal gebeten werde, die Rede für einen Abschlussjahrgang zu halten. Aber wenn es so kommen sollte, werde ich das Folgende sagen:

„Herzlichen Glückwunsch, liebe Abschlussklasse: Ihr Trottel!

Das Wallstreet Journal berichtet, dass ihr die höchstverschuldete Generation in der Geschichte seid. Der durchschnittliche Absolvent, mit Studentenschulden, hat davon etwa 35.000 Dollar. Es wurde erwartet, dass die gesamte Rechnung der Studentenschulden dieses Jahr die 68 Milliarden erreicht – eine Steigerung um das Zehnfache in den letzten 20 Jahren.

Das mag nach einer ganzer Menge Geld klingen. Und auch die Schlagzeilen liefern, neben den Celebrity News, ebenfalls große Zahlen. Aber Studentenschulden sind wie der faulige Gestank von Wundbrand: sie zeugen von einer tieferen, inneren Korruption.

Seit Perikles und Sokrates sind nun 25 Jahrhunderte vergangen. Und doch hat die typische Universität nicht mehr Interesse am Lernen als ein Terrier oder ein Kongressabgeordneter. Unsere Regierung ist eine Blamage für eine ehrliche Demokratie, wenn es so etwas geben sollte; es ist Betrug und Täuschung.

Reiche, mächtige speziell Interessierte setzen Milliarden von Dollar auf hohle Marionetten-Kandidaten, in dem Wissen, dass sich ihre Investition um ein vielfaches auszahlen wird, wenn sie erfolgreich sind.

Auch unser Finanzsystem ist ein raffinierter Betrug. Es stiehlt von den Lohnarbeitern, Handwerkern und Kaufmännern und belohnt damit die Spekulanten, Insider und Faulenzer.

Das ganze System ist krank und funktionsgestört.

Aber ihr habt vermutlich keine Ahnung, wovon ich gerade rede, weil ihr die letzten vier Jahre – und ein halbes Vermögen – dafür aufgebracht habt, es zu vermeiden dies zu lernen.“

Jung und Amerikaner? – Pech gehabt!



von Bill Bonner

Alter und Heimtücke werden immer über Jugend und Qualifikation triumphieren. Zumindest sieht es so aus. In meiner Rede an die Abschlussklassen von 2015 habe ich einige wichtige Punkte ausgelassen.

So sieht es auf dem Arbeitsmarkt, zum Beispiel, sehr kahl aus. Und jungen Menschen die Jobs zu entziehen, ist so als nimmt man einem Panda den Bambus weg: es ist alles, was sie haben. Ältere Menschen können zusehen, wie ihre Aktien, Immobilien oder Rentenpapiere im Kurs steigen. Junge Menschen können nur die „Aushilfe gesucht“-Anzeigen durchblättern und auf ihre Chance hoffen.

20 Millionen weniger Arbeitsplätze

Im Jahr 200 waren 56% der arbeitsfähigen Menschen in einer Anstellung. Das war ein Allzeithoch. Doch seitdem ist die Zahl gefallen auf nun mickrige 46%. Die erwerbsfähige Bevölkerung umfasst hier etwa 200 Millionen Menschen. Das suggeriert, dass es heute 20 Millionen weniger Menschen in Beschäftigung gibt, als noch zu Beginn des Jahrhunderts. Dreimal kann man raten, wer diese Menschen sind. Menschen, die noch all ihre eigenen Zähne, Haare und Verstand besitzen. Seit dem Aktien-Boom von 2009 sind nur bei einer Gruppe Arbeitsplätze hinzugekommen – bei den über 55 Jährigen. Jede andere Altersklasse hat den Kürzeren gezogen. Warum? Neue Unternehmen stellen junge Leute ein. Alte Unternehmen stellen ältere Menschen ein.

Stellen Sie sich ein neues Unternehmen vor – Uber, Snapchat oder Pinterest – wie sie grauhaarige Arbeiter rekrutieren. So etwas würden sie nicht tun. Die ältere Generation würde nicht mitkommen. Sie wären dort fehl am Platz. Genauso könnten die älteren Beschäftigten in Rente gehen und ihren Arbeitsplatz an einen jungen Menschen weitergeben. Aber das können sie sich nicht leisten. Sie werden von ihrer eigenen Wirtschaft ausgepresst. Sie müssen auf ihren Posten ausharren, so lange, wie sie nur können.

Verschwendete Jugend

Was bleibt, sind junge Menschen, die nicht über die unterste Leitersprosse hinaus kommen. Um in der Geschäfts- und Arbeitswelt voran zu kommen, muss man in Gang kommen. Dann wird hart gearbeitet und gelernt und man kommt voran. Doch heutzutage hängen die jungen Leute rum, verschwenden ihre Zeit am College, wenden Burger und parken Autos, während sie darauf warten, dass ein „richtiger“ Job um die Ecke kommt. Dann ist es zu spät. Mit 25, 30 oder 35 gehen sie dann zum Vorstellungsgespräch und der Arbeitgeber möchte wissen, was zum Kuckuck sie die letzten Jahre so gemacht haben.

Sie kommen niemals auf die Erfolgsleiter, lernen nie einen Beruf oder Gewerbe und werden niemals in der Lage sein, ihren Part zu übernehmen, in der erwachsenen, schuldengetränkten, Mittelklasse-Wirtschaft. Das Altantic Magazin hat diese Situation mal betrachtet. Sie kamen zu dem Schluss, dass „nichts eindeutig falsch läuft auf dem Jugendarbeitsmarkt.“ Doch irgendwas läuft falsch.

Nun, in Amerika ist es, beispielsweise, lange nicht so schlimm wie in Frankreich. Doch jede Arbeitsbestimmung zwingt die Angestellten, sich selbst zu beschützen. Wer weiß, was man am Ende bekommt, wenn man einen jungen Menschen einstellt? Er hat keinerlei Erfahrung und kann nicht beweisen, dass er keinen Ärger bewirken wird. Stattdessen sucht man die Lebensläufe mit den vertrauten Zusicherungen.

„Oh, er hat 10 Jahre für die Ford Motor Company gearbeitet“, sagt man sich dann. „Dann wird er auch gut hier hin passen.“ Unerfahrene junge Menschen haben wenige Fähigkeiten, wenn sie in den Arbeitsmarkt eintreten. Sie sollten also günstig sein. Doch während die Kosten für die Anstellung dieser jungen Menschen steigen – Kosten, die von der älteren Generation aufgezwungen werden – sinken die Kosten für die älteren Menschen in Relation gleichermaßen. Einstiegsjobs sind rar gesät, weil die Älteren – mit der Polizeigewalt ihrer Regierung – sie teurer gemacht haben.



Quelle: Kapitalschutz Akte
„Herzlichen Glückwunsch, liebe Abschlussklasse: Ihr Trottel! (von Bill Bonner)
Jung und Amerikaner? – Pech gehabt! (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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3 Kommentare auf "Herzlichen Glückwunsch, liebe Abschlussklasse: Ihr Trottel!"

  1. FDominicus sagt:

    Ach was soll’s nach Obama cares kommt eben
    Obama let pay

  2. Sandra sagt:

    Profilierungswahn ist ein deutlicher Ausdruck für bestehende Krankheit.

  3. bluestar sagt:

    Toller Artikel von BB.
    Schade, dass solche kluge, aufrichtige, erfolgreiche und unbestechliche Menschen niemals in der US-Politik landen. Naja, ist ja bei uns auch nicht anders…

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