Hellmeyer: Ein Blick auf „Precious Metals“

5. Mai 2011 | Kategorie: Aufgelesen

von Folker Hellmeyer (Auszug aus dem BL-Tageskommentar)

Derzeit befinden sich einige Märkte im Korrekturmodus. Das ist grundsätzlich gut und gesund nach deutlichen Trendbewegungen. Aktien und Rohstoffe neutralisieren aktuell die überkaufte Situation.

Wenden wir den Blick auf Edelmetalle. Hier kam es am 01. Mai 2011 zu neuen historischen Höchstkursen bei Gold bei 1.578 USD pro Unze in dünnstem Geschäft in Asien, um seitdem deutlich zu korrigieren. Zwischenzeitlich wurden Tiefstkurse bei 1.506 USD markiert. Hinsichtlich der Nachfrage nach Edelmetallen stellt sich die Frage, ob es Spekulanten oder Investoren sind, die die Märkte in der Aufwärtsbewegung befeuern. Die Zentralbanken Mexikos, Russlands und Thailands haben per Februar bis März ihre Goldreserven im Gegenwert von 6 Mrd. USD aufgestockt. Das sind definitiv keine Spekulanten. So viel zu dieser Debatte.

Werfen wir einen Blick auf Silber. Seit August letzten Jahres kam es zu einem Anstieg von 17,70 USD auf 49,51 USD per 28. April 2011. Das ist fulminant. Diese Bewegung war Ausdruck einer Unterbewertung deutlichen Ausmaßes zuvor. Per März 2008 erreichte Silber bereits eine Marke von 21,24 USD. Im Gegensatz zu Gold reagierte Silber bis August 2010 völlig unterproportional. Die letzte Aufwärtsbewegung ist korreliert mit den Einlassungen seitens des Commissioners Bart Chilton von der CFTC, dass der Silbermarkt seitens einiger weniger „Player“ (der Bankenaristokratie) manipuliert war (ist).

Eine Korrektur am Silbermarkt war überfällig und ist grundsätzlich gesund. Ein wesentlicher Hintergrund für die aktuelle Amplitude der Korrektur ist aber darin zu sehen, dass die „Margin“-Anforderungen seitens der Comex in den letzten Tagen dreimal deutlich erhöht wurden (historische Anomalie). Für JP-Morgan mag diese massiv erhöhte Unterlegung der Future-Kontrakte mit Liquidität kein Problem sein, für „normale“ Marktteilnehmer sehr wohl.

Bei Silber bleibt der fade Beigeschmack, dass diese starke Korrektur in einer Größenordnung von 20% des Silberpreises innerhalb einer Woche politisch erzwungen wurde, um die Marktpsychologie zu erschüttern. Wir nehmen das zur Kenntnis und erlauben uns zu sagen, dass politische Preise kurze Beine haben. Der physische Silbermarkt impliziert ein vollständig anderes Bild als der Silberpapiermarkt! „Food for thought!“

Heute steht die EZB im Fokus der Märkte. Eine Zinsmaßnahme steht nicht auf der Agenda. es wird bei einem Reposatz von 1,25% bleiben. Entscheidend ist die Pressekonferenz. Die akademische Diskussion dreht sich darum, ob der nächste Zinsschritt im Juni oder Juli auf 1,50% vorgenommen wird. Wir favorisieren den Zeitpunkt Juni!

Quelle: Bremer Landesbank

 

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Ein Kommentar auf "Hellmeyer: Ein Blick auf „Precious Metals“"

  1. Jochen sagt:

    Hallo,

    vielen Dank für diesen Beitrag.

    Aktuell kursiert die Meldung, dass G. Soros in großem Umfang Gold und Silbr verkauft.

    Ich glaube nicht so sehr daran,aber psychologisch hat das vermutlich auch am Markt Gewicht.

    Sind hier Zahlen/Fakten bekannt?

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