Heiliger Timotheus zur Rettung!

23. Mai 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Tim Geithner ist zurück. Nachdem seine Pflicht beim Finanzministerium vorüber war, wendete er die Nase und teilte der Welt mit, dass er kein weiterer korrupter Bürokrat sei, der durch die Drehtür nun zur Wall Street wechseln würde. Ein paar Monate später… wush!…. und da war er, in einer „Private Equity“-Firma…

Der ehemalige US-Finanzminister teilt uns mit, dass dank ihm und seinen Anhängern die USA eine „weitere Weltwirtschaftskrise“ abwenden konnten. „Wir haben das finanzielle Feuer gelöscht“, nimmt er in Anspruch, „nicht weil wir die Banker schützen wollten, sondern weil wir Massenarbeitslosigkeit abwenden wollten.“ 

So oder so hat er verhindert, dass zumindest eine Person arbeitslos wurde: Timothy Geithner…

Nachdem seine Pflicht beim Finanzministerium vorüber war, wendete er die Nase und teilte der Welt mit, dass er kein weiterer korrupter Bürokrat sei, der durch die Drehtür nun zur Wall Street wechseln würde. Ein paar Monate später… wush!…. und da war er, in einer „Private Equity“-Firma.

Zwei Wölfe, ein Schaf

Die Definition von Demokratie ist diese: Zwei Wölfe und ein Schaf entscheiden, was sie zum Abendessen haben werden. Die Wölfe folgen – ohne Zweifel – Papst Franziskus. Denn der Papst glaubt, dass Regierungen den Reichtum umverteilen sollten. Viele Menschen stimmen ihm zu. Sie wollen, dass der Raub verteilt wird. Es ist eine Schande, dass der Papst sich nicht darum kümmert, wie der Reichtum überhaupt geschaffen worden ist.

Wenn er darüber nachgedacht hätte, dann hätte er sich Mr. Geithner näher angeschaut. Vielleicht ließ Gott – mit seiner unsichtbaren Hand – die Chips dahin fallen, wo er sie haben wollte, nach der Krise von 2008. Oder vielleicht haben Geithner und seine Wall Street-Anhänger zuerst ihre Finger auf die Beute gelegt. Jeder – Gläubige und Heiden – glaubt, dass er die Gedanken von Gott kennt…oder das behauptet. Wiederaufforstung, Recycling, Umverteilung…und wirtschaftliche Erholung! Sicher ist der Große Mann für das alles. Dann lässt man verlauten, dass man für einen höheren Grenzsteuersatz ist (für die anderen, natürlich); dies stellt einen auch auf die Seite der Engel. Aber soweit ich weiß, bevorzugen die Engel Flat Taxes…und sie fahren den Highway hinab und werfen Bierdosen aus dem Fenster.

Stress Test

Die Gedanken von Gott können wir wie die Zukunft nicht kennen. Aber das hält niemanden ab. Geithners neues Buch heißt „Stress Test“. Wie der Titel suggeriert meint Geithner, dass er von der Finanzkrise 2008-2009 getestet wurde. Er glaubt, dass er den Test bestanden hat. Jetzt liefert er seine Version der Geschichte, komplett mit Gott in seiner Tasche, und der Zukunft auf dem Teleprompter. Im Herbst 2008 beispielsweise wusste Geithner, was bevorstand.

Wieso? Weil „Panik Volkswirtschaften tötet“, sagt Geithner. Basierend auf Belegen hilft Panik, Volkswirtschaften ins Leben zu rufen. Wie Buschbrände verbrennen sie das tote Holz. Das passierte zwei Mal im frühen 20. Jahrhundert. Es gab 1907 eine Panik und eine weitere 1920. Der Aktienmarkt halbierte sich zwischen Juni 1907 und Januar 1908. Die Volkswirtschaft trat den Rückwärtsgang an.

Aber Mitte 2008 hatten die Aktienkurse die vorigen Hochs wieder erreicht und die Wirtschaft boomte. Und zwischen Juli 1920 und Juni 1921 verlor der US-Aktienmarkt erneut fast die Hälfte. Und wieder taten Regierung und Fed nichts. Die Wirtschaft fiel in eine Depression, mit zweistelliger Arbeitslosenquote und 30% weniger Rauch aus den Schornsteinen der Fabriken. Statt Haushaltsdefizite zu haben wegen Stimulierungsausgaben, wies die US-Bundesregierung einen Haushaltsüberschuss vor. Kein TARP. Kein TALF. Kein ZIRP. Kein QE.

Trotzdem oder vielleicht deswegen brannte das Feuer nur für einige Monate heiß. Im Sommer 1921 war das tote Holz verbrannt und die Flammen starben. Innerhalb von 18 Monaten waren die Leute wieder bei der Arbeit.

„Kollateral-Nutznießer“

Das war das letzte Mal, dass die Feuerwehr der Regierung einen wirtschaftlichen Brand sich selbst überließ. Seitdem wurde jedes Mal eingegriffen, mit Wasserbomben etc. Die Panik von 1929 wurde z.B. durch Hoover bekämpft… und dann durch Roosevelt. Zusammen schütten sie so viel Wasser auf die Wirtschaft, dass diese für mehr als ein Jahrzehnt durchnässt war.

Und Alan „Smokey“ Greenspan löschte die Feuer von 1987… und 2000. Dann war Geithner an der Reihe. Ja, es war „ein Durcheinander“, wie er einräumt. Und ja, es gab „Kollateral-Nutznießer“ (er nennt da nicht seinen eigenen Namen; das brauchte er nicht). „Aber das ist der einzige Weg, um letztlich die unschuldigen Opfer der Krise vor dem unheilvollen Schaden der wirtschaftlichen Depression zu schützen.“

Der Heilige Timotheus zur Rettung. Halleluja! (Seite 2)


 

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