Eurosünder: Hausverbot statt Unterwerfung

6. Juni 2011 | Kategorie: RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Die Zeiten, in denen in Brüssel über Bananen, Gurken und Subventionen für die Landwirte befunden wurde, haben sich längst geändert. Dort wächst inzwischen ein Machtzentrum heran, das inzwischen vermehrt versucht, nationale Interessen der Länder an sich zu reißen…

Da strahlte er, der frisch gebackene Karlspreis-Träger Jean-Claude Trichet. Und dann sagte er etwas Historisches…

„Wäre es zu kühn, sich eine Union vorzustellen, die nicht nur einen gemeinsamen Markt, eine gemeinsame Währung und eine gemeinsame Zentralbank hat, sondern auch ein gemeinsames Finanzministerium?“

Die Kameras standen bereit. Als überzeugter Europäer, lässt Trichet wie auch andere EUliten keine Situation aus, um das zu dokumentieren. Kameras sind dafür bestens geeignet, ihre Werte und den Willen ihrer Durchsetzung dieser zu transportieren. Man weiß wohl, dass je öfter eine Sache wiederholt wird, sie sich mehr und mehr in den Hirnwindungen der Empfänger einbrennt – unabhängig davon, ob sie richtig, falsch oder unwichtig ist. Das Interesse der Leute hielt sich in Grenzen. Dem Ereignis in Aachen schauten auf dem WDR 60.000 Leute zu. Und so vernahmen sie auch nicht Trichets Forderung…

„Wir müssen der EU die Institutionen geben, die sie verdient.“

Verdient? Trichets Idee deutet auf ein zentralistisch durchregiertes Europa hin, in dem nationale Interessen eine immer kleinere Rolle spielen werden und um die sich später kaum noch einer schert. Wozu braucht es später noch eine landeseigene Regierung? Ich musste tief Luft holen und habe jetzt noch nicht genug davon wieder bekommen können.

Trichet kam mit einer weiteren Idee, den „Schuldensündern“ die finanzielle Souveränität zu entziehen. Ein starkes Stück. Warum droht man ihnen nicht einfach mit einem Rauswurf aus dem ehrwürdigen Club der „Eurozone“? Wenn man dort so sehr vom Euro profitiert, sollte es doch im ureigenen Interesse liegen, sich an Regeln zu halten. In einem Restaurant sollte man sich auch benehmen. Sonst fliegt man raus, außer man ist der Besitzer.

Brüssel und auch die EZB haben jahrelang zugeschaut, wie der Betrug der griechischen Regierung von statten ging. Will man jetzt das griechische Volk entmündigen?  Die Griechen wehren sich. Den 12. Tag in Folge waren sie am Sonntag wieder auf der Straße unterwegs, was auch die Hoffnung weckt, dass es Brüssel doch nicht so einfach haben wird. Nein, sie fordern nicht mehr Geld, die fordern eine Abrechnung mit der Regierung… (Seite 2)

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