Hauptsache inflationsgeschützt

2. Februar 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Manfred Gburek) „In der Psyche des Durchschnittseuropäers ist der Sozialismus zutiefst verwurzelt. – Die meisten Europäer wollen einen stärkeren Staat, finanziert mit Geldern, die der schrumpfenden Gruppe produktiver Steuerzahler gestohlen werden. – Der Staat ist und war aus sich heraus nie ein Produzent. Er ist Konsument. Seine Einnahmen besorgt er sich durch Diebstahl.“…

Soweit drei Zitate aus einem am Freitag auf goldseiten.de erschienen Interview mit dem Anlagestrategen und Kosmopoliten Doug Casey, der mit seinen Analysen und Prognosen in den vergangenen Jahrzehnten besonders oft richtig lag.

Und wovor warnt er noch, was empfiehlt er?

Vor allem auf gängige Anleihen ist er nicht gut zu sprechen. Er behauptet, sie seien „eine gleich dreifache Bedrohung für Ihr Vermögen“, und zwar wegen des Zins-, Inflations- und Ausfallrisikos. Stattdessen: „Landwirtschaft und Ackerland werden immer beliebter. Ich mag beides.“ Und wem das zu weit abseits liegt, zu umständlich oder schon zu teuer ist? Casey:

„Das Praktischste, was ein normaler Investor machen kann, sind größere Edelmetallpositionen. Man sollte aber das Metall besitzen. In den kommenden Jahren, wenn die Staaten ihre Währungen in die Luft gejagt haben, werden Gold und Silber wieder den Rang des Geldes einnehmen.“

Zugegeben, wenn jemand ähnlich denkt und schreibt wie man selbst, erscheint es ratsam, als advocatus diaboli jeden Gedanken doppelt und dreifach auf den Prüfstand zu stellen. Aber was soll dabei in diesem Fall herauskommen? Etwa dass Anleihen trotz negativer Realzinsen eine Investition wert sind, nur weil Banker derzeit aus rein geschäftlichem Interesse Lobeshymnen auf Unternehmensanleihen singen, die bei halbwegs vergleichbarer Bonität gerade mal ein bisschen höher rentieren als Bundesanleihen? Oder dass Gold und Silber nicht zur Anlage taugen, weil sie keine Zinsen abwerfen? Am besten, Sie vergessen solche Argumente gleich wieder, weil sie am eigentlichen Thema vorbeigehen, und das heißt Kapital- oder Kaufkrafterhaltung, wahlweise auch Inflationsschutz.

Womit wir beim nächsten Kosmopoliten wären, dieses Mal in der Person von William H. (Bill) Gross, Anlagestratege der Allianz-Tochter Pimco (Internet: pimco.com), die ein Riesenvermögen verwaltet. Sein am Donnerstag erschienener „Investment Outlook“ (in englischer Sprache) strotzt nur so vor Warnungen an alle, die glauben, die Finanz- und Wirtschaftskrise sei jetzt überwunden. Gross rechnet vor: In den 80er Jahren waren vier Dollar an neuem Kreditvolumen erforderlich, um einen Dollar an realer Wirtschaftsleistung zu erzeugen. Im Lauf des vergangenen Jahrzehnts waren dazu schon zehn Dollar erforderlich, seit 2006 sogar 20 Dollar.

Wie steht es um die Konsequenzen für Anleger? Da Gross damit rechnet, dass die inflationären Kräfte am Ende stärker sein werden als die deflationären, empfiehlt er als Erstes Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS), also inflationsgeschützte US-Staatsanleihen, eine Sonderform der Inflation-Linked Bonds (ILB), auch Linker genannt. Darüber hinaus macht er sich für Anlagen in Australien, Brasilien, Mexiko und Kanada stark, außerdem für Aktien internationaler Konzerne mit stabiler Gewinnentwicklung. Und schließlich: „Kaufen Sie etwas, worauf Sie mit den Zähnen beißen können: Gold, andere Rohstoffe, etwas, das nicht so schnell erzeugt werden kann wie Kredit.“ Dann warnt Gross noch vor der Konfiszierung durch alle Staaten… (Seite 2)

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