Hat Dr. Bernankenstein ein neues Monster erschaffen?

31. Mai 2013 | Kategorie: Gäste, Kommentare, RottMeyer

von Bill Bonner

Wenn ein Mann Schlechtes vorhat, dann hilft es nicht, wenn er Glück hat. Jemand möchte in Ihr Haus einbrechen. Er findet die Tür unverschlossen vor. Er betritt das Haus, ohne ein Fenster einschlagen zu müssen. Er stiehlt alles. Mission erfüllt. Später wird er verhaftet, weil er eine Bank überfallen hat, und 10 Jahre deswegen im Gefängnis verbringen muss…

Er wäre besser dran gewesen, wenn er die Tür verschlossen gefunden hätte, und daraufhin aufgegeben hätte!

Auch die neusten Nachrichten vom Haushaltsbüro des US-Kongresses sind nicht gut. Jetzt können die Politiker aufhören, sich wegen der Defizite Sorgen zu machen… und stattdessen weitermachen mit der Plünderung der Zukunft. Gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten.

Aus der New York Times:

Seit dem Ende der Rezession vor vier Jahren hat sich das US-Haushaltsdefizit auf 1 Billion Dollar pro Jahr erhöht. Aber jetzt sinkt das jährliche Defizit der Regierung erheblich schneller, als es irgendjemand in Washington erwartet hat, und vielleicht schneller, als viele Volkswirte für ratsam halten für die Gesundheit der Volkswirtschaft.

Ein Bericht des Haushaltsbüros des US-Kongresses schätzt, dass das Defizit für das laufende Haushaltsjahr, welches am 30.9. endet, auf 642 Mrd. Dollar oder 4% des wirtschaftlichen Outputs der Nation fallen wird, was ungefähr 200 Mrd. Dollar unter der vorigen Schätzung von vor drei Monaten liegt.

Einige Ökonomen glauben, dass niedrigere Defizite schlechte Neuigkeiten sind…aber aus völlig anderem Grund. Sie glauben, dass niedrigere Defizite das BIP und die Zahl der Arbeitsplätze verringern. Sie denken, dass der einzige Grund dafür, dass die Wirtschaft sich gut entwickelt, der ist, dass die Regierung Geld ausgibt, welches sie nicht hat, für Dinge, die sie nicht braucht.

Und hier ist noch ein Grund, warum die Zahlen zum US-Haushalt schlechte Neuigkeiten sind: Das führt dazu, dass die Leute denken, das „große Experiment“ sei ein Erfolg!

US Trust Bank hat dazu diese Analyse:

Wir glauben, dass die Antwort der (Geld-)Politik, welche wir das „große Experiment“ (Great Experiment) nennen, passend ist und geholfen hat, dass die Wirtschaft heilt und sich normalisiert. Die Investoren sehen, dass die Politik funktioniert hat und sie kehren an die riskanten Märkte zurück und ein weiterer Bullenmarkt beginnt. Andere Länder haben auf diesen Erfolg geantwortet, indem sie gewagte Initiativen versuchen, die Bank of Japan ist derzeit das prominenteste Beispiel dafür…

Ein neues „normal“ Wow! Haben Sie das gehört? Das „große Experiment“ half, die Wirtschaft zu normalisieren? Daran ist etwas lustig. „Normal“ ist das, was man bekommt, wenn man nicht experimentiert. Normal kommt von….nun…normalen Dingen. Wenn man ein normales Ergebnis will, dann muss man sicherstellen, dass man nichts außergewöhnliches tut, oder?

Wie kann man dann durch ein „großes Experiment“ etwas normales erhalten?

Ich werde das den Philosophen von morgen überlassen. Heute schlage ich einfach vor, dass diese Wirtschaft vielleicht nicht so normal ist. Denn was ist normal an einer Volkswirtschaft, in der sich die großen finanziellen Institute zu real negativen Zinsen Geld leihen können?

Was ist normal an einer Wirtschaft, in welcher Leute, welche ihre Unternehmen so riskant geführt haben, dass sie von der Regierung gerettet werden mussten, noch immer diese Unternehmen lenken….und sich nun günstiger neue Kredite beschaffen können als gute Unternehmenslenker?

Und was ist normal an einer Wirtschaft, in welcher die Regierung immer noch 1,60 Dollar ausgibt für jeden Dollar, den sie an Steuereinnahmen erhält… und den größten Teil der Differenz erhält, indem sie Geld druckt?

Dies ist überhaupt keine normale Wirtschaft… sondern eine verrückte und groteske…mit Kabeln im Gehirn und einer, die am Tropf hängt. Das „große Experiment“ in der Geldpolitik hat zu einer experimentellen Volkswirtschaft geführt – genauso, wie man das auch erwarten würde.

Das Wort „normal“ bezieht sich auf etwas, was einer Volkswirtschaft letztlich passiert, egal wie hart die Fed und die Regierung versuchen, das zu verhindern. Es ist das, wo man endet, nachdem das „große Experiment“ gescheitert ist…und man realisiert, dass Dr. Bernankenstein ein Monster erschaffen hat… und keine normale Volkswirtschaft.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Hat Dr. Bernankenstein ein neues Monster erschaffen? (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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Ein Kommentar auf "Hat Dr. Bernankenstein ein neues Monster erschaffen?"

  1. rolandus sagt:

    😉 Normal und Krank haben übrigens in der hebräischen Sprache den selben Zahlenwert !

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