Hat der nächste Kreditzusammenbruch schon begonnen?

29. Dezember 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Die großen Neuigkeiten waren, dass das Treffen der Klimafüchse in Paris zu einer Einigung gekommen ist. Sie werden 16,5 Billionen Dollar vom Geld anderer ausgeben, um sich weitere Hühner heranzuziehen… „Vergessen Sie ‚Big Oil`“, verkündete die Schlagzeile Bloombergs, „machen Sie sich bereit für ‚Big Solar`“…

Ich habe kein fundiertes Wissen oder Vorurteile zu diesem Thema, aber es klingt so, als wäre auch da der Wurm drin. Wie der Kampf gegen Drogen, der Kampf gegen Armut und der Kampf gegen den Terrorismus, so prognostiziere ich auch dem Krieg gegen die Kohlendioxidemission, dass er erfolgreich sein wird – aber nur für die Krieger.

Beinahe gewiss

Aber wie kann ich das wissen? Wie kann ich überhaupt irgendetwas wissen? Die Zukunft, und daran erinnere ich mich selbst täglich, ist ein Film, der noch nicht ausgestrahlt wurde.

Ein Leser macht sich Gedanken:

„Ich bin ein neuer Leser und bekomme gerade erst Gefühl für den Ton und die Qualität der Informationen, die Sie darbieten. Ein Widerspruch ergibt sich für mich: Wie ist Ihre beinahe Gewissheit von einer Deflation, die den Zusammenbruch des Kreditsystems einführt, mit Ihrer Ansicht zu vereinbaren, dass niemand die Zukunft kennen kann?“

Ich freue mich, dass Sie das fragen… Die meisten Menschen glauben fest daran – sie sind sich „beinahe sicher“ – dass sich der Himmel morgen früh erhellen wird, so wie er es jeden Tag tut. Es wäre vermutlich ein Fehler, dagegen zu wetten.

Vergleichbar ist es, wenn Sie in den ärmeren Gegenden von Baltimore arbeiten und Sie Ihre Werkzeuge in einem offenstehenden Fahrzeug lassen, dann sollten Sie nicht damit rechnen, dass sie noch da sind, wenn Sie zurückkommen. Ich meine ja nur…

Märkte folgen Mustern. Sie gehen hoch. Sie gehen runter. Auch Wirtschaften haben ihre guten Tage und auch ihre „Bad-Hair-Days“.

In allen Aspekten des menschlichen Lebens gibt es Kreisläufe. Wir werden geboren, doch wir sterben auch. Unsere Städte, unsere Länder und Imperien erblühen… bis sie stagnieren und verfallen. Wir atmen ein… und aus. Wir sind glücklich…und verfallen in Trübsinn.

Die Kreisläufe im Kreditmarkt sind lange beobachtet und sorgsam beschrieben. Zinssätze – welche die Hochs und Tiefs verfolgen – gehen nicht nur in eine Richtung. Manchmal gehen sie auch zurück. Sie ändern ihre Meinung und drehen wieder um.

Eine Richtung

Sie sehen, wieso das so sein muss. Stellen Sie sich vor, Zinssätze würden sich nur in eine Richtung bewegen. Investoren würden die Zukunft kennen. Sie würden die Richtung eines Marktes (korrekt) voraussehen und Investments tätigen, um ihren Nutzen daraus zu ziehen.

Aber wie? Wer würde verkaufen? Wer stünde auf der anderen Seite des Handels? Wenn die Zinsen nur steigen würden, wer würde darauf wetten, dass sie runter gehen?

Nein… wenn die Menschen die Zukunft kennen würden, gäbe es keine Notwendigkeit für Märkte. Und die Gegenwart würde zu einer monotonen Gleichheit verschwimmen. Kreditexpansionen werden durch niedrige Realzinssätze (= um die Inflation bereinigte Zinsen) ermöglicht.

Kreditkontraktionen treten auf, wenn die Realzinssätze hoch gehen. Das kann passieren, weil die Investoren Angst haben, dass sie ihr Geld nicht zurück bekommen. Oder weil sie befürchten, dass das Geld, das sie zurückbekommen, weniger Kaufkraft hat, als das, was sie verliehen haben.

Auf die eine oder andere Art gehen die Realzinssätze hoch… genau wie Kreditkontraktionen. Nach 66 Jahren Kreditexpansion und 33 Jahren eines fallenden Trends bei Zinssätzen, erwarte ich einen Umschwung. Wie die Deutsche Bank es trocken sinngemäß ausdrückt: „Die Vereinigten Staaten wirken verspätet im Kreislauf, auf Makro- und Mikrobasis…“

Eine „beinahe Gewissheit“? Vermutlich nicht. Eine gute Wette? Vermutlich. Und die arme Janet Yellen – ihr ganzes Erwachsenenleben geschützt von der akademischen und behördlichen Welt – muss sich nun selbst anschauen.

Der Wurm ist seit sieben Jahren drin. Investoren wussten – „beinahe gewiss“ – dass die Fed nicht zulassen würde, dass die Langzeitzinsen steigen. Nun soll sie beginnen, die Situation zu „normalisieren“, indem sie die Kurzzeitzinsen anhebt. Aber die Märkte belohnen die guten Gedanken von Regulatoren oder die schwachsinnigen Theorien von Professoren nicht. Sie haben ihren eigenen Kopf.

Ein episkopaler Leitfaden zur Flughafensicherheit
von Bill Bonner

Es war früh am Morgen… nachdem der Flug abgesagt worden war…als mir ohne weiteres eine Illusion kam – von großer Tiefgründigkeit.

„Mantel…“, hatte der Sicherheitsbeamte ein paar Minuten zuvor zu mir gesagt.

„Entschuldigen Sie…?“

„Nehmen Sie den Mantel ab“, kam die Erklärung des Faktotums.

„Wie lautet das Zauberwort?“

Allgemeine Umgangsformen sind den Sicherheitsanforderungen gewichen, wie es scheint, zusammen mit dem gesunden Menschenverstand und der allgemeinen Zweckdienlichkeit. Es war erst 6 Uhr morgens. Zum zweiten Mal in weniger als 12 Stunden mussten die Passagiere des Fluges 028 dieselben dämlichen Fragen beantworten.

„Was meinen Sie damit, ob mein Gepäck in meiner Aufsicht war… es war doch in Ihrer Aufsicht… Ich hatte doch noch nicht mal eine Zahnbürste…“, antwortete ein schlecht gelaunter Passagier, mit kräftigen Unterarmen, nachdem er die Nacht am Flughafen hatte verbringen müssen.

Dann folgte die nächste Runde der unerwünscht genauen Inspektionen. Viele der Reisenden waren nicht glücklich darüber. Aber nur wenige beschwerten sich. Immerhin waren sie noch am Leben. Ihr Flug, der für die vergangene Nacht geplant war, war gecancelt worden, weil der Pilot an einem Herzanfall verstorben war.

„Ziehen Sie die Schuhe aus…“ fuhr der Wachmann fort.

„Ich wette, Sie haben häufig Probleme mit Menschen, die versuchen, mit ihren Collegeschuhen die 747 zu kapern“, war mein Kommentar.

Doch der Wachmann war genauso unempfänglich für Sarkasmus, wie für Höflichkeit.

Eine Suchabfrage in den Datenbanken der NSA, CIA oder FBI würde wohl nur wenige mittelalte episkopale Geschäftsmänner auf der Liste von gesuchten Terroristen ergeben.

Aber, im Sinne der Sicherheit, kann man ja nie vorsichtig genug sein. Und man weiß ja nie, wen die Lust überkommt, ein Flugzeug in die Luft zu sprengen.

„Lächle“, sage ich immer zu meinem Sohn Jules, „und die Welt wird zurück lächeln. Höflichkeit, sowie allgemeine Gesetze, Anstand… und traditionelle Architektur und wertvolle Investments… sind Dinge, die man sich bewahren muss.“

„Achte darauf und dir werden gute Dinge geschehen. Ignoriere das … und dir bleibt nur Schlechtes.“

Die launischen Finger des Schicksals

Die Menschen mosern darüber, was für Schwachköpfe die Sicherheitsbeamten doch sind. Aber sie werden immerhin bezahlt für ihre Rolle in dieser nationalen Scharade. Der Rest von uns sind die wirklichen Idioten – unbezahlte Statisten, die in einer Schlange stehen, unter dem Vorwand, dass jede Pfadfinderin, die das Flugzeug betritt, eine Bedrohung für die Öffentlichkeit ist.

Bei einem vorherigen Flug wurde ich bereits Zeuge einer erstaunlichen Szene…

Zusätzlich zu den Kontrollen, durch die jeder durch muss, zählen nun auch tiefergehende Untersuchungen zu der Flughafensicherheit – dafür werden einige die Passagiere zufällig ausgewählt. Wenn man auserwählt wurde, ziehen sich die Wachmänner Gummihandschuhe über und durchwühlen die Unterwäsche und Papiere.

Am Flughafen von St.Louis zeigte der launische Finger des Schicksals auf – Sie erraten es – eine Gruppe von Pfadfinderinnen.

Die Chancen, dass die Mädchen – die auf dem Weg zu einem Pfadfinderfest waren – ihre Plastikmesser zücken und sich den Weg in das Cockpit erkämpfen war, sagen wir mal, gering. Es wäre wahrscheinlicher, dass das Flugzeug von einem Meteor getroffen würde!

Und doch kämpfen sich die Sicherheitsleute weiter durch die Höschen und Mückenschutzmittel der Mädel, mit der Ernsthaftigkeit eines Orang-Utans, der eine Bombe entschärft. Was noch erstaunlicher war: keiner der anderen Passagiere lachte oder spottete darüber.

Oftmals, wie ich später, in meinem Reflektionsmodus, findet der gesunde Menschenverstand nur wenig Abnehmer… während Absurdität allgegenwärtig ist.

Im Wartebereich lag, auf dem Tisch vor mir, eine Sonntagsausgabe der Washington Post. Eine Schlagzeile sagte mir, dass die damalige Bush-Regierung mehr als 200 Jahre militärischer Strategien reversiert hat… und Tausende von Jahren von angesammelten Erfahrungen.

„Die Vereinigten Staaten werden den Erstschlag gegen Feinde haben“, lautete die Schlagezeile, welche die neue Linie des Präsidenten beschrieb.

„… die Vereinigten Staaten können nicht länger Angriffe von anderen Nationen, nur durch die Androhung massiver Gegenschläge verhindern, sondern muss sich anbahnende Feinde zuerst schlagen“, fuhr die Post mit ihrer Erklärung fort.

Und wie wollen die Vereinigten Staaten wissen, wer ein Feind ist und wer nicht? Nun, das wurde nicht erklärt. Im Allgemeinen wartet der Mensch, bis er angegriffen wird. Dann weiß er, dass er einen Feind hat, gegen den er sich verteidigen muss.

Zuerst zuzuschlagen wird als schlechte Manieren angesehen. Das führt zu schlechtem Karma. Außerdem scheint es einen dahin zu führen, wo gute Menschen eher nicht hingehen würden. Ein Mann, der den ersten Schlag macht – ob nun gegen tatsächliche oder eingebildete Feinde – wird mit Sicherheit in Schwierigkeiten kommen, früher oder später.

Quelle: Kapitalschutz Akte
Hat der nächste Kreditzusammenbruch schon begonnen? (von Bill Bonner)
Ein episkopaler Leitfaden zur Flughafensicherheit (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

6 Kommentare auf "Hat der nächste Kreditzusammenbruch schon begonnen?"

  1. Helmut Josef Weber sagt:

    Man muss den Menschen Angst machen um etwas gegen sie durchzusetzen.
    Das haben die Politik und die Kirche schon vor hunderten von Jahren erkannt.
    Nur so konnten die Mächtigen der Welt sich ihre Macht sichern.
    Mich würde einmal interessieren, wie viel Bomben denn wirklich vor dem Abflug einer Maschine gefunden wurden.
    Eine ganz einfach Stange Dynamit, die mit jedem Streichholz gezündet werden kann, kann ein Passagier im oder am Körper ins Flugzeug schmuggeln, ohne dass irgendein Detektor sie erfassen kann.
    Und wenn der Terrorist sich dann in der Flugzeugtoilette zu den 72 Jungfrauen bombt, möchte ich nicht dabei sein.
    Abhilfe kann nur eine Flugzeugtoilette bringen, die nur noch unter Bewachung benutzt werden kann, nachdem das kontrolliert wurde, was man auf dem Örtchen benötigt.
    Wollen wir wetten, dass…

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  2. bluestar sagt:

    Schöner Artikel von meinem Lieblings-Ami.
    Schade, dass solche Männer mit Anstand, Würde, Weisheit und Rückgrat niemals US-Präsident werden können.
    “ findet der gesunde Menschenverstand nur wenig Abnehmer… während Absurdität allgegenwärtig ist“
    Genau das ist der Punkt. Dauerhafter Ausnahmezustand wird mittlerweile als Normalität verkauft und von der Masse akzeptiert.
    „… die Vereinigten Staaten können nicht länger Angriffe von anderen Nationen, nur durch die Androhung massiver Gegenschläge verhindern, sondern muss sich anbahnende Feinde zuerst schlagen“, fuhr die Post mit ihrer Erklärung fort.“
    Und darauf laufen die ununterbrochenen Kampagnen von Abstumpfung, Lügen, Feindpropaganda Verblödung und Ängstigung der Bevölkerung hinaus.
    Schade, dass dies auch in Deutschland zu wenige begreifen.

  3. Michael sagt:

    Big Solar wird die Branche brauchen, da die Subventionen auslaufen.

  4. alacran sagt:

    Zu den albernen „Vereinbarungen zum Klimaschutz“ von Paris nur 2 Bemerkungen.
    Wenn Deutschland sich, dank „Mutti“ Merkel, Dr. Hendricks und der „grünen“ Koryphäen aller Parteien, völlig „dekarbonisiert“ und sich bis 2050 auf vorindustrielles Steinzeitniveau zurückentwickelt hat, dann erspart es der (weges des bösen CO2) zum Hitzetod verdammten Erde einen Temperaturanstieg um 0,003°Celsius!!
    Zum „Energiewende-Schwachsinn“ fällt mir zwar nichts mehr ein,
    aber es gibt noch Unverdrossene, die glauben, die Masse interessiere sich für Fakten!
    Und nur damit hinterher nicht wieder alle jammern: „Das konnte man doch nicht kommen sehen!“, hier der Versuch der Information gegen „Spiegel“ und „TeleVerblöder“!
    Quelle: http://www.eike-klima-energie.eu (Ökostrom erklärt für Dummies bzw Klimanarren und die „Lügenpresse“.)

  5. Thomas S. sagt:

    Humbug! Die Leute haben Ihre Vorgaben. Wenn Sie die nicht zu 100% umsetzen fliegen sie. 99% kotzt es auch an, aber sie brauchen den Job. Hirnverbrannt sind die Leute die solche Anweisungen in die Welt setzen.
    Nicht zu unterschätzen ist auch, dass niemand sich diskriminiert fühlen soll. Lässt man die 95jährige Oma unkontrolliert durch, gibt es doch sofort einen Aufschrei, dass hier rassistisch kontrolliert wird.
    Wir kriegen, was wir verdienen

  6. bluestar sagt:

    @Thomas S.
    „Hirnverbrannt sind die Leute die solche Anweisungen in die Welt setzen.“
    Leider sind sie das nicht und sie wissen sehr genau was sie tun.
    Wer sich mit 9/11 abseits des Staatsfernsehens und der lächerlichen Regierungsversion beschäftigt und das Denken in Zusammenhängen noch nicht verlernt hat, wird zwangsläufig den Schlüssel zu allen aktuellen Ereignissen finden.
    Es wurden in NYC über 3000 Menschen ermordet aber es gab keinen Prozess, keine Untersuchungen, keine Beweisaufnahme, keine Zeugenanhörungen usw.
    Soweit zum Thema Rechtsstaat und westliche Werte.
    Übrigens glauben heutzutage 80% der Amis, dass der Einmarsch im Irak wegen 9/11 erfolgte.
    Klasse Ergebnis wie ich finde – ja sie wissen genau was und wie sie es tun.

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