Harakiri! Japan zerstört seine Währung

4. April 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer

Ja! Panische Angst! 50.000.000.000.000 neue Yens pro Jahr. Die Japaner haben`s drauf. Dagegen wirken Ben Bernanke und seine Druckerkollegen aus der EZB und BoE wie Schlaftabletten. Japans Notenbank weiß, wie man Währungen zerstört, um damit besser leben zu können…

Der neue japanische Notenbankchef scheint in Panik zu sein, wenn ihm sein Regierungschef mit vielleicht sogar vorgehaltener Waffe droht, die BoJ an die Kandare zu nehmen oder sie gar selbst zu übernehmen.

Man möchte annehmen, dass Haruhiko Kuroda vor (Ja)Panik mit den Nullen durcheinander gekommen sein könnte. Ist er aber nicht. Ist er gefährlich wie Kim Jong Un und seine Atomwaffen? Wir wissen es nicht, nur, dass er die bessere Krawatten als Ben Bernanke trägt.

50 Billionen neue Yen! Ich kann mir nicht viel unter dieser Summe vorstellen, auch nicht, was ich damit alles kaufen könnte. Häuser, Autos, Kleidung, gutes Essen und Brandy. Ich würde zumindest keine japanischen Staatsanleihen kaufen wie die BoJ. Sie nimmt diese Papiere deren Haltern ab. Was die mit dem Geld dann anstellen – keine Ahnung. Vielleicht finanziert die BoJ die Regierung direkt aus der Druckerpresse. Von wegen Währungshüter. Erst habe ich gelacht, dann gestaunt und überlege nun, mich unterm Schreibtisch zu verstecken.

Um diese Papiere zu kaufen, erzeugt die BoJ vorerst 50 Billionen neuen Yen. Jährlich! Eine Billion hat übrigens 12 Nullen. Im Gouverneursrat der BoJ sitzen nur neun. Eine davon hat dagegen gestimmt – der Ordnung halber und zur Beruhigung der Öffentlichkeit. Wobei in Japan ist man so staatsgläubig, dass nicht einmal ein leckes Atomkraftwerk große Sorgen bereitet.

Japan soll aus der Deflation befreit werden und binnen zweier Jahre zwei Prozent Inflation vorweisen. Ich weiß nicht genau, aber sind die Verbraucherpreise dort in den letzten 15 Jahren wirklich gefallen? Vielleicht ja nur die Anlagepreise… Aber das scheint das Problem zu sein. Mit steigenden Preisen fühlt man sich reicher und konsumiert deshalb mehr. So die Theorie.

Die jetzt schwächer werdende Währung erregt Aufmerksamkeit und zieht zugleich Spekulanten an. Wie wäre es, hierzulande ein Haus zu finanzieren mit einem Kredit in japanischen Yen? Kennen wir das nicht? Aber natürlich! Es ging so lange gut, bis es nicht mehr gut gegangen ist. Und dann mussten Kredite zurückgezahlt werden. Die steigende Nachfrage nach Yen ließ die Konfettiwährung gegenüber den anderen Währungen aufwerten, was zu neuen Problemen führte und jetzt zur japanischen Bazooka der BoJ.

Ich vermute, man wird sich wieder in Yen verschulden, denn sie kosten ja nichts. Das Geld kann man gut wo anders anlegen. Herrlich, dieses Perpetuum mobile, die Geldflutung der Welt mit Yen-Krediten…(Seite 2)

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