Happy Banking – Happy Börse

8. Dezember 2009 | Kategorie: Kommentare

von Frank Meyer ( Beitrag aus den Lübecker Nachrichten)

Endlich ist Ruhe im Stall von Porschwagen. Dafür geht jetzt bei Aktien die Post ab. Wie eine bissige Kobra baute sich der DAX auf seiner Tafel in Frankfurt auf. Innerhalb von zehn Handelstagen stieg er um 14 Prozent. Hallelujah! Was war passiert?

Wir wissen es nicht. Es sieht nach Zuversicht und Verzweiflung aus. Wer noch nicht im Zug saß, versuchte noch aufzuspringen. Zeitweise herrschte pure Kaufpanik, vor allem, als der DAX auch noch sein altes Jahreshoch übertrumpfte. Vielleicht kommt morgen ja schon der Weihnachtsmann, spöttelten die Händler.

Jetzt springen auch die Vermögensverwalter aus ihren Ecken. Den Anlegern lässt sich nach einem Plus von 46 Prozent seit März kaum erklären, warum der Profi nur zugesehen haben soll. Gerüchte besagen, dass auch Versicherungen wieder Aktien einkaufen. Das herumliegende Kapital sucht eben Anlagemöglichkeiten, heißt es. Im Anleihemarkt ist kaum etwas zu holen, nur für die Bären. Sie haben sich aufgemacht, um die Blase dort anzustechen. Zudem sind die Akteure etwas spielfreudiger geworden. Die armen Banken. Was machen die bloß mit den 442 von der EZB geborgten Milliarden Euro? Damit lässt sich doch sicher was bewegen… Oder?

Auffällig ist die Flucht von Geld aus den Staatsanleihen. Neue Schulden werden deshalb wohl bald nur gegen höhere Zinsen aufzunehmen sein. Wer borgt dem Staat schon für drei Prozent sein Geld? Alles halb so wild, notfalls kaufen eben unsere Notenbanken bei Bedarf diese Papiere über ihre Druckerpresse auf. Und die Inflation? Nein – kein Thema. Nur an der Börse. Und die ahnt offenbar schon mehr als unsere Experten.

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