Hannes Zipfel: Das System rutscht auf der schiefen Ebene

14. November 2011 | Kategorie: Auf die Ohren, Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer

Die Tage vergehen schnell. Die Zeitenwende kommt in Fahrt. Das System wankt inmitten einer Überschuldungskrise. Gleichzeitig bestimmt das große Warten auf große Summen aus der EZB die Diskussionen. Wenn es soweit sein wird, werden neue Fragen und weitere Sorgen auftauchen. Ein Interview mit Hannes Zipfel von der VSP AG…

„Die Herren aus der EZB haben uns mit ihrer monetären Planwirtschaft diese Probleme eingebrockt“, so Hannes Zipfel. Kaum etwas hilft, nur eine Abkehr der EZB von ihrem Stabilitätspfad, den sie ja schon längst verlassen hat. Vielleicht bringt das etwas Zeit, aber keine Rettung – und einen Teuerungsschub, mit dem Zipfel ab dem 2. Halbjahr 2012 rechnet. Weitere Ausichten nun in einem Podcast.

Homepage der VSG AG

Letzte Online-Konferenz in 4 Teilen

Print Friendly, PDF & Email

 

Schlagworte: , , , ,

15 Kommentare auf "Hannes Zipfel: Das System rutscht auf der schiefen Ebene"

  1. vegaman sagt:

    Dank für die sehr sufschlussreichen Podcasts der letzten Zeit.
    Zu dem aktuellen Podcast vllt. noch ein durchaus interessanter Link:
    http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=6217

    Beste Grüße

  2. DonTrader sagt:

    Rege ich mich darüber noch auf? Aber nein!
    Seit meiner private Währungsreform ist alles nur noch großes Theater für mich.

    Einfach „Bunny“ durch „Merkel“ ersetzen: Das ist die große, bunte Merkel Schau, …
    http://www.youtube.com/watch?v=qnJ2113AHPY&feature=related

    Der Euro hat seit Anfang an, stark an Wert verloren,
    http://pricedingold.com/cad-vs-usd/

    genauso wie der Dow Jones seit 1999 nur noch eine Richtung kennt, nach unten.
    http://pricedingold.com/dow-jones-industrials/

    Goldgramm, nennt sich meine Währung. 🙂

    • Johannes sagt:

      Salve DonTrader,

      vielen Dank für Deine Gold- Charts, sehr interessant.

      Wenn es „normal“ läuft, würde ich sagen, in spätestens 3 Jahren ist der Gold- Boom vorbei und Aktien wären wieder angesagt.

      Nochmals Danke, auch an Frank und Co 😉

      • Frank Meyer sagt:

        Du hast immer wieder ganz neue Prognosen 🙂

        • Johannes sagt:

          Lol Frank, bin ich jetzt ein Experte???? *fg*

          Na ja, hab einfach die „Strichalan“, also die Jahre gezählt, wie lange maximal so ein Gold-Hype im Vergleich zu Aktien anhält.

          Auf mehr als 15 Jahre bin ich seit 1900 nicht gekommen. Der jetzige läuft seit 99/00 müsste also 2015 enden. 😉 Wenn es denn „normal“ läuft.

          Übrigens, so schlecht bin ich ja mit meiner letzten Prognose nicht gelegen, Silber ist ja doch recht weit runter gekommen. 😉

          • DonTrader sagt:

            Könnte passen! Aktuell ist Gold immer noch in der Korrektur, wenn die beendet ist, läuft die finale Welle 5 bis maximal 3600 … 3700 US Dollar pro Unze. Der langjährige Aufwärtstrend ist danach abgeschlossen. Ich werde dann mein Gold teilweise in Aktien umschichten und den Rest langfristig mit Optionsscheinen absichern.

  3. Avantgarde sagt:

    Weiß auch nicht warum so viele EM-Händler ständig meinen der CuB stände vor der Türe.
    Ja, die EZB kauft Anleihen und es kann tatsächlich sein, daß einige andere Anlagewert zunächst steigen.
    ABER:
    Ohne daß der Konsument auch die Mittel dazu hat die geforderte Summe auch zu bezahlen wird das nie und nimmer was mit dem CuB.
    Fast schon monatlich steigen die die Bezieher von Lebensmittelmarken in USA, GR, P, I, IR… sparen.
    Wer soll all die dann teureren Produkte kaufen?

    Das wird dann enden wie 2008: der virtuelle Preis scheitert an der analogen Wirklichkeit.

    • gilga sagt:

      Vielleicht sieht der CuB ja auch ein wenig anders aus, als man zunächst vermutet (und nimmt damit dann andere Züge an als vorhergesagt; vielleicht gar kein CuB aber was ähnliches).

      Ich frage mich in den letzten Tagen immer häufiger, wovon den die Lebensmittelmarken in den USA bezahlt werden? Wer die Infrastruktur in China bezahlt? Wer wohl die Renten und sonstige Sozialsysteme in Europa?

      Fließt hier nicht Geld in die Realwirtschaft, dass es sonst nicht geben würde (Stichwort: bei EZB/FED etc. gedrucktes Geld für durch die Notenbank aufgekaufte Staatsanleihen)? Ist das, was als reale Inflation (immer knapper werdende Rohstoffe/Peak Oil etc. bei immer mehr Menschen mal außen vor gelassen), genauer der Teil der Ausweitung der Geldmenge die dann auch in Teurerung umschlägt, im System ankommt nicht die Differenz aus Einnahmen des Staates aus dem realwirtschaftlichen System (Steuern, Staatsanleihen außerhalb der Notenbanken) und dem über staatliche Ausgaben in die Realwirschaft (Renten, Infrastrukturprogramme, …) wieder zurückfließende Geldmenge?

      Wenn ja, dann ist es egal ob nun CuB oder Deflation… die Inflation (so wie sie im Sinn des CuB gemeint ist) kommt. Ob nun weil die Menschen den Glauben ans System verlieren und in Panik verfallen, oder aber die Staaten zur Aufrechterhaltung des etablierten Systems gezwungen sind zur Versorgung der Bevölkerung Werte aus dem nichts zu schaffen.

      Einzige die Frage nach dem Maß und der Zeitspanne ist eine Berechtigte (und die entscheidende).

      • blackwind sagt:

        Das ist gut vorstellbar. Die Abwertung der Währungen aller Industrieländer läßt unsere Kaufkraft auf dem Weltmärkten sinken. Rohstoffe (Agrar, etc.) werden für uns teuerer und auch der Export wird lukrativer. Gleichzeitig sinkt die Vorzüglichkeit für den Import.
        Das führt zu steigenden Kosten unserer Grundbedürfnisse (auch wenn wir uns da noch einschränken können)bspw. Energie+Lebensmittel.
        Steigende Lebenshaltungskosten werden bei entsprechendem Druck in Lohnerhöhungen ausgeglichen.
        Wenn keine Lohnerhöhung dann werden Essensmarken teurer. Aber ich glaube, dass unseren Politikern bewußt ist welcher Sprengstoff hier angerührt ist. Also mehr Lohn.
        Ich denke vieles hängt an der Energie. Wird Energie 20% teurer, verteuert sich unser Leben um 5 bis 8%.
        …sagt mal, wie lange lassen sich die Ölscheichs eigentlich noch in Papier bezahlen?

      • Avantgarde sagt:

        @gilga

        Ich glaube generell, daß diese Krise sehr wechselhaft und nicht sonderlich gut vorhersagbar sein wird.
        Die Phasen können noch mehrmals wechseln – und die meisten werden wohl zum Narren gehalten. Besonders gefährlich dürfte es wohl sein wenn man sich all zu sicher ist und alles auf eine Karte setzt.
        „Gewinner“ könnte mal noch ein sehr relativer Begriff werden.

        Die Sozialsysteme können durchaus noch vom Steueraufkommen getragen werden.
        Da sich das Geld dort ja in einem Kreislauf befindet fließt ja auch immer ein Teil an Steuern an den Staat zurück und über den Umweg des Umsatzes an sich ebenso. Dem Markt ist es schließlich egal, ob der Umsatz von H4-Empfänger oder einem Anleihebillionär kommt.

        Wer die Infrastruktur in China bezahlt?
        Da würde ich sagen steht sehr wahrscheinlich eine ziemliche Bombe!
        Es sind genau die privaten Investoren, die glauben der Boom in China geht unvermindert weiter.
        Und so bauen sie Geisterstädte um Geisterstädte und kaufen mit dem gestiegenen Buchwert noch mehr Wohneinheiten in neuen Geisterstädten, Luxusgüter oder sonst was auf weiteren Kredit.
        DIESES Experiment haben wir nun in JAPAN UND USA erlebt.
        Jetzt wiederholen sie es und erwarten ein anderes Ergebnis…

        Nicht, daß ich eine Hyperinflation völlig ausschließen wollte – aber ich denke weiterhin, daß systemisch zunächst eher deflationäre Tendenzen vorherrschen.
        Druckten die EZB und Fed tatsächlich richtige Zettel also Bargeld, verteilen es unters Volk und ist zuvor der Kreditturm zusammengebrochen dann sähe ich eine Möglichkeit für Hyperinflation.

        Zeitweise erhöhte Inflationsraten durch die Schaffung neuer Kredite „Geld drucken“ ist ebenfalls möglich.
        Was allerdings etwas längerfristig die Gefahr einer Deflation sogar noch verschärft – und ich denke das war der Punkt 2008 der sich in Zukunft jederzeit wiederholen kann.

        Eine Hyperinflation ist aber schon mal noch etwas anderes – und darum geht es ja bei all den Anhängern des CuB.

    • auroria sagt:

      Das wirklich große Gelddrucken der EZB hat ja noch gar nicht begonnen.
      Derzeit muss man noch damit rechnen, dass € Staaten Schulden streichen oder aus dem € austreten. Es gibt also ein deflationäres Szenario und deswegen werden die Gelder auch noch in US Staatsanleihen geparkt.

      Sollte die EZB aber klar machen, dass sie alle Probleme wegdrucken wird (was FED, BoE/J schon erklärt haben), dann ist eigentlich nirgends mehr eine Gefahr von Deflation.

      Und dann könnte eine Flucht aus Staatsanleihen stattfinden, die ihres gleichen sucht.

      Wohin soll das Geld? In Aktien und Rohstoffe und über die Rohstoffpreise werden die Produkte teurer.
      Da hilft auch keine Kaufzurückhaltung, das Auto muss aufgetankt werden, etc.
      Wenn die Löhne dafür nicht reichen, wird eben die Preis-Lohn Spirale in Gang gesetzt.

      Im wesentlichen ist es nur noch Deutschland, an dem es hängt.
      Das einzige was nach einem Umfallen der EZB noch querschießen könnte wäre ein China Crash.

      • Avantgarde sagt:

        Wenn du 10 Liter tanken MUSST weil du zur Arbeit MUSST.
        Aber du nur für 5 Liter Geld im Portemonnaie hast – dann KANNST du nicht genügend tanken.
        Was nicht vorhanden ist kann nicht ausgegeben werden – sehr einfach.

        Mag sein, daß du dafür dann aufs Essen verzichten musst und Shell sein Geld bekommt – dafür kriegt dann die Metro aber keines.

        Für eine Lohn-Preisspirale die für eine Hyperinflation ausreicht – ich habe meine Zweifel in einem globalen Wirtschaftssystem in der selbst vor Kinderarbeit nicht zurückgeschreckt wird.

        Und auf das Platzen der China-Blase wette ich mit Dir 🙂
        Nein ist nicht witzig – hab oben was dazu geschrieben – aber ich denke das wird früher oder später passieren.

        • auroria sagt:

          Wenn ich nur für 5 Liter Geld habe, sage ich meinem Arbeitgeber: entweder du zahlst mir mehr Geld, oder ich komme nicht mehr zur Arbeit (Streik)
          Das funktioniert in einigen Ländern besser (Deutschland) und in anderen mit hoher Arbeitslosigkei wie USA schlechter.

          Ich verbinde eine Preis-Lohn Spirale oder einen CuB nicht direkt mit einer Hyperinflation.
          Sondern mit einer mehrere Jahre dauernden Phase mit Inflationsraten von 6, 8 oder 10%.
          Diese Inflation _kann_ außer Kontrolle geraten und in einer Hyperinflation enden, muss aber nicht.

  4. rolandus sagt:

    Stichwort „Tauben“ …was haben Papademos, Monti, Draghi und dieser Link http://www.tagesschau.de/wirtschaft/ackermann218.html gemeinsam ???

    Sie verricht(et)en alle „Gottes Werk“…so langsam fügen sich die Puzzleteilchen zusammen.

    Vielen Dank an den Marathoninterviewer ins Ried und an Herrn Zipfel
    rolandus

  5. retracement sagt:

    Sehr distinguiert und fein hanseatisch der Herr Zipfel. Sozusagen der beste Hellmeyer den ich jemals gehört habe! Habe ich da im Interview „Verbrecher“ gehört?
    Manchmal erinnere ich mich noch an Bill Bonner. Mag der nicht auch mal ans Mikro?

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.