Augen auf beim Hamsterkauf!

24. August 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Die Bundesregierung will wieder mal unser Bestes. Und diesmal ist es nicht nur die Steuer. Sie empfiehlt uns allen: Hamster-Käufe. Da brat mir doch einer einen Storch! Oder einen Hamster. Wir sind äußerst irritiert!

Foto: Flickr Wahrscheinlich aber soll es uns auch in schlechten Tagen immer besser gehen. Okay, dann kaufen wir eben einen Hamster! Gehen auch Meerschweinchen? Oder haben wir das missverstanden?

Ich bin zuerst in eine Tierhandlung gegangen. Beim Metzger gab es nämlich keine Hamster mehr. Es gab lange Schlangen (!) an der Kasse. Dann habe ich mir drei Hamster in den Einkaufswagen gepackt – einen weißen, einen braunen und einen Goldhamster. Wieviel produzieren die Gold am Tag? Sie wollten aber ständig durch die Gitterstäbe des Wagens abhauen, abgesehen davon, dass die Hamsterpreise seit Tagen schon steigen.

Kollege Rott berichtete, Kampf-Hamster wären inzwischen unbezahlbar geworden. Dabei fragte ich mich, wie diese im Notfall helfen sollen. Oder schmecken. Sowas habe ich wissentlich noch nie probiert. Aber wenn das die Bundesregierung meint. Die Tierhandlung warb übrigens mit „20 Prozent auf alles, außer Hamster“.

Unterscheiden sich eigentlich männliche von weiblichen Hamstern hinsichtlich des kulinarischen Genusses? Gibt es eine politisch korrekte HamsterInnen-Quote? Hilft ein Hamsterkauf für den Notfall wirklich weiter? Sollte der Hamster aus der Bodenhaltung kommen? Oder genügt Käfigware? Fragen über Fragen…

Dann fiel mir ein: Die Bundesregierung meint doch Vorräte für den Fall einer Katastrophe. War das bislang nicht das Metier der Verschwörungstheoretiker? Ganz unwahrscheinlich erscheint das aber nicht. Vielleicht führt ja die Politik in Berlin direkt in eine Katastrophe und die da oben wissen das längst schon? Dann ist Vorsorge ratsam. Dabei wäre es schon eine biblische Katastrophe, wenn das Mobilfunknetz für ein paar Stunden ausfallen würde – oder Whatsapp.

Vorräte für zwei Wochen

Beim Studieren der Gourmet-Liste verflogen schnell meine Sorgen. Sogar in schlechten Zeiten kann man dann gut leben, wenn man die Katastrophen-Liste der Regierung gut abgearbeitet hat. Ausgedruckt war sie übrigens länger als eine Küchenrolle, wobei man sich bei den vielen Leckereien einen veritablen Speichel-Sturz oder das Gegenteil davon einhandelt hat. Die viele Dinge, die man (unbedingt!) benötigt, basieren wohl auf der Unmenge von Mitarbeiten im Ministerium für Apokalypsen und auf deren Essgewohnheiten. Hoffentlich beschließt die Regierung auch, dass eine solche Katastrophe nur zwei Wochen zu dauern hat. Manche Leute empfehlen als Schutz der Zivilbevölkerung, die Regierung in Berlin auszutauschen.

Der Goldhamster war übrigens nicht nur ein Fehler, sondern eine besonders große Katastrophe. Selbst nach zwei Tagen machte er seinem Namen keine Ehre. Oder es handelte sich um eine Fälschung. Also setzte ich die drei Hamster beim örtlichen Tierheim wieder ab, über dem eigenartigerweise China-Restaurant stand – und fuhr weiter zum Supermarkt. Man sollte im Krisenfall dorthin umziehen. Sicherheitshalber begann ich die ominöse Liste abzuarbeiten: Spargel in Dosen, saure Gurken, Rote Beete, Ananas und Mandarinen in Büchsen, alles in empfohlenen Dosen inkl. Schwachsinn in selbigen. Und Pilze im Glas.

Pilze sind eine wirklich gute Idee, aber nur wenn sie das Bewusstsein erweitern. Ich nahm entgegen der Vorschriften fünf Dosen mit, denn wenn die KannsNichtlerin im Radio mit Kurbelwelle erklärt, wir würden das wieder schaffen, brauche ich die dringend. Vielleicht auch noch einen pürierten Fliegenpilz zum Nachspülen des schlechten Geschmacks am Gaumen. Warum aber empfiehlt die Regierung „Spargel im Glas?“ Ich verstehe das wirklich nicht!

Mir fiel auf, dass die Liste ziemlich diskriminierend daher kam, ja gerade zu menschenfeindlich. Kein Aufschrei unter Veganern, Vegetariern, Paläo-Diätlern, Frutariern, Flexitariern und aus den anderen Sekten der gesunden, politisch korrekten Essenskultur. Nennt die Natur so etwas „Auslese?“ Apropos, Weinvorräte waren ausdrücklich nicht empfohlen. Kondome auch nicht.

Würde es nicht genügen, wenn man den Leuten empfiehlt, täglich 2.000 Kalorien zur Deckung des Energiebedarfs bereitzuhalten, sind das in zwei Wochen 28.000 Kalorien. Deshalb kaufen derzeit so viele Leute einen Sack Holzkohle zusätzlich! Wohl bekomms! Hoffentlich schwimmen dann im Teich der Nachbarn noch ein paar Koikarpfen herum. Und zwei Liter Wasser täglich! Moment, es sollten fünf Liter sein, wegen der Toilettenspülung. Und was wird mit den armen Blumen auf der Fensterbank? Die essen wir. Amen.

Ein Kurbelradio braucht man auch! Das Bereithalten eines solchen war früher noch GEZ-pflichtig. Gibt es inzwischen Smartphones mit Kurbelbetrieb? Oder muss man dafür einen Hamster in ein entsprechendes Rad setzen und ihn antreiben? Ach, gemeint ist ein Rundfunkgerät mit Batteriebetrieb. Und wenn der Rundfunk nicht mehr rund funkt?

Und was ist mit der Sicherheit? Davon stand nichts auf der Küchenrolle. Eine alte Steinschleuder aus dem Darknet tut es vielleicht auch. Und ein paar Flaschen Schnaps und Packungen Zigaretten als Tauschwährung. Das mit dem Alkohol für den Eigenkonsum sollte man wirklich nicht unterschätzen, wenn es keine Pilze mehr gibt. Hoffen wir, dass die alkoholischen Vorräte beim derzeitigen Ertragen der gegenwärtigen Politik nicht schneller aufgebraucht sind, als das staatlich vorgesehen war. Wir hegen da keine Hoffnung, außer die Bundeswehr gewinnt den Krieg in zwei Wochen. Ähm… welche Bundeswehr?

P.S. Ganz am Ende gibt es den Hinweis, die Dokumente griffbereit zu haben, also Ausweis und Pass, vermuten wir. Das erscheint seltsam. Heute wirft man diese beim Übertritt auf ein anderes Staatsgebiet doch schnell weg! Zur Gourmet-Liste 🙂

 

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9 Kommentare auf "Augen auf beim Hamsterkauf!"

  1. FDominicus sagt:

    Ich bin nicht bei Ihnen. Ob einem das schmeckt oder nicht ist zweitrangig wenn man Hunger hat. Und es ist auch keine Liste des Grauens – jedenfalls nicht für mich. Früher nannte man kluge Vorratshaltung Weitsicht so wie ich das verstehe, halten Sie davon nichts. Warum wollen Sie dann ein Geld statt einem Zahlungsmittel? Erklären Sie mir doch einfach mal kurz wie Sie einen Stromausfall in Ihrem Ort über mehrere Tage zu überstehen planen? Schlagen Sie doch mal den Begriff Prepper nach und/oder schlagen bitte mal die Vorschläge von Ihrem Autor Bill Bonner nach.

    • Frank Meyer sagt:

      Stimmt! Wir hätten GLOSSE oben drüber schreiben müssen 🙂

      • stonefights sagt:

        Livebericht aus meinem Schützengraben zum „…Kondome auch nicht…“.
        Diese Woche bei Markus „Kanns“ war ein selbst ernannter „Prepper“, der mit seinem survival pac auch Kondome empfahl, da sie sich in Verbindung mit einem (z.B.) Shirt aufgrund ihrer starken Dehnbarkeit sehr gut als Wasseraufbewahrungsbehältnis eignen würden…
        – Sarkasmus on – Ein jeder notorische Grenzgänger im Fremdenverkehr kann nun seine Kondome öffentlich wirksam aus der Hosentasche vorzeigen. Auf dumme Fragen kann er auf die notwendige Bevorratungshaltung zur Krisenvorsorge seiner Regierung hinweisen. Er muss lediglich aufgrund der gebotenen Verwechslungsgefahr klar stellen, welche Regierung er meint. – Sarkasmus off
        LG, stonefights
        Ohne Humor ist selbst im hellsten Keller voller Dosen die Nahrung der Seele nicht zu entdecken 😉

  2. bluestar sagt:

    Ach ist des süß dieser Hamster auf dem Foto. Guckt aber irgendwie auch hilflos und traurig, schließlich haben Hamster keine richtige Lobby in Germany. Dabei ist Hamsterverhalten im Berufsleben (Rad) und nun endlich auch im Supermarkt absolut in.
    Ansonsten ist es wieder putzig, wie fürsorglich und weitsichtig Mutti und ihre kleinen Helfer sich um die Menschen Deutschlands beim Schutz der von ihnen selbst verursachten Probleme kümmern.
    Ich erwarte neue Umfragehochs.

  3. PetraM sagt:

    Herrlich, ein Artikel, der es in sich hat: Sarkasmus und politische Zwischentöne. Wie immer, wenn Frank Meyer etwas schreibt, lässt er wirkungsvoll die Luft aus den Sprechblasen der Politikergilde! Danke dafür und natürlich auch den anderen, lieb gewordenen, Autoren und bitte, machen Sie alle weiter so.
    Die Frage, warum Spargel und z. B. keine Schwarzwurzel im Glas, verunsichert ich mich auch irgendwie. Und die Frage nach der Sicherheit ist ja auch immens wichtig: Lässt sich ein axtschwingender Psychopath (denn letztendlich hat ja nichts mit nichts zu tun) von meinem sorgfältig gefüllten Notvorrat beeindrucken? Oder wie Joerg Wellbrock beim „Spiegelfechter“ sinniert: „Zum Beispiel die (Frage) nach dem effektiven Schutz der Bevölkerung durch ausreichend Wasser im Haus, wenn ein Amokläufer zur Axt greift. Oder die nach wirksamem Schutz gegen Flugzeuge, die in ein paar Gebäude rasen, wenn man genügend Knäckebrot in der Speisekammer hat.“ Und kommt zum Schluss auf die Idee, dass es immer wieder das gleiche Lied ist, was da gesungen wird: nicht der Schutz DER Bevölkerung wird angestrebt, sondern der Schutz VOR der Bevölkerung, indem immer mehr Sicherheitsmaßnahmen durchgedrückt werden!
    Meine Überlegung zielt auch dahin, ob nicht in Bälde eine rigorose Währungsreform ansteht, daher die Bevorratung. Oder ein inszenierter Terrorakt, um den Notstand auszurufen. In Frankreich war das ja auch möglich, um die eigene Bevölkerung in Schach zu halten. Wir werden es sehen und wie immer- zu spät!

  4. Skyjumper sagt:

    Nachdem ich den Artikel über das „neue“ Zivilschutzkonzept frisch gelesen hatte, hätte ich über den Beitrag von Frank Meyer herzhaft lachen können. Nachdem ich allerdings die vielen Kommentare (die an Dummheit kaum noch zu überbieten sind) unter einigen Artikeln zum Thema gelesen habe, habe ich mich heute Morgen geärgert gehabt als ich den Beitrag hier gelesen hatte. Seit 08:55 Uhr ist meine Welt allerdings wieder in Ordnung. Nun steht wenigstens Glosse drüber, bzw. drunter.

    Liegt es am Sommerloch? Das Zivilschutzkonzept, einschließlich der Bevorratungsempfehlung, ist doch nun keinesfalls neu. Bereits seit Jahren kann man sich ein entsprechendes PDF beim Bundesamt f. Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe herunterladen. Warum also jetzt dieser allgemeine Aufschrei? Weil ein bestehendes Gesamtkonzept des Innenministeriums von rund 70 Seiten nach zig Jahren mal wieder angepaßt wurde?

    Wenn ich in vielen Kommentaren lese dass es die Aufgabe der Regierung sei die Katastrophen gefälligst zu verhindern, statt der Bevölkerung Empfehlungen für den Umgang damit zu geben ……. weil schließlich zahlt man Steuern ….. dann weiß ich nicht ob ich weinen oder lachen soll.
    Natürlich: Je höher die Steuern, und je besser die Regierung, desto weniger Schneekatastrophen, Überschwemmungen, oder ganz aktuell, Erdbeben gibt es. Geht’s noch? Sind Teile unserer Gesellschaft wirklich schon so verblödet das sich der Sinn einer Vorratshaltung nicht mehr erschließt? Ich brauche kein Szenario mit einem Atomkrieg um mir problemlos eine ganze Reihe von Situationen vorstellen zu können bei denen eine angemessene Bevorratung überaus sinnvoll ist. Und das fängt schon bei einer heftigen Grippe im Haushalt an wenn man alles hat, nur keine Lust noch zum Einkaufen aus dem Haus zu gehen. Das Risiko eines Stromausfalls wurde ja bereits von FDominicus genannt. Aber auch Wasserwerke sind vor größeren Pannen nicht gefeit. Nein, natürlich nützt einem der beste Vorrat nichts, wenn man direkt von einem Hochwasser betroffen ist und alles bis auf der Dachfirst unter Wasser steht. Wenn man aber 200 m weiter im trocknen Haus sitzt und 1,2 oder 3 Tage von der Umwelt abgeschnitten ist, ist so ein Vorrat schon sehr sinnvoll.

    Ich meine man darf und kann vieles an dem Gesamtkonzept kritisieren und/oder ins Lächerliche ziehen. Die Listen zur Selbstbevorratung wären jedoch das Letzte auf das ich dabei kommen würde. Eigentlich traurig dass es überhaupt einer solchen Empfehlung bedarf. Es sollte nämlich eine Selbstverständlichkeit sein dass jeder zunächst einmal für machbare Selbsthilfe sorgt bevor er nach dem Staat ruft bzw. sich auf diesen verlässt.

  5. Argonautiker sagt:

    „Manche Leute empfehlen als Schutz der Zivilbevölkerung, die Regierung in Berlin auszutauschen.“

    Punktlandung würde ich sagen.

    Und zu Risiken und Nebenwirkungen,…, nein, in der Politik ist es leider vollkommen nutzlos den Beipackzettel, sprich die Wahlprogramme zu lesen, hält sich eh keiner dran, denn sonst hätten wir schon paradiesische Zustände hier, und ständen nicht kurz vor der Apokalypse.

    Wußten sie, daß Apokalypse Ursprünglich mal Umwälzung bedeutete. Die Ersten werden die Letzten sein, Oberstes nach Unten kehren, und so. Aber wir leben eben in einer Welt, die, wenn sie zwischen Cholera und Pest wählen kann, wirklich das Eine oder Andere wählen, anstatt zu sagen, ach nee, hätten Sie vielleicht auch etwas, was ohne Hamsterkäufe auskommt?

    Doch ich denke, es wird wirklich bald gefährlich, denn wenn Rothschild in den Medien verlauten läßt, daß das mit den Zentralbanken ein großes gewagtes Experiment war/ist, und demonstrativ in Gold geht, dann kann man davon ausgehen, daß da wieder eine Täuschung im Anrollen ist, weil, ohne kann der nicht.

    Vielleicht, die Zentralbanken crashen lassen, bis es dem Gold schwindelig in der neuen Höhe wird, und Zentralbanken und die nun massenhaft inkludierten Staatsanleihen derweil mit den Regenwürmern kuscheln gehen, um dann, husch die husch, mit den Goldgewinnen, mal wieder alle Staatsanleihen für einen goldenen Apfel und Ei aufzukaufen, wie damals zu Zeiten Waterloos. Alles Meins.

    Natürlich reiner Spekulatius, aber daß dieser Mann überhaupt was in die Öffentlichkeit preis gibt, was er sonst tunlichst vermeidet, und Regierungen zu Hamstern raten, ist mehr als Auffällig. Trommelwirbel, Spot an, und alle Augen auf die BIZ.

    Ich liebe Verschwörungstheorien, besonders wenn sie nicht eintreten, denn wenn sie eintreten, ist es einfach nur doof, irgendwie, denn wer will schon Cholera oder Pestilenz, obwohl er sie gewählt hat?

    Schöne Grüße aus 30° im Schatten

  6. Argonautiker sagt:

    Ach wir brauchen uns keine Sorgen machen, wie nun verlautbart wurde, will die Regierung im Krisenfall einfach alle Bauernhöfe und Lebensmittel herstellenden Betriebe übernehmen um damit die Versorgung sicher zu stellen.

    Wie gesagt, wir brauchen unbedingt mehr Krisen.

  7. Avantgarde sagt:

    Also ich finde diese Glosse einfach herrlich!
    🙂

    Was für eine Medienecho eine schlichte Aktualisierung einer schon lange bestehenden Empfehlung alles auslösen kann ist schon bemerkenswert.

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