Halbierung voraus? Von Aktien und Fallobst.

7. Februar 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Die Aktienanlage hat sich seit dem vorläufigen Tiefpunkt im Jahr 2009 mehr denn je zu einer Art Glaubensfrage entwickelt. Die Gläubigen erstarren in Ehrfurcht vor dem heiligen Gral der Notenbanken und erfreuen sich einer Welt, in der nichts schief gehen kann. Wer zwischen den allzu hoffnungsfrohen Gedanken noch etwas Zeit findet, sollte besser einen Blick auf die mögliche Fallhöhe mancher Aktienmärkte werfen.

Glaube, Liebe und Hoffnung sind Dinge, die beim Effektensport oft zu bösen Verletzungen führen. Selten waren die Risiken an den Finanzmärkten und der Glaube daran, dass sie dieses Mal unbedeutend sind, so groß wie heute. Selten war die Liebe zu den gehaltenen Positionen derart ausgeprägt, dass vergessen wird, was Aktien sind: Ein verbriefter Anspruch auf eine (möglicherweise) sehr lange Reihe zukünftiger Cash Flows. Selten war die Hoffnung, es werde abgesehen von kleineren Korrekturen ewig weitergehen, so verbreitet wie heute.

Abgesehen von der allfälligen Warnung vor möglichen Korrekturen, die im Grunde nichts anderes sind, als der persönliche Haftungsausschluss des jeweiligen Analysten, ist die Stimmung immer noch prächtig. Auch die durchwachsene Berichtssaison und die enttäuschenden Aussichten vieler Unternehmen ändern bisher wenig am bullishen Sentiment. Wenn der Gewinn nicht steigt, dann muss halt das KGV steigen – so einfach ist Geldanlage heute. Schade ist, wie störrisch sich die Bewertung der Aktien weigert, in all die wundervollen Szenarien zu passen. Viele Aktien sind deutlich überbewertet und vom Status „billig“ so weit enfernt wie die USA von der bemannten Marslandung.

Das Argument der Bewertung wird gerne belächelt. Zugegeben, für sehr kurzfristig agierende Trader, die wissen was sie tun, mag dies der Fall sein. In den Depots von Investoren hingegen kann das Ignorieren einiger Kennzahlen bestenfalls kurzfristig Freude auslösen. Aber natürlich kennt jeder jemanden, der immer am Tief eingestiegen, dann am Top ausgestiegen ist um dann kurz mit ein paar Shorts noch ein paar Mark dazuverdient hat. Falls Sie von derartigen Geschichten eher verärgert als belustigt sind, gibt es ein hervorragendes Rezept. Lassen Sie sich einfach die Depotauszüge der vergangenen zehn Jahre zeigen …

Aktien können sich in der Tat weit von ihren fundamentalen Werten entfernen. Diese Abweichungen werden langfristig stets mehr oder weniger schnell korrigiert. Das Ausmaß der Übertreibung bestimmt bei Bullenmärkten dann den Schmerzpegel des Wiedereintritts in die Realität. Bei  hohen Bewertungen stellt sich folglich die Frage, ob es ein kluger Investmentansatz ist, teure Wertpapiere zu kaufen weil man erwartet, sie werden noch deutlich weiter steigen. Diese überaus riskante Strategie erfreut sich wohl vor allem deshalb großer Beliebtheit, weil die meisten aktiven Anleger im großen Bullenmarkt zwischen 1982 und 2000 sozialisiert wurden. Aus dieser Phase kann man vieles lernen, vergessen sollte man jedoch nicht die Einmaligkeit dieser Phase. Ein Vergleich historischer Bullenmärkte kann bei der Einordnung hilfreich sein.

        rott-mit-82

Der Chart stammt aus folgendem unserer Artikel.

Zudem neigen viele Anleger zu einer überaus bemerkenswerten Aktivität an den Finanzmärkten. Der größte Schmerz scheint in der verpassten Gelegenheit zu liegen und davon gibt es an den Finanzmärkten täglich mehr als mancher ertragen kann.

Nun ist an den Finanzmärkten nichts unmöglich, aber es kann nie schaden, einen Blick auf die historischen Entwicklungen und Bewertungen zu werfen um die aktuelle Situation in einem größeren Kontext zu betrachten…

Wer im aktuellen Umfeld wieder einmal auf die Zentralbanken setzt, sollte ehrlich zu sich sein (generell eine gute Idee beim Geld anlegen) und sich anschauen, was denn die edlen Helfer in den letzten Jahrzehnten so anzubieten hatten. Im Fokus sind stets das Mittel der Zinssenkung – erstaunlicherweise selbst im aktuellen Umfeld – oder die „verbalen Eingriffe“, falls die Aktienmärkte einmal von der Schwindsucht gepackt werden. Warum es eigentlich schlecht sein soll, wenn Aktien einmal für alle billiger zu haben sind, wird leider ebensowenig erläutert wie die Vorteile für die Bürger, wenn sein Geld abgewertet wird.

Im Allgemeinen sprechen die so genannten TV-Experten vom „Put“, der den Anlegern (die bereits investiert sind …) von der Zentralbank quasi gratis bereitgestellt wird. Dieser Put erhält dann den Namen des jeweiligen Chairman der Fed, den man ganz lieb hat, weil er als guter Hirte den Mangel an Eigenverantwortung und Sorgfalt des Anlegers kostenfrei beziehungsweise auf Kosten anderer ausgleichen soll…

Die folgenden beiden Charts zeigen den Verlauf des S&P 500 in den Amtszeiten der beiden Hirten Greenspans und Bernankes.

In Greenspans Amtszeit fällt die Blase der 90er als letzte Raketenstufe der gigantischen Hausse, die in den 80ern ihren Anfang nahm. Der kreditfinanzierte Motor nahm Mitte der 90er Jahre noch einmal derart Schwung auf, dass der Hirte mit dem Nachziehen des Strikes nicht mehr hinterherkam. Anders ist die technische Panne des fast vollzogenen Halbierung des S&P 500 Index aus Fed-Sicht wohl kaum zu erklären. Möglicherweise liegt es aber auch an der grotesken Überbewertung vieler Aktien, die durch die noch ein paar Stufen irrsinnigere Tech-Bubble an der Nasdaq leider oft in Vergessenheit gerät. Es war nicht nur eine Blase bei den Techwerten.

22

Auch Amtsnachfolger Bernanke hatte so seine Probleme mit den Finanzmärkten. Als starker Freund des Vermögenseffekts, der allen Maßnahmen zum Trotz bestenfalls in einigen Yachthäfen nachweisen lässt, hat den Hirten der dieses Mal noch stärkere Einbruch der Märkte vermutlich persönlich schwer getroffen.

44

Wie man gut erkennen kann, waren sowohl der Greenspan-Put als auch der Bernanke-Put recht weit aus dem Geld …

Aktienkurse folgen langfristig den Erträgen der Unternehmen und die Ertäge der Unternehmen folgen dem BIP, wenn auch die Schwankungen markanter sind. Es gibt immer wieder auch deutliche Abweichungen nach oben und nach unten, aber von Zeit zu Zeit besinnen sich die Anleger und denken darüber nach, was eine Aktie ist. In der Folge werden die Über- und Unterbewertungen dann korrigiert, manchmal langsam, manchmal rasch.

Die folgende Grafik zeig die Gewinnmarge amerikanischer Unternehmenden im Zeitverlauf. Der überaus bemerkenswerte Ausreißer am rechten Bildrand ist die aktuell massiv überhöhte Marge, die mehrere Prozentpunkte über dem historischen Mittel liegt. Wer glaubt, die Marge werde munter weiter steigen oder einfach nur auf diesem Niveau verharren, mag das tun. Wir halten das für Unsinn. Man kann durchaus ins Grübeln kommen, wenn man kurz darüber nachdenkt, was allein eine Normalisierung der Margen ohne Überschießen nach unten für die Gewinne der Unternehmen und damit für die Bewertung bedeutet. Viele Wirtschaftsredaktionen haben dafür leider keine Zeit oder halten das Protokollieren inhaltsleerer Ad-hoc Meldungen und Personalien für wichtiger. Schade.

6

Nehmen wir also den kleinen Werkzeugkasten zur Hand! Bereinigt man die Gewinne um die überhöhte Marge und nimmt eine Rückkehr zur mittleren Marge an, zeigt sich folgendes Bild. Die Rohdaten stammen falls nicht anders erwähnt von der St. Louis Fed .

5

Schaut man auf den Chart des S&P 500 und das Gegenstück mit zyklisch adjustierten Gewinnen (gemäß CAPE/Shiller-PE, Daten: R. Shiller und eigene Berechnungen) ergibt sich folgendes Bild.

7

Eine schlichte Bereinigung um die Ausweitung der Gewinnmargen liefert folgendes Bild.

 8

Die beiden oben stehenden Charts zeigen eine nenenswerte Überbewertung bezogen auf die Unternehmensgewinne und deren zweifelhafte Nachhaltigkeit. Wir haben nun die Gewinne in einem weiteren Schritt um die Margenschwankungen und um die zyklischen Gewinnschwankungen bereinigt. Wir erhalten so ein um die Margenschwankungen und um die Zyklen bereinigtes Bild, das uns nicht unplausibel erscheint…

Ausgehend vom aktuellen Niveau von rund 1800 Punkten ergäbe sich eine Normalisierung der Bewertung bei einem Indexstand von ca. 850. Zur Klarstellung, diese Art der Berechnung ist nicht als Timing-Indikator oder gar dubioser Crash Indikator misszuverstehen.

Der Nutzen einer solchen Auswertung liegt in der Möglichkeit sich zu veranschaulichen, wohin die dauernden Strömungen und wechselnden Winde das Boot auf den Finanzmärkten hingetrieben haben. Von einer halbwegs sicheren Position ist man sehr, sehr weit entfernt und wer sich entscheidet weiter mitzufahren, der bezahlt die möglichen Freuden der Weiterfahrt mit enormen Risiken.

9

Nun soll also niemand erwarten, dies bedeute zwangsläufig einen sofortigen und simultanen Zusammenbruch von Aktienmarkt, Gesamtsystem und FC Bayern München. Auf dem blau dargestellten Niveau wäre der Index unter den gemachten Annahmen im historischen Kontext derzeit angemessen bewertet. Möglich ist ein entsprechender schneller oder auch langsamer Kursrückgang, eine Verbesserung der Gewinnsituation trotz Margenrückgang oder aber eine langfristige Schrumpfung der Überbewertung bei stagnierenden Kursen.

In der Regel geht es an den Märkten schneller runter als es rauf ging und die Idee mit dem „permant hohen Plateau“ ist schon einmal geschichtsträchtig in die Hose gegangen („Stock prices have reached what looks like a permanently high plateau.“ Irving Fisher. Zu Fisher bleibt zu sagen, dass er seine Fehleinschätzung später eingestanden hat, was unter Ökonomen heute leider nicht sehr verbreitet ist, und später oft ignorierte aber überaus interessante Veröffentlichungen verfasst hat. Lesenswert!)

Angesichts des auch historisch beachtenswerten Ausmaßes der aktuellen Überbewertung, der absurd hohen Margen und der eher schwachen Aussichten für das künftige Umsatzwachstum (sinkende Realeinkommen, vielerorts eher zwangsläufiges Deleveraging als Kreditexpansion) halten wir es für sehr unwahrscheinlich, dass der Abbau der Überbewertung ohne größere Turbulenzen ablaufen wird. Schwächere Gewinne und steigende Risikoprämien sind etwas, das die Aktienmärkte auf dem aktuellen Niveau nicht gut gebrauchen können. Kommen werden sie trotzdem.


 

Schlagworte: , , , , , , , ,

38 Kommentare auf "Halbierung voraus? Von Aktien und Fallobst."

  1. gilga sagt:

    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Es ist immer wieder interessant einmal einen Blick darauf zu werfen, wie den die mögliche Fallhöhe bemessen ist. Zumindest dann wenn der rettende Halt gleich nebenan zur Verfügung steht… 😉

    Was mir in der Betrachtung fehlt (oder ich habe es überlesen / einen Teil nicht verstanden) ist der Spread zwischen den Gewinnen der Unternehmen und den „sicheren“ (Haha) Anleihenzinsen. Man mag ja davon halten was man will, aber fakt ist, dass die Bewertungen der Aktienmärkte von vielen noch immer in Relation zu den Rentenmärkten gesehen werden. Sprich: Auch wenn wir Dividendenauschüttungen herausrechnen (also beim DAX z.B. auf den Kursindex schauen) muss das Bewertungsniveau in Relation zu der Entwicklung auf den Rentenmärkten gesehen werden, oder nicht? Welche „Dividenden“ werden den dort für welche „Preise“ erzielt?

    Wie gesagt, das ist keine Kritik sondern nur der Versuch nachzuvollziehen, was in den Köpfen so vorgeht. Ich habe erst kürzlich über dem Kursindex des DAX (beinahe wurscht, man kann auch andere große Indizes heranziehen) gebrütet und ähnliche Gedanken gehabt. Klar sind wir auch dort nah an 2007 herangezogen und werden nur noch von den Bewertungsniveaus rund um die Jahrtausendwende deutlich übertroffen. Aber wo lagen damals die Renditen am Rentenmarkt und wo heute? Seit 2008 ist der DAX im Kursindex um 100% gestiegen. Die Rendite dt. Staatsanleihen hat sich im gleichen Zeitraum jedoch mehr als halbiert. Die Dividendenrenditen der Vertreter im DAX auf Basis 2013 und Grundlage der aktuellen Kurse liegen nicht selten noch immer deutlich über diesem Niveau. Und im Vergleich zu 2010 sehen die Dividendenrenditen in 2013 wirklich gut aus. Es finden sich kaum Vertreter die weniger Prozente bringen und glegentlich sehen wir Renditesteigerungen um ein vielfaches (BMW, Siemens, K+S, Merck). Kann man die alten Kurse daher mit den heutigen vergleichen? Ich meine nein. Das alles soll natürlich nicht vernachlässigen, dass die Fallhöhe momentan selbstverständlich ein hohes Niveau erreicht hat. Wer die Dividenden aber wirklich als Ausschüttung wahrgenommen hat, hat hier inzwischen ein ganz gutes Polster…

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo gilga,

      die Vergleiche zum Rentenmarkt sind in der Tat ganz interessant. Wichtig ist jedoch auch hier die Ehrlichkeit der Analysten beim Heranziehen des Vergleichsmaßstab.

      Aktien sind Instrumente mit einer extrem langen Duration. Wenn wir Vergleiche mit zehnjährigen oder gar fünfjährigen US-Treasuries sehen, läuft es uns daher kalt den Rücken herunter. Wenn man überhaupt den Vergleich von Anleihenrenditen und Dividendenrenditen ziehen will, dann müssen extrem lang laufende Zinspapiere herangezogen werden.

      Der Status bezogen auf 30-jährige US Long Bonds sieht derzeit folgendermaßen aus.
      Dividendenrendite S&P 500: 2%
      US Long Bond Rendite: 3,66%

      Natürlich ist die Duration des Long Bond mit gut 15 Jahren immer noch sehr kurz im Vergleich zur Aktienduration aber immerhin ein gutes Stück näher an der Sinnhaftigkeit. Wenn Sie Vergleiche mit fünfjährigen oder zehnjährigen Bonds sehen, schreiben Sie dem entsprechenden Autor und fragen Sie, was mit diesem unsinnigen Vergleich bezweckt werden soll. Wer keine Vergleiche mit Staatsanleihen mag, muss noch den Spread für Unternehmensanleihen auf die US-Rendite aufschlagen, womit bei der langen Laufzeit derzeit Renditen von mehr als 4,5% zu Buche stehen.

      Bei der Dividendenrendite muss jedoch erneut die erhöhte Gewinnmarge in die Betrachtung einbezogen werden. Die Werte sind stark überhöht, was auch für die Dividendenfähigkeit gilt.

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

  2. gilga sagt:

    Ok, das Argument leuchtet ein. Vielen Dank für den Hinweis!

    Ich war in meinen Gedanken auch zu dem Schluss gekommen, dass vor allem bei kurzfristiger Betrachtung das Risiko von Kursrückschlägen den Spread zwischen den Renditen nicht rechtfertigt (zumindest nicht bei meiner Risikoneigung und meinem Anlagehorizont). Ich muss zugeben, dass ich den Fehler mit dem Vergleich mit 10 jähriger Staatsanleihen (und das erschien mir schon lang) ebenfalls begangen habe. Warum? Im Privatbereich sind Anlagehorizonte von 5-10 Jahren oftmals schon relativ lang (und werden nicht selten auch als untere Grenze für Engagements in Aktien genannt). Da erscheint der Vergleich mit 10J Anleihen/Bonds/Bunds im ersten Moment als sinnvoll. Bei einer Betrachtung der Bewertungsniveaus sollte man dies aber wohl außer acht lassen… Mr. Market will ja nicht in x Jahren verkonsumieren. Das verändert das Bild natürlich noch einmal gewaltig…

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Gilga,
      wir sinds nochmal. Mittlerweile ist selbst die Rendite auf 10-jährige US-Notes mit 2,7% deutlich höher. Das mag der Grund sein, warum mancher „Analyst“ in den letzten Monaten auf die fünfjährige Anleihe (aktuell 1,5%) ausgewichen ist 🙂

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

  3. wolfswurt sagt:

    Interessant wäre noch die Gegenüberstellung S&P/Firmenschulden.
    Selbiges für die DAX-Unternehmen.
    Sind die Verbindlichkeiten seit 2009 gewachsen oder zurückgegangen.
    Gewinne bei wachsender Verschuldungsrate wären eine reine Luftnummer.

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo Wolfswurt,

      zum Thema Verschuldung von Unternehmen werden wir in Kürze einen Artikel veröffentlichen. Aber es sei schon einmal gesagt, dass es mit der vermeintlichen Verbesserung der Bilanzen nicht allzu weit her ist.

      Als Beispiel hier die Daten der US Unternehmen bezüglich der Verschuldung:

      Anteil der Unternehmensverschuldung am Net Worth (%)

      1950er 22.44
      1960er 29.51
      1970er 32.36
      1980er 35.15
      1990er 43.45
      2000er 47.78
      2010er 48.74

      Aber wie wir als Bewohner der Eurozone ja wissen ist eine nachlassende Abwärtsdynamik fast schon ein Aufschwung …

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

      • wolfswurt sagt:

        Danke für die Antwort.

        Die dargestellte Entwicklung enspricht meiner Vermutung.

        • bluestar sagt:

          Das war die entscheidende Fragestellung von wolfswurt.
          Kein Problem wurde in den letzten Jahren auch nur ansatzweise gelöst. Weltweit wachsen die Schulden von Staaten, Unternehmen und Konsumenten. Ohne Schulden geht nichts, wäre das System längst zusammengebrochen.
          Das Gemisch aus wachsenden Schulden, Euphorie im Spielcasino Finanzmarkt und einer weltbeherrschenden, skrupellosen Finanzoligarchie führt zweifellos zum globalen Finanzkollaps.
          Von mir aus können DAX und Co. noch bis ins unendliche steigen, um so günstiger werden die dem tiefen Fall folgenden Einstiegskurse werden.
          Bis dahin erscheinen einige der geprügelten Minentitel interessant. Und auch bei physischem EM kann man in richtiger Dosis und auf lange Sicht ruhig schlafen.
          Bei Immobilien freue ich mich über steigende Preise, fürchte allerdings
          zunehmende staatliche Repressalien.
          Was mich aber viel mehr bewegt ist die Geschwindigkeit des Abbaus von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Heute hat das BVG erstmals Kompetenzen an den Europäischen Gerichtshof abgegeben. Die Klage gegen den unbegrenzten Ankauf von maroden Staatsanleihen durch die EZB kommt damit vor den EuGH, dort
          gilt die Zustimmung als sicher. Wenn die EZB das Verbot von Staatsfinanzierung verletzt, muss das BVG eigentlich die Bundesregierung und das Parlament verpflichten entsprechende Vetorechte bei der EZB wahrzunehmen oder notfalls die Währungsunion zu verlassen. Stattdessen wird die Sache einfach abgegeben.
          Wozu brauchen wir noch ein hochbezahltes Verfassungsgericht in Deutschland wenn
          wichtige Fragen nicht mehr nach deutschem Recht entschieden werden ?
          Wir erleben live und in Farbe, wie der Rest an Demokratie und Rechtsstaat BRD zur Freude von Antidemokraten, Eurokraten, Finanzoligarchie und Großkonzernen
          zerstört wird.
          Kein Widerstand in deutscher Politik und Medien. Dafür Lügen, Neid und Angstkampagnen über Sotchi für die Volksmasse.
          Armes Deutschland kann ich da nur sagen.

      • Michael sagt:

        Das wird bestimmt ein interessanter Artikel.

        Meiner Ansicht nach ist der DAX in Summe der KDAX um locker 1000 zu hoch. Er eilt seiner Zeit voraus. Der Index hat das gesamte Aufholpotential auf den DOW ausgeschöpft. Der letzte große Anstieg war mächtiger. Damit gilt ihre Analyse für DAX an sich genauso. Mit ‚wir sind billig‘ wie es noch vor 14 Tagen oder 3 Wochen tönte ist nichts mehr.

        Die nächsten Wochen werden es weisen. Der ATX ist der pessimistische DOW. Die kurzfristigen Gewinne in Frankfurt im letzen Jahr könnten sich durch aus eher bescheiden ausnehmen und Korrekturen heftiger. Mehr kann man zurecht nicht sagen. Die letzte Korrektur selbst ist rechtsschief – das eher nicht ein Zeichen von einer sich anbahnenden Talfahrt, die kommt wenn sich ein Wendepunkt ausbildet, dann hätten wir nämlich 2 Ausbäulungen nach rechts nur unterbrochen von einer Gegenbewegung. So etwas kündigt sehr gerne Entlastungsbewegungen als 2k oder 2008 an, wobei sich die Korrektur kann bescheidener ausnehmen. Die Aufwärtsbewegung flacht ab.

        Deswegen ist die Betrachtung von fundamentalen Daten spannend – geht in Richtung aussortieren.

    • Argonautiker sagt:

      Richtig, und die Menschen die sich mit Aktien am Leben erhalten sind dann die „Nullnummern“. Sie machen allen ständig vor, daß es ohne das, was sie tun, nicht geht und sie deshalb höchstbezahlt sein müssen. Aber die wirklich wichtigen Leute, sind die, welche die Kartoffeln säen und ernten, die das Brot backen, die den Stahl schmieden, und so weiter und so fort, kurz gesagt, jene, die wirklich etwas erschaffen.

      Aber es ist wie es ist, das Unwichtige hat sich derzeit scheinbar unentbehrlich gemacht, lebt in einer Welt des Scheins und lässt sich dafür mittels Renditen fürstlich entlohnen. Nur wie lange noch? All das, worauf spekuliert wird, muss erschaffen werden, sonst ist es eine reine Luftnummer.

      Was werden die Leute machen, nachdem dieses Scheingebilde in sich zusammengefallen ist? Also die Leute, die wirklich erschaffend waren, wenn die Männer des Zinses an ihre Türe klopfen und um ein Brot bitten? Richtig sie werden ihre Hände anschauen, und sie dann fortschicken oder gleich erschlagen. Warum? Weil all diese Spekulationen, von denen die „Männer des Zins und Zinseszins“ jetzt leben, nur deshalb von Zins und Zinseszins leben konnten, weil sie auf Kosten der Erschaffenden lebten.

      Da niemand mehr etwas schaffen will, sondern nur noch verdienen will, kommt es unweigerlich an den Punkt, an dem die, die es erschaffen, es nicht mehr Leisten können. Der Moment den alle so fürchten, weil dann alles zusammenbricht. Wie soll so etwas auch gehen? Selbst ein Kleinkind versteht das. Aber sie plustern sich weiter auf, schalten sich immer mehr zwischen Erschaffer und Verbraucher, drücken beim Erschaffer den Lohn noch etwas tiefer und erhöhen den Preis beim Verbrauchern noch etwas mehr.

      Es gab mal einen hübschen Vergleich eines Börsen Mannes, der sich für sehr clever hielt:
      „Wenn du merkst, das du ein totes Pferd reitest. Steig ab!“

      Ich würde das noch etwas erweitern und sagen, man muß schon ein ausgesprochenes egoistisches Arschloch sein, um sein Pferd zu Tode zu reiten, ohne es vorher zu merken und Gegebenfalls abzusteigen und mal wieder selbst ein paar Mühen auf sich zu nehmen.

      Es ist wirklich schade, daß wir Weltweit von kompletten Idioten regiert, und von Luftnummern geblendet sind.

      Ist sicherlich nicht nett, das hier mal so unverblümt zu sagen. Aber so ist das nun mal.

      Gruß aus Bremen

      • Michael sagt:

        Die Jungs reiten tote Pferde. Geht’s rauf, geht’s runter – immer munter.

        Nach ihrer Definition ist jeder der im Handel arbeitet genauso zu sehen. Das stimmt so nicht. Fall sie nicht auf die Arbeitspropaganda des Deutschen Staats herein, die ist eher dem Staat zuträglich.

        Der Zins ist kein Problem und war er nie. Es sind auch Finanzeinkünfte kein Problem. Ich würde allein aus taktischer Überlegung heraus mit nicht auf selbige verlassen. Menschen sind aber unterschiedlich. Ich habe keine große Zuversicht, dass die Humanoiden im Arbeitsprozess und ihre Tätigkeiten ewig aufrecht zu halten wären.

        Ich pumpe ja selbst Zins sofort wieder eine verzinste Anlageform. Wohl stimme ich zu dass die Bewertung der Lebensstunde Arbeitszeit losgelöst betrachtet gehört vom Preis. Die Reinungskraft deren Job keiner machen will verdient weniger als jene die ihn nicht machen wollen – das ist ein altes Problem, das keiner lösen will. Das ist der Servicesektor. Sie reden an sich ja dem ‚Industrie’narzissmus das Wort. Das ist ein Totes Pferd aus Sicht der manuellen Arbeit. Zu Unrecht, das stimmt, werden diese Jobs schlecht gemacht von manchen.

        • Argonautiker sagt:

          @Michael

          Wissen sie, Handel war sicher mal gut, aber das ist lange lange her. Sie benutzen nostalgische Argumente um der grausamen Abschlachterei, die derzeit im Handel passiert, weiterhin eine schöne Verpackung zu geben. Täuschung, so wie es in diesem Metier eben üblich geworden ist. Und natürlich gibt es auch noch „gute“ Händler, aber an der Börse findet man die sicherlich nicht. Sie würden dort nicht einen Tag überleben.

          Noch nie hat ein Börsianer an der Börse etwas einfach aus sich heraus geschaffen und damit einen Wert geschaffen, den es so vor seinem Tun nicht gab. Außer Illusion. Er tut so als täte er etwas, aber er erschafft nichts, einfach nur nichts. Er leitet lediglich all das Geschaffene an sich vorbei und zwackt dabei ein möglichst dickes Stück für sich davon ab. Sein normals Tagesgeschäft besteht aus folgendem:

          Er nimmt das was ist, und verschiebt es von a nach b, in der Hoffnung das er dadurch gewinnt, was ein Anderer verliert. Und zwar weil er hofft besser betrügen zu können als der, der verliert. Er ist ein notorischer Lügner, der dabei versucht so glaubhaft wie möglich zu erscheinen, und darin ist er wirklich sehr gut.

          Er ist ein Großhändler, und das Geschäft eines Händlers hat heute kaum mehr etwas mit dem zu tun, wo einst seine Wurzeln lagen. Ein Händler versucht heutzutage immer die Lüge mit in den Handel einzubauen. Er geht hin und sagt zum Anbieter, na was hast du da für einen Schrott, komm ich nehme ihn dir ab, dann verschiebt er das Abgenommene und erklärt den „Schrott“ zu etwas sehr wertvollem. So geht Handel heute. Warum sollte man davor Respekt haben?

          Daß Handel einst etwas war, um im Tausch eine Verteilung von ungleich verteilten Gütern zu vollziehen, sodaß beide daran gewinnen, daß ist schon lange nicht mehr so. Man versucht diese edle Absicht jedoch weiterhin aufrecht zu erhalten. So wie man das Motiv von friedlichem Landleben auf die Verpackung eines Masthähnchens druckt, welches unter Verhältnissen großgezogen wurde, die aber auch so gar nichts, mit idyllischem Landleben zu tun haben.

          Man versucht hingegen mittlerweile sogar künstliche Knappheiten zu erzeugen, indem man Geld und Güter bewußt zurück hält, damit der Marktpreis steigt, um dann bessere Gewinne zu erzielen. Man scheut sich noch nicht einmal mehr davor Kriege zwischen die Menschen zu säen, damit sie ihre mühsam aufgebauten Werte gegenseitig zerstören, weil man am späteren Aufbau dann wieder verdient. So geht Wirtschaft und Börse heute. Warum sollte man vor so etwas Respekt haben?

          Spätestens seit die Europäer Amerika für sich entdeckten und den dort Lebenden, recht wertlose Glasperlen im Tausch gegen Land und Gold anboten, hat sich der Handel auf genau diese Art und Weise etabliert. Drehe einem Anderen möglichst billigen Schund an und nehme dir dafür das Beste was er hat, und wenn möglich lass es dabei auch noch so aussehen, als würdest du dadurch Nächstenliebe an ihm üben.

          Wenn sie wollen können sie natürlich weiterhin diesen Lügen glauben schenken. Ich tue es nicht.

          Gruß aus Bremen

      • wolfswurt sagt:

        @Argonautiker

        In der Physis der Erschaffer gibt es auch den Moment des „Ich kann nicht mehr“ ebenso wie bei der Psyche.
        Die Psyche antwortet mit BurnOut und die Physis mit körperlicher Schwäche oder Erkrankung.
        Beides resultiert aus einem Zustand der permanenten! Überlastung.
        Da es sich um naturgesetzliche Symptome handelt, welche durch Medikamente nicht behoben werden können, bereinigt als „letzter Retter“ die Natur durch höhere Dezimierung der Erschaffer und durch die darauf einsetzende noch höhere Dezimierung ihrer Nutznießer einen aus der Balance geratenen Zustand.

        Diese Bereinigung startet langsam, fast unmerklich, und beschleunigt sich expotentiell dem Schwächezustand der Erschaffer entsprechend.
        Da es sich um ein naturgesetzliches Zurückpendeln handelt, kann dies auch nicht aufgehalten werden.

        Insofern reicht da warten und Tee trinken.

        • wolfswurt sagt:

          Nachtrag:

          Ursache des von mir oben beschriebenen Zustandes ist das Kreditgeldsystem.
          Geld entsteht durch Schuld, welche mit Zins bedient werden muß.
          Dieser Zins, der wieder Zins einfordert also Zinseszinsmechanismus, kennt keine natürlichen Zustände wie Schlaf, Krankheit, Ermüdung, Muße, Genuß, Erhohlung, Essen.
          Der Zins fordert 24 Stunden täglich und 365 Tage jährlich bedient zu werden.
          Er steht den biologischen Lebensbedürfnissen des Menschen entgegen.

          Ich schließe sinngemäß mit Sokrates Worten der den Zins als die unnatürlichste Sache des Daseins betrachtete und für das Zinsnehmen die Todesstrafe forderte.

          • Argonautiker sagt:

            @wolfswurt
            Sokrates war ein weiser Mann, Aristoteles hingegen wuste das schon nicht mehr.

            Ja so ist das wohl mit Parasit und Wirt. Etwas anders wäre es jedoch noch, wenn es einige Menschen gäbe, die dieses System nur betreiben, ohne selbst integriert zu sein. Die also weder Parasit noch Wirt sind. Man kann das mal vorsichtig so ausdrücken.

            Derjenige der ein Zinssystem startet, also der „Erstausgeber“ der Kredite ist, ist eigentlich nicht integriert in dem System. Er ist Niemandem Tribut pflichtig, er ist eben lediglich Empfänger des gesamten Zins Flusses. Um es anders zu sagen, wenn sie der Urheber eines Schneeballsystems sind, können sie NIE mit weniger aus dem Spiel gehen als sie hineingegangen sind, selbst wenn es irgendwann zusammenbricht. Alle Anderen die nach dem Urheber kommen, können schon verlieren.

            Das heißt also diejenigen, die das System angefangen haben, kommen ohne größeren Schaden davon, auch wenn es ihnen nach einem Zusammenbruch sicherlich nicht mehr so gut geht, wie zur Blüte des Systems. Sie haben jedoch weiterhin im Verhältnis wesentlich mehr als alle Anderen und sind somit in der Lage wieder Kredite zu vergeben.

            Das ist eben das perfide an dem System. Der Urheber dieser Systeme gewinnt, indem er ein System von Parasit und Wirt erschafft, indem sich alle gegenseitig zerfleischen, während er selbst außerhalb des Systems steht. Das schlimmste daran ist jedoch, daß dadurch die wirkliche Entwicklung der Menschheit in ihrem Menschsein in Gefangenschaft gehalten wird. Und wenn man sich gerade anhört, daß die Amerikaner schon wieder Schlachtfelder in anderen Ländern (Ukraine) erzeugen, an dem sie dann verdienen, dann ist das Bild was ich hier zeichne leider nicht übertrieben.

            Man kann Menschen die einen zum Unfrieden anstiften eigentlich nur begegnen indem man ihnen erwidert, gut, wenn du Krieg willst, dann geh schon mal vor, ich komme dann gleich nach. Leder ist das etwas naiv gezeichnet, weil sie das natürlich niemals tun würden, sondern sie würden eine Stimmung erzeugen, das Menschen die so handeln als Vaterlandsverräter oder ähnliches geächtet und erschossen würden.

            Das wird also nicht leicht. Leider. Ich würde es am liebsten natürlich auch mit Teetrinken durchstehen.

            Gruß aus Bremen

        • Argonautiker sagt:

          @Wolfswurt
          Richtig so ist das.

          Es ist aber auch klar, daß es dazu kommen MUSS, wenn man mittels eines monopolisierten Zinssystem wirtschaftet. Dieses System frisst sich immer selber. Es ist das umgekehrte Prinzip des Lebens. Die Zelle teilt sich, gibt dadurch, etwas durch sich selbst Erschaffenes in die Welt, und wächst sich, obwohl sie selbst irgendwann stirbt, dadurch quasi in die Unendlichkeit aus. Das Zinssystem arbeitet umgekehrt. Es nimmt sich, ohne etwas selbst zu erschaffen, immer etwas von dem Erschaffenen, sodaß es das, wovon es sich nährt, aufzehrt. Das Ende des Systems.

          Dadurch wage ich mal zu behaupten, solange es ein Wirtschaftssystem auf Basis des Zinssystem gab und gibt, hat es beim Menschen nur noch Entwicklung im Sinne von Aufbau und Zerstörung gegeben, aber keine Entwicklung mehr, die sich in die Unendlichkeit bewegt, was eigentlich erst wirkliche Entwicklung wäre, weil sie sich über den physischen Tod hinaus bewegen kann.

          Mit einem Zinssystem ist das unmöglich.

          Ich stimme ihnen also vollkommen zu, der derzeitige Zustand lässt nichts anderes mehr zu, als abzuwarten bis es zusammengebrochen ist. Ich möchte sogar sagen, es ist schon zusammengebrochen. Wir befinden uns im freien Fall. Teetrinken können dabei wahrscheinlich nur noch so lange, wie es fällt, beim Ankommen dürfte es schon was wackeln.

          Entscheidend ist, daß man nach dem Zusammenbruch diesen Fehler nicht erneut begeht und sich zum Wiederaufbau eine Anschubfinanzierung mittels Zinsbasierter Kredite „gönnen“ mag. Wenn man es doch tut, dann dauert es eben noch einmal hundert Jahre länger, oder auch noch viele Male hundert Jahre länger.

          Eins ist jedoch sicher, das Leben hat diese „Pubertät“ zu meistern. Also das Stadium zu überwinden welches das Ende des physischem Wachstums beendet, und zwar OHNE dabei zu zerbrechen. Ein Zinssystem MUSS jedoch wachsen. Wächst es nicht mehr, bricht es zusammen. Wir sind dafür aber nicht geschaffen.

          Das ist ja das Problem was wir derzeit haben. Wir würden uns verdientermaßen gerne ausruhen, es geht aber nicht. Das erwirtschaften der Zinsen und Zinsiszinsen peitscht zur Leistung. Wachstum ist aber eigentlich nicht mehr möglich, also bläht es sich künstlich auf, bis es platzt.

          Wenn Frau Merkel also dasteht und ruft, wir brauchen mehr Wachstum, dann ist das so, als würde sie sich neben einen physisch ausgewachsenen Menschen stellen und ihm befehlen, gefälligst weiter zu wachsen. Was soll der Arme machen?

          Es ist leider so, und es ist wirklich schade, daß wir Weltweit von kompletten Idioten regiert, und von aufgeblähten Luftnummern geblendet sind.

          Gruß aus Bremen

          • Argonautiker sagt:

            Ihr Nachtrag kam schneller als ich schreiben konnte. Wie ich sehe, sind wir uns wohl annähernd einig. Was ich schön finde. 😉

            Gruß aus Bremen

          • wolfswurt sagt:

            Ja, die Sichtweise ist fast deckungsgleich.
            Finde ich bemerkenswert.

            Den Idioten und den Luftnummern wird es ebenso ergehen wie den nichtsnutzigen Nutznießern – der Parasit stirbt mit seinem Wirt.
            Natur kennt keine Gnade.
            Gut so.

            Grüße aus Cux

          • bluestar sagt:

            @argonautiker+wolfswurt
            Toller Gedankenaustausch, es tut gut dies zu lesen. Vielen Dank und ein schönes WE.
            VG aus Sachsen.

          • wolfswurt sagt:

            @bluestar
            Danke.
            Wenn etwas Frucht trägt lohnt die Mühe der Saat.
            Gleichfalls ein schönes WE.

            @Argonautiker
            Auf den Kommentar von 18.38 Uhr:

            Menschen die z.B. das Kreditgeldsystem erschaffen haben um durch fortwährende Schuld das Herr-Knecht Verhältnis aufrechtzuerhalten, sind leider nicht die Ursache.
            Als Ursache sehe ich hier den Verlust des Selbstwertgefühls einerseits und den geistigen Niedergang andererseits auf Seiten der Masse, die sich in die Schuld begibt.
            Da die menschliche Natur auf ein bequemes Dasein ausgerichtet ist, haben jene ein leichtes Spiel, welche den Knecht füttern und von seiner Arbeit leben.
            Kein Knecht zu sein erfordert eigene Anstrengung und Mühe.
            Es ist in erster Linie ein Verfall derjenigen, die mal nicht in der Knechtsituation waren.
            Wirkliche Knechtswesen gab es schon immer.

            Nun haben wir den Zustand einer immer größer werdenden Anzahl von Anstrengung und Mühe Verweigernden weil sich die Möglichkeit eines bequemeren Daseins bietet.
            Diese Menschen trifft man inzwischen auf mittlerern und höherern Ebenen, welche für den Erhalt des Schuldgeldsystems notwendig sind.
            Auf diesen Ebenen dürfen sich keine Knechtswesen befinden sonder die, die mit ihrer Fähigkeit die Anstrengung und Mühe nicht schonen.
            Hier ist die biologische Bruchkannte eines jeden Systems.
            Die Lenker können sich noch so großer Anstrengung bemühen diese Zersetzung ihrer ausführenden Organe ist nicht aufzuhalten.
            Warum?
            Weil das Geld, mit dem sie gekauft werden, nie das hält was es verspricht.
            Geld ersetzt niemals die Tugenden einer sich im Aufbau befindenden Kultur oder Zivilisation.
            Geld zerstört die Voraussetzung für das Aufwärts gerichtet sein.

            Wir, bzw. keiner, kann diesen Prozeß aufhalten, denn er ist naturgesetzlicher Art und ist Folge eines vorangegangenen Aufstiegs, welcher seit ca. 150 Jahren abwärtsgerichtet ist.

            Tee trinken ist da wirklich eine Alternative.

          • Argonautiker sagt:

            @wolfswurt 9.Feb. 10:06
            so kommen wir nun also doch auch mal an einen Punkt der Uneinigkeit.

            Klingt einleuchtend was sie schreiben, und ich stimme ihnen da auch vollkommen zu, daß viele eben in die Knechtschaft gegangen sind um es einfacher zu haben. Das hat es ihnen leicht gemacht. Es ist ja auch einfach gefüttert zu werden, wie sie es nennen. Mangelndes Selbstwertgefühl,…, all das stimmt.

            Allerdings sehe ich da als Verursacher eben doch bei den Erzeugern des Schuld Systems. Das liegt sicherlich weit, weit zurück, wahrscheinlich weiter als meine Geschichtskenntnisse reichen, aber ein wichtiger Punkt der Schuldzuweisung, jedenfalls was Deutschland angeht, dürfte in den Versailler Verträgen liegen, in denen man gezwungen wurde, Unmengen an Reparationszahlungen zu leisten, und damit hatte man eine Schuld erzeugt, die von den Deutschen abgeleistet werden mußte.

            Diese Zahlungen waren so hoch, das wußte man, konnten in einem zerstörten Land nur durch Aufnahme von Krediten geleistet werden. (So ist übrigens die BIZ, also die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich entstanden. Ihre Aufgabe war es die Schuldzahlungen der Deutschen an alle „Empfänger“ zu vereinfachen.) Was hätte man tun sollen? Richtigerweise hätte man diese Schuld nicht anerkennen dürfen, denn jeder Mann weiß das aus seiner Jugend, bei einer Klopperei ist selten nur einer Schuld, und wirkliche Lösung findet man nicht in Schuldzuweisung.

            Uns wurde aber die Alleinige Schuld zugewiesen, und wir konnten nur wählen diese Schuld anzunehmen, oder abzulehnen, und es darauf ankommen zu lassen was dann passiert. Hätte man Alle erschossen? Ein Genozid am Deutschen war durchaus angedacht.

            Darüber kann man nur spekulieren, und das lasse ich lieber sein. Es war den Unterzeichnern jedenfalls allen klar, daß das gar nicht geleistet werden kann und unweigerlich in den 2. Weltkrieg führen wird, aber man hat die Forderungen aufrecht erhalten, mit der Konsequenz des 2. Weltkrieges. Auch danach wurde uns wieder die alleinige Schuld aufgelegt, und wir mussten sie leisten.

            Es ist also gerade im Fall Deutschland schwierig darüber zu entscheiden, ob man eben wirklich so ganz freiwillig in die „Knechtschaft“, wie sie es nennen, gegangen ist. Die Einen haben nach den Kriegen mit den Siegern partizipiert und sind zu den Schergen des Schulden Systems geworden, und die Anderen sind zu den Knechten geworden. BEIDE jedoch gesteuert durch DIE, welche die Schuld zugewiesen haben und die im späteren verlauf die Kreditgeber waren. Die dann ja auch gut daran verdient haben.

            Die Einzige mögliche Lösung wäre also die Nichtannahme des Schuldensystems gewesen und den daraus eventuell resultierenden Tod in Kauf zu nehmen. Wie hätten sie entschieden?

            Auch wenn man jetzt meint, man wäre nicht in das System integriert, weil man Selbstständig ist, über die Steuern sind sie es. Deswegen sehe ich es ja auch als so wichtig an, daß Steuern niemals erzwungen werden dürfen, sondern NUR freiwillig geleistet werden dürfen. Alles andere ist ein Diktat zur Annahme von Schuld.

            Gedanklich und seelisch, kann man sich natürlich durch Erkenntnis aus diesem System herausbewegen, und sowohl Knechtschaft wie auch Schergendasein ablegen, und das ist auch schon sehr viel, real aber noch nicht.

            Das alte Gebet,…, Vater unser,…, und vergib uns unsere Schuld,…, ist also immer noch brandaktuell. Was kann man also tun, wenn einem Schuld zugewiesen wird, und als alternative nur der mögliche Tod steht?

            Wenn sie es also mit Teetrinken schaffen. Ich gönnen es ihnen von Herzen.

            Gruß aus Bremen

          • wolfswurt sagt:

            Zum Aufzwingen gehören immer zwei.
            Einer der zwingt und einer der es zuläßt.
            Insofern gibt es für mich hier keine Schuld sondern in erster Linie eine Schwäche auf deutscher Seite.
            In dem Zusammenhang vielleicht mal an die Hermannschlacht im Jahre 9 n.d.Z. denken.
            Da schlugen die Germanen 10% des römischen Militärs kurz und klein ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten und sicherten den Stämmen nördlich des Limes bis zu Rom´s Untergang ihr Territorium für 600 Jahre.
            Wille, Mut und keine Todesfurcht sind der Garant für ein aufrechtes Leben in Freiheit und Selbstbestimmung auch bei einer Niederlage.
            Heute herrscht der krumme Rücken bei den Obrigkeiten und ihren Untertanen.
            In Deutschland am schlimmsten.

            Zum BIZ-System:
            Die BIZ ist ein Konstrukt, welches im Einvernehmen mit der deutschen Großindustrie und der deutschen Politik geschaffen wurde!
            Hier mal das Gründungsmitglied Hjalmar Schacht beleuchten.
            Dieser war später im 3. Reich von 33-39 Reichsbankpräsident.
            Auch die NS-Führung stand hinter dem BIZ-System.
            Nicht nur das, sondern auch die EU in ihrer heutigen Form ist eine Idee der NS-Ideologie.
            Könnte hier endlose Belege anführen würde aber den Inhalt dieses Blogs sprengen.
            Bedanke mich mal an dieser Stelle für die Geduld von „rottmeyer“ ob der manchmal abschweifenden Kommentare.

          • Argonautiker sagt:

            Da möchte ich zustimmen, und dem Blogbetreiber ebenfalls für seine Geduld beim Abweichen vom Thema danken. Da war ich wirklich auch schon angenehm überrascht, was das Bankhaus Rott alles so zulässt. Aber so ist es manchmal, wenn die Ursprünge weit zurückreichen. Ohne sich schuldig zu machen kommt man erst gar nicht ins Leben, und übertreibt man es, zerstört man es wieder.

            Wolfswurt, schön sie hier getroffen zu haben, und ich hoffe es ist auch in ihrem Sinne, es wegen Abschweifens vom Blogthema, nun zu begrenzen, weil, es reicht eben wirklich weit zurück, das Thema Schuld, Schuldzuweisung und Schuldannahme. Über die Brüsseler EU wird uns Deutschen nun wieder die Hauptschuld zugewiesen, und deren Gründer, Walter Hallstein stand ebenfalls schon im Dienst des Nazi – IG-Farben „GmbH“…, und angenommen wurde die Schuld via ESM von der Deutschen „VerFührung“ ja auch schon. Na dann Prost!

            Viel Spaß beim Teetrinken, bei mir gibt’s heut eine Johanniskraut Salbei Mischung.

            Gruß aus Bremen

  4. Michael sagt:

    Die Gewinne von großen börsenotierten Unternehmen respektive deren Zuwachs kehrt in der Regel wieder auf das ganz normale Wachstum der Weltwirtschaft zurück. Seit den 80er Jahren sind die Zuwächse zwar dramatisch, aber auch die Rückkehr auf den ‚Trend‘. Wenn man sich das ganz genau anschaut
    a) Volatilität ist hoch – Stimmungsbild ist hyperoptimistisch verzerrt.
    b) Wohl aber haben die Konzerne es geschafft die Gewinne oberhalb des Wachstumstrends zu halten
    c) Durch Lohnzurückhaltung im großen Stil geschuldet – das ist ein ewiger Zusammenhang. Höhere Löhne geringere Gewinne in der Breite. Die Betonung liegt auf Breite.
    d) Das Wachstum selbst ist auch geschuldet vielen Übernahmen

    Das deckt sich auch mit so 50 bis 60% Korrekturpotential. Wobei das alles nicht in Stein gemeißelt ist, insbesondere unterhalb von 50% Korrektur. Man sollte aber auch bei Aktien die Prognosen von über einem Jahr mit Vorsicht genießen.

    Die Ökonomie Realität wirkt wie Schwerkarft – es macht die Höhe beim Schispringen auch nicht unbedingt die ultimative Weit. Selbst wer hoch und weit springt landet am Gegenhang.

    Auch CEOs leben von Charts die am Ende nach oben zeigen. Da gab es 2008 einige Unternehmen … bei 3-5 Jahren in der Zukunft. Wenn die Hoffnung entweicht, dann wird es bitter. Deswegen sind die Unternehmen aber nicht schlecht, die Gewinnaussichten sind aus meiner Sicht zu stark reflektiert, egal ob hoch oder niedrig. Bei einem Planungshorizont im Quartalsbereich Jahre einzupreisen ist gewagt. Die Frage müssen sich Analysten beantworten. Große Schiffen sinken langsam zumeist sind die Gewässer aber seicht.

    Wenn man den DOW auf 100 Jahre anschaut (die Betrachtung ist nicht ganz fair) so sieht man aber, dass ewige höhere Indizes (Kursindizies) nicht die Realität sind.

    Der Unterschied zu früher ist einfach die Volatilät im Großen. Qualitativ in Europa bspw… die Lieferanten sind am Limit, die Mitarbeiter bei den Löhnen genauso, Unternehmen sind ähnlich … Eine Geschäft auf anderen Kontinienten wirkt nicht, wie selbiges vor Haustüre. Die Unternehmen entwurzeln zusehends. Wie lange ein VW noch als Deutsches Auto kann gesehen werden, wenn die großen Umsätze dann in den U.S. und Asien werden gemacht. Wie bei MS kommt dann einmal ein Vorstand aus Asien usw… auf lange Sicht bleibt es spannend.

  5. pedrobergerac sagt:

    Ich empfehle Jedem, sich den Film „The Wolf Of Wall Street“ anzuschauen. Da weiß man dann, wieviel Aktien denn „Wert “ sind.
    Nämlich genau Null.

  6. bluestar sagt:

    @wolfswurt
    Sehr saubere und interessante Darstellung mit aufschlussreichem historischem Bezug.
    Besonders der Verweis auf Hjalmar Schacht hat mir gefallen. Es gib ja immer noch genügend Landsleute, die glauben das Märchen von der Machtergreifung Hitlers durch freie Wahlen, welches in den Medien erzählt werden. Die aktive Unterstützung der deutschen Finanzoligarchie und Schwerindustrie für die Machtergreifung Hitlers und die folgende Aufrüstung und Militarisierung wird natürlich immer schön unter den Teppich gekehrt.
    VG aus Sachsen

    • wolfswurt sagt:

      Danke für die Blumen.

      Durch die letzten 100 Jahre zieht sich eine Faden durch Europa, dessen Ende heute die Europäische Union bildet.
      Interessant ist, wer 1910 wissen wollte welche Ereignisse bevorstehen mußte nur die Entscheidungen von Warburg&Co verfolgen, welche ihre Aktivitäten nach New York verlagerten.
      Wer 1928 wissen wollte welche Ereignisse bevorstanden, mußte nur Hitlers „Mein Kampf“ lesen.
      Wer 1955 wissen wollte welche Ereignisse bevorstanden, mußte nur das Buch „Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier“ von Henry Picker lesen.
      In diesem Buch verkündet Hitler Europas Zukunft und Notwendigkeiten um das Ziel zu erreichen.
      Dieses ist nach 1945 erstaunlicher Weise ohne Hitler exakt so geschehen.
      Wie schon gesagt in Eintracht der Großindustrie, des Finanzsektors und aller Geheimbünde an dessen Fäden die Politiker hängen damit das Volk sein Kasperletheater hat.
      Nun frage ich mich, welches Buch muß ich heute lesen um die Ereignisse von morgen erahnen zu können?

      • wolfswurt sagt:

        Eines muß ich noch erwähnen:
        1944 im Sommer trafen sich in Bad Homburg in einer Villa Vertreter der Großindustrie, der Reichsbank und der Generalität um die Nachkriegsordnung zu regeln.
        Nicht im Glauben an den Endsieg sondern in der Erkenntnis der Niederlage.
        Derweil fasselte man von Wunderwaffen und opferte weitere Millionen.

        1988 sind 5 Deutsche Bank Mitarbeiter nach Halle entsandt worden um eine Bilanzzusammenführung vorzubereiten zw. der Deutschen Kreditbank und der DB weil der Mauerfall für Herbst 1988 vorgesehen war.
        Diese Mitarbeiter reisten nach 4 Wochen wieder ab, weil dies auf 1989 verschoben wurde.
        Ein weiterer Beleg für die Verarschung seitens der Obrigkeiten.

      • Argonautiker sagt:

        @wolfswurt / @bluestar,
        klinke mich doch auch noch mal ein. Kann einfach nicht widerstehen.

        Wahrscheinlich steht im ESM und im TTIP schon viel drin. Nur wer ließt tausende Seiten von Kleingedrucktem. Kurz gesagt, ich schätze, daß sind die Bücher die man heute lesen müsste. Und es ist Absicht, daß die Tausende von Seiten lang sind. Wenn man da mal reinschaut, dann erschrickt man schon und mag das alles einfach nicht glauben, und kommt in die Versuchung zu glauben, daß unsere Regierung eigentlich „Agenten“ der Anderen Seite sind.

        Daß unsere Regierung da auch nur ansatzweise drüber nachdenkt, das zu unterschreiben, beziehungsweise es schon gemacht hat, ist mehr als suspekt. In diesen nichtendendwollenden Vereinbarungen, sofern man denn dieses juristische „Scheindeutsch“ versteht, ist wahrscheinlich einfach die Legitimation zu ALLEM enthalten und zwar Einseitig. Der ESM regelt, daß man über die Schuldzuweisung die Nationen nach belieben schwächen und zerstören kann, und der TTIP regelt, daß die daraufhin hier zu installierenden Konzerne nationalen Status bekommen, was dann quasi einem Staat im Staat gleichkommt, also die Wiederauffrischung der Besatzung durch die Finanzindustrie komplettiert.

        Ich denke aber, es ist schon so wie Wolfswurt anfänglich mal erwähnte, man kann die Menschen und das Leben nicht grenzenlos belasten. Burnout, etc., etc… Man behandelt die Menschen wie Maschinen, und in diesen Büchern/Verträgen steht drin, was sie zu Leisten haben, und wie sie zu Funktionieren haben. Nur das Menschen eben keine Maschinen sind, und wenn man sie so behandelt, gehen sie kaputt. Denn Menschen sind nicht dazu da um Materie anzuhäufen, sondern um Materie in Eigenleben zu verwandeln, und das ist ein sehr sehr großer Unterschied. Beim Einen ist das TUN das wichtige und beim anderen das HABEN. Dient das Tun dem Haben, dann geht es den Bach runter. Dient das Haben dem Tun, ist es wie es sein soll und das Leben entwickelt sich.

        Gruß aus Bremen

        • wolfswurt sagt:

          Ich befürchte langsam rollen bei Meyer&Co die Augen. 🙂

          Aber der Satz „Dient das Tun dem Haben, dann geht es den Bach runter. Dient das Haben dem Tun, ist es wie es sein soll und das Leben entwickelt sich.“ hat es mir angetan noch einmal zu antworten.

          Wer 100 Äxte haben muß ohne die Absicht etwas damit zu tun, ist zwar Eigentümer von 100 Äxten aber vermutlich aus ärztlicher Sicht behandlungsbedürftig sofern sich noch ein gesunder Arzt finden läßt.

          Alle Besitztümer und Vermögensanhäufung über den Bedarf hinaus, ist aus naturgesetzlicher Sicht zu anstrengend und nervenaufreibend.

          • Argonautiker sagt:

            @wolfswurt Ja, vollste Zustimmung.

            Unsere „Herzen“ verfehlen derzeit ihre Aufgabe. Sie denken das Blut gehört ihnen, und sie legen sich Lagerstätten dafür an , anstatt es zu Pumpen. Sie haben vergessen, daß das Blut erst duch die Gemeinschaft entstand. Nun gibt es überall Blutversackungen, und ein Infarktgeschehen ist ungemein hoch. Da hilft auch das stetige Zuführen neuen Blutes nichts. Solange sich die Herzen nicht auf ihrer Aufgabe besinnen, und pumpen anstatt es Haben zu wollen, wird auch das frische Blut irgendwo versacken.

            Gruß aus Bremen

          • bluestar sagt:

            @wolfswurt, Argonautiker
            ESM, TTIP, sind auch meiner Meinung nach die Wegweiser wo die Reise hingeht.
            Dazu kommen noch NSA, Patriot-Acts usw.
            Die Schrauben werden enger gezogen, die Vorbereitungen für das Finale gegen die eigene Bevölkerung laufen spätestens seit dem 11. September auf Hochtouren.
            Egal was man liest und hört, die gnadenlose Ökonomisierung durchdringt alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, immer schneller, immer menschenfeindlicher – damit die Superreichen noch reicher werden. Klar dass das nicht ewig geht und die globale Erschöpfung droht, aber bis dahin ist es wohl noch ein Stück.
            Solange die Masse der Menschen manipulierbar und käuflich ist, geht immer noch etwas. Auch hier hat Henry Picker wohl schon aufschlussreiches Material geliefert, denn Hitler hat schon über das Thema Massenmedien und Ablenkung philosophiert, damit die Mächtigen ungestört ihre Interessen absolut durchsetzen könne.
            An diesem Punkt sind wir jetzt angelangt. Höchste Jugendarbeitslosigkeit in der gesamten westlichen Welt. Was passiert ? Keine Demos wie 1968 mit Notstandsgesetzen und Wasserwerfern. Lange Schlangen bei neuen I-Phones,
            Nutzerzunahme bei Facebook, steigender Spielkonsolenabsatz, Zustimmung zur GroKo.
            Die Masse ist verblödet oder hat resigniert, Unfreiheit, Abhängigkeit, Verdummung, Nebelkerzen und Manipulation werden doch gar nicht mehr wahrgenommen oder gar erkannt. Die Meinung der Masse ist das Fernsehprogramm der Vergangenheit.
            Die Herrschenden und ihre Armada der Lakaien, Blender, Profiteure und gutbezahlten Diener haben saubere Arbeit geleistet, das muss man schon zugeben.

          • wolfswurt sagt:

            Was das Thema Masse angeht, welche m. M. nach die Ursache für heutige Verhältnisse ist, ist das Buch von E. Knaul „Das biologische Massenwirkungsgesetz“ eine sehr empfehlenswerte Lektüre zum Verständnis heutiger Zustände.

            Ich finde den Meinungsaustausch hier sehr befruchtend.
            Danke an Argonautiker und bluestar.

  7. Argonautiker sagt:

    @bluestar
    Richtig, das muß man ihnen zugestehen, sie haben saubere „Arbeit“ geleistet, wenn man es denn Arbeit nennen kann, was sie getan haben, weil final erschaffen sie ja nichts, sondern zerstören eben nur den natürlichen Fluß und leiten ihn zu ihren Gunsten um. Aber darin sind sie wirklich gut, das muß man schon zugestehen, das ist richtig. Und ich denke, genau dieser Erfolg wird sie trunken von sich machen und es werden sich Fehler einschleichen.

    Sie sind eben nicht Erfolgreich im Erschaffen, sondern nur im Zerstören des natürlichen. Man kann es ja kaum mehr anders bezeichnen wie der gleiche Wahn des 3. Reichs. Wollt ihr den totalen Krieg? Hurraaa! Sie merken nicht, daß sie nur irre erfolgreich im Zerstören sind, anstatt im Erschaffen. Natürlich zerstören sie zunächst nur im Anderen, und so lange kann man das wohl toll finden, jedenfalls in ihren Augen. Erst wenn es gar nicht mehr verdrängt werden kann, also wenn die Zerstörung nicht nur beim Anderen stattfindet, sondern auch am eigenen Leben erfahrbar wird, wird es auch für sie sichtbar. Das ist Wahn der schlimmsten Sorte.

    Ich denke auch, ESM / TTIP ist der Weg der Zerstörung auf wirtschaftlicher Weise, und spätestens wenn die USA mit ihrem Abwehrschirm in Europa ernst machen, also jetzt im Sommer, stehen wir inhaltlich vor der gleichen Situation wie damals in der Kuba Krise. Dann wird die Zerstörung nicht mehr nur mittels der Finanzen vollzogen , sondern auch mit richtigen Waffen, und dann wird es richtig ernst. Spätestens. Sie zündeln ja jetzt schon überall. Es lässt sich nur noch niemand so richtig auf sie ein.

    Dieser Wahn ist ja unvorstellbar. Barack Obama, hat selbst einmal in einem Interview gesagt, „at least, in killing people, i am verry good“. Nachweislich hat er die Befehle gegeben um mindestens 4500 Menschen zu töten. Ja und diesem Mann gibt man den Friedens Nobelpreis. Wahn. Einfach nur Wahn. Warum nicht gleich den Teufel als Kindergartenbetreuer anstellen?

    Ich stimme ihnen also zu, sie sind ungeheuer produktiv, aber eben nur im Zerstören.

    Gruß aus Bremen

    • bluestar sagt:

      @Argonautiker,

      Volle Übereinstimmung. Dieser Wahn ist wirklich unvorstellbar, aber leider Realität.
      Der US-Abwehrschirm wird in den Medien schon gar nicht mehr erwähnt, ist unwichtig,
      bedroht nur unseren Frieden. Über 600.000.000.000,- Dollar jährliche Rüstungsausgaben des Pleitestaates USA müssen halt irgendwo ausgegeben werden.
      Menschen mit Steinzeitdenken und entsprechendem Verhalten führen die Welt. Das Problem sind geistiger Stillstand, aber modernste Waffen. Und Obama ist die gefährliche Mogelpackung in Person.
      Manchmal ist es für mich besser über den Wahn nicht weiter nachzudenken.
      Schön, dass es Menschen mit ähnlichem Empfinden und Gedanken gibt, das stimmt mich wiederum optimistisch.
      @wolfswurt
      Vielen Dank für den Buchtipp.
      Beste Grüße und einen schönen Abend.

  8. Argonautiker sagt:

    @bluestar

    ja, aber Gott sei Dank ist die Realität daß, was am leichtesten zu ändern ist. Man muß es nur tun. Im Umkehrschluß bedeutet dies natürlich, daß es derzeit NICHT getan wird, sonst wäre es nicht so, wie es ist, und das lässt wiederum verstehen, daß wir nur noch so Wenige sein KÖNNEN, und uns dementsprechend so freuen, wenn wir mal ein paar Gleichgesinnte treffen.
    😉

    Es wird eben so sein wie Ende WK2, irgendwann wird der Wahn offenbar, und dann will es wieder Niemand gewesen sein. Irgendeinen Hitler wird man schon wieder als alleinigen Sündenbock finden. Jeder war dann „nur“ ein unschuldiger Mitläufer. Was ja auch stimmt, obwohl dies die Wahrheit doch nicht so ganz wiedergibt, denn ich fühle mich auch nicht als „Supermann“ mit irgendwelchen besonderen Fähigkeiten, und bin trotzdem in der Lage es zu verstehen und anders zu handeln.

    Was mich ärgert ist nur, das die Anstifter, weil sie eben nur anstiften, und nicht selbst handeln, viel zu leicht davonkommen, wobei eigentlich SIE die Urheber sind. Sie sind in ihrem Tun wie ein „Virus“, sie leben selbst nicht wirklich, sind aber doch in der Lage, auf dem Weg der Informationsübertragung auf das Leben einzuwirken, um es fehlzuleiten. Wahn verbreiten.

    Da sie nicht Leben, sterben sie auch nicht. Kein Krieg, kein Schwert, kein Antibiotikum, kann sie töten. Nur Aufklärung.

    Gruß aus Bremen

  9. bluestar sagt:

    @Argonautiker
    Ja, die Zahl der Gleichgesinnten ist sehr gering.
    Aufklärung ist sicher der einzige geeignete Weg für Veränderungen. Zuerst muss alles durch den Kopf zum Herz, dann folgt die Tat.
    Aber Aufklärung, Denken, Lesen, Nachdenken, Zusammenhänge erkennen und hinter die Kulissen schauen, Ursache und Wirkung unterscheiden, Manipulationen erkennen,
    alles dies ist mit Anstrengung verbunden. Und die Masse mag keine Anstrengungen.
    Ist der Bauch momentan voll, dann ist alles gut. Auch dumm lebt es sich ganz gut.
    Und Freiheit ? Dafür hat sich vor dem WK2 keiner ernsthaft interessiert und heute doch auch nicht, denn auch Freiheit bedeutet Kampf und vor allem die Übernahme von Verantwortung.
    So bleibt alles wie immer, nach dem Knall werden ein paar Schuldige gesucht, die Masse spielt Mitläufer oder gar Opfer, die Anstifter bleiben unerkannt und sind schon längst bestens für den Neustart vorbereitet und ausgerüstet.
    VG aus Sachsen an die Weser

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.