Halbe Wahrheiten und planvolle Lügen

26. Juli 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Was wären wir ohne Statistik? Arme Trottel. Darum gibt es so viel davon. Statistik taugt höchstens für Small Talks und zum Ärgern von Studenten und der Öffentlichkeit….

Auch in der DDR war Statistik beliebt. Es hieß: „Und will der Schmutz nicht weichen, dann musst du eben streichen!“. Das Prinzip bleibt auch heute Exportschlager von ermattenden Planwirtschaften. Damals war in der DDR Marx die Theorie und Murx die Praxis. Der Marx ist in Vergessenheit geraten, der Murx hat überlebt.

Die „Aktuelle Kamera“ meldet aus Euroland schon wieder große Erfolge beim Sparen, auch wenn der Schuldenberg im ersten Quartal auf 9,4 Billionen Euro gestiegen ist. Das sind 92,9 Prozent der Wirtschaftsleistung, zu der ja inzwischen auch Schmuggel, Drogenhandel und Prostitution gehören. Sonst wäre der Schuldenstand noch wesentlich höher. Die Sparanstrengungen in ihrem Lauf…. Pardon, die Schulden, halten weder Ochs noch Esel auf. Und auch nicht unser Geldsystem.

Statistik ist eine herrliche Sache und biegsam wie Politikerworte. Harry Potter unterhält viele Außenstellen zur wissenschaftlichen Aufarbeitung und Interpretation von Ungemach wie Preisinflation, Schuldenständen sowie zur Berechnung einer politisch korrekten Arbeitslosenquote. In den USA gab es jetzt so wenige Anträge auf Arbeitslosenhilfe wie seit 1979 nicht mehr. Kein Wunder! 93,6 Millionen Amerikaner stehen dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung.

Nein, Griechenland ist auch nicht pleite und der Chef der griechischen Bankenaufsicht wahrscheinlich verrückt. Er meint, griechische Geldhäuser seien absolut vertrauenswürdig. Die Leute sollen doch ihr Geld wieder dorthin bringen, und damit der Wirtschaft helfen, sagte er. Das ist so, als wenn Gifthändler ihre Produkte mit „Bio“ kennzeichnen. Er hätte den Leuten vor dem leeren Bankomat auch zurufen können: Bezahlt doch mit US-Dollar, wenn ihr keine Euros bekommt. Damit hat er natürlich Recht, statistisch gesehen…

Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)

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7 Kommentare auf "Halbe Wahrheiten und planvolle Lügen"

  1. Michael sagt:

    Vermögen in Papier sind vernichtet bevor sie entstanden. Finanzvermögen resp. Sparguthaben sind Kaufkraftversprechen 1:1 bewertet in Landeswährung.

  2. toter_esel sagt:

    Mir stellt sich manchmal die Frage:

    Wer ist der grössere Lügner, der, der bewusst die Unwahrheit sagt, oder der, der die Wahrheit bewusst verschweigt?

    Im ersten Fall kann ich mir ja noch meine eigene Meinung bilden, im zweiten muss ich selbst dahinter kommen, was ich hätte wissen müssen.

  3. Skyjumper sagt:

    Na man gut dass er so etwas nicht gesagt hat. Das erinnert doch fatal an einen Spruch den J-J Rousseau einer fiktiven Prinzessin zuschrieb:
    „Wenn sie kein Brot haben sollen sie doch Kuchen essen“

    Damit hätte die fiktive Prinzessin durchaus Recht. Statistisch. Aber schon damals mußte dann eine echte Prinzessin auf de Schafott für diesen nie geäusserten Satz sterbe. Marie Antoinette, eine fast Deutsche aus dem Habsburger Haus. Und Geschichte neigt bekanntlich zu Paralellen.

  4. toter_esel sagt:

    Nachdem ich nun einige Artikel über Gold gelesen habe, die ungewollt zur Realsatire mutierten, möchte ich, wenn ich darf, mal eine eigene Glosse verfassen. Das Gute an einer Glosse ist ja, dass man nicht ernsthaft zu recherchieren braucht… Sie trägt den Titel:

    GIB GOLD KEINE CHANCE!

    Amerikanische Archäologen haben festgestellt, dass die Inkas nicht etwa von spanischen Conquistadoren ermordet, sondern an den Folgen des permanenten Hautkontaktes mit Gold langsam vergiftet wurden. Darüber hinaus steht Gold schon länger im Verdacht, Unglück zu bringen. So gelang es britischen Soziologen nachzuweisen, dass sich die Scheidungsrate bei Paaren, die Eheringe aus eben diesem Material tragen, um das vierfache erhöht. Mediziner verweisen auf den Zusammenhang, dass sich das Edelmetall negativ auf das körperliche und geistige Wohlbefinden auswirkt.

    Unter diesen Aspekten wird klar, weshalb China in den letzten Jahren doch nicht soviel Gold akkumuliert hat wie allgemein vermutet wurde. Vorsichtshalber hat man am 20.07.2015 Gold im Wert von 2,7 Mrd. Dollar verkauft. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich beim Käufer um Russland handelt, das mit dem hochgiftigen Stoff den Westen langsam konterminieren will. Ein Rohstoffexperte, der namentlich nicht genannt werden möchte, sagte: „Anders ist es nicht zu erklären, weshalb jemand dafür Geld bezahlt. Mir ist es unbegreiflich, dass Gold früher ein Zahlungsmittel war, das angefasst wurde, ohne dass diese Menschen gestorben sind!“

    Goldbesitzer können also nur hoffen, sich noch nicht angesteckt zu haben.

    • bluestar sagt:

      „Goldbesitzer können also nur hoffen, sich noch nicht angesteckt zu haben.“
      …Und sollten dieses ekelige Zeug ganz schnell wegwerfen…
      Klasse Glosse, und die Story über die Inkas hat mein Geschichtswissen verbessert..)

      • toter_esel sagt:

        Danke für das Lob. Ich muss jedoch zugeben, dass es einfach ist, den Stil der Copypaste-Journalisten ebenfalls zu kopieren : vagen bis haltlosen Schwachsinn zu einer Pseudo-Argumentation zusammenbasteln. . . Beispiele wurden ja auch hier gepostet: „13 Mio. Tonnen Gold verkauft“, „Putin verzockt sich mit Gold“ usw.

        Wenn man jedoch exponentielles Wachstum nicht nur als Theorie nimmt, ergibt die gesteuerte Verblödungsorgie durchaus einen Sinn. Ein Stadion, in das um 12.00Uhr ein einziger Tropfen Regen fällt, der sich aber von Minute zu Minute verdoppelt, ist um 12.50Uhr komplett voll gelaufen. Interessant ist, dass um 12.45Uhr buchstäblich alles noch im grünen Bereich ist…

        Wendet man diese trügerische Ruhe auf die – ich nenne sie mal – Rettungsmassnahmen an, an deren Erfolg niemand mit mehr als drei funktionierenden Gehirnzellen glaubt, muss man auf der anderen Seite die Alternativlosigkeit des Papiergeldes mit whatever it fakes – ja, eben verschleiern.

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