Hände weg vom Gold! Wenn Gold-Deppen Wasser saufen…

24. Dezember 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Goldhasser sind ein spezielles Völkchen. Ich weiß nicht, warum sie Gold hassen. Es ist so nutzlos und tut ihnen nichts, außer sie zu verlachen. Papiergeldhasser sind ebenfalls ein spezielles Völkchen. Sie hassen dieses Papier, weil man sie zwingt, es zu benutzen. Und dann fliegen die Fetzen…

Wer von beiden hat was zu verlieren? Die Goldhasser werden wohl Angst um ihr Papier haben. Ob die „Papiergeld-Leugner“ (was für ein herrliches Wort!) Angst um ihr Gold haben? Vielleicht haben sie Angst um den Goldpreis, weniger aber um das Gold selbst. 

In diesen Tagen wird in Zeitungen wieder eine Schlacht um das Geld/Gold geschlagen, dass sich die Weihnachtsfichten biegen. Ich meine ja, man tut den Medien manchmal Unrecht. Die Redaktionen nehmen das, was sie in Zeiten dünner Nachrichtenlage bekommen können. Wenigstens arbeitet die DPA, um den Mainstream mit drängenden Nachrichten zu versorgen. Diese tauchen kurze Zeit später in der Zeitung oder auf den Online-Portalen auf.

Wer aber fragt, ob es in den Reaktionen eine Art von „Unterbindung“ von Themen gibt, sollte sich besser fragen, von woher die Reaktionen ihre vielen „Nachrichten“ beziehen. Was DPA, AFP und Reuters nicht senden, kommt medial kaum vor. Die Macht der Medien sitzt heute vermehrt in den Agenturen – weniger in den Redaktionen. Anhand des Goldes lässt sich das mit einer gewissen Erheiterung immer wieder verfolgen. Inhaltsfalscher Müll folgt dem Prinzip der stillen Post.

Ach, die gute alte DPA… Sie ist unser heutiges Zentralorgan zur Verbreitung von allerhand Nützlichem und Nichtsnutzigem…

Neulich hat sie etwas zum Gold versendet. Kurze Zeit später ist das per COPY-PASTE in die Öffentlichkeit gedrungen und hat für viel Desinteresse gesorgt. Das ist oft so. Manchmal macht sich auch ein Redakteur die Mühe, diesee Stücke noch etwas aufzuhübschen wie einen Tannenbaum. Unter Umständen wird es dann sogar unterhaltsam bzw. satirisch, ohne dass die betreffende Person davon weiß. 

Zunächst eine kleine Übung… Googlen Sie doch mal den wortgewaltigen DPA-Artikel mit der Überschrift „Gold verliert an Glanz und Bedeutung“. Moment, ich helfe Ihnen… (KLICK hier)

Was fällt Ihnen auf? Nichts? Es ist der gleiche Text, der überall in den Medien auftaucht bzw. abgedruckt wird. Zufall? Absicht? Nein, Folge des Rationalisierungswahns in den Medien. Die DPA ist das Medium zur Unterstützung ausgedünnter Reaktionen und weiß sehr wohl um ihre Macht. Dann steht überall, Gold oder Silber wären richtig doof für eine Anlage. Ich bin neulich erst auf einem Gehweg aufgrund eines Entsorgungsfalls in Not „ge-eagelt“ worden. Danke, DPA!

Experten, Fachleute, Koniferen

Gestern bin ich über einen Artikel aus dem Tagesanzeiger aus der Schweiz gestolpert. Der Text stammte diesmal nicht von der DPA. Eine echte Finanz-Konifere oder Koryphäe hat sich des Goldes angenommen und eindringlich davor gewarnt. In der Schweiz weiß man offenbar, dass die Gold – und Silberbugs an diesem Jahresende nicht mit Champagner anstoßen. Als wüsste man, was in den jeweiligen Kühlschränken läge. „Gold-Deppen saufen Wasser!“ wäre eine ebenfalls als passende Überschrift. Vielleicht sogar für Philipp Löpfe. Er warnt ein seinem Artikel mit drastischen Worten vor dem gelben Metall. „Hände weg vom Gold!“ 

Schließlich ist Gold nicht nur eine Währung, sondern eine Weltanschauung. Oha! Religion? Amen.

Und dann packt er die „Goldbugs“ in die Anhängerschaft der „sogenannten Österreichischen Schule der Volkswirtschaft“ deren Vertreter die „Propheten eines Ultraliberalismus“ seien. Ich dachte immer, es geht um Prozente. Nicht?

„Allerdings seien Kommunismus wie ein Ultraliberalismus à la von Mises eine Illusion“. Pöhse! Pöhse! Pöhse!

Die Zeit für eine Warnung vor dem Blech erscheint mir passend, jetzt, da das Metall 30 Prozent billiger zu haben ist. Spätestens da habe ich Zweifel, denn die meisten Goldbugs berechnen ihren Reichtum oder das Gegenteil davon mit einer Excel-Tabelle aus. Mist! Minus 30 Prozent. Arm!

Ja, es gäbe zu wenig Gold, sagt Herr Löpfe. Richtig! Was aber, wenn der Preis so weit stiege, dass es auf einmal genügend gäbe? Nur ein kleiner Einwurf.

… und dass sich das System dann anders verhalten würde, wäre vielleicht sogar wünschenswert, wohl weniger in der Welt des Herrn Löpfe. 

Endlich sagt mir mal jemand die Wahrheit.  Und jetzt kommt`s aber… (Seite 2)

 

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9 Kommentare auf "Hände weg vom Gold! Wenn Gold-Deppen Wasser saufen…"

  1. FDominicus sagt:

    „Ohne Zentralbanken würden bald mächtige Privatbanken die Macht über die Währungen erlangen und dies zu ihren Gunsten ausnutzen. Anstatt einer Zentralbank hätten wir dann ein Monopol von wenigen Privatbanken, keine attraktive Option.“

    Oh Himmel wir hätten ein Monopol von Wenigen? Ne und ich dachte immer Monopol kann nur von eine ausgehen. Ein Monopol von einer „weisen“ Zentralbank ist viel besser als ein „Monopol“ von wenigen. Ja das leuchtet ein, schließlich ist Markt ja auch viel schlechter als Zentralplanung. Das besorgen sich doch ewig Gestrige etwas was ihnen gefällt und nicht den „Anderen“. Diese Chaos kann ja nicht funktionieren. Da hat man doch nicht mal so etwas sie Planungssicherheit, und jeder der die DDR kannte, weiß wie toll 5 und Mehrjahrespläne funktionierten. Wer braucht schon „heute“ ein Auto? In 10 Jahren ist immer noch „früh“ genug, und dann erinnere ich mich an Verwandte man stelle sich vor, die haben nicht auf Zuteilung eines Hauses gewartet sondern selber ein’s gebaut. Ist das nicht unglaublich? Ich nehme an es gab dafür im Hintergrund noch einen großen Meisterplan, das stand bestimmt drin, Familie xy wird in 1980 ein Haus bauen. Und schau an schau an, der Plan kennt alle…..

  2. nylpas sagt:

    …gut gelacht. 🙂
    Der Koniferen-Artikel ist ja offenbar dem online-Tagesanzeiger entnommen.
    Als Ergänzung zur Thematik „monopolisierte Medien-Belieferer“ wie DPA und Konsorten ist bezüglich Helvetien anzufügen, dass die Mainstreamschrott-Zentrale newsnetz.ch praktisch sämtliche online-Zeitungen – bisweilen mit heisser Luft – versorgt.
    Sie hätten den „Hände weg vom Gold“-Artikel also genauso gut in der online-Version des Berner Bund, der Berner Zeitung, der Basler Zeitung, dem Oberländer usw. finden können. Soviel zur Vielfalt der Medien…
    (Ob der Verfasser den Titel des Artikel allenfalls hier entlehnt haben könnte http://www.10×10.ch/haende-weg-vom-gold-im-2014 , ist eine andere Frage.)

  3. philly sagt:

    Schön geschrieben! Danke.
    Ich frage mich, was die BILD schreibt, wenn die BRICS morgen verkünden, daß sie für jede Unze Gold 25.000 $ bezahlen, also einseitig aufwerten…?
    Wie 1934,1971 und 1973 die Amerikaner?

  4. Thomas sagt:

    Ja also mächtige Zentralbanken, mächtige Privatbanken….

    Fast 90% der umlaufenden Geldmenge ist Buchgeld, Privatgeld der Banken. Der Rest „Monopolgeld“!?

    Weder Hayek noch Mises haben gewonnen. Beide wurden „fast“ nie wirklich umgesetzt.

    „Der Wechsel von einem „Monopolsystem“ zu einem Anderen sorgt für Umverteilung bis alles umverteilt ist. Entweder das Spiel geht von vorne los oder ein neues Wirtschaftssystem bricht an. Aber die Menschen verhalten sich in einem trägen System niemals optimal, weshalb die Verbesserung, Veränderung und Erweiterung menschlichen Zusammenlebens als ein äußerst langwieriger Prozess anzusehen ist. Die Realisierung dieses Zustandes setzt jedoch absolute Freiheit voraus…“

  5. Michael sagt:

    Frohe Weihnachten.

    Schauen wir mal … SALE ist immer gut. Dank der Massenberichterstattung ist darauf verlass.

    Wir haben in Salzburg ein nettes Schloss in dem der Schlossherr, wenn es die Gäste bei der Tafel im Garten zu bunt trieben, im berauschten Zustand, einfach die Wasserleitung aufdrehte und durch Düsen in den Sitzbänken der Wasserstrahl die Gäste ernüchterte. So etwas nennt man eine technische Korrektur und hat an sich wenig mit Angebot und Nachfrage zu tun. Kommt bei Aktien, wird bei Anleihen genauso kommen und wenn nicht, dann weiß man schon heute wo die Steuereinnahmen der Zukunft hinfließen … oder war da nicht mal was, ‚Metall läuft vor‘?

  6. Wilhelm sagt:

    Ich habe schon lange nicht mehr so lachen müssen. Toll und treffend geschrieben.
    Besonders die Definition Experte: Stilsicheres Auftreten, Null Ahnung trifft’s exakt!
    Da gibt es noch die einflussreichen Experten wie das Handelsblatt schreibt. Es gibt also noch Steigerungen unter den Experten…. 🙂
    Vielleicht hören wir bald, das Gold giftig ist und man das lange nicht gemerkt hat und jetzt jeder, zwecks Kontamination, sein Gold sofort abgeben muß. Oder das der Besitz von Gold Dumm macht und zwecks internationaler Verblödung das Gold sofort abgegeben werden muß, da es dem Staat am Wichtigsten ist und besonders am Herzen liegt, das seine Bevölkerung Intelligent und Arbeitstüchtig bleibt … 😉

    Bin mal gespannt welche Schlagzeile zuerst kommt?

    Ich wünsche Ihnen und den Lesern eine frohe Weihnachten (Julfest) und schöne Feiertage.

  7. bluestar sagt:

    Ja, ja diese Experten.
    Immer schön die Welt durch den Filter der Agenturen betrachten und auf sogenannte selbsternannte Experten hören. Das bilded ehnorm.
    Und dann schnell das üble gelbe nutzlose Metall in wertvolles Papiergeld tauschen.
    Danach zur Bank des Vertrauens schaffen, wann immer möglich natürlich über 100.000 Euro.
    Ach ja, alles wird gut, ich vertraue wie die Mehrheit der Deutschen der Groko , den aufrichtigen und aufopferungsbereiten Kämpfern für Ehrlichkeit, Demokratie, Freiheit, Gerechtigkeit und Marktwirtschaft. Gilt allerdings leider nur für das Ausland, nicht fürs eigene Volk 🙂

    Allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.

  8. crunchy sagt:

    http://www.macrotrends.net/1378/dow-to-gold-ratio-100-year-historical-chart

    Verstehen wir nicht, was wir sehen, oder sollen wir sehen, damit wir nicht verstehen?

    Das Chart sagt: Gold geht unter.

    Qui bono?

    Wer hat, der hat. Wer alles Geld hat, weil er es sich drucken darf, kann keines mehr gewinnen.
    Der will Anderes!

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