Gut gespart und doch verloren

15. Februar 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Jetzt, wo fast alle Zinsen gründlich ausgerottet wurden, gibt es Renditen nur noch an der Börse, heißt es. Aber die Deutschen sparen gerne in ihren herkömmlichen Anlagen, was aus dem Weltspartag später den Volkstrauertag machen könnte…

…denn irgendwann wird ausgebucht… Bis dahin passiert viel. Die Tausender-Marken im DAX fallen inzwischen immer schneller. Experten sagen, er werde weit über 11.000 Punkte steigen, aber nur, wenn nichts dazwischen kommt. Ihre Kursziele für 2015 sind längst überschritten. Zufall? Man sollte jetzt mit dem Jahr 2016 weitermachen….

Als Grund für die DAX-Freude soll diesmal das bisschen Frieden in der Ukraine sein. Komisch, denn seit Ausbruch der Krise stieg der DAX schon 2.000 Punkte. Vielmehr ist die Frischgeldzufuhr der EZB der jecke Grund für die neuen Hochs an der Börse. Dabei haben ihr – oh Wunder – im letzten Jahr 500.000 Leute den Rücken gekehrt. Sie kommen dann zurück, wenn es heißt, auf dem Parkett läge Geld herum. Viele Leute haben zudem wenig Ahnung von Börse und auch nicht vor, das zu ändern. Sie verwechseln den „DACKS“ mit einem Waldbewohner oder Zahnpasta. Das ändert sich, je höher die Kurse steigen, wenn sie denn steigen sollten.

Schwarmdumm: So blöd sind wir nur gemeinsam

Was fast untergegangen ist… In Kürze beginnt die Bundesbank ihren Aufkauf von bundesdeutschen Staatsanleihen für monatlich zehn Milliarden Euro. Das soll gut für die Wirtschaft sein, weil es die Zinsen weiter drückt. Ja, wohin denn noch? Selbst 5-jährige Anleihen bringen mit ihren Negativ-Zinsen garantiert Verluste. Der Staat als Schuldner macht damit sogar ein Geschäft, wenn er Schulden macht und Gläubiger Verluste. Ver-rückt. Als das galt früher jemand, der vorhergesagt hätte, die Bundesbank steigt in diese indirekte und verdeckte Form der Staatsfinanzierung ein. Was früher schlecht war, ist heute gut. Deutsche Bundesbank – wie haste Dir verändert!

Am Ende kann es sogar zur Knappheit bei Staatsanleihen kommen. Besteht Sorge? Nein, denn es gibt dann noch genügend andere Papiere und auch Müll, dessen alternativloser Aufkauf neues Geld in die Welt pumpen kann – was auch den DAX freuen dürfte.

Braucht man unbedingt Aktien, so wie es alle Experten derzeit sagen? Ich meine ja, aber nicht zu jedem Preis. Und zudem.. Ja, mit Aktien kann man gewinnen, aber nicht unbedingt. Mit dem Sparbuch aber wird man verlieren. Das ist zumindest garantiert.

© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)




 

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6 Kommentare auf "Gut gespart und doch verloren"

  1. Oki sagt:

    Lieber Frank,
    ja, hast mal wieder alles auf den Punkt getroffen 😉 Hätte da mal eine Frage: habe gehört, die EZB kauft Staatsanleighen und sogar Unternehmensanleihen.. Betreibe ein kleines Cafe und habe vor für ca. 5 MIo. Anleihen auf den Markt (Richtung EZB) zu werfen. Denke auch mir als kleinen Unternehmer müsste so eine Tür doch offen stehen – würde gerne in Richtung Griechenland expandieren wollen und entsprechend ca. 500 Arbeitsplätze schaffen wollen 😉 Was muss ich dafür tun?

  2. Helmut Josef Weber sagt:

    Ja- gut, aber irgendwann kommt der Zahltag, an dem die Schulden bezahlt oder gestrichen werden müssen; ich denke eher gestrichen, denn dann muss eine Menge Guthaben vorhanden sein, damit es zu Gunsten der Schulden gestrichen werden kann.
    Nur Papiere und Immobilien kann man ganz oder teilweise enteignen/entwerten.
    Man kann z. B. Immobilien mit Zwangsabgaben/Lastenausgleich belegen, Renten kürzen, Aktien mit einem Schnitt belegen und das Spar-Konto zu einem gewissen Prozentsatz enteignen, usw. usw.
    Nur– wer weiß, wie viel unkaputtbare Unzen ich in den letzten ca. 30 Jahren anonym gekauft habe und wo sie liegen?
    Wieso gibt es an der Börse nur Rendite???
    Mit der Rendite, die der DAX mir die letzten 15 Jahre gebracht hätte, würde ich nicht heute in Spanien wohnen und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, denn in dieser Zeit hätte sich die Kaufkraft meines Anfangskapitals (seit 2000) mindestens halbiert, so hatte ich etwa 425% Kursgewinn.
    Außerdem konnte ich immer ruhig schlafen, denn ich brauchte mich um nichts kümmern und ganz legal keine Steuern oder irgendwelche anderen Gebühren oder Abgaben zahlen.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

    • Avantgarde sagt:

      Der gute H.J. Weber lässt auch keine Gelegenheit aus damit zu prahlen, daß er angeblich so super tolle Edelmetallgewinne hat und nun davon sorgar sich zur Ruhe setzen kann.

      Auch hier glaube ich noch nicht einmal die Hälfte der Geschichte.

      • Helmut Josef Weber sagt:

        Ja-Avantgarde- glauben muss man in der Kirche, hier beweisen es die Kurse.
        Aber ich muss auch sagen, dass von 1986, bis etwa 2000, auch eine sehr lange „Durststrecke“ war für Edelmetalle und da sind mir auch schon die Zweifel gekommen, ob ich richtig liege.
        Viele meiner Bekannten haben in dieser Zeit, mit den Aktienblasen, aber ganze Vermögen verloren.
        Zur Ruhe setzen konnte ich mich 2001 in Spanien auch so, da hätte keine Kursgewinne mehr geben müssen; aber ich habe sie natürlich gerne mitgenommen.
        Naja- und die Redaktion wird sehen, dass meine Mails aus Málaga kommen.
        Zusammenfassen muss ich auch zugeben, das ich wohl einfach nur Schwein gehabt habe, weil ich von Aktie keinerlei Ahnung habe und deshalb in Gold investiert habe.
        Von Edelmetallen habe ich auch keine Ahnung, aber was soll man da verkehrt machen??
        Kaufen und weglegen.
        Ich bin Handwerksmeister.
        Ich habe 3 Berufe mit Gesellenrief davon 2 Berufe mit Meisterbrief.
        Und Handwerksmeister denken immer etwas bodenständiger und da kommt man an Gold nicht vorbei.
        Und ich war selbstständig, daher konnte ich 1986 aus der gesetzlichen Rentenversicherung austreten und seit 1986 Edelmetalle kaufen.
        Deshalb bekomme ich aber auch nur eine Minirente von 440,00Euro, für 22 Beitragsjahre.
        Ich muss nur etwa 38 Euro Krankenversicherung im Monat (in Deutschland) zahlen und gelte vor de Finanzamt ganz legal als arm.
        Und arme Rentner haben in Spanien erheblich Vorteile.
        Kostenlose Busfahrten, keine Zuzahlungen egal welche Art bei de Krankenkasse usw.
        Bei CARREFOUR kann ich alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse ohne MWST einkaufen.
        Legal keine Steuern, keine KK-Beiträge von irgendwelchen Gewinnen, keine Depotkosten oder, oder.

        Viel Grüße
        H. J. Weber

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