Günther und sein Wolfsrudel (Teil 2)

21. Februar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Gastkommentar von einem Blogleser (Teil 1 finden Sie hier ) Viel wurde und wird bestimmt auch noch geschrieben über unseren Leitwulff, pardon den a. D. Gibt es bereits den Titel „z.v.D., zurückgetreten vom Dienst? Bei dieser inflationären Entwicklung stimme ich für eine Task Force zum Titel. Haben sie mal den öffentlichen Scheinwerfer ausgeknipst, um ihre eigene Sonne aufgehen zu sehen?

Es ist immer wieder erhellend, wie leistungsfähig das eigene Kleinhirn sein kann, wenn man es nur zulässt.

Zum Beispiel die naive Fragestellung zum Datenschutz…

„Zugang zu personenbezogenen Daten darf nur gewährt werden, soweit das Informationsinteresse des Antragstellers das schutzwürdige Interesse des Dritten am Ausschluss des Informationszugangs überwiegt oder der Dritte eingewilligt hat. Besondere Arten personenbezogener Daten im Sinne des § 3 Abs. 9 des Bundesdatenschutzgesetzes dürfen nur übermittelt werden, wenn der Dritte ausdrücklich eingewilligt hat.“ (–§5 Informationsfreiheitsgesetz“)

Unter Anwendung des ersten Teils dieser Serie leuchtete die Frage auf, wer zu welchem Zeitpunkt – und warum und wie – die notwendigen Kreditkartendaten gepished hat. Dass der Rechnungsempfänger dort nicht geschlafen ist, sondern jemand anderes, wäre eher in der Kategorie „Indiskretion“ zu finden. Wer jedoch investigativ die Frage beantwortet, dass das Zimmer, in dem jemand anderes geschlafen hat, über die Kreditkarte eines Bestimmten bezahlt wurde, ohne einen richterlichen Beschluss vorliegen zu haben, machte sich strafbar, wohlgemerkt nur für mein Kleinhirn.

Ich liebe Sätze bei Illner & Co.,

„…der Fall Wulff ist ein Beweis dafür, dass unsere Justiz funktioniert…“.

Ja, das gibt mir die notwendige Bürge®-Versicherung, dass alles gut ist, wie es ist. Gut, zugegeben, unter Anwendung des o. g. zweiten Teils wäre es auch theoretisch möglich, dass der Kreditkarten-Inhaber selbst Einblick gewährte. Zugegeben, ziemlich verwegen aus Sicht der Zusammenhänge und mögliche Folgen des Inhabers, aber immerhin im theoretisch Möglichem.

Somit stellte sich hierbei eine Anschlussfrage. Cui bono ? Hier wäre vielleicht eine erhellende Beobachtung der zukünftigen „geschäftlichen Beziehungen“ der heutigen Profiteure mit dem Kreditkarten-Inhaber von Nöten. Per Ausschluss-Prinzip sollten sie die mathematisch, mögliche Menge der Profiteure bei „Weltbevölkerung – 1“ ansetzen. An Eides statt von mir auch minus zwei.

Nun aber zurück zu naiven Fragen.

Wenn sie einen Schwarzarbeiter auf ihrer Baustelle bezahlen müssten, würden sie dies mit ihrer Kreditkarte bezahlen? Wenn sie nun behaupten, sie würden es sich und auch einigen Politikern zutrauen, so sollten sie sofort die Packungsbeilage ihres derzeitigen Medikaments nachlesen, speziell das Thema über etwaige Nebenwirkungen.

Natürlich würden Sie mit präsidialer Korrektheit alles bar ausgleichen, solange es noch geht. Aber das wäre jetzt ein anderes Themengebiet.

Wissen sie zufällig, wie oft in der neuen Jauch-Grube des öffentlich-rechtlichen Interesses der Film „Radkäppchen und der böse Golf“ gespielt wurde? Seit dem 18.12.2011 immerhin in sechs von sieben Vorstellungen. So macht Lotto Spaß.

Wie auch immer, ich hoffe für den zukünftig in geheimer Wahl gewählten Bundespräsident, wer immer es auch wird, dass er zu Dienstreisen mit seinem eigens nicht bar erworbenen Fahrrad fahren wird, der Nachweispflicht wegen. Ob er in der Vergangenheit juristisch und für den Fiskus dauernd getrennt lebte – oder sonstige bereits bekannten unbekannten Verfehlungen besitzt, wird die Zukunft zeigen. Das ist das einzige Gewissenhafte am Wolfsrudel: Sie folgen dem Leitwolf, solange er für das Wohl des Rudels sorgt.

Am Ende bin ich doch wieder ganz froh, dass alles so ist, wie es immer schon war. Aus der Tierwelt lassen sich viele Erkenntnisse gewinnen.


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