Günther und das Wolfsmodel

23. Januar 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(Gastkommentar von einem Leser) Achtung, der Autor bekennt sich zur Theorie der Verschwörung und der Praxis der Theorie. Wenn sie also nicht Teil des Ganzen sein wollen, so entfernen sie ihren guten Teil von diesen schlecht gemeinten Zeilen. Es geht um sTalkrunden, Freundschaft und um die Frage, wieviel „Wulffen“ in Ordnung sei…

Normalerweise tue ich mir diese sTalk-Runden nicht mehr an, denn diese Formate für den etwas stärker gesegneten DSDS-Bürger (DurchSchnittsbürgerDeutschlandS?) sehen stets ein Drehbuch mit festem Ausgang vor, so mein Eindruck. Doch nun passiertes es doch. Die Gäste brachen am Sonntag unter dem Vorwand In aller Freundschaft – Wie viel „Wulffen“ ist in Ordnung? in das heimische Wohnzimmer ein. Der Tatort: http://daserste.ndr.de/guentherjauch/guentherjauch159.html

Die bestimmte Besetzung setzt überwiegend das gleiche Verhältnis an: Drei systemkonforme Intellektuelle, ein Heiligenschein mit Vergangenheit, und einer noch scheinbar ohne Makel, sozusagen der Don Quijote der Protagonisten. Das Mehrheitsprinzip lässt jedoch den Spiralverlauf stets bei einem verwirrenden Für und Wider zum gesetzten Fazit enden.

Vielleicht eine höhere Macht der Langeweile ließ den wichtigsten Finger meiner Hand jedoch gestern Abend nach drei Umrundungen der Favoriten-Liste in der öffentlich ersten Reihe versteifen, ohne dass ich etwas gegen zu setzen vermochte.

Ein kurzer Gästerundblick, und schon stach mein Scharfsinn in die Unterhaltungsblase mit „Ich weiß, wies’ ausgeht“. Das Thema zum im erweiterten Sinne „Präservativ des Volkes“ war alt. Waren es nicht Passagen einer Präsenz Rede, die den Stein der Weisen ins Rollen brachten? Sätze wie…

„Auf dem Deutschen Bankentag hatte ich den Finanzsektor bereits gewarnt…“

oder

Und ich möchte hier in Lindau formulieren: Politik mit ungedeckten Wechseln auf die Zukunft ist an ihr Ende gekommen.…“

oder

„…Und Trittbrettfahrer in der Finanzwelt spekulieren weiterhin darauf, von der Politik und damit letztlich von Steuerzahlern aufgefangen zu werden…“

Einer noch, der es geradezu herausforderte, die ESM- Guillotine in Gang zu setzen:

„…Es ist allerdings ein großes Missverständnis, Solidarität allein an der Bereitschaft zu bemessen, andere finanziell zu unterstützen, für sie zu bürgen oder gar mit ihnen gemeinsam Schulden zu machen.…“

Das Fallbeil hat der Autor, was nicht unbedingt dem Redner entsprechen muss, jedoch selbst eingebaut, gleich als nächsten Satz:

„…Ich bin immer dafür, dass man das für sich selbst prüft. Was man selbst nicht machen würde, sollte man auch nicht von anderen verlangen.“

Nein, diese Sätze wurden noch nie thematisiert in diesem Zusammenhang. Der Durchsatz der Bildung, hier der Meinung, schien gestern jedoch anders zu sein. Da saß inszeniert am Rande des Geschehens ein italienisches Schaf im Wolfspelz, der oberflächig betrachtet mein bisherigen Glauben von Mehrheiten aufzuheben schien. Nachdem der intellektuelle Berieselungsstatist am Ende der Leitung in seine eigenen Fehler zum Wollknäuel des Pro und Contra mit dem Anstrich „Ich bin ein Guter“ verstrickt wurde, endete der rote Faden seiner Zeit im Höhepunkt der Mutter Theresa am Berg des Guten.

Mir stellte sich die gleiche Frage, wie ihm. Warum hätte seine Couleur nicht zu entscheiden, ob ein Präsident vom Volk entfernt werden müsse?

Sein Sendungsbewusstsein arbeitete gehaltvoll stetig an deren Beantwortung. Total verwirrt fing mein Finger an, die Auffassungsgabe mit der Gedankenwelt in zittrige Bewegungsenergie zu konvertieren, die S-Frage ließ aber schlussendlich die Berührung der „P+“ – Taste nicht zu.
Mehrmals wandelte sich jedoch für den Aufmerksamen das Gewand und der entkleidete Wolf im Schafspelz rückte die Waagschale der Manipulation wieder ins Verhältnis. Sätze wie

„…ob er im Amt bleibt oder nicht, kann er nur im Lichte diese ehrlichen Prüfung vornehmen…“

wurden bereits mehrmals im Laufe dieses rechtlichen stalkings von ihm und seinen Adjutanten selbst in den passenden Scheinwerfer gezerrt. Ich muss sagen, am Ende war ich doch wieder ganz froh, dass alles so ist, wie es immer schon war. Die Praxis bestätigt die Theorie.

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