Grüße aus der Luft: Volle Dröhnung durch Bedrohnung

18. April 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Das waren noch langweilige Zeiten, in denen noch Vögel und Bienen unseren Luftraum beherrschten. Bald gehören auch die Drohnen zum Alltag. Gewollte und ungewollte Unfälle inklusive… 

Das Wort Drohne stammt ursprünglich von drohen. Nein? Soweit die defätistische Sichtweise. Gut, der Rasenmäher hat seinen Namen ja auch nicht vom Mähen der Schafe beim Mähen der Wiese. Drohnen sind unbemannte Wunderwaffen für Militär und für besseren Service im Einzelhandel. Furzt man ein Loch in die Hose, in sieben Minuten ist Ersatz da.

Wenn dann die Drohne dreimal klingelt, könnte ein Paket von Amazon vor der Tür fliegen. Dabei lässt die Drohnentechnik keinen Wunsch offen. Die einen werden Waren liefern, andere uns überwachen und auch so manche Drecksarbeit erledigen – schnell, sauber und effektiv.

Und wenn später mal die Bienen gestorben sind, ihren Kampf gegen Pestizide, Funknetze und Strahlung verloren haben, dann übernehmen eben Drohnen ihre Bestäubungsarbeit. Außerdem stechen Drohnen nicht, werden Allergiker einwenden. Da kommt Himmlisches auf uns zu. 

Derzeit werden die Drohnen ja noch mit Spionage, Krieg und Töten in Verbindung gebracht. Viele Menschen wurden im letzten Jahr schon mal vorsorglich mit Drohnen hingerichtet. Friedensnobelpreisträger Barack Obama bemerkte sinngemäß, dass er damit gut im Töten sei. Die Drohnen werden zu unserer Sicherheit herumfliegen und mögliche Störenfriede vorsorglich und ganz ohne richterlichen Beschluss ins Jenseits schießen können, damit wir uns freier, unbesorgter und sicherer fühlen. Wer will das nicht?

Doch auch die Humanisierung der Militärtechnik schreitet unaufhörlich voran. Zum einen lässt sich mit der Herstellung viel Geld verdienen und teures „Humankapital“ in den Unternehmen einsparen. Und die Börse wird ziemlich schnell einen Drohnen-Index einführen. Drei Sekunden später gibt es schon die ersten Drohnen-Zertifikate. Short und Long. Zum anderen wird unsere Welt noch besser, wenn der Postbote durch eine Drohne ersetzt wird. Die Prognose der Deutschen Post für 2020 wird höchstwahrscheinlich ein paarmal nach oben angepasst. Derzeit wird noch an der Befüllung des Briefkastens experimentiert. 

So eine Drohne ist inzwischen auch für den kleinen Bürger erschwinglich. Ab 100 Euro kann man ganz ohne Fluglizenz so ein Ding kaufen. Man kann damit spielen, Leute erschrecken, angeben und auch intime Bereiche der Nachbarn ausspähen. Spätestens 2020 wird in Sachen Olympia das Tontaubenschießen durch Drohnenschießen abgelöst, wobei die Sportschützen zwischen Drohnen und bemannten Flugzeugen zu unterscheiden wissen müssen, wobei es im Flugverkehr zu einigen Kollisionen kommen dürfte.

Auch die Natur wird sich dem Fortschritt anpassen. Unsere gefiederten Freunde werden sich in Drohnen verlieben und versuchen, sich mit ihnen zu paaren. 

In Hamburg gab es unlängst einen Drohnen-Unfall, als so ein Ding irrtümlich auf ein Auto krachte. Üblicherweise wird dann die „German Angst“ wach und die Rufe nach Regulierung und Kontrolle laut. Mit zunehmender Drohnen-Dichte wird es künftig zu mehr Unfällen kommen. So ein messerscharfer Propeller mit 7.000 Umdrehungen pro Minute wird kaum zwischen einem Kopf und Bambusgras unterscheiden können. Fortschritt hat schon immer einige Opfer gekostet.

Rechtlich sieht es so aus, dass jedermann so ein Teil kaufen kann. Mehr als fünf Kilo darf es nicht wiegen und dann fliegen. Aus 50 Metern Höhe abgestürzt bewirkt die Erdanziehung mache Überraschung und Lärmbelästigung.

Da bald schon Post, UPS, Amazon und andere Firmen Waren nach Hause liefern, sollte man künftig vorsichtig sein, wenn man die Haustür öffnet und im Straßenverkehr nicht nur nach rechts und links schauen, sondern auch nach oben. Selbst die Kanzlerin wurde schon von einer Drohne attackiert. Sie ging auf einer Veranstaltung zwei Meter neben ihr zu Boden. Daher eine dringende Forderung: Künftig gilt es, nicht nur Armut, Arbeitslosigkeit, Inflation und Störenfriede zu bekämpfen, sondern auch die Erdanziehung.


 

Schlagworte: , , , , , ,

Ein Kommentar auf "Grüße aus der Luft: Volle Dröhnung durch Bedrohnung"

  1. bluestar sagt:

    Jawohl, der Kampf gegen die Erdanziehung ist sehr wichtig und eine berechtigte Forderung.
    Weiterhin unabdingbar ist auch der furchtlose Kampf gegen Märkte, Spekulanten, Managergehälter, Verschwörungstheoretiker, Abweichler, Deflation und Putin.
    Gott sei Dank gibt es das EU-Politbüro, die werden das alles bestens bekämpfen und regeln.
    Mit heldenhafter Unterstützung unserer GROKO.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.