Grünes Licht für Gold: Wichtiger Goldindikator erreicht Kaufniveau

4. September 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Claus Vogt

„Wenn Du glaubst, den Schlüssel zum Verständnis der Finanzmärkte gefunden zu haben, wird kurz darauf das Schloss ausgewechselt“, besagt ein kluges Börsenbonmot. Natürlich dürfen Sie diese alte Börsenweisheit weder wörtlich noch persönlich nehmen. Schließlich weiß die Börse ja nicht, ob Sie gerade der Meinung sind, den Schlüssel zum Börsenerfolg in Händen zu halten; und wenn sie es wüsste, würde es sie bestimmt nicht interessieren.

Aber wenn es Ihnen schon einmal so ergangen sein sollte, dass Sie einen scheinbar unfehlbaren Indikator aufgespürt haben, der kurze Zeit später einfach aufgehört hat zu funktionieren, dann wissen Sie, worum es bei diesem Börsenbonmot geht. Es handelt von der häufig übersehenen Tatsache, dass in Haussephasen andere Regeln gelten als in Baissen.

Das heißt konkret, dass es Indikatoren gibt, die zwar in Haussezeiten gute Ergebnisse liefern, aber in Baissezeiten völlig unbrauchbar sind, sowie Kennzahlen, die in Haussen andere Höchst- oder Tiefstwerte annehmen als in Baissen. Um an der Börse langfristig erfolgreich zu sein, müssen Sie Ihre Indikatoren also in den übergeordneten Kontext von Hausse und Baisse stellen und entsprechend interpretieren.

Ein typisches und derzeit sehr aktuelles Beispiel für das gerade Gesagte ist der Optix-Sentimentindikator für Gold, dessen Verlauf seit 1998 Sie auf dem folgenden Chart sehen:

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Wie die meisten Indikatoren verhält sich auch dieser Gold-Sentimentindikator in Baissephasen anders als in Haussephasen. Dass er in diesem Jahr erstmals seit 2011 über die Marke von 75% Bullen gestiegen ist, bestätigt den Beginn einer neuen Goldhausse.

Hier erkennen Sie mit einem Blick, dass sich dieser Indikator in Baissezeiten anders verhält als in der Hausse: Werte von mehr als 75% Bullen (rot-gestrichelte Linie) werden in der Baisse gewöhnlich nicht erreicht, während sie in Haussezeiten häufig sind. Und Werte unter 30% (grün-gestrichelte Linie) haben in Bullenmärkten Seltenheitswert, während sie in Bärenmärkten an der Tagesordnung sind.

Goldbullen auf dem Vormarsch bestätigen die Goldhausse

Wie Sie auf dem Chart sehen, ist der Sentimentindikator für Gold in 2016 erstmals seit 2011 wieder über die Marke von 75% Bullen gestiegen. In meinem Börsenbrief  habe ich das seinerzeit als wichtige Bestätigung für den von mir prognostizierten Beginn einer neuen Goldhausse hervorgehoben. Diese Botschaft ist weiterhin gültig. Deshalb hilft sie uns jetzt dabei, nicht bei jeder kleinen oder auch größeren Korrektur an den Edelmetallmärkten den Beginn einer neuen Baisse zu befürchten, sondern lediglich völlig normale Verschnaufpausen innerhalb einer intakten Hausse zu erkennen, die Sie zum Einstieg nutzen sollten.

Goldindikator zeigt jetzt wieder eine attraktive Kaufgelegenheit an

Inzwischen ist dieser Sentimentindikator auf 52% Bullen gefallen. Damit hat er ein Niveau erreicht, das in Haussezeiten relativ selten unterschritten wird und häufig das Ende einer Korrektur signalisiert. Der Grund für diese in Haussezeiten geringe Zahl von 52% Bullen liegt hier: In den vergangenen Wochen ist der Goldpreis von 1.374 $ pro Unze in der Spitze auf ein Tief von 1.306 $ gefallen, also knapp 5%.

Dieser sehr bescheidene Kursrückgang hat allerdings ausgereicht, um große Zweifel an einer Fortsetzung der Goldhausse zu wecken. Das ist erstens ganz normal, weil den Anlegern noch die Erinnerung an die vergangene Baisse in den Knochen steckt, und zweitens ist es gut, weil solche Zweifel typisch für die Frühphase eines gesunden Bullenmarktes sind.

Viele meiner Leser fragen mich: „Soll ich jetzt verkaufen?“ Wenn Sie meinen Text bis hierher gelesen haben, wissen Sie, dass ich das genaue Gegenteil tun würde. Denn trotz der großen Kursgewinne, mit denen uns diese Aktien seit Anfang des Jahres erfreut haben, sehe ich in diesem Sektor weiterhin erhebliches Potenzial. Er befindet sich noch immer in der Frühphase einer Hausse, die wahrscheinlich mehrere Jahre anhalten wird, während sich die allgemeinen Aktienmärkte, die Rentenmärkte und zahlreiche Immobilienmärkte im Endstadium einer riesigen Spekulationsblase befinden, die wie alle ihre Vorgängerinnen platzen und den Anlegern verheerende Verluste bescheren wird.

Heißer Herbst an den Aktienmärkten steht bevor: 1929 – 1987 – 2016?

Gemessen am Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis waren die US-Aktienmärkte nur zweimal noch deutlicher überbewertet als heute: 1929 und 2000. Einige Kennzahlen deuten sogar darauf hin, dass die aktuelle Überbewertung zwar nicht in der Spitze, aber in der Breite größer ist als damals. Und die Spekulationsblase an den Rentenmärkten ist sogar ein historisches Novum. Denn ohne die irrwitzigen Maßnahmen, mit denen die Zentralbankbürokraten seit Jahren die Rentenmärkte manipuliert haben, kann es in diesem eigentlich konservativen Bereich keine Spekulationsblase geben.

Im Unterschied zum DAX und anderen Aktienindizes weltweit ist der US-amerikanische S&P 500 Index im August auf ein neues Allzeithoch gestiegen, obwohl die Unternehmensgewinne längst rückläufig sind und sich immer deutlicher die Gefahr einer Rezession abzeichnet. In Kombination mit der gerade erwähnten Überbewertung ist das ein höchst brisanter Mix, der ein baldiges Platzen der Aktienblase erwarten lässt.

Interessante Gemeinsamkeiten zu 1929 und 1987 – Seien Sie vorsichtig

Interessanterweise ging den beiden spektakulärsten Aktiencrashs aller Zeiten – 1929 und 1987 – ebenfalls ein Allzeithoch voraus, das im Spätsommer erreicht wurde. Doch das ist noch nicht alles, die Gemeinsamkeiten zwischen den Jahren 1929, 1987 und heute sind noch deutlich größer.

© Claus Vogt – Krisensicher Investieren

 

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