Große Gauner

22. Juni 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Ich möchte meine Serie „Die Guten, die Bösen und die Hässlichen“ hier fortsetzen. Wie Sie sich erinnern werden, ist meine Prämisse, dass es in einer Welt voller Gesetzesbrecher schwer ist, die wirklichen Verbrecher auszumachen…

Erst vor kurzem erschien ein Bericht, der besagte, dass die TSA (Transportsicherheitsbehörde) unsere Zeit verschwendet und uns jahrelang schamlos unterdrückt hat.

Die Form der Flughafensicherheits-Überprüfungen ist immer irgendwie surreal und sogar unbarmherzig gewesen. Ich erinnere mich daran, wie ich einmal in der Schlange stand, als die Flughafensicherheit eine alte, gebrechliche Lady, vermutlich etwa in ihren 90ern, dazu zwang, aus ihrem Rollstuhl aufzustehen… sich schmerzvoll in den Body-Scanner zu schleifen, dort mit ihren Händen über dem Kopf zu stehen und durch die andere Seite hinaus zu wanken. Die Frau konnte kaum stehen… doch das Ergebnis des Scans war uneindeutig, also zwangen die TSA Mitarbeiter sie dazu, das Ganze zu wiederholen.

Hat irgendjemand wirklich angenommen, diese gebrechliche Lady würde eine wirkliche Bedrohung für die Sicherheit der Airline darstellen? Die TSA Agenten? Die Menschen, in der Schlange dahinter, die darauf warteten, sich derselben Routine zu unterziehen? Selbstverständlich nicht…

Doch niemand schritt ein, nicht einmal ihr eigener Sohn, Ihr Autor. Wir sind alle konditioniert worden, den Mund zu halten, selbst wenn wir sinnloser Belästigung und Demütigung ausgesetzt sind. Zu welchem Zweck? Wie eine Studie der Transportsicherheitsbehörde belegte, dass Passagiere sehr leicht falsche Waffen und Fake-Bomben an Board schmuggeln können. In 67 von 70 Fällen haben die Agenten der TSA die verbotenen Gegenstände übersehen und die Passagiere weiter gehen lassen. Wenn sie wirkliche Terroristen gewesen wären, läge Washington jetzt wahrscheinlich bereits in Rauch und Asche.

Da kommen zwei Fragen auf: Erstens, wieso sich Sorgen machen? Und Zweitens, wieso hat es nicht bereits viel mehr Terroranschläge gegeben?

Schrecken, Unterdrücken und Stehlen

Die erste Frage ist leicht zu beantworten: die Sicherheitsüberprüfungen könnten auf der Stelle eingestellt werden, ohne einen merklichen Verlust der tatsächlichen Sicherheit zu bewirken. Und auch die zweite Frage ist einfach zu beantworten: Da sind keine Terroristen. Oder es sind so wenige, dass es nicht wert ist, sich um sie Sorgen zu machen.

Jawohl, das Department der Homeland Security ist lediglich ein Vorwand dafür, die Leute rumzukommandieren, sie einzuschüchtern ihnen das Geld aus den Taschen zu ziehen. Einige werden nun sagen, dass wenn wir die TSA in die Wüste schicken, könnten Terroristen das als Grünes Licht empfinden, in die Offensive zu gehen. Doch was würde das denn für einen Unterschied machen? Neun von Zehn von ihnen würden, so oder so, durch die Sicherheitskontrollen kommen.



Ebenfalls in den Nachrichten ist die Import-Export Bank. Sie hilft amerikanischen Unternehmen dabei, ihre Produkte nach Übersee zu verkaufen, indem sie den Kauf für ausländische Käufer finanziert und ggf. subventioniert. Das ist nichts anderes als legalisierter Diebstahl. Man nimmt das Geld einiger Menschen gegen ihren Willen und gibt es anderen. Meistbegünstigt ist Boeing. Eine kleine Gruppe im Kongress versucht bereits seit Jahrzehnten, diese Import-Export Bank abzuschaffen.

Doch es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Natürlich wollen die Cronies dort diese Zombie-Institution am Leben halten. Und die Amerikanische Handelskammer – ein Nest für Cronies – hat eine millionenschwere Kampagne gestartet, um sie zu retten. Die Handelskammer hat vor Jahren auch mal eine Kampagne gestartet, mit dem Slogan: „Schützt die freie Marktwirtschaft“. Doch wer möchte eine freie Marktwirtschaft schützen? Nicht die Handelskammer.

Die will das freie Geld schützen und nicht die freie Marktwirtschaft.

Kommen wir zu einem weiteren Kandidaten für die Kategorie „böse“: die Agenten der DEA (Drug Enforcement Administration) und auch die lokale Polizei würden einen guten Schlag mit einem harten Stock verdienen. Dank dem „staatlichen Beschlagnahmungsprogramm für Staatsbürger“ des Justizministeriums behelfen sie sich selbst mit dem Geld anderer, indem sie vorgeben, dass mit dem Geld etwas falsch gelaufen ist.

Im Normalfall bestehen Zivilverfahren, im Gegensatz zu Strafprozessen, aus einem Disput zwischen zwei Privatbürgern. Doch im Falle dieses „zivilen“ Beschlagnahmungsprogramms des Staates geht es um den Disput zwischen den Cops und einer Sache – Cash…Gold…ein Haus…oder eine hübsche neue Yacht – von der sie annehmen, dass sie in ein Verbrechen involviert ist. Ein faires Gerichtsverfahren ist überflüssig.

Die Besitzer dieser umstrittenen Dinge sind so lange schuldig, bis ihre Unschuld bewiesen wird. Selbstverständlich sind viele der vorgeblich „illegal erworbenen Gewinne“ keineswegs illegal – bis die Cops sie in die Hände bekommen. Überall, im ganzen Land, sowie auch in Kanada, wandeln sich die Cops zu Gaunern… indem sie Geld an sich nehmen, das ihnen nicht zusteht.

In einem jüngsten Beispiel dafür fuhr ein junger Mann namens Joseph Rivers mit dem Zug von Detroit nach Kalifornien, in der Hoffnung, dort ein neues Musikvideo-Unternehmen aufzubauen. Er nahm seine ganzen Ersparnisse mit – 16.000 Dollar in Bar. Doch der Profit war für die DEA zu dreckig, um zu wiederstehen. Nachdem sie bei der Station Albuquerque Amtrak zugestiegen waren, durchsuchten sie die Reisenden und entdeckten das Bargeld in Josephs Tasche und nahmen es ihm einfach weg.

Die Washington Post brachte die Geschichte: Die Agenten fanden nichts in Rivers Eigentum, das darauf hinweist, dass er irgendwie in Drogenhandel involviert sei: keine Drogen, keine Waffen. Sie haben ihn weder festgenommen, noch eines Verbrechens angeklagt. Doch sie nahmen sein Geld, bis auf den letzten Cent, in den Besitz des Beschlagnahmungsprogramms des Justizministeriums.

Schuldig, bis die Unschuld bewiesen ist

Haben die Cops einmal Ihr Eigentum eingezogen, liegt die Beweispflicht bei Ihnen, um es zurück zu bekommen – selbst wenn Sie nie für ein Verbrechen angeklagt werden. „Wir müssen nicht beweisen, dass diese Person schuldig ist.“, sagte einer der DEA-Agenten der Washington Post. In einem anderen Fall wurde einem Paar 118.000 Dollar von ihrem Bankkonto gepfändet.

Ihr Verbrechen? Keines. Sie waren lediglich Zielscheibe der geldhungrigen Agenten des Amerikanischen Secret Service, weil ihr kleines Unternehmen denen zu viele Cash-Transaktionen nötig gemacht hatte. Die Agenten nahmen das Geld an sich nach den Regeln des Beschlagnahmungsprogramms des Justizministeriums, die es ihnen erlauben, zuerst das Geld zu nehmen und erst später Fragen zu stellen. Das Paar hat Jahre dafür kämpfen müssen, um ihr Geld zurück zu bekommen.

Zu dem Zeitpunkt, an dem die Gerichte endlich veranlassten, dass die Obigen das Geld zurückzahlen müssen, hatten sie bereits 25.000 Dollar für Anwälte ausgegeben – Geld, bei dem sich die Regierung weigerte, es ihnen zu erstatten.

Sie wollen noch mehr Bösewichte? Die Welt ist voll von ihnen. Was ist mit den Faulenzern der Federal Reserve? Was ist mit der gesamten „Sicherheitsindustrie“? Wie sieht mit den Zombies aus, die auf Staatskosten leben? Oder mit der Pharmaindustrie?


Quelle: Kapitalschutz Akte
Große Gauner (von Bill Bonner)
Die TSA ist reine Zeitverschwendung (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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2 Kommentare auf "Große Gauner"

  1. Lucki sagt:

    Wie nannten die Amis doch bestimmte Staaten die sich gegen ihre Demokratisierungsversuche zur Wehr setzten ? Schurkenstaaten.
    Dieses verkommene US-Konstrukt, von Anfang an auf Raub, Mord und staatlich sanktioniertem Diebstahl basierend, ist ein Nest von Nobelpreisträgern die nichts anderes sind als Kriegsverbrecher, ganz gewöhnliche Verbrecher. Kleine und große.

  2. Insasse sagt:

    Wenn man sich überlegt, wie viele – über Steuergelder zwangssubventionierte – Zombies es inzwischen in staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen gibt, welche um ihrer Existenzsicherung Willen den Rechts- und Sozialstaat zunehmend aushöhlen, verhöhnen und pervertieren, dann ist das schon sehr bedenklich. Wenn man sich zusätzlich überlegt, wie viele Leute andererseits trotz der vielen Zombie-Arbeitsverhältnisse auf staatliche Unterstützung angwiesen sind, ist das noch viel bedenklicher. Betrachtet man darüber hinaus, dass die auf Unterstützung angewiesenen ausgerechnet bei den Zombies für ihre Unterstützung betteln gehen müssen, wird einem irgendwie schlecht. Das die einen auf Steuerzahlers Kosten im zumeist gut gepolsterten Nest sitzen und die anderen von Bescheid zu Bescheid um die Auszahlung ihres Existenzminimums zittern müssen, ist wirklich absurd. Genauso absurd wie der Umstand, dass die Zombies denjenigen, welche die von ihnen umverteilte Kohle erarbeiten, permanent mit unsinnigsten Regelmentierungen und überbordender Bürokratie terrorisieren. Das alles hat nur einen Grund: Auch Zombies müssen ihren Job, welcher in Bestand und Inhalt von der Politik abhängig ist, rechtfertigen. Dieser Zombie-Mechanismus gehört abgeschafft!

    Aber was macht man dann mit all den Zombies? (World War Z…?)

    Zur Auffrischung hier noch einmal die Testfrage, wann jemand ein Zombie ist (nach Bill Bonner): Würde Ihnen auch dann jemand (freiwillig) Geld für Ihre Tätigkeit geben, wenn der Staat Ihre Bezahlung nicht zwangsweise durchsetzen würde?

    Einen guten Start in die Woche vom Insassen

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